Bruder EliaGott gibt diese Zeichen, um uns die Augen zu öffnen=> MARIA HEUTE 475 INHALT |
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Am 6. und 7. März 2010 hatte sich Bruder Elia, obwohl er fiebrig war, nach Modena (Italien) zu einer Missionsveranstaltung begeben. Am Ende der Begegnungen stellte sich ein Gymnasiallehrer aus Fano Bruder Elia vor und hatte eine ganze Reihe von Fragen dabei.
Diese Fragen waren von seinen Schülern vorbereitet worden, unter denen auch viele Ungläubige waren, aber alle hatten Interesse an der Person von Bruder Elia und wollten ihn kennen lernen, so dass sie um die Erlaubnis baten, ihn einmal in Calvi besuchen zu dürfen. Bruder Elia war damit einverstanden. Diese Initiative der Schüler hatte ihn berührt und er war bereit, auf alle Fragen zu antworten.
Wann und wie haben Sie begonnen, diese tiefe Verbindung mit Gott zu leben?
Schon als Kind. Als ich sieben Jahre alt war, sah ich die Engel um mich herum schwirren. Ich hatte die Berufung schon als Kind. Ich
spielte immer mit meinen Brüdern. Sonntags und am Patronatsfest ging ich in die Kirche. Wenn dann die Fastenzeit anfing, ging es mir immer schlecht und ich musste immer ins Krankenhaus. Die Ärzte wussten nicht, was ich hatte oder was mir zugestoßen war. Der Arzt sagte
zu meiner Mutter: «Ihr Sohn wird sterben, wenn Sie ihn mit nach Hause nehmen». Aber am Karsamstag ging es mir nach dem Angelus wieder gut.
Und konnten Sie selber verstehen, was Ihnen widerfuhr?
Ich wusste nichts, ich litt einfach und es ging mir schlecht.
In welchem seelischen Zustand waren Sie, als die
Stigmata kamen?
Sie traten auf, als ich ins Kloster ging und im Noviziat der Kapuziner war. Ich wusste nicht, was das war. Es schien mir, als sei es das
Feuer des hl. Antonius. Ich hatte an der Seite ein rotes Mal und meine Handflächen brannten.
Warum muss ein Diener des Herrn diese Leiden der Stigmata erdulden?
Weil das Bild Jesu Christi das Emblem des Leidens ist.
Warum braucht Gott das Leid?
Das Leid ist notwendig, weil Gott vergessen worden ist und niemand mehr in die Kirche geht. Wenn Gott uns diese Zeichen gibt, tut er es, um uns die Augen zu öffnen. An uns liegt es, zu sehen, dass es ihn gibt, dass er lebendig ist, dass er wahr ist!
Ich frage mich, was wäre, wenn Gott anstelle von Leid Gnade schenken würde. Vielleicht könnte der Mensch dann leichter an Seine Macht, an Seine Güte glauben.
Wir alle empfangen die Gnade, aber wir sehen Seine Macht nicht, weil wir etwas anderes suchen; wir wollen immer noch etwas Zusätzliches sehen. Wir sehen die Wirklichkeit Gottes nicht. Wir sehen nur das, was wir sehen wollen, aber wir sehen nicht, was es zu sehen gibt. Wenn ich ein Kind Gottes bin, kann ich sehen. Wenn ich ein Christ bin und mit meiner Familie, mit meinen Freunden aufrichtig zur Messe gehe, dann kann ich Sein Wort hören und verstehen.
Es kann heutzutage jedoch auch passieren, dass man als Christ ins Lächerliche gezogen wird. Das ist etwas Schwerwiegendes. Jemanden lächerlich machen ist ein schwerwiegender Akt gegen Gott. Welchen Sinn hat es beispielsweise, wenn die
Kruzifixe aus den Schulen entfernt werden? Wollen wir vielleicht auch alle christlichen Feste aufgeben? Wollen wir die Sonntagsruhe aufgeben? Wollen wir vergessen, dass wir das Jahr 2010 schreiben, weil der Herr vor 2010 Jahren geboren wurde?
Gott hat den Kalender unseres Lebens gemacht; er
wird nicht vom Menschen
gemacht. Das begreifen viele nicht. Sie möchten die Arbeiter, die Studenten am liebsten zu simplen Maschinen machen! Die Zeit, das Universum sind nicht einfach aus dem Urknall entstanden. Gott hat die Welt erschaffen und er hat den siebten Tag erschaffen, damit wir bei ihm, in der Kirche, feiern und damit wir ihn loben, ihm danken und ihn lieben.
Ihre Gabe manifestiert diese Nähe zu Gott: Ist das etwas, das alle erfahren können, oder ist es eine Gnade, die Gott nur wenigen Menschen schenkt?
Ich habe um nichts gebeten; der Herr erwählt und der Herr tut es. Ich habe nichts von all dem erwartet.
In der Psychoanalyse und in der Psychiatrie meint
man, dass es den Widersacher nicht gibt und dass Fälle von diabolischer Besessenheit in Wirklichkeit Formen einer Geisteskrankheit sind.
Es gibt ihn! Es gibt ihn! Es gibt den Teufel! Er wartet draußen auf uns, immer im Vorübergehen. Aus meiner Sicht sind die Menschen, die uns nicht glauben, krank. Sie haben keinen Glauben, sie haben Gott nicht im Herzen.
Der Herr gibt das Kreuz jemandem, den er selber
auserwählt hat, damit er die Angriffe des Widersachers
erträgt. Er wählt jemanden, der gläubig ist.
Und die Exorzismen?
Man muss die Personen, die sich für besessen halten, genau anschauen.
Manchmal halten sich Geisteskranke für besessen. Diese Menschen haben Probleme und sind überzeugt, Opfer des Teufels zu sein. In anderen Fällen können wir von echter Besessenheit sprechen. Ich habe Menschen gesehen, die über dem Boden schwebten, ja sogar bis unter der Decke waren und viele können dies bezeugen. Diese Besessenen hatten Arme, die auf unglaubliche Weise verrenkt waren; die Zunge war so außerordentlich verlängert, dass sie bis zum Brustkorb reichte und die Augen waren ganz nach hinten verdreht. Als ich diese Dinge zum ersten Mal sah, hatte ich Angst, aber der Herr hat mir Kraft und Gelassenheit gegeben; er hat mir die Angst genommen und ich habe versucht, energisch anzugreifen. Der Widersacher zeigt sich dem Menschen, weil viele ihn aufstacheln; sie halten spiritistische Sitzungen ab, sie feiern schwarze Messen, bei denen sie einen Pakt mit dem Teufel schließen. Wenn man ihn nicht reizt, denkt man nicht daran. Wenn ich mit meinen Gedanken bei Gott bin, bin ich ganz sicher, dass mir nichts Böses zustoßen kann.
Man soll nichts Böses tun. Gleichwohl ist der Widersacher überall zugegen, auch in der Gesellschaft, zum Beispiel im Fernsehen. Heutzutage ist es sehr schwer, einen guten Film zu sehen. Es gibt nichts. Nur Nacktheit und Vulgäres. Das sind abstoßende Dinge.
Was ist Ihrer Meinung nach das Jenseits; was gibt es dort?
Es ist der Übergang. Dort gibt es alles! Dort sind die Toten, aber in Wirklichkeit sind nicht sie die Toten, sondern wir sind es. Wenn die Seele die sterblichen Überreste verlässt, findet sie sich vor Gott wieder. Wenn uns Gott begegnet, fragt er uns: «Mein Bruder, meine Schwester, erzähle mir von dir; ich möchte dich verstehen». Er verurteilt uns niemals: Darin liegt die Schönheit Gottes, weil er groß und barmherzig ist, während wir immer mit dem Finger auf den anderen zeigen, um über ihn zu urteilen.
Das Jenseits ist heitere Gelassenheit, Seligkeit – so wie wir sie hier nicht haben! Diese heitere Gelassenheit gibt es auf der Erde nicht.
Man könnte auch auf der Erde in guter Weise leben, aber das Problem besteht darin, dass das Leben wahnsinnig geworden ist. Wir wollen zu viele Dinge, wir haben zu viel nutzlosen Ehrgeiz und verschwenden das Leben mit stupiden Dingen. Denken wir an die jungen Menschen, die nach einem Abend in der Diskothek auf der Straße sterben, oder an jene, die Drogen nehmen. Diese Menschen haben sich für den Tod entschieden. Was haben diese jungen Leute vom Leben verstanden? Nichts! Sie sind der Meinung, für den morgigen Tag, für die Zukunft bereit zu sein... Sie meinen, vieles zu wissen, aber in Wirklichkeit wissen sie nichts. Diese Etappe, die sie zusätzlich wollen, ermöglicht ihnen nicht, das Leben wirklich zu verstehen.
Unlängst hat man eine Zusammenstellung der Vorhersagen gemacht, die sich auf das Eintreffen der nächsten furchtbaren Katastrophen beziehen. Ich denke an das, was im Maya-Kalender zum Jahr 2012 gesagt wird, oder was die Seher von Medjugorje, oder was Pater Pio sagte... und es gibt auch viele andere Menschen, die sagen, dass eine furchtbare Prüfung für die Menschheit unmittelbar bevorsteht. Was denken Sie darüber?
Wir sehen es schon jetzt: Wir brauchen nur an die Erdbeben zu denken, die immer heftiger werden und immer öfter auftreten, aber das wird sicher noch nicht das Ende der Welt sein! Ganz sicher nicht, denn das hat der Herr nie gesagt.
Was denken Sie über andere Religionen? Viele sprechen heute von Konflikten zwischen verschiedenen religiösen Traditionen. Was meinen Sie dazu?
Der Schlüssel der Konflikte ist immer derselbe: Mein Gott ist anders als dein Gott. Aber das ist eine falsche Vorstellung, denn Gott ist immer einzig, unabhängig davon, wie man ihn interpretiert. Man kann ihn auf unterschiedliche Weise benennen und ihm die Namen geben, die man ihm geben möchte, aber Gott ist immer einzig.
Aber die Muslime sagen beispielsweise, dass Christus ganz sicher nicht Gott ist; sie halten ihn nur für einen Boten Gottes. Auf dieser theologischen Grundlage ist es verständlich, dass für einen
Katholiken eine Auseinandersetzung mit der Glaubenslehre schwierig ist.
Das ist ihre Interpretation. Die Muslime sollten Respekt vor den Ländern haben, die sie aufnehmen. Ich respektiere sie und sie sollten die
religiösen Traditionen des Landes respektieren, in dem sie leben. Ich respektiere ihren Gott, weil er wie mein Gott ist.
Für den heutigen Menschen ist es sehr schwer, über den Glauben zu sprechen, weil alle eine wissenschaftliche Verifizierung erwarten, die den Beweis für jede Aussage erbringt. Was würden Sie jemandem sagen, der wirklich nicht an den Herrn glauben kann?
An dem Tag, an dem der Mensch stirbt und beerdigt wird, wird er den Beweis an der Seite Gottes finden und er wird ihn in einem einzigen Augenblick haben. Auch diejenigen, die nicht glauben, auch die Atheisten werden Gott schauen. Dann werden sie die Möglichkeit haben,
zu verstehen. An wen sonst könnten die Nichtgläubigen glauben?
An die Wissenschaft zum Beispiel.
Den Glauben hat man oder man hat ihn nicht. Auch der Atheist ist ein Kind Gottes. Er hatte jedoch nicht die richtige Erziehung; er hatte keine religiöse Ausbildung. Es ist nicht der Fehler der Atheisten, wenn sie nicht verstanden haben, warum sie hier auf der Erde sind.
Warum der Herr diesen Weg genommen hat? Er ist wegen der Sünden aller, wegen unserer Verirrungen am Kreuz geendet. Dennoch hat dieser Mensch am Ende gesagt: «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun». Das bedeutet, dass er uns geliebt hat, dass er uns liebt. Und diese Liebe ist Glaube und Seligkeit!
Für die Menschen, die leiden, ist es schwer, an diese Seligkeit, die aus dem Glauben kommt, wie Sie sagen, zu glauben. Denken Sie beispielsweise an einen Kranken im Endstadium.
Für die Menschen, die nicht glauben wollen, ist es schwer, all das zu glauben. Im Gegenteil, wer glaubt, der sagt: «Herr, mache mit mir, was du willst!». Angesichts der Leiden, die uns im Leben treffen, ist es schwer, glücklich zu sein, aber wenn man Christ ist, dann kann man mutig sein.
Man darf nie die Hoffnung verlieren. Man soll beten, sich Gott vertrauensvoll anheim geben. Er liebt uns; er schickt uns die Krankheit nicht. Deshalb soll man auch angesichts von Leiden nicht vergessen, dass es, so lange es das Leben gibt, die Hoffnung des Lebens gibt und zwar bis zum letzten Augenblick! Ich soll immer Hoffnung schenken, diesen Funken, diese Freude, diese Kraft, dieses Lächeln. Lächeln!
Auch ich habe einen kleinen Neffen verloren. Ich habe noch einen weiteren Neffen verloren und noch einen anderen Angehörigen wegen eines Tumors. Was hätte ich meiner Schwester sagen sollen? Dass Gott straft? Nein, die Krankheiten – wir alle haben sie – entwickeln sich mehr oder weniger. Es gibt auch noch andere Dinge,
die uns nicht gefallen. Wir müssen all das akzeptieren. So ist das Leben! Gute Christen versuchen ihre Prüfungen zu bestehen.
Ein Atheist, der wissenschaftsgläubig und materialistisch ausgerichtet ist, würde angesichts dieser Dinge erwidern, dass der Glaube bei gewissen Übeln entwaffnet ist. Er würde sagen, dass die Wissenschaft wenigstens versucht, etwas zu tun, z.B. gegen den Krebs.
Die Wissenschaft hat bis heute noch niemandem vom Leid und vom Tod geheilt, denn die Wissenschaft kommt dort an, wo der Mensch es will, aber sie kann niemals dort ankommen, wo Gott es will.
Ist der Glaube an Gott Glückseligkeit? Sind Sie glücklich?
Ja! Und wie! Ich bin sehr glücklich, ich bin heiter, ich bin fröhlich mit meiner Familie, die immer größer wird... und mit meiner Kongregation, die immer größer wird. Bald schon werden wir 13 sein! Wir sollen den Glauben und die heitere Gelassenheit weitergeben. Wenn wir nicht glücklich sind, welche Menschen wären wir dann? Der Herr hat uns Heiterkeit und Freude übermittelt! Es ist eine Gnade Gottes, über das Evangelium zu sprechen.
Danke für diese Begegnung!
Ich danke euch.
Fiorella Turolli in Angeli et Arcangeli, Mai-Juni 2010, S. 20-22.
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