Jesus an Léandre Lachance: «Meinen Auserwählten zur Freude»

Der Herr beruft uns zur Fruchtbarkeit

Christian Parmantier

=> MARIA HEUTE 462 INHALT

> Literatur von Léandre Lachance

Wir setzen unser Gespräch mit dem Kanadier Léandre Lachance, dem von Gott inspirierten Verfasser der Bücher «Meinen Auserwählten zur Freude», fort. Nachdem Léandre sein Leben als Geschäftsmann skizziert hat, führt er uns nun zu seinem erstaunlichen Charisma und zeigt uns, wie es sich entfaltet hat.

 

Léandre, können Sie uns sagen, wie es bei Ihnen zu dieser eingegebenen Schrift gekommen ist?
Im Hören auf den Heiligen Geist wurde ich an einem Novembermorgen 1996 inspiriert, einen Stift zu nehmen und zu schreiben, obwohl ich außer drei Worten nichts zu sagen hatte: «Mein geliebtes Kind». Ich hatte in der Charismatischen Erneuerungsbewegung gelernt, dass «mein geliebtes Kind» oft der Anfang einer Prophezeiung ist. Ich glaubte, dass der Herr mir eine Prophezeiung geben wollte und den Wunsch hatte, dass ich sie niederschreibe, um mich daran zu erinnern. Da stieg eine Sorge in mir hoch: Werde ich fähig sein, sie korrekt zu schreiben, ohne etwas daran zu entstellen? Ich wusste, dass ich Seine Inspiration durch meinen Verstand, meinen Willen entstellen könnte. Ich sah es als meine Pflicht an, meinen Verstand und meine mentale Verfassung beiseite zu lassen und einzig das zu schreiben, was ich im Herzen hatte, ohne zu filtern, ob das einen Sinn hatte oder nicht. Wenn mir als nächstes Wort, nachdem ich «mein geliebtes Kind» geschrieben habe, das Wort «Tisch» kommen würde, werde ich «Tisch» schreiben. Dann würde es heißen «mein geliebtes Kind Tisch»... In der ersten Botschaft, die auch der Anfang des ersten Buches ist, heißt es: «ich will, dass du dein Heft bewahrst... ich habe dir vieles zu sagen...».

Empfangen Sie die Botschaften durch Inspiration oder durch innere Einsprechung?
Ich schreibe einfach durch Inspiration. Ich habe viel gezweifelt und mir gesagt: Inspiration, Einbildung, Illusion, das liegt ziemlich nahe beieinander. Ich will mich nicht täuschen, um nicht der Einbildung oder der Illusion zu verfallen.
Drei Dinge haben mich bestätigt und mir sehr geholfen, durchzuhalten:
Zuerst der Friede, den ich spürte. Jedesmal wenn ich schrieb, wurde ich von einem sehr tiefen Frieden durchflutet. Wenn ich bemerkte, dass ich solchen Frieden spürte, sagte ich: «Herr, ich werde dir meine Probleme schriftlich unterbreiten und deine Antwort entgegennehmen». Ich unterbreite mein Problem schriftlich, ich schreibe die Antwort und dann hat sich mein Problem verflüchtigt, so als würde es nicht mehr existieren! Ich bin während des Schreibens sogar eingeschlafen, weil ich so sehr in Frieden getaucht war.
Und zweitens: In dem Augenblick, in dem ich schrieb, schien mir das mehr oder weniger wichtig zu sein. Wenn ich es wieder durchlese, mache ich erst die eigentlichen Entdeckungen. Das geschieht jetzt noch mehr als früher. Wenn ich es wieder durchlese, fühle ich mich wieder näher daran als in der Vergangenheit. Ich weiß, dass es für sehr viele Leserinnen und Leser auch so ist. Das hat man mir bestätigt.
Drittens: Da ich nicht das Glück hatte, die Schule lange zu besuchen, war ich mir der französischen Sprache immer etwas unsicher und ich hatte mich immer geweigert, zu schreiben. Ich hatte immer gedacht, dass ich in dieser Hinsicht kein Talent habe. Mathematik, ja, das kann ich. Aber Schreiben, nein. Manchmal habe ich meiner Sekretärin Entwürfe für Briefe gegeben, auf denen genauso viel durchgestrichen wie geschrieben war, weil ich mit meinen Sätzen nicht zufrieden war und sie verbessern wollte. Aber hier floß das Geschriebene einfach aus der Feder. In keinem Heft ist etwas durchgestrichen. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht ein paar kleine Fehler in meinem französisch gäbe! Ich kenne mich da nicht aus.
Das Schreiben hat angedauert. Ich glaubte, dass ich diese Niederschriften abschreiben lassen sollte, um sie zu konservieren. Dann wurde mir eingegeben zu schreiben: «Sei genauso bereit, diese Schriften aus der Hand zu geben, wie du bereit warst, sie niederzuschreiben; fotokopiere sie». Noch ziemlich schüchtern begann ich, sie zu verteilen. Die Leute sagten mir: «O, das hat mein Herz berührt...»
Ich wusste, dass ich einen geistlichen Begleiter brauchte. Ich kannte viele gute Priester, die sich für den Glauben engagierten und sowohl für die Charismatische Erneuerungsbewegung als auch für Privatoffenbarungen offen waren. Mein Problem bestand darin, nicht zu wissen, wen Jesus wollte. Da habe ich ihn gefragt. Zu meiner großen Überraschung stellte er einen heiligmäßigen, schwarzen Priester auf meinen Weg, der in Sherbrooke an seiner Doktorarbeit schrieb. Er hat mich sehr gut begleitet. Später hat er mir gesagt, dass er gegen Privatoffenbarungen eingestellt war, bevor er mich kannte. Er hat fünf Jahre lang ein Gebetshaus in Kinshasa geleitet und die Bücher verwendet, um seine Unter­weisungen vorzubereiten. Bei unserer letzten Begegnung sagte er mir, dass er seine Gemeinschaft gerne fragen möchte, ob sie sich mit aller zur Verfügung stehenden Zeit für «Das Werk der Auserwählten Jesu» einsetzen und diese Bücher in Afrika bekannt machen will. Derzeit begleitet mich Abbé Guy Giroux.
Schließlich gelangten diese Niederschriften in die Hände eines Verlegers. Er sagte mir: «Das muss man veröffentlichen, es ist ungemein reichhaltig». Daraufhin fragte ich ihn: «Muss mein Name erscheinen? Man könnte doch ein Pseudonym wählen.» «Ja, das ist deine Entscheidung.» Daraufhin habe ich den Herrn schriftlich gefragt – Sie lesen es im ersten Band – «Muss mein Name da auftauchen?» Ich hatte keinerlei inspirierte Antwort.
Andererseits dachte ich, dass die Botschaft und nicht der Bote wichtig ist. Ich wollte mir ein Pseudonym zulegen, ohne dabei zu lügen: Joseph Antoine. Mein voller Name lautet nämlich Joseph Antoine Léandre. Aber niemand kennt mich unter dem Namen Joseph Antoine. Und drei Monate später wurde ich täglich inspiriert zu schrei­ben: «Dein Name ist nicht von Bedeutung. Was ich durch dich tue, kann ich durch jedes meiner Erdenkinder wirken, die mir ihr JA geben und mir Handlungsfreiheit in ihrem Leben schenken. Aber ich wirke gerne durch genau identifizierbare Menschen! Betrachte die Menschen, die ich auf deinem Glaubensweg an deine Seite gestellt habe. Man kann sie alle genau identifizieren. Du wirst darunter leiden, aber ich will, dass dein Name erscheint.» Da habe ich es akzeptiert.

Und Sie haben Ihr erstes Buch unter Ihrem eigenen Namen veröffentlicht.
Um Ihnen meinen inneren Zustand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung etwas näher zu bringen, kann ich Ihnen sagen, dass ich wusste, dass es von Seiten meiner Frau keine Schwierigkeiten geben würde; sie fand es interessant, morgens aufzuwachen und zu erfahren, was ich in der Nacht geschrieben hatte. Aber von Seiten meiner Kinder fürchtete ich doch einiges. Die beiden Ältesten wussten, dass ich schrieb, die anderen wussten es jedoch nicht.
Keiner von ihnen hatte mit­bekommen, dass von einer bevorstehenden Veröffentlichung gesprochen worden war. Ich wartete ab, bis ich das Buch in Händen hielt und gleich darauf gab ich jedem meiner fünf Kinder ein Exemplar und sagte ihnen: «Dieses Buch ist soeben erschienen, ich habe nicht den Eindruck, dass ich es geschrieben habe. Andererseits war es meine Hand und mein Name steht da. Es ist sehr gut möglich, dass dich in naher Zukunft Leute ansprechen und sagen: “Mit zunehmenden Alter ist dein Vater verrückt geworden. Er ist so verrückt, dass er meint, der Herr spricht zu ihm!”. Dann kannst du dieser Person erwidern: “Ich bin auf dem Laufenden; er hat es mir gesagt”». Aber es hat bei den Kindern auch nicht wirklich Probleme gegeben, allerdings auch keine Begeisterung!

Sind Ihre Kinder alle gläubig?
Ja. Gott sei Dank; wir haben sie schon ganz früh dem Herrn geschenkt. Wir haben für sie gebetet. Sie haben alle katholisch geheiratet. Unsere sechzehn Enkelkinder sind getauft, die meisten praktizieren ihren Glauben regelmäßig, einige eher gelegentlich. Der Herr kümmert sich darum. Jedesmal, wenn wir sie besuchen, stellen wir fest, dass sie die Gewohnheit haben, zu den Mahlzeiten zu beten. Die Kinder, die Eltern und die Enkelkinder fassen sich an den Händen und singen den Tischsegen, das benedicite. Die schönste Gnade, die der Herr uns geschenkt hat, besteht darin, dass sich keines der Ehepaare getrennt hat, obwohl sie schon zwischen fünfzehn und siebenundzwanzig Jahren verheiratet sind. Wenn wir die Temperamente und die Charaktere betrachten, hätten einige von ihnen alles, was man für eine Trennung braucht... Es ist der Herr, der sie in seiner Liebe bewahrt hat. Die ganze Ewigkeit wird nicht reichen, um Ihm zu danken.

Haben sich die Bücher «von alleine» verteilt?
Der Verleger wollte eine große Werbekampagne für die Neuerscheinungen machen. Ich habe gebetet und dann habe ich Nein gesagt. Der Herr kann sehr gut selber die Werbetrommel schlagen. Ich habe den Verleger autorisiert, Lesezeichen zu drucken und anzugeben, wo das Buch erhältlich ist und wieviel es kostet. Das hat er dann auch getan. Ein Beweis der Fruchtbarkeit ist, dass es heute ungefähr siebzigtausend Bücher davon in der ganzen Welt gibt. Sie wurden auf englisch, deutsch, italienisch, portugiesisch, spanisch, lettisch übersetzt. Diesen Sommer wurde ich für eine Woche nach Lettland eingeladen. Mir wurde berichtet, dass die Bücher den Kardinal begeistern und durch seine Mitwirkung gedruckt und verteilt wurden. Ich verstehe es nicht, es übersteigt mich, es ist Sein Werk.
Der Herr hat Menschen auf meinen Weg gestellt. Eine Dame hat, ausgehend von diesen Büchern, siebenundzwanzig Lieder auf zwei Alben aufgenommen. Eine andere hat vierhundert Gedanken, als Auszüge aus diesen Bänden zusammengestellt. Diese Gedanken stehen auch im Internet1. Dadurch scheint viel Gutes zu geschehen.
Außerdem wurde mir bewusst, dass der Herr alles geschenkt hat, was man für Exerzitien braucht. Mit den CD, den Liedern, den Gedanken... ist alles da. Und ich brauche nichts vorzubereiten. So führt Er mich. Von Anfang an hat Er mir gesagt: «Ich führe dich im nackten Glauben». Und das stimmt. Wenn die Leute mir sagen: «Du bist ein Glückskind, der Herr spricht zu dir – zu mir spricht Er nicht... Ich würde gerne wissen, was Er von mir erwartet. Würdest du ihn fragen?», dann antworte ich: «Ja, ich kann ihn fragen. Aber wenn Er dir eine Antwort gäbe, würde Er es nicht so machen wie bei mir, denn mir sagt Er es nicht.» Nach dem Erscheinen des ersten Buches habe ich ihn gefragt (das steht zu Beginn des zweiten Bandes): «Das Buch ist gerade erschienen, was sollen wir jetzt damit machen?» Und die Antwort lautete: «Ich kenne dich, du organisierst so überaus gerne und wenn du wüsstest, was ich tun werde, würdest du dich einmischen und mir schaden. Deshalb sage ich es dir nicht. So bist du verpflichtet, mich alles zu fragen. In diesen Augenblicken bist du mir am meisten nützlich.»
Ich habe den Eindruck, in einem Wagen zu fahren; manchmal tauchen Lichter auf, durch die es mir möglich ist, voran zu kommen, ohne aber zu sehen, wohin ich fahre. Und manchmal habe ich den Eindruck, als wäre ein Karton auf der Windschutzscheibe und wenn ich in den Rückspiegel schaue, entdecke ich die Wunder, die gerade Wirklichkeit geworden sind.
Es ist wirklich Er, der die Herzen berührt, ich erhalte viele Zeugnisse; er hat alles vorbereitet. Ich spüre wirklich Seine Fruchtbarkeit; es ist Sein eigenes Werk. Ich denke, dass mir die ganze Ewigkeit nicht reichen wird, um ihm zu danken.
Was der Herr in mir wirkt, wirkt Er auch in dir und Er wirkt es durch alle Menschen. Wer hat im Gebet noch keine Inspiration vom Herrn empfangen? Für mich ist es die wohltuende Konsequenz der wirkenden Macht Jesu in der Eucharistie; es ist wichtig, sich von Seiner Gegenwart zu nähren, um immer inniger mit ihm vertraut zu sein und dadurch immer mehr von ihm inspiriert zu werden. Er hat mich zum Schreiben inspiriert, wie Er mich auch inspiriert, wenn ich Exerzitien halten soll. Im Vorwort des ersten Bandes heißt es: «Alles, was ich in dir wirke, werde ich auch durch alle Leser und Leserinnen wirken, die mir ihre Zustimmung geben». Und Er tut es.
Ich habe Hunderte, Tausende Bestätigungen erhalten. Für mich ist es das Zeichen der Gnadenzeit, die wir erleben, um die Welt umzugestalten, damit sich Sein Liebesplan auf dieser Erde verwirklichen kann. Das Gebet, das uns Jesus vor zweitausend Jahren hinterlassen hat: «Dein Reich komme, dein Wille geschehe», ist noch nicht Wirklichkeit geworden; die Liebe muss auf der Erde herrschen. Und damit das geschieht, muss Sein Wille durch die Menschen hindurchgehen. Und das will Er durch alle Menschen tun, die Ihm ihr Ja geben.

Was hat dieses geistliche Abenteuer dem Geschäftsmann, der Sie vorher waren, gebracht?
Durch Meinen Auserwählten zur Freude habe ich nach meinen Erfahrungen als Geschäftsmann und als Ausbilder von Verkäufern eine große Entdeckung gemacht... Ich habe mein Leben lang Erfolg auf der geschäftlichen Ebene gesucht; ich habe Menschen geschult und ausgebildet, mit der Hoffnung, ihnen für ihren eigenen Erfolg behilflich zu sein. Auf meinem Glaubensweg habe ich mich oft gefragt: Ist Erfolg in Gottes Augen wichtig? Ich litt darunter, denn ich hatte keine Antwort darauf. Und plötzlich entdeckte ich, dass der Herr uns zur Fruchtbarkeit beruft, während wir selber den Erfolg und die Wirksamkeit suchen!
Wenn ich von meiner eigenen Erfahrung und meinem eigenen Erleben ausgehe, ist der Erfolg das Handeln eines Menschen mit Gottes Hilfe. Ohne Seine Hilfe können wir nichts vollbringen. Gott aber beruft uns zur Fruchtbarkeit. Fruchtbarkeit ist das Handeln Gottes mit Hilfe des Menschen. Wenn ich mich bildlich ausdrücke, erfordert Erfolg zwei Meter Anstrengung, um zehn Zentimeter Erfolg zu bekommen. Bei der Fruchtbarkeit ist es genau umgekehrt.
Ich bin immer mehr Zeuge von Gottes Handeln. Er hat alle Personen, die ich brauchte, auf meinen Weg gestellt. Er hat alles vorgesehen, aber er hat mir aufgetragen, im nackten Glauben zu handeln, denn weder der Herr, noch die Muttergottes sind mir je erschienen. Ich hätte das gerne gehabt!
(Fortsetzung folgt)


 

Anmerkung:
1. www.choisisdejesus.org

Literatur:
«Der Weg zum Glück in Ehe und Familie» Léandre Lachance, 60 Seiten, 14,5x22 cm, Euro 7.– CHF 11.–
«Meinen Auserwählten zur Freude» (Band 1), Botschaften Jesu an Léandre Lachance, 352 Seiten, 14,5x22 cm, Euro 18.– CHF 27.–
«Meinen Auserwählten zur Freude» (Band 2), Botschaften Jesu an Léandre Lachance, 184 Seiten, 14,5x22 cm, Euro 16.– CHF 24.–
«Meinen Auserwählten zur Freude» (Band 3), Botschaften Jesu an Léandre Lachance, 208 Seiten, 14,5x22 cm, Euro 16.– CHF 24.–

 

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