San DamianoDie drei Reiche Jesu=> MARIA HEUTE 448 INHALT> Literatur von San Damiano |
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Das erste Reich Jesu, in dem wir uns jetzt befinden, ist den Augen der Menschen verborgen. Es ist sozusagen auf die Gnade Gottes in den Seelen gerichtet und spielt sich inmitten von Kämpfen ab, wie Jesus es vorhergesagt hat (Joh 10,33).
Das zweite dieser drei
Reiche ist von mehreren
Propheten und im Buch der Geheimen Offenbarung angekündigt worden. Es ist eine Ära des Friedens für die symbolische Dauer von tausend Jahren.
Das dritte Reich ist schließlich das Reich, von dem im Credo jubelnd die Rede ist: «Seiner Herrschaft wird kein Ende sein». Das Reich, von dem geschrieben steht: «Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage,
keine Mühsal». Dann werden wir Christus, den Erlöser, von Angesicht zu Angesicht schauen.
«Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde.» (Joh 18,36)
Erinnern wir uns an den Augenblick, als Jesus erklärte, dass er König ist: Es war mitten in seiner Passion. Denken wir daran, welche Krone er auf Erden getragen hat: Eine Dornenkrone. Als Zepter hatte er nur das Schilfrohr der Demütigung, als königlichen Mantel nur einen Spottmantel. Und wir begehren auf, wenn Jesus, der alle unsere Sünden auf sich genommen hat, uns bittet, ebenfalls einen kleinen Teil dieser Sühne zu übernehmen. Hat er nicht gesagt, dass man sein Kreuz auf sich nehmen muss, wenn man ihm folgen will?
Dieses Reich der Kämpfe ist ein Reich der Liebe, ein spirituelles Reich, ein verborgenes Reich, ein Reich inmitten von Unverständnis und Verfolgungen.
Jesu Reich ist das höchste Gut, auf das ein Geschöpf hoffen kann. Schon auf Erden ist es der Besitz aller geistlichen Schätze an Liebe, Frieden, Wahrheit, Heiligkeit, Barmherzigkeit, an ewigem Leben und göttlicher Zärtlichkeit, an Reinheit, Kraft und Milde, die Gott selber ist.
Jesu Friedensreich auf Erden ist ebenfalls unbekannt. Die Theologen erkennen immerhin an, dass es sowohl schon im Alten als auch im Neuen Testament angekündigt wurde.
Die Gläubigen sind diese Sichtweise nicht gewohnt. Lüftet man sie, wie beispielsweise die Geheime Offenbarung, so bleibt sie doch von Geheimnissen umwittert. Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Zeit, in der wir seit der Menschwerdung Gottes leben, bis zum weit entfernten Ende der Welt und dem Letzten Gericht auch weiterhin so wie bisher verlaufen wird.
Aus der Heiligen Schrift geht aber definitiv folgendes hervor:
1. Zu einem von Gott festgesetzten Zeitpunkt wird der Satan entfesselt sein und dann in den Abgrund geworfen werden, wo er eingeschlossen wird.
2. Dann wird auf der Erde das Reich Christi errichtet werden.
3. Wenn diese Zeit des
Reiches Christi vollendet ist, wird Satan freigelassen, um einen letzten, kurzen, aber heftigen Kampf zu entfachen.
4. Satan wird wieder und diesmal endgültig besiegt werden.
5. Christus wird zum Jüngsten Gericht in Herrlichkeit erscheinen.
6. Die Seelen werden erfahren, was sie durch ihre Taten für die Ewigkeit verdient haben: Den Himmel oder die Hölle.
«Jesus wird mit einem hellen Licht kommen und ich werde über die ganze Welt triumphieren. Und mein Sohn Jesus wird mit einem Neuen Reich kommen und Friede, Liebe, Ruhe und Freude in die Herzen bringen.» (13.5.67)
«Ich werde mit einem hellen Licht kommen und die ganze Welt erleuchten. Dann kommt das Reich meines Sohnes Jesus. Mit seinem Reich wird überall Friede und Freude herrschen.» (12.2.68)
«Jesus will in den Herzen herrschen. Er will in den
Völkern herrschen. Er will in der ganzen Welt herrschen.» (25.3.68)
Wir stellen fest, dass dem Neuen Reich Jesu der Triumph Mariens vorangeht und dass dieses Reich für eine gewisse Zeit universelle Freude und universellen Frieden hervorbringen wird.
«Ich werde als Mutter und als Königin kommen und mein Sohn wird mit seinem Königreich kommen.» (30.5.68)
«Mein Sohn Jesus wird bald in die Welt kommen und alle werden ihn sehen. Er wird die Läuterung und Heiligung der Seelen bringen» (25.5.67)
Wir verstehen, dass sich unter solchen Lebensbedingungen Liebe, Freude und Gerechtigkeit entfalten können.
Die Herrlichkeit Christi ist wie ein funkelndes Licht, das aus der Heiligsten Dreifaltigkeit aufstrahlt und sich durch Jesus Christus auf alle Heiligen ausbreitet und dann wie ein ewiges Echo der Dankbarkeit und des Lobpreises in
die Heiligste Dreifaltigkeit
zurückflutet.
Die Liebe ist das Wesen des irdischen Friedensreiches und des himmlischen Reiches der Herrlichkeit. Sie ist wie das Bindemittel, wie das Blut, wie der Saft, wie das Leben und wie der ewige Herzschlag.
«Gott ist die Liebe», heißt es im 4. Kapitel des Johannesbriefes. «Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm».
Im 22. Kapitel der Geheimen Offenbarung steht: «Sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben. Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten».
Der Lobpreis Gottes ist für die Erwählten eine beständige Freude. Dieser Lobpreis entströmt ihnen auf unwiderstehliche Weise, denn die Erwählten spüren die Güte Gottes auf so intensive Weise und haben das unablässige Bedürfnis, seine Barmherzigkeit zu besingen.
Gott hat uns für das Leben geschaffen, Er, der selber das Leben par excellence ist, und der die ganze Schöpfung zum Leben erweckt hat.
Durch die Fürsorge der Kirche ist uns das Leben, das aus den Sakramenten hervorgeht, geschenkt worden. An all das will uns Maria in San Damiano erinnern.
André Castella
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