Tochter der Sonne (2. Teil): Erste CharismenIch fasste wieder Vertrauen, als ich die Engel singen hörte: Gott ist Liebe, Gott ist Licht...Christian Parmantier=> MARIA HEUTE 467 INHALT |
![]() |
«Tochter der Sonne... Diesen Namen hat Jesus Christus einer katholischen, praktizierenden Familienmutter verliehen, die ihrem Seelenführer und der kirchlichen Hierarchie gehorcht. Jesus hat diese Familienmutter gebeten, Seine Botin zu sein, Seine Kirche zu einen
und zu verschönern, nachdem eine ihrer katholischen Freundinnen die Kirche verlassen hatte, um sich einer anderen Konfession anzuschließen.
Anlässlich der Herausgabe des ersten Buchs der Tochter der Sonne1: «Die Eucharistie, mein schönstes Geschenk», setzen wir hier die Vorstellung der Autorin fort. Nachdem sie die Welt verlassen hatte (siehe
MH 466), entstanden die Charismen: Visionen und
Einsprechungen.
Tochter der Sonne, was haben Sie nach Ihrer Rückkehr in den Schoß der Kirche mit Ihren nicht wirklich katholischen Büchern gemacht?
Ich habe sie in die Abtei Orval in Belgien gebracht, um sie verbrennen zu lassen. Ich wollte nichts mehr zu Hause haben, was nicht katholisch ist... Ich habe mehrere Priester gebeten, Exorzismen und Befreiungsgebete vorzunehmen, nachdem ich mein Haus habe segnen lassen.
Ich wollte voll und ganz dem Herrn gehören. Während einer Messe hat der Priester meine ganze anwesende Familie Jesus und Maria geweiht. Dann habe ich Jesus mein eigenes Gelübde gegeben.
Doch eines Tages bin ich einer gut ausgebildeten Katholikin begegnet, der ich
vertraute. Ich habe ihr von meinem Gelübde dem Herrn gegenüber erzählt. Sie hat mir kategorisch geantwortet, dass ich dämonisch sei, dass mein Vater der Dämon sei, obwohl ich seit mehreren Jahren weder die Horoskope gelesen, noch das Pendel verwendet hatte, wie ich es zuvor zum Spaß getan hatte.
Dieses ungeschickte Wort hätte meiner religiösen Praxis ein Ende gesetzt, wenn der Himmel nicht eingegriffen hätte... Ich hatte noch so viel zu lernen. Zudem fiel dieses Wort in eine Phase, in der
ich außerordentlich anfällig war...
Was ist damals geschehen?
Es war, als würde man mir die Luft nehmen, die ich zum Atmen brauchte...
Ich hatte in allen Bereichen so viele Anstrengungen unternommen, dass ich das als einen Verrat Jesu mir gegenüber auffasste. Ich ging tief betrübt ins Bett und war überzeugt, dass die Jahre, die ich damit zugebracht hatte, mich zu bekehren, wirklich eine Maskerade gewesen waren... Ich fühlte mich noch kümmerlicher... Wie hatte ich auch nur eine Sekunde lang meinen können, dass ich Gott interessieren könnte? Nachdem ich an jenem Abend
diese Worte gehört hatte, habe ich mich mindestens eine halbe Stunde lang in
tiefes Schweigen gehüllt. Es gelang mir nicht zu weinen, mein inneres Leiden hielt meine Tränen zurück... Für mich war es, als sei die Zeit stehengeblieben. Meine Verletzlichkeit lud mich ein zu glauben, dass Gott mich für immer in den Armen seines Feindes im Stich gelassen
hatte. Warum sollte ich denen nicht glauben, die gebildeter waren als ich?
In Wirklichkeit haben Sie durchgemacht, was der heilige Ignatius eine plötzliche Trostlosigkeit nennt.
Ich glaube ja. Als ich am Morgen erwachte, herrschte in meinem Zimmer eine Atmosphäre, die ich nicht kannte. Es war als wäre ich nicht allein... Plötzlich hörte ich einen Gesang: «Gott ist Liebe... Gott ist Licht... Gott ist unser Vater...» Man hätte meinen können, dass ein ganzer Engelchor mit derselben Stimme sang. Ich könnte das nicht mit meinen eigenen Worten ausdrücken, denn es war so schön und harmonisch. Dieser Gesang ist sanft in mein Herz eingedrungen und dort geblieben. Gott ist mir zu Hilfe gekommen. Ich habe mich wieder aufgerafft. Ich habe gefragt: «Bist du da, Herr? Liebst du mich noch?» An jenem Tag habe ich wieder Vertrauen gefasst. Ich habe begriffen, dass der Herr trotz meines früheren Lebens als Sünderin wirklich an mir hing.
Der Trost ist also genauso schnell gekommen wie die Trostlosigkeit!
Zum Glück... Danke, Herr. Lob und Preis sei dir!
Später hat mir die Stimme gesagt: «Ich will, dass meine Kirche von Liebe erfüllt ist.»
Manchmal verbreiten wir unsere Kenntnisse mit einem solchen Mangel an Liebe, dass die Leute versucht sind, woanders hinzugehen oder jede Religion zu fliehen...
Das Erste, was wir unserem Nächsten sagen müssen, ist, dass Jesus uns nahe ist, dass er unser Leben kennt und vor allem, dass er uns unendlich liebt. Was immer wir für Sünden begangen
haben, er vergibt sie, wenn wir ihn bitten, uns zu vergeben. Er will, dass wir Ihn lieben lernen... Jesus ist am Kreuz gestorben, um uns alle zu erlösen und er möchte gern, dass sein Geschöpf seine Liebe erwidert, das Er liebt «wie niemand auf Erden uns lieben kann», hat er mir gesagt. Das Erlernen geschieht schrittweise und sanft, ein Sünder auf dem Weg der
Umkehr muss unterstützt,
ermutigt und darf nicht erniedrigt werden. Unsere Pflicht besteht darin, die Personen Jesus näher zu bringen und nicht, sie von Ihm zu entfernen. Möge Gott uns alle unsere Ungeschicklichkeit vergeben und uns auf dem Weg Seiner Weisheit führen.
Der Herr hat mir gesagt, dass die Bibel schwer zu verstehen ist. Wenn das Gegenteil der Fall wäre, gäbe es in Seiner Kirche nicht so viele Spaltungen... Als meine Freundinnen die katholische Kirche auf das Betreiben einer Nachbarin verlassen hatten, hat der Herr mir gesagt: «Ihr Glaube ist anders, sie setzen ihren Weg trotzdem fort.» Zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2004 hat der Herr mich gebeten, seine Botin zu sein. Das hat er mir danach bestätigt, indem er mich gebeten hat, die Kapitel 2 und 3 des Propheten Ezechiel zu lesen...
Von 1999 an begann ich Stimmen im Schlaf zu hören. Eines Nachts habe ich folgendes gehört: «Und du, kleines Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen... mein Kind, schreibe das auf.» Ich wusste nicht, was das genau bedeutete, ich war unendlich weit davon entfernt zu denken, dass der Herr eine Botin aus mir machen wollte. Ich notierte, was ich hörte, ohne zu versuchen, es zu verstehen.
Am Anfang, als ich diese übernatürlichen Phänomene empfing, habe ich gedacht, dass ich verrückt werden würde und mich in einem psychiatrischen Krankenhaus anmelden müsse.
Was für eine Art von Visionen haben Sie gehabt?
Dämonische und göttliche, die weniger zahlreich sind und weniger lang dauern. Die göttlichen prägen sich tief in unser Wesen ein, die anderen sind grotesk.
Der Herr lässt ja seltsame Dinge zu!
Eines Nachts habe ich das Angesicht Christi aus der Nähe gesehen. Es war von einer Schönheit, die einem den Atem raubt... Ich habe recht schnell gemerkt, dass es sich nicht um Jesus handelte, weil die Strahlen seines Heiligsten Herzens aus vergoldetem Eisen waren. Man muss folgendes wissen: Wenn der Herr diese Art von Visionen zulässt, ist Er immer da, wenn etwas geschieht.
Nach diesen ersten Offenbarungen habe ich einen Termin mit dem Psychiater des Bistums ausgemacht und ihn gebeten, einen Exorzismus vorzunehmen. (Ich dachte: Wenn der Feind mir Streiche spielt, vergeht das danach.) Wir haben lang diskutiert
und am Schluss hat er mich gebeten, einen Seelenführer zu suchen und ihm zu gehorchen, was ich auch getan habe. Ein anderer Priester hat mir gesagt, dass ich den Aufstieg zum Berg Karmel erlebe, er hat mich gesegnet, mir die Hände aufgelegt und mir geraten, Teresa von Ávila zu lesen. Zum Glück habe ich
ihr Buch «Die innere Burg» (der Weg der Seele bis zur Vereinigung mit Gott) in die Hände bekommen. Ich habe mich darin wiedergefunden und war wirklich beruhigt. Gepriesen seist du, Herr, dass du ihr erlaubt hast, ein solches Buch zu schreiben!
Hat Ihnen der Herr Anweisungen bezüglich des Dämons gegeben?
Er hat mir gesagt, dass ich ihn nicht fürchten solle. Jesus hat mir mehrmals gesagt, dass wir jeden Tag den Exorzismus von Leo XIII. beten würden – den jeder Laie beten kann –, wenn wir seine Macht kennen würden. Ich habe ihn in einem Gebetbuch gefunden, das gerade herausgegeben wurde. Dieses Gebet schwächt wirklich die Geister der Bösen. Das hat mir auch der heilige Erzengel Michael mehrmals bestätigt.
Wenn ich etwas Gutes tue, quält mich der Feind, er bedroht mich, beschimpft mich und sticht mich unter dem Fuß (das erinnert mich an den Satz aus der Bibel: «Die Frau wird ihm den Kopf zertreten und die Schlange wird nach ihrer Ferse schnappen.») Zudem hat der Herr ihm erlaubt, mir fast jeden Tag zu sagen: «Du wirst leiden...» Man kann nicht wissen, was das sein wird! Wenn man Kinder hat, fragt man sich immer, was ihnen zustoßen wird. Das ist das schrecklichste Leiden für mich, auch wenn ich mein Leben Christus übergebe und dieses
Leiden dazu dient, Seelen zu retten... Das ist der Preis, den man zahlen muss, hat mir der Herr gesagt. Daran werde ich mich nie gewöhnen, die Ängste sind schrecklich, niemand kann mich in dieser Hinsicht verstehen oder mir helfen. Gott lässt dies zu, um die Seele schöner zu machen.
Sie kennen jenes Bekenntnis des heiligen Paulus: «Ein Bote Satans schlägt mich mit Fäusten. Ich habe zum Herrn gefleht, mich zu befreien, er aber antwortete mir: „Meine Gnade genügt dir!“»
«Meine Gnade genügt dir», das hat mir der Herr oft gesagt, weil ich mich oft bei ihm beklage.
Im Verständnis des Glaubens ist es «normal», dass ein Prophet leidet. Wegen des Geheimnisses des Leibes Christi behält der Herr seinen bevorrechtigten Kindern seine größten Gnaden vor (an seiner Passion teilzunehmen, indem Er sie durch ihre Kreuze mit seinen Leiden vereint).
Wissen Sie, was Teresa von Ávila sagte?
Nein.
«Herr, ich verstehe, dass du nicht viele Freunde hast, wenn man sieht, wie du sie behandelst...!»
Ach... Ich habe dem Herrn nicht dasselbe gesagt, aber ich habe ihm zu verstehen gegeben, dass er den Bogen mit mir überspanne! Das bringt mich zur Erschöpfung.
Gelingt es Ihnen, sich hinzugeben?
Mehr als ein Mal habe ich alles aufgeben wollen. Ich bin noch nicht heilig, ich kenne meine Schwächen und meine Grenzen. Das ist überhaupt nicht einfach. Auch wenn ich mich dem Herrn oft überlasse, werde ich doch ständig, in beängstigender und manchmal schrecklicher Weise verfolgt.
Aber Sie empfangen auch den Trost der göttlichen Offenbarungen.
Oh, wie verletzlich ich bin... Bei jeder Vision ist es dasselbe. Ich käme nicht auf den Gedanken, mich in seine Arme zu werfen, ihm wieder zu sagen, wie sehr ich ihn liebe oder ihn mit Bitten um Vergebung zu überschütten oder mich an einen Zipfel seines Gewandes zu hängen, um ihn nie mehr zu verlassen... Nein, das Einzige, was ich am liebsten tun möchte, ist aus Scham und Achtung weit weg zu fliehen, um Ihn nicht zu beschmutzen...
Die meiste Zeit sehe ich ihn nicht, ich spreche ungeniert mit ihm, wie mit einem Freund, dem ich alles sagen kann, ohne zu versuchen, schöne Worte zu verwenden... Ich wiederhole ihm unzählige Male, dass ich
ihn unsterblich liebe... Er
erträgt meine plötzlichen Stimmungsumschwünge und kennt alle meine Launen, meine Feigheit, meine Schwächen, meine Skrupel... Mit meinen Gästen mache ich mehr Umstände... Ja, an diesem Tag wollte ich mich wirklich von Ihm fernhalten, so sehr schämte ich mich über das, was ich war, ich schämte mich, ihm so oft «ich liebe dich» gesagt zu haben. Wie unangebracht und unfein ich das damals angesichts einer solchen göttlichen Majestät fand! Während ich diese
Gedanken hatte, hörte ich
folgendes: «Ich bin der Ritter, der jeder Seele dient. Ich will, dass sie in inniger Vertrautheit mit mir lebt, ich will sie nicht verlieren.»
Und das stimmt, Jesus will, dass wir ihm unermüdlich diesen kleinen Satz sagen: «Jesus, ich liebe dich.» Im Gegenzug wird er uns unermüdlich antworten: «Ich liebe dich, mein Liebstes». Wir sind alle seine Geliebten.
Am Anfang war das genauso, ich hatte noch nie das Gesicht Jesu gesehen, ich hörte nur seine Stimme im Schlaf... Sie war so fesselnd, so bestimmt und sanft zugleich, dass ich mir gesagt habe, dass ich vermutlich
sofort in Ohnmacht fallen würde, wenn ich ihren Besitzer vor Augen gehabt hätte... Daraufhin habe ich sofort
gehört: «Nein, nicht in Ohnmacht, sondern in meine Arme.» Im ersten Augenblick überlegte ich mir, ob wirklich Jesus mir das geantwortet hatte... Er ist so geheimnisvoll...
Heute lächle ich noch darüber, denn außer seinen blauen Augen, die alle sensiblen Seelen der Erde bekehren würden... hat der Herr eine so außergewöhnliche Zärtlichkeit und Einfachheit! Und – wer hätte das gedacht – er hat Humor!
Da Sie eine Begabung für die Malerei haben, könnten Sie Jesus doch malen, wie Sie ihn sehen!
Nein, ich bin keine Porträtmalerin. Und selbst wenn das Ergebnis in den Augen der anderen bemerkenswert wäre, wäre es weit von der Wirklichkeit entfernt... Und dann würde ich Jesus hören, der mich auf einem zugleich
bewegten und interessierten Tonfall fragen würde: «Das ist also das Bild, das du von mir hast?»
Verzeihung, Herr!
(Fortsetzung folgt)
Anmerkung:
1. «Tochter der Sonne»: Name den der Herr ausgewählt hat:
Bin Ich nicht deine Sonne der Gerechtigkeit und ... du nicht Meine Tochter? Ja, Herr! Dann passt dein Name zu dir. (Jesus, 18. Mai 2005)
|
Copyright © 1999 - 2010 - Alle Rechte vorbehalten für Text und Fotos
PARVIS-VERLAG - MARIA HEUTE - CH-1648 HAUTEVILLE / SCHWEIZ. TEL.: 0041 (0)26 915 93 93 // FAX: 0041 (0)26 915 93 99 // E-MAIL buchhandlung@parvis.ch HOMEPAGE PARVIS // ZEITSCHRIFT MARIA HEUTE |