San Nicolas – Argentinien

Krönung der Jungfrau Maria vor 550 000 Menschen

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26 Jahre nach Beginn der Verehrung der Jungfrau vom Rosenkranz in der Stadt San Nicolas de los Arroyos kamen die Pilger, um die Mutter Gottes zu verehren.

 

Der Rhythmus der Wallfahrt von San Nicolas wird vom Jahrestag der ersten Erscheinung am 25. September 1983 und daher auch vom 25. eines jeden Monats geprägt. Diesem Festtag ging eine Novene voran, die mit der Prozession abgeschlossen wurde. Anschließend wurde ein feierliches Hochamt gefeiert.
Auch dieses Mal begleitete eine unermesslich große Pilgerschar die Jungfrau vom Rosenkranz von San Nicolas, deren Statue, die von Papst Leo XIII. 1884 in Rom gesegnet worden war, nun gekrönt werden sollte.
Die Sicherheitskräfte der Stadt und der Polizei schätzten, dass 550.000 Pilger anwesend waren.
Zwei Stunden vor Beginn der Prozession bildeten die­jenigen, die zum Baldachin wollten, unter dem die Muttergottes stand, eine lange Schlange. Luis Cabrera aus Tablada, 69 Jahre alt, bildete das Schlusslicht der Reihe. Er ist Arbeiter im Versorgungsamt gewesen: «Ich bin im Ruhestand und bekomme jetzt Geld ohne zu arbeiten», sagt er. «Am 25. Juni 2005 bin ich zum Heiligtum gekommen und am 12. Juli hat mein Ruhestand begonnen. Seitdem komme ich, wenn es mir möglich ist, um zu danken.»
Unablässig kommen und gehen Menschen zum Heiligtum. Miriam Chevalier, 40 Jahre alt, ist in einem Unternehmen angestellt, das Seife produziert. Sie ist aus der Pfarre von Mantanza gekommen, die mit vier Autobussen anreiste. Ihr Mann und ihre Söhne begleiten sie: Uriel ist acht Jahre alt und Lucio ist fünf. «Sie sind beide ein Wunder der Muttergottes, denn vorher hatte ich meine Kinder während der Schwangerschaft immer verloren», sagt sie uns.
Im Vorgarten des Hauses von Gladys Motta, die 1983 dem damaligen Bischof von San Nicolas mitteilte, dass sie die Muttergottes gesehen habe, hinterlassen viele einen Zettel mit einer Bitte: «Muttergottes, ich bitte dich, dass der kleine Julian, der unterwegs ist, auf möglichst gute Weise zur Welt kommt», kann man auf einem dieser Zettel lesen.
Teresa Lalor de Paz erinnert sich an ihre Schwiegermutter, Lia Paz, die vor zwei Jahren starb. Sie hatte Hunderte Pilgerfahrten der Sklaven Mariens organisiert. Sie sprach von der Krönung der Jungfrau Maria mit fast unhörbarer Stimme. Ganz nahe beim Heiligtum wächst ein Baum, den sie vom Balkon ihrer Wohnung im nördlichen Stadtviertel dorthin verpflanzte.
Auf der Straße steht mitten unter den Menschen der Bischof von San Nicolas, Mgr. Hector Cardelli. Er sagt zur Tageszeitung La Nacion, dass die Krönung «eine Antwort auf die Bitte des Volkes ist» und gibt an, dass er Tausende Briefe und Mails erhalten habe.
Die Krönung hat in der Kirche großen symbolischen Wert. Damit eine Statue gekrönt wird, muss sie eine wichtige Bedeutung für den jeweiligen Ort haben.


Tücher und Blütenblätter

Unter Gesängen wurde die Statue der Muttergottes in einer Prozession durch die Straßen und über zwanzig Kreuzungen (insgesamt 2 km) getragen. Als sie am Erscheinungsort ankam (hinter der Basilika) und in die Tücher schwenkende Menschenmenge eintauchte, hielt die achtjährige Sophia Cabrera Rosen in den Händen, die ihre Großmutter, Sophia Marinez, ihr gegeben hatte.
Zehn Bischöfe und Dutzende Priester feierten die Messe in Konzelebration unter freiem Himmel.
Um 16.30 Uhr wurde der Statue während der Messe die Krone aufgesetzt. Mehr als 600.000 Menschen hatten bei ihrer Rundreise durch das ganze Land mit Hand angelegt (durch einen «Meißelschlag») oder Schmückstücke für ihre Fertigstellung geschenkt. Das goldene Kreuz war von Benedikt XVI. anlässlich des ad limina Besuches der argentinischen Bischöfe in Rom gesegnet worden. Bischof Cardelli sagte zur Muttergottes, dass die Menschen durch die Krönung auf sichtbare Weise «in deinem Sohn den König des Universums anerkennen». Dann zog der Goldschmied Juan Carlos Pallarols, der die Statue angefertigt hatte, die Schrauben an. Mehrere Luftballons mit der argentinischen Fahne stiegen in den Himmel auf und es wurde kräftig applaudiert.
Aus dem ganzen Land wurden Gaben zum Altar gebracht. Aus Cordoba wurden «tausend gebetete Rosenkränze» gebracht, aus San Juan Messwein, aus Mar del Plata Sardellen, aus Tapiales Lebensmittel, aus Tucuman Zuckerenten und Kristalleuchter. Es kamen auch Menschen aus anderen Ländern. Der Peruaner Omar Vilela, der auf dem Bau in La Plata arbeitet, versprach, an jedem 25. im Monat zu kommen: «Sie hat mich aus der Tiefe des Brunnens gezogen und mir eine neue Möglichkeit aufgetan».
Die Nationalhymne wurde gesungen. Unter einem wahren Blütenregen wurde die Statue der Muttergottes wieder zum Heiligtum zurückgebracht. Der Himmel verdunkelte sich und es begann zu regnen. «Wir kehren mit einem Segen heim», sagten einige Pilger aus Santa Fe.
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In San Nicolas hat Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz die Herzen der Menschen erobert

Der Bischof von San Nicolas, Mgr Castagna, sagte in der Predigt, die er bei seiner ersten Teilnahme an dieser monatlichen Feier am 25. März 1986, gehalten hatte: «Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz hat in Gestalt ihrer alten und schönen Statue die Herzen von vielen Menschen erobert.
Durch Maria spendet Gott unzählige Gnaden, die nicht weniger werden, sondern sich durch die göttliche Vorsehung immer weiter zu vermehren scheinen. Der außerordentliche Zustrom der Pilger konzentriert sich auf die geweihte Statue an diesem schlichten Ort in unserer privilegierten Stadt San Nicolas.»
Unzählig viele Menschen empfangen das Bußsakrament. Das ganze Jahr über werden Priester aus verschiedenen Diözesen des Landes ausdrücklich eingeladen, um den Pilgern das Bußsakrament zu spenden.
Anfangs kamen 100.000 Personen zur Prozession, aber die Zahl der Gläubigen steigt von Jahr zu Jahr.
Zwanzig Millionen Pilger besuchen jedes Jahr die verschiedenen Marienheiligtümer in Argentinien, zwei Millionen kommen nach San Nicolas.


Gladys

Die Seherin Gladys empfängt noch immer täglich Botschaften von der Muttergottes und zweimal monatlich Botschaften von Jesus.
Sie übermittelt sie regelmäßig Bischof Cardelli. Seit ungefähr sechs Jahren verlässt sie ihr Haus nicht mehr.
Die verschiedenen Operationen an ihrer Wirbelsäule haben sie geschwächt. Die langen Behandlungen mit Antibiotika und Schmerzmitteln haben ihren Magen und ihren Darm angegriffen. Sie kann daher während der österlichen Bußzeit nicht fasten. Im November 1983 hatte die Muttergottes sie zum Fasten aufgefordert. (Während der Fastenzeit, die 40 Tage dauert, verlor Gladys den Geruchsinn und sie hatte keinen Appetit. Maria hatte ihr gesagt: «Der Heilige Geist nährt dich».
Jetzt hat die Muttergottes sie gebeten, Jesus auf eine andere Weise zu begleiten, da sie aufgrund ihrer Gesundheit nicht mehr fasten kann.
Während der Fastenzeit durchleidet sie an den Freitagen noch die Passion, besonders intensiv am Karfreitag, wo sie ihr Bett nicht verlassen kann. Ihre Stigmata sind jedoch «unsichtbar»; man sieht weder Wundmale, noch den Austritt von Blut.
Gladys ist sehr sympathisch und jovial; sie möchte weder fotografiert, noch interviewt werden. Sie lebt im Frieden, so wie es der Herr will.
Sie hat fünf Enkelinnen, die alle Maria heißen: Maria Lucrecia (29 Jahre), Maria Luján (24 Jahre), Maria Crescencia und Maria Belén (beide 23 Jahre) und Maria Valentina, die 11 Jahre alt ist.
Die Pilger werfen Zettel mit ihren Gebetsanliegen über das Tor vor ihrem Haus. Alle würden sie gerne treffen, aber Gladys ist sehr diskret. Die Pilger sind glücklich, wenn sie Gladys sehen oder ihr einen Gruß zuwinken können.
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