San Damiano - Zeugnisse«Dort wartet jemand auf mich»=> MARIA HEUTE 473 INHALT |
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San Damiano habe ich im April 1989 kennen gelernt. Ich gestehe ganz ehrlich, dass ich aus Neugier mit einer Freundin (die schon einmal dort gewesen war) hingefahren bin. Die Fahrt war mit dem Autobus, unter der Leitung einer Pilgerorganisation. Zugleich hatte ich in meinem Inneren einen lebhaften Anruf, zu diesem Ort zu fahren.
Mein Mann sagte mir beim Abschied: «Warum fährst du so weit weg? Musst du eine Wallfahrt nach Italien machen?» Als ich mich von ihm verabschiedete, sagte ich ihm: «Dort wartet jemand auf mich. Ich habe dort ein Rendezvous. Das ist alles, was
ich dir sagen kann.»
Es stimmt, damals durchlebte ich eine in jeder Hinsicht schwierige Zeit. Ich brauchte einen Ort, wo ich mich selber wieder finden konnte. Es war das erste Mal, dass ich eine Wallfahrt in einer Gruppe machte. Ich war von den vielen Gebeten im Bus überrascht. Ich versuchte zu beten und innerlich ruhig zu bleiben, aber es gelang nicht so recht. Ungefähr 25 km vor San Damiano war mir sehr stark nach Weinen zu Mute. Was geschah mit mir? Ich schluchzte heftig. So viele Tränen! Und dennoch war
ich im tiefsten Inneren nicht traurig. Ich konnte kaum sprechen. Meine Freundin war in Sorge. Mein Zustand war mir vor der Gruppe sehr unangenehm.
Als wir in San Damiano ankamen und ich aus dem Bus stieg, tauchte ich in Blumenduft ein (ich wusste nicht, dass sich der Himmel durch Wohlgeruch manifestiert).
Ich teilte das Zimmer mit meiner Freundin. Als ich meine Bettdecke zurückschlug, kam mir wieder Rosenduft entgegen, während meine Freundin nichts roch... Die ganze Nacht über war ich schlaflos, aber ich wurde
von Rosenduft begleitet. Am nächsten Morgen gingen wir in das Paradiesesgärtlein. Das Wetter war furchtbar: Regen, Schnee, Kälte, Wind. Ich war außer mir. Dort draußen beteten die Pilger bei ähnlichem Wetter für mich. Das war zuviel. Ich konnte nicht beten. Mir war so kalt! Noch vor Ende der Gebete hielten
meine Freundin und ich es nicht länger aus und gingen ins Hotel zurück, um uns
aufzuwärmen. Der Besitzer empfing uns mit der Aufforderung, in das Paradiesesgärtlein zurück zu kehren, um den Segen der Muttergottes zu empfangen. Am liebsten wären wir geflohen, weit weg von diesem Ort, aber der Nachdruck, mit dem der Hotelier gesprochen hatte, überzeugte uns und wir kehrten zurück.
Ich gestehe, dass ich nichts von dem, was geschah, verstand. Beim Mittagessen war wieder dieser Duft da. In mir war Aufruhr und Zorn. Morgen wird man sehen...
Am Morgen des zweiten Tages war herrlicher Sonnenschein, es war ein schöner Frühlingstag und viele Pilger waren gekommen. Beim Rosenkranz um 11.00 Uhr versuchte ich mehr schlecht als recht zu beten. Es ging nicht so gut, denn ich verstand
weder lateinisch, noch italienisch. Meine Freundin bemerkte den Rosenduft nicht. Ich war aufgewühlt. Spielte mir mein Verstand Streiche oder hatten einige Leute zur Wallfahrt Parfüm aufgelegt? Ich sah darin keinen Sinn...
Am dritten Tag dieser Pilgerreise war ich heiter und im Frieden.
Ich kaufte einen Rosenkranz. Zwei oder drei Tage nach meiner Rückkehr, als ich mich von all den Emotionen erholt hatte, dachte ich wieder an diesen Rosenkranz. Ich erwachte mitten in der Nacht, holte ihn aus meiner Tasche und begann zu beten...
Seit diesem Datum, das ich nie mehr vergessen werde, bin ich mehrmals wieder nach San Damiano gefahren.
Frau Z.C. aus M.,
Frankreich
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