Léandre Lachance

Großpapa, als du mir deinen Schutzengel ausgeliehen hast, habe ich dir geglaubt

Von Christian Parmantier

=> MARIA HEUTE 452 INHALT

> Literatur von Léandre Lachance

Wir setzen unsere Unterhaltung mit Léandre Lachance fort, einem Kanadier und Autor der inspirierten Bücher «Meinen Auserwählten zur Freude». Hier berichtet
Léandre Lachance über seine Beziehung zu seinem Schutzengel. Erheiternd und vorbildhaft!

 

Léandre, welche Beziehung haben Sie zu den Engeln?
Die heiligen Engel haben mir viel geholfen. Sie waren außergewöhnlich in meinem Leben. Ein Zisterzienserpater hat mich auf die heiligen Engel aufmerksam gemacht, indem er sagte: «Wir haben nicht einen Engel, sondern mindestens zwei: einen guten und einen bösen! Die beiden kämpfen darum, uns so nahe wie möglich zu sein. Wenn Du wissen willst, welcher dir am nächsten ist, schau wie Du Dich fühlst. Wenn Du ein fröhlicher Mensch bist, der Frieden hat und glücklich ist, so ist der gute Engel neben dir. Wenn Du traurig und unglücklich bist und alles kritisierst, hat der andere den Platz eingenommen.» So ist mir bewusst geworden, dass wir wenigstens einen guten Engel haben, der nur für uns da ist und den wir ständig einsetzen können. Und wenn wir ihn nicht einsetzen, langweilt er sich.
Bei allen meinen Begegnungen habe ich also den Dienst der heiligen Engel in Anspruch genommen, und ich bitte gern über Mama Maria, indem ich ihr sage: «Du bist die Königin der Engel. Ich bitte Dich, gebiete meinem Engel, sich mit dem Engel von Christian zu treffen, um unsere Begegnung vorzubereiten, gebiete ihm, uns zu erleuchten und die Einheit in den Herzen und den Köpfen zu schaffen.»
Eines Tages nahm ich an einer Ausbildung in Unternehmensleitung teil. Wir hatten Leute, die uns in die Beziehung «Aufsichtsführender - Überprüfter» einführten. Nach ein paar Tagen Unterricht war ein halber Tag der Umsetzung in die Praxis vorbehalten. Als Aufsichtsführender sollte ich einen Überprüften einladen. Der Überprüfte sollte einen Aufsichtsführenden einladen. Am Abend, bevor wir in unsere Zimmer gingen, sprach ich mit einer Person, von der ich wusste, dass sie einen Weg im Glauben geht. Ich vertraute ihr an, in welcher Weise ich die heiligen Engel einsetzte. In diesem Augenblick kam eine dritte Person dazu, die ich nicht kannte. Am nächsten Tag am Mittag, nachdem wir ein Treffen zwischen Aufsichtsführenden und Überprüften gehabt hatten, tauchte diese dritte Person hinter mir auf, legte die Hand auf meine Schulter und rief aus: «Danke, danke, Léandre, Du hast mir den wertvollsten Dienst meines Lebens erwiesen!» «Wieso das?» «Seit sieben Jahren arbeite ich in einem staatlichen, gewerkschaftlich organisierten Unternehmen mit demselben Chef, und ich bin ständig in Streit mit ihm. Ich habe gerade ein Treffen mit meinem Aufsichtsführenden gehabt und mich sehr davor gefürchtet. Und nach dem, was Du mir gesagt hast, bin ich auf dem Weg in mein Zimmer bei der Jungfrau Maria vorbeigegangen und habe sie gebeten, den Schutzengeln zu gebieten. Zum ersten Mal seit sieben Jahren haben wir uns verstanden. Das war so angenehm!»
Zu einem anderen Zeitpunkt begegnete ich einer Dame, die mit einem älteren Mann unverheiratet zusammengelebt hatte, der sie mit drei Kindern verlassen hatte. Sie war mit Hilfe des Buches «Meinen Auserwählten zur Freude» einen bemerkenswerten Weg im Glauben gegangen. Wir haben uns in einem kleinen Wallfahrtsort getroffen und sie sagte mir: «Könnten Sie für mich beten, denn morgen haben wir den Termin am Gericht, bei dem das Sorgerecht für die Kinder geregelt wird. Davor habe ich große Angst.» Ich sagte: «An dieser schönen Stätte wollen wir die Jungfrau Maria bitten, unsere Schutzengel zum Schutzengel des Vaters Deiner Kinder, der Anwälte und der Richter zu schicken und in den Herzen und den Köpfen Einheit zu schaffen.» Am nächsten Tag rief sie mich nachmittags an und sagte: «Es hat sich etwas Unvorstellbares ereignet. Was wir verlangten und was die anderen uns anbieten wollten, entsprach sich derart, dass meine Anwältin gesagt hat: „So etwas habe ich noch nie gesehen! Wenn ich immer so arbeiten könnte... wie angenehm wäre dann meine Arbeit!“»
Der Dienst der Engel war ein sehr bedeutendes Element in meinem Leben. Ich habe entdeckt, dass wir unsere Engel sogar an andere ausleihen können.
Ich habe das mit meinem Enkel ausprobiert, als er seine Großmutter anrief und sie bat:
«Bete für mich, morgen habe ich ein Examen, das mich sehr belastet.»
Sie gab das Telefon an mich weiter. Ich fragte ihn, was ihn so belaste.
«Mein Examen. Es ist sehr wichtig, denn wenn ich es nicht bestehe, ist mein ganzes Jahr im Eimer.»
«In welchem Fach hast Du Dein Examen?»
«In Mathe.»
«Weißt Du, mein Schutzengel ist sehr gut in Mathe. Willst Du, dass ich ihn Dir für Dein Examen ausleihe?»
«Oh ja!»
«Ich leihe Dir meinen Schutzengel aus, aber unter einer Bedingung: Ich möchte, dass Du Dich verpflichtest, ihm zu danken, wenn Du merkst, dass er Dir hilft. Mein Schutzengel hat es gern, dass man ihm dankt.»
«Oh ja, kein Problem! Aber wenn er mir nicht hilft, was mache ich dann?»
«Deine Frage ist unnötig. Es ist völlig sicher, dass er Dir hilft. Von jetzt an brauchst Du Dir keine Sorgen mehr um Dein Examen zu machen. Du hast zwei Engel. Auf der einen Seite den Deinen, auf der anderen Seite den meinen. Zerbrich Dir nicht den Kopf bei schwierigen Fragen, übergib sie Deinen Engeln: „Sagt mir die Lösung!“ Beantworte zuerst die einfachen Fragen, und wenn Du dann auf die schwierigen zurückkommst, haben sie die Lösung für Dich gefunden.»
Am nächsten Abend rief er mich wieder an:
«Danke! Mein Examen ist gut verlaufen!!»
«Hast Du daran gedacht, Deinem Engel zu danken?»
«Ja, ja, ich bin im Auto mit meinem Vater, wir werden an der Kirche halten, um ihnen zu danken. Ich war ganz ruhig, so dass meine Freunde mich gefragt haben: „Was hast Du, Charles-Etienne, Du bist so ruhig vor dem Examen?“ Ich habe ihnen geantwortet: ‚Mein Großvater hat mir seinen Schutzengel ausgeliehen.’»
«Und wie haben Deine Freunde reagiert?»
«Sie fanden das sehr interessant und wollten mehr darüber wissen.»
Als er uns angerufen hatte, lag sein Notendurchschnitt bei 55, der Notendurchschnitt der Klasse lag bei 72. Bei diesem Examen hatte er die Note 85, während der Durchschnitt der Klasse bei 68 lag. Vor Schuljahresende musste er noch zwei weitere Examina ablegen. Jedes Mal rief er mich an, damit ich ihm meinen Schutzengel ausleihe. Bei seinem letzten Examen hat er die Note 90 bekommen. Er hat mir gesagt: «Großpapa, als Du mir Deinen Schutzengel ausgeliehen hast, habe ich Dir geglaubt.»
Das ist fünf Jahre her, und erst kürzlich hat er mich wieder angerufen und gefragt, ob ich ihm meinen Schutzengel ausleihen würde.

Haben Sie ein paar Schwierigkeiten mit dem zweiten Engel gehabt?
Es hat ein paar kleine Äußerungen seinerseits gegeben. Ich weiß, dass es ihn gibt, aber ich will nicht darüber sprechen. Das ist nicht der Mühe wert. Ich könnte ihnen vielleicht ein kleines Ereignis erzählen. Meistens wache ich um 3.00 Uhr morgens auf. Eines Nachts im Schlaf fühlte ich, wie ein sehr hässliches Tier mit Pfoten wie ein Krebs auf mich stieg und ganz fest mein Handgelenk drückte, so dass ich hochfuhr und erwachte. Ich schaute auf die Uhr: 3.00 Uhr. Also sagte ich ihm: «Ich wusste, dass du böse bist, und ich dachte, dass du intelligent bist. Doch jetzt beweist du mir das Gegenteil, denn du weckst mich um 3.00 Uhr, damit ich beten kann!» Daraufhin hat er sich nie mehr auf diese Weise gezeigt.

 

> Literatur von Léandre Lachance

Copyright © 1999 - 2009 - Alle Rechte vorbehalten für Text und Fotos
PARVIS-VERLAG - MARIA HEUTE - CH-1648 HAUTEVILLE / SCHWEIZ.
TEL.: 0041 (0)26 915 93 93 // FAX: 0041 (0)26 915 93 99 // E-MAIL buchhandlung@parvis.ch
HOMEPAGE PARVIS // ZEITSCHRIFT MARIA HEUTE