Van, Apostel der Priester

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> Literatur von Marcel Van

 

Sein Leben lang hat Van viele Priester aller Arten gekannt. In erster Linie Abbé Dominique Nghia, den Pfarrer von Ngam-Giao, der es verstand, durch seine Sanftmut Seelen für Gott zu gewinnen. Leider waren nicht alle Priester so wie er. Und als er für Pater Boucher und auf seine Bitte hin eine Beurteilung dessen schrieb, was er in den verschiedenen Pfarreien kennen gelernt hatte, in denen er gelebt hatte, zeigte er, wie deutlich er entdeckt und verstanden hatte, dass die Priester vor allem Menschen, das heißt Sünder sind. Manche Beschreibungen lassen erschauern und werden von Zeugnissen untermauert, die für den Seligsprechungsprozess gesammelt wurden.
Zwischen dem Pfarrer von Huu-Bang, der mehr um sein Wohlergehen besorgt war als um die Seelen, die ihm anvertraut waren, und den Missionaren von Thai Nguyen, die sich mehr mit der Organisation als mit der Mission beschäftigen, erlebte Van viele Enttäuschungen. Dagegen konnte er die französischen Dominikaner gar nicht genug loben, die eine bemerkenswerte Arbeit in Nord-Vietnam (im Bezirk von Langson) leisteten und die es verstanden, sich bei der Bevölkerung beliebt zu machen. Das gilt sogar für Pater Maillet, «der einen sehr hitzigen Charakter hatte, der aber eine Nächstenliebe voller Sanftmut praktizierte, so dass die Schüler der von den Priestern geleiteten Internatsschule später, obwohl er nicht mehr Superior war, ihn weiterhin als ihren Vater betrachteten.»1. 
(Weitere Schriften)
Als Zeuge des unsoliden Lebenswandels in der Pfarrei Huu-Bang, «war Van also der Meinung, dass Gott ihm diese Dinge klar zeigen wollte, damit er die Priester besser verstehe und um ihn dazu zu bringen, frohen Herzens für sie zu leiden und viel für sie zu beten.» (Weitere Schriften 225).
Dieser Auftrag eines Mitarbeiters der Priester erwies sich als wesentlich, «denn wenn der Priester erst einmal verloren ist, kann die Welt nur in einen unendlich erbärmlichen Zustand fallen.» (Weitere Schriften 225). Der heilige Pfarrer von Ars hatte doch gesagt: «Wenn man eine Gemeinde zwanzig Jahre lang ohne Priester lässt, dann betet man dort die Tiere an.» Dieser brennende Durst nach dem Heil der Seelen führte Van dazu «für Abbé Nha alles zu erdulden, damit seine Würde als Priester bewahrt wird und in den Seelen Frucht bringt.» (Weitere Schriften 226). Er schrieb dem Seminaristen Lang: «Wegen dieses Durstes habe ich mir eine Pflicht daraus gemacht, „das Herz“ der Priester zu sein und die Wärme der Liebe und die Quelle des Erlöserblutes zu benützen, um zu kämpfen und den Priestern das Leben zu schenken.» (Brief vom 22.4.51).
Seine Enttäuschung war recht grausam, als die heilige Therese ihm ankündigte: «Gott hat mir gesagt, dass du nicht Priester wirst.» (Weitere Schriften 649). Van schluckte seine Enttäuschung hinunter und stellte ihr dann eine seltsame Frage: «Auch wenn Jesus nicht will, dass ich Priester werde, könnte ich Ihn nicht doch bitten, einer Seele Seiner Wahl alle Wünsche und alle Pläne zu vermitteln, die ich vorhatte, in meinem Leben als Priester zu verwirklichen, damit dank dieser Seele meine Sehnsucht nach einem missionarischen Apostolat Wirklichkeit werden kann?» Diese Gunst wurde ihm gewährt.
Am Anfang der Kolloquien sprach Jesus oft mit Van über die Priester. Am Karfreitag, dem 19. April 1946, sagte Jesus ihm folgendes: «Du musst heute für die Priester beten; du musst an diese Priester denken, die fern von der Liebe in die Irre gegangen sind und die barfuß im Schlamm der Sünde waten...
Oh mein kleiner Bruder, bleibe heute beim Kreuz, küsse meine Füße und wiederhole unaufhörlich: „Oh Jesus, ich liebe dich für die Priester, die dich nicht lieben. Gib, dass deine Liebe frei in die Tiefen des Herzens der Priester eindringt. Gib, dass die frommen Priester vom Eifer für deine Liebe beseelt sind.“
Kleiner Bruder, vergiss nie: Die Stimme, die in der Welt meine Liebe ablehnt, kam in erster Linie aus dem Mund der Priester. Deshalb muss sich jetzt die Stimme der Priester erheben, um meine Liebe in der Welt zu beschützen. Sonst wird die Welt unglücklich...»
(Koll 477)
Doch Jesus sprach auch über die guten Priester, die zum Glück zahlreich sind: «Sie sind immer an meiner Seite und weichen nie von mir. Oh! Kind meiner Liebe, wie sehr sehne ich mich danach, dass viele Priester sich mir gegenüber so verhalten... Mein Kind, suche solche Priester für mich.» (Koll 11). Der erste von ihnen ist wohl der Papst. Als die heilige Therese ihn bat, für den Papst zu beten, war Van verblüfft: «Wie bitte? Auch der Heilige Vater ist also auf Gebete angewiesen?» Und Therese beschrieb ihm die Leiden des Heiligen Vaters, die die Leiden der Kirche sind. «Ja, die heilige Kirche leidet, und ihre Leiden quälen das Herz unseres gemeinsamen Vaters. Und da es noch einen Menschen wie dich gibt, braucht er eine übernatürliche Kraft, um ihn inmitten seines Kummers zu stützen. Bete viel für ihn, damit er den Mut hat, alle Prüfungen zu ertragen, die ihm die Handlanger Satans in ihrer Grausamkeit zufügen. Der mystische Leib Christi ist grausam zerrissen. Doch ach! In der ganzen Menschheit ist der Heilige Vater derzeit derjenige, der am meisten leidet, weil er Vater ist. Ja, der Heilige Vater ist auf Opfer und Gebete angewiesen. Kleiner Bruder! Mein lieber kleiner Bruder! Wer sagt, dass er Gott liebt, aber nicht zugleich an den Heiligen Vater denkt, hat nur eine leichtfertige Liebe, der es noch an Stabilität fehlt. Um deine Pflicht als geliebtes Kind Gottes vollkommen zu erfüllen, musst du dem göttlichen Erlöser in Vereinigung mit dem Heiligen Vater jeden Tag alle Leiden für die Heilige Kirche aufopfern. Wenn du sagst: „Der Heilige Vater ist siegreich“, so ist es, als würdest du sagen: „Christus ist siegreich.“ Kleiner Bruder Van, willst du der Trostengel des Heiligen Vaters sein?»
«Sicher, das will ich von ganzem Herzen.»
«Also musst du den Mut haben, jeden Tag viel für den Heiligen Vater zu beten und zahlreiche Opfer für ihn zu bringen.»
(Weitere Schriften 612-613)
«Bulletin der Freunde von Van», Nr. 48-49

 

Anmerkung:
1. Die schräg gedruckten Texte sind Auszüge aus Vans Briefen.

Literatur:
«Bruder Marcel Van» Eine kurze Lebensbeschreibung, Pater Antonio Boucher, 80 Seiten, 11,5x17 cm, Euro 5.– CHF 7.50
«Marcel Van - Autobiographie» Vollständige Werke - Band 1, 504 Seiten, 14,5x22 cm, Euro 25.– CHF 38.–

 

 

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