Die Gospa zeigt uns den Weg der Heiligkeit

Gespräch mit der Seherin Ivanka Elez-Ivankovic

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Du hattest vier Jahre lang tägliche Erscheinungen, danach hörte diese Erwartung eines großen Ereignisses, das dein Leben bestimmte, auf. Ich möchte dich fragen, ob es ungewöhnlich war, wenn die Zeit der Erscheinung kam und du wusstest, dass die Gospa nicht kommen wird?
Ivanka: Es war schwer anzunehmen, dass mir die Gospa nicht mehr jeden Tag erscheinen wird, so wie sie es bis zum 7. Mai 1985 getan hat. Man kann dieses Gefühl der Leere, das mich lange begleitete, vor allem, wenn die Zeit der Erscheinung kam und ich wusste, dass die Gospa nicht kommen wird, nicht ausdrücken. Durch das Gebet begreift man dann doch, dass es der Wille Gottes ist, und dass es so sein soll. Bei der letzten täglichen Erscheinung hat mir die Gospa gesagt: «Sei nicht traurig, denn ich werde an jedem Jahrestag kommen – außer an diesem. Mein Kind, denk nicht, dass du etwas falsch gemacht hast und dass ich deshalb nicht mehr kommen werde. Nein, es war nicht so. Die Pläne, die mein Sohn und ich hatten, hast du aus ganzem Herzen angenommen und ausgeführt. Sei glücklich, denn ich bin deine Mutter, die dich aus ganzem Herzen liebt. Ivanka, danke, dass du dem Ruf meines Sohnes gefolgt bist und ausdauernd warst, dass du immer bei ihm warst und so lange geblieben bist, so lange er das von dir verlangte!» Zu der Zeit, zu der die Gospa früher erschienen ist, bete ich mit meiner Familie täglich den Rosenkranz und danke für alle Gnaden und Gaben, die ich, meine Familie, unsere Pfarre und die ganze Welt bekommen haben.

Sind die jährlichen Erscheinungen anders als die täglichen?
Ivanka: Die jährlichen Erscheinungen sind gleich wie die täglichen, die ich bis zum 7. Mai 1985 hatte. Die Gospa kommt auf die gleiche Weise, sie ist gleich schön und freudig. Sie grüßt mich mit «Gelobt sei Jesus!» und gibt mir die Botschaft. Bevor ich die Gospa sehe, leuchtet dreimal ein starkes Licht auf. Wir beten gemeinsam und sie gibt mir ihren mütterlichen Segen. Bei der Erscheinung am Jahrestag trägt sie immer das gleiche Gewand. Es schaut so aus, wie ich es nach der letzten regelmäßigen Erscheinung beschrieben habe: Die Ränder ihres Kleides, der Schleier und die Krone glitzern in Silber und Gold.

Die Gospa hat dir ihr Leben erzählt. Hat sie das schon beendet? Wann wird es veröffentlicht werden?
Ivanka: Auch voriges Jahr bei der Erscheinung der Königin des Friedens hat sie mir aus ihrem Leben erzählt. Das heißt, dass es noch nicht vollendet ist. Wie lange es dauern wird, weiß ich nicht.

Wie bereitest du dich auf die jährliche Erscheinung vor?
Ivanka: Die Vorbereitung dauert ein ganzes Jahr, das heißt, seit dem 26. Juni vorigen Jahres. Ich bereite mich im Gebet und im täglichen Leben vor.
15 Tage vor dem Jahrestag beginne ich zu fasten und lange zu beten. Je näher der Tag der Erscheinung kommt, desto größer ist meine Sehnsucht, die Gospa zu sehen. Dann empfinde ich einen Augenblick wie ein ganzes Jahr. Die Tage vergehen sehr langsam.

Sprichst du mit der Gospa auch über dein Privatleben?
Ivanka: Nein, ich habe die Gospa bei den Erscheinungen nie um etwas gebeten, was sich auf mein eigenes Leben bezieht. Denn bei der Erscheinung schenkt sie so viel, dass es unpassend wäre, etwas für sich zu verlangen.

Mirjana, Jakob und du, ihr habt zehn Geheimnisse von der Gospa bekommen. Beziehen sie sich auf die Zukunft der Welt oder gibt es ein Geheimnis, das dein Leben betrifft?
Ivanka: Alle Geheimnisse, die ich bekommen habe, betreffen die Zukunft der Welt. Das dritte Geheimnis ist das Zeichen, das die Gospa auf dem Erscheinungsberg hinterlassen wird. Es wird dauerhaft, sichtbar und unzerstörbar sein.

Hast du es gesehen?
Ivanka: Ich habe das Zeichen gesehen und weiß, wann es kommen wird. Wir sollen aber nicht auf diesen Tag warten, sondern täglich umkehren, täglich die Botschaften der Gospa, die sie schon seit 27 Jahren an uns richtet, leben. Es genügt, der Gospa das Herz zu öffnen, alles Übrige wird sie tun. Der Mensch, der weit weg von Gott lebt, denkt, dass das Ziel des Lebens im Materiellen besteht. Er will so viel wie möglich haben und erreichen. Die Gospa aber möchte uns zu ihrem Sohn Jesus führen. Ohne das offene Herz, das Gebet, die Busse und das Fasten kann man das nicht erreichen. Wir müssen begreifen, wie viele Gnaden wir haben, weil sich hier jeden Tag der Himmel öffnet und die Muttergottes kommt. Sie möchte uns auf den Weg der Heiligkeit führen. Die Gospa ist mit uns, weil sie uns zeigen möchte, dass das Ziel unseres Lebens der Himmel, das ewige Leben, ist. Schon zu Beginn der Erscheinungen habe ich dieses ewige Leben gesehen, als die Königin des Friedens mir erlaubte, meine Mutter, die einen Monat vor dem Beginn der Erscheinungen gestorben war, zu sehen.

Du und Mirjana, ihr seid am 24. Juni 1981 am Weg beim Podbrdo spazieren gegangen, als du die Frau mit dem Kind erblickt hast. Was hast du dir dabei gedacht?
Ivanka: Zuerst hatte ich schreckliche Angst, aber trotz dieser Angst dachte ich in meinem Herzen, dass sie die Gospa ist, und ich habe das auch Mirjana sofort gesagt. Wir sind davongelaufen, aber wir sind dann schnell wieder zurückgekommen und haben die Gospa wieder gesehen. Vom 25. Juni an ist die Gospa Mirjana, Vicka, Ivan, Marija, Jakov und mir erschienen.

Die Erscheinungen dauern schon 27 Jahre. Für einige ist das ein Grund, an ihrer Echtheit zu zweifeln. Hast du die Gospa schon einmal gefragt, warum sie so lange erscheint?
Ivanka: Am Anfang haben wir sie gefragt, wie lange sie kommen wird, weil uns andere dazu überredet haben. Darauf hat die Gospa geantwortet: «Bin ich euch schon langweilig geworden?» Seither haben wir ihr nie mehr eine ähnliche Frage gestellt. Wenn man über die Zeit und die Anzahl der Erscheinungen der Gospa in Medjugorje spricht, möchte ich sagen, dass der liebe Gott und Maria, die uns unendlich lieben, wissen, was wir brauchen. Es gibt so viele Menschen mit einem Herzen aus Eis, es gibt in der Welt so viel Sünde und so viel Böses, dass uns die Beharrlichkeit Gottes und die Geduld der Muttergottes nicht zu wundern brauchen. Die Gospa hat öfter gesagt, dass sie mit uns ist, weil es ihr Gott erlaubt hat, und dass sie so lange bleiben wird, wie Er es ihr erlaubt.

Und die Früchte von Medjugorje?
Ivanka: Darüber können andere sprechen, zum Beispiel die Priester, die stundenlang in unserer Kirche und in den Beichtstühlen neben der Kirche oder draußen Beichte hören. Durch die Begegnung mit Pilgern habe ich viele Zeugnisse über Bekehrungen und über geistige und körperliche Heilungen auf die Fürsprache der Königin des Friedens gehört. Der Mensch fühlt sich hier anders, er bekommt den Wunsch, sein Leben zu ändern.
Als ich einmal bei einem Gebetstreffen in Sizilien war, lernte ich einen 22- jährigen jungen Mann kennen, der Krebs hatte. Er war schwer krank und wollte Medjugorje erleben. Seine Eltern, seine Braut und ich fuhren gemeinsam mit dem Auto nach Medjugorje. Er war bei der heiligen Messe in der Kirche, dann ging er auf den Krizevac und war glücklich wie ein kleines Kind.
Er hat ständig geweint, er konnte die Tränen nicht zurückhalten. Während dieser Tage hat er sich völlig verändert, er bekam einen Frieden geschenkt, von dem er nicht einmal wusste, dass es ihn gibt. Dann kehrte er nach Hause zurück und starb sieben Tage später.
Nach einiger Zeit haben mir seine Eltern geschrieben, was ihnen diese Tage in Medjugorje mit ihrem Sohn bedeutet haben. Sie haben seinen Tod schwer verkraftet, aber sie haben begriffen, was Gott von ihnen wünscht. Sie haben ihr ganzes Leben geändert, haben gebeichtet und begonnen, zu beten und in die Kirche zu gehen ...
Sie haben das wahre Ziel unseres Lebens auf dieser Welt begriffen. Der Großvater des jungen Mannes, der sechzig Jahre lang nicht mehr bei der Beichte war und der Gott jahrelang überhaupt nicht brauchte, hat sich auch verändert. In Wirklichkeit hat sich die ganze Familie verändert. Das sind die Früchte von Medjugorje.
Das zweite Beispiel: Eine Frau aus Amerika hat all ihre Kräfte eingesetzt für die Karriere, für viel Verdienst, für Mode, Schmuck, teure Autos ... Nach einem Verkehrsunfall blieb sie blind. Im Kampf um die Heilung fand sie Gott und wurde Klosterschwester. Sie sagt, dass sie Gott nicht gut genug danken kann für die Gaben, die sie bekommen hat.
Der Mensch muss die Gospa nicht mit den Augen sehen, man muss kein Seher sein, um den Himmel zu sehen. Es ist wichtig, das Herz zu öffnen, mit dem Herzen zu beten. Dazu lädt uns die Gospa unaufhörlich ein.

Jeder Seher betet für ein besonderes Anliegen. Was ist dein Anliegen?
Ivanka: Ich bete täglich für jede Familie auf der Welt, dass sie erkennt, wie sehr sie Gott liebt. Wir alle sehen so viele schwache Ehen und Familien, so viele Scheidungen, so viele verlassene Kinder. Abtreibungen bringen den Tod dort, wo das Leben sein sollte. Deswegen braucht es das ständige und immerwährende Gebet. Bei dieser Gelegenheit bitte ich alle Leser, für die Familien in unserem Ort zu beten.
Auszug aus dem Medjugorje-Heft, Wien Nr. 90, 3. Quartal 2008;
Dieses Gespräch führte Kresimir Sego

 

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