Seht euch vor und bleibt wach! (Mk, 13,33)Jacques Magnan=> MARIA HEUTE 466 INHALT
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Wir leben in einer besonderen Epoche, in der unser christlicher, katholischer Glaube auf vielfältige Weise einer rauhen Prüfung unterzogen wird. Inmitten vielgestaltiger Widrigkeiten sollen wir unseren Glauben an die Wahrheit der Kirche, die viele Angriffe des gegen sie entfesselten Widersachers erleidet, bekräftigen. Daher fordert uns der Herr auf, wach zu bleiben, uns vorzusehen, beharrlich zu beten. Unsere durch den Glauben erleuchtete Wachsamkeit ist eine unzerstörbare Waffe. Durch sie werden wir im Heiligen Geist geführt und verstehen die Ereignisse unserer Geschichte, die Zeichen der Zeit und können die Fallstricke des Widersachers umgehen und im heilbringenden Glauben der treuen Kirche bleiben.
Sich vorsehen
und wach bleiben
Mk 13,33-37: «Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu
gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!»1
Diese Unterweisung des Erlösers ist sehr ernst zu
nehmen. In diesem kleinen Abschnitt des Evangeliums fordert Jesus viermal zur Wachsamkeit auf. Und er beginnt mit den Worten: «Seht euch vor». Dass der Herr so nachdrücklich spricht, ist in sich selbst schon eine von Liebe erfüllte, prophetische, göttliche Pädagogik. In Hinblick auf seine Wiederkehr fordert uns der Messias zu großer Wachsamkeit auf: Er kennt im voraus die Schwierigkeiten, denen die Christen im Laufe der Jahrhunderte ausgesetzt sein werden und insbesondere am Ende der Zeiten, wenngleich die Zeit der Heiden, die sich der Gnade widersetzen, zu Ende geht.
Wir leben in einer Zeit, in der ein banal gewordenes Phänomen in vielfacher Hinsicht eine bezeichnende, übergroße Dimension angenommen hat. Es handelt sich um das omnipräsente Bild: Fernsehen, Internet, verschiedenste Medien bemächtigen sich des Lebens eines jeden einzelnen und niemand kann sich dem entziehen. Selbst die meisten Eremiten besitzen Radio, Computer und ähnliche Geräte. Wir alle benutzen verschiedene Medien und zwar schon in der Schule, also von frühester Kindheit an. Die Kirche nutzt sie ebenfalls. Jeder hat auf mehr oder weniger glückliche Weise
viele verschiedene Medien in sein Leben integriert. Ganz besonders wird der Geist vom Bild fasziniert, das überall vordringt. Es kommt in allen Bereichen vor: in der Politik, bei Informationen, Spielen, Unterhaltung, verschiedenen pädagogischen Maßnahmen, usw. Wir leben in einem
Zeitalter, in dem das Bild mehr und mehr eine Parallelmacht erlangt, die manche Menschen in guter oder in schlechter Weise zu nutzen verstehen. Die Tatsache, dass beispielsweise politische Erfolge zunehmend an die
Verwendung von Bildern gebunden sind, lässt sich schon im Buch der Geheimen Offenbarung finden, wo uns der
hl. Johannes enthüllt (Offb 13,15): «Es wurde ihm (dem falschen Propheten) Macht gegeben, dem Standbild des Tieres (dem ruchlosen toten König) Lebensgeist zu verleihen, so dass es auch sprechen konnte und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Standbild des Tieres nicht anbeteten». Im Zusammenhang mit dem Tier verwendet der Lieblingsjünger in der Geheimen Offenbarung fünfmal das Wort «Bild» (griech. eikôn). Jetzt verstehen wir, dass der Antichrist die Medien einsetzen wird, die er sich gefügig macht. Dadurch gewinnt die Prophezeiung des Johannes in diesem wie auch in anderen Bereichen neue Aktualität. Dies alles fordert uns also zu verstärkter Wachsamkeit auf, umso mehr als es viele Menschen gibt, die Unruhe in Herzen und Gemüter bringen wollen. So greifen manche pseudohistorische und seudowissenschaftliche Fernsehsendungen auf hinterlistige Weise die Wahrheit der Heiligen Schrift, der Kirche, der Geschichte an. Manche neorevisionistische Universitäten, die die Geschichte verfälschen, wollen die Wahrheit auslöschen, indem sie sagen, dass die Prophezeiungen, die Jesus oder seine Apostel über das Ende der Zeit und das Ende der Welt gemacht haben, falsch seien. Sie geben vor, dass sich Jesus getäuscht habe und seine Jünger ebenfalls. Sie sagen, dass die Kirche aus einer Lüge entstanden sei und bringen für ihre dämonischen Argumente lügnerische Beweise vor, von
denen sich die Menschen, die kein religiöses Wissen oder keinen Glauben haben, überzeugen lassen. Diese Feinde der Wahrheit argumentieren, dass die Apokalypse des Johannes nur auf symbolische Weise die Gegebenheiten seiner Zeit beschreibt. Der Apostel habe das Römische Reich, den Kaiser, im Blick gehabt und daher gehöre all das der Vergangenheit an, die den heutigen Menschen nicht mehr betrifft. Sie versuchen, diesem Buch die prophetische Dimension zu rauben, die doch klar angekündigt ist (vgl. Offb 22,18). In letzter Zeit sind Filme und Sendungen mit antichristlichem Inhalt und anderen Lügen über die Religion in den von Lüge und Begierde korrumpierten Medien immer zahlreicher geworden. Besonders betrüblich ist es, wenn man sieht, dass sogar kirchliche Würdenträger gemeinsam mit vielen Lauen und anderen Menschen in die Falle falscher Erkenntnisse tappen... In der Tat: Derzeit erleben wir, was Paulus sagte (2Thess 2,11): «Darum lässt Gott sie der Macht des Irrtums verfallen, so dass sie der Lüge glauben; denn alle müssen gerichtet werden, die nicht der Wahrheit geglaubt, sondern die Ungerechtigkeit gelebt haben».
Erwarten wir daher von den Ruchlosen niemals positive Äußerungen über religiöse Dinge. Ruchlose Kommentare zu den Heiligen Schriften gibt es nicht erst seit heute und die Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte immer mit der unvergleichlichen Wahrheit der hervorragenden und lichtvollen Texte des Lehramtes darauf reagiert. Alle von Satan entflammten Abhandlungen können leicht erkannt und «gelöscht» werden. Dafür muss man nur in Treue zur Lehre der Kirche stehen, die Heilige Schrift kennen, die von den Ruchlosen nicht gekannt wird. Wie bei manchen Sekten fischen sie sich nur das heraus, was ihre unheilvollen Thesen stützen kann. Aber die verachtete Kirche lässt sich nicht täuschen und nimmt die Schläge im Frieden Gottes hin. Wie ihr Erlöser durchleidet die Kirche, die Sein mystischer Leib ist, die Passion und geht einem
Triumph entgegen, der die ganze Welt in Erstaunen versetzen wird. Als treue Zeugen des Herrn hat uns Gott auserwählt, um erleuchtete Wächter in diesen Zeiten zu sein, in denen die Welt von Finsternis bedeckt wird und einem noch nie dagewesenen Zusammenbruch blind entgegen geht. Wir sind gewarnt worden; seien wir immer wachsam im Glauben und hören wir aufmerksam auf die heiligen Schrifttexte, die uns zu diesen Themen warnende Worte sagen:
2Tim 4,3f: «Denn es wird eine Zeit kommen, in der
man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach
eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden».
2Tim 2,16f: «Gottlosem Geschwätz geh aus dem Weg; solche Menschen geraten immer tiefer in die Gottlosigkeit und ihre Lehre wird um sich fressen wie ein Krebsgeschwür».
2Petr 3,3-7: «Vor allem sollt ihr eines wissen: Am Ende der Tage werden Spötter kommen, die sich nur von ihren Begierden leiten lassen und höhnisch sagen: Wo bleibt denn seine verheißene Ankunft? Seit die Väter entschlafen sind, ist alles geblieben, wie es seit Anfang der Schöpfung war. Wer das behauptet, übersieht, dass es einst einen Himmel gab und eine Erde, die durch das Wort Gottes
aus Wasser entstand und durch das Wasser Bestand hatte. Durch beides ging die damalige Welt zugrunde, als sie vom Wasser überflutet wurde. Der jetzige Himmel aber und die jetzige Erde sind durch dasselbe Wort für das Feuer aufgespart worden: Sie werden bewahrt bis zum Tag des Gerichts, an dem die
Gottlosen zugrunde gehen.»
Kol 2,8: «Gebt acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und falschen Lehre verführt, die sich nur auf menschliche Überlieferung stützen und sich auf die Elementarmächte der Welt, nicht auf Christus berufen.» (vgl. Mt 24,11-13f; Lk 21,8; Phil 3,18-20; Gal 1,6-9; 2Petr 2,1-3 usw.)
Unsere Epoche ist ein Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte. Die Politiker, die vom Ausmaß der sich abzeichnenden Katastrophen überfordert sind, vereinen sich ganz massiv auf losem Sand, um ihre Macht dem Sohn des Verderbens zu übergeben, der alles vernünftig regeln soll. Und dieser Usurpator wird sich zu seiner Zeit allen Menschen offenbaren. Alle, die (ostentativ) aus Angst, Feigheit, Bosheit sein Kennzeichen tragen (vgl. Offb 13,17), um zu kaufen oder
zu verkaufen, werden von
Panik ergriffen werden... Die Verführung wird planetarische Ausmaße annehmen und Verwüstungen verursachen, selbst inmitten der Kirche, die mehr als je zuvor Prüfungen ausgesetzt ist. Die treue Kirche wird jedoch weiterhin demütig in der Liebe zu Gott und in der Wahrheit wachsen, während der Türhüter, der Papst, wachsam, klug und vorsichtig bleibt. Der Wächter soll sich dem Wunsch des Herrn entsprechend (vgl. Mk 13,33f) ganz besonders vorsehen. Er soll keine zweifelhaften Wege betreten und die Reinheit der heiligen Lehre unversehrt bewahren, ohne Vermischungen und ohne Falsch. Die gesamte Kirche ist berufen, zu wachen und die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die gesamte Kirche ist berufen, die Interventionen der Friedenskönigin in unserer Zeit zu erkennen,
bevor das große, sichtbare Zeichen erscheint, das sozusagen die Lage jedes einzelnen Menschen auf der Erde besiegelt. Wer sich dann bekehrt haben wird oder im Glauben ausgeharrt hat, wird in einer unermesslichen Freude sein, während die anderen, die starrköpfig Böses getan haben, voller Grauen vor dem Los stehen, das ihnen vorbehalten ist. Wir leben in einer Zeit, in der uns Gott Gnaden schenkt, durch die er uns helfen will, zu verstehen, zu sehen und umzukehren. Wir sollen mutig auf die finstere Welt und den dunklen Weg schauen; ihm nähert sich die Welt durch ihren Glaubensabfall, aber auch durch ihren Hochmut und das Böse, das sie durch die schändlichen Gesetze, die wir alle kennen, verbreitet. Wir leben in einer Zeit der Entscheidung für Gott, für seine Liebe, für die Liebe zur Wahrheit, zum Leben, zur Gerechtigkeit und zum Frieden. Jeder Mensch ist aufgerufen, den Heiligen Geist, den Tröster und Erleuchter, auf sich herabzurufen. Durch die Kirche kommt dieser Geist im Glauben auf alle, die ihn aufnehmen, überreich herab.
Nach der Zeit der schmerzlichen Geburtswehen wird alles im Heiligen Geist erneuert sein. Es wird eine Zeit kommen, in der Jesus Christus im Herzen und im Geist all derer herrschen wird, die Gott gerettet hat.
Seien wir gemeinsam mit Maria Wächter, die von Glaube, Freude, Liebe und Hoffnung erfüllt sind.
Jacques Magnan
Anmerkung:
1. In der Heiligen Schrift werden mehrere griechische Worte mit «wachen» oder «wachsam» übersetzt: Nicht schlafen (grègoreô) vgl. Mt 26,38; 40; Mk 14,34,37; Lk 9,32; 1Thess 5,10; Nicht eingeschlafen sein (agr-hypneô) 2Kor 6,5; 11,27: Eph 6,18 usw. Andere Ausdrücke wie «sich vorsehen» (blepô) Mt 24,4 oder «seht euch vor» (blepete) wie in Mk 13,33 akzentuieren das erste Wort noch. Wachen heißt: Nicht schlafen; das, was geschieht, aufmerksam betrachten – in unserem Umfeld, in unserer Welt, in unserer Zeit. Es wäre sehr vermessen, wenn wir die Mahnungen unseres Herrn Jesus Christus nicht wirklich ernst nehmen würden. Der Mensch, der im Glauben wacht, sieht die Gefahr kommen und warnt die
anderen, damit ihr alle entkommen und an einen sicheren Ort gelangen. Meine Artikel und Bücher sind ein Zeugnis für diese und die kommenden Generationen. Die Muttergottes ist ein sicherer Ort, sie ist die Arche des Heils, die uns ins
Paradies führt.
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