Meinen Auserwählten zur Freude - Jesus

Léandre, du bist erfolgreich!

Von Christian Parmantier

=> MARIA HEUTE 446 INHALT

> Literatur von Léandre Lachance




Während des Zönakels der Zeugen der Liebe und der Hoffnung, der im Mai 2007 in Domrémy gehalten wurde, gewährte Léandre Lachance, der Autor der Bücher: «Meinen Auserwählten zur Freude», Maria heute ein Interview. Er bezeugt die Liebe des Herrn in seinem Leben. In diesem Artikel befassen wir uns mit dem Zeitraum von Léandres Kindheit bis hin zum «Ja» für den «Gebetsmittwoch».
Léandre: Möge alles zur Ehre des Herrn sein! Und alles, was du von mir erfahren möchtest, will ich dir sagen, nicht mehr und nicht weniger.
Léandre, wurden Sie als Kind in die christliche Religion eingeführt?
Ja, meine Eltern waren
beide engagierte Christen...
Sie wurden vom Herrn gesegnet. Er hat Ihnen oft gesagt: «Du bist mein geliebter Sohn!»
Ich fühle mich in jeder Hinsicht reich beschenkt.
In der Bibel sagt Gott: «Seit jeher habe ich dich geliebt, meine Hand ruht auf dir...» Können Sie von dieser Liebe, die der Herr Ihnen schon von Kindheit an zeigte, Zeugnis ablegen?
So weit ich mich zurückerinnern kann, hat mich ein bestimmter Augenblick stets geprägt: Es war, wenn ich in den Armen meiner Mama war und einen Strom voll Liebe spürte. Und so hat mich das geprägt. Ich habe mir gesagt: «Wie gut geht es mir doch in Mamas Armen». Ich war vielleicht zwei oder drei Jahre alt. Viel später begriff ich, dass meine Mutter über mich gebetet hatte und ich eine Ausgießung des Heiligen Geistes empfangen hatte. Und das hatte zur Folge, dass ich mich in ihren Armen so wohl fühlte. Und seit dem Tag, an dem ich diese Entdeckung gemacht habe, bete ich über meine Enkel, wenn ich eines der Kinder nehme, damit sie die Ausgießung des Heiligen Geistes in ihrem Herzen empfangen können.
Wann wurde Ihnen das bewusst?
Es war, als ich die Charismatische Erneuerungsbewegung kennenlernte; ich war damals ungefähr 45 – 50 Jahre alt. Zehn Jahre später, erfuhr ich durch meinen älteren Bruder von einem einschneidenden Ereignis, das an meinem Tauftag geschehen war. Er war 9 Jahre alt, als ich geboren wurde, und zwischen uns gab es noch 4 Mädchen. Und jedesmal, wenn er auf ein Baby wartete, hoffte er, dass er einen kleinen Bruder bekommen würde. Aber es kam immer eine kleine Schwester! Als ich zur Taufe getragen werden sollte, sagte Mama zu ihm: «Du wirst deinen kleinen Bruder lieben... Er wird jetzt getauft, wir werden ihn Jesus schenken.» Und mein Bruder fügte hinzu: «Ich erinnere mich daran, dass es mitten im Winter war, ich sah den Schnee fallen und ich betete und ich sah meinen kleinen Bruder stark und kraftvoll im Herrn werden.» Ich fand, dass das eine besondere Feinfühligkeit des Herrn war.
Von meiner Kindheit habe ich sehr glückliche Erinnerungen. Es gab nur ein einziges Problem: wir hatten kein Geld. Aber durch Gottes Hilfe hatten wir immer genug, um zu essen und uns anständig zu kleiden. Bei uns Zuhause gab es viel Liebe. Mein Vater hatte zum zweiten Mal geheiratet. Meine Mutter war 42 Jahre alt, als ich geboren wurde. Sie wollte viele Kinder. Und da sie auf die Erfüllung ihres Wunsches lange warten musste, war sie überglücklich und schenkte uns viel Liebe. Das ist die Erinnerung, die ich an meine Kindheit habe.
Wenn ich zurück schaue, wird mir bewusst, dass der Herr das, was vielleicht leidvoll war, in Gnade und Segen verwandelt, wenn man es ihm übergibt.
Haben Sie in Ihrer Kindheit gelitten?
Der große Schmerz, der mich, besonders als ich erwachsen wurde, immer begleitet hat, war, dass ich nicht studieren konnte. Aufgrund der finanziellen Situation musste ich ab dem zwölften Lebensjahr auf dem Bauernhof arbeiten. Da ich in der Schule gut war, war es für mich sehr schmerzlich, dass ich mit 18 Jahren nicht weiter studieren konnte.
Aber der Herr hat zugelassen, dass ich ins Versicherungsfach einsteigen konnte. Ich bin ein Autodidakt. Die Karriere als Versicherungsmakler machte mich glücklich. Mir war das möglich, weil mir der Herr Freude am Lesen geschenkt hatte. Ich musste arbeiten, aber die Abende und die Wochenenden verbrachte ich mit Lesen, um mich intellektuell weiter zu entwickeln. Wenn ich auf diese Situation zurückblicke, habe ich den Eindruck, dass ich dadurch letztlich Jesus mehr entdeckt habe, denn er hat mich auf der beruflichen Ebene sehr erfüllt; ich habe eine sehr schöne Versicherungskanzlei gebaut...
Und siehe da, eines Tages kam jemand in meine Kanzlei und sagte zu mir: «Léandre, du bist erfolgreich!» Das schmeichelte meinem Stolz. Ich war über diese Worte sehr glücklich. Während ich auf einer langen Fahrt allein in meinem Auto war, hatte ich den Eindruck, eine wirklich inspirierte Überlegung zu haben, denn ich habe mir gesagt: «Stimmt es, dass ich erfolgreich bin?... Um zu wissen, ob das, was er gesagt hat, stimmt, müsste man definieren, was Erfolg ist!» Ich hatte nämlich so viele Menschen gesehen, die beruflich erfolgreich waren, aber im familiären Bereich scheiterten oder gesundheitliche Probleme hatten... Ich dachte: «Sagen wir, er wollte sagen, dass ich in meinem Bereich überdurchschnittlich erfolgreich bin – das stimmt».
Aber dann kam mir sofort folgender Gedanke: «Und erfolgreicher zu sein als der Durchschnitt bringt mir also etwas? Wenn ich mehr Erfolg als der Durchschnitt habe, arbeite ich mehr als der Durchschnitt, kümmere ich mich weniger als der Durchschnitt um meine Familie, werde ich vielleicht früher als der Durchschnitt sterben! Was habe ich also von diesem Erfolg?»
Und dann kam mir eine zweite Überlegung: «Was sollte mir der Erfolg bringen? Er sollte mir Zeit für wertvolle Dinge geben. Denn wenn ich erfolgreich bin – meine Kinder haben genug zu essen – warum arbeite ich dann täglich 14 – 15 Stunden? Das hat keinen Sinn, ich müsste Zeit für Dinge haben, die sich lohnen. Und was lohnt sich wirklich?» Sofort meldete sich mein intellektuelles Interesse: Ich sollte vielleicht mehr Kurse belegen, mich mehr dem Studium widmen...
Aber da ich unablässig auf der Suche war, um dem Team von Vertretern, das ich unter mir hatte und das ich ausbildete, zu helfen, hatte ich kurz zuvor ein Buch von Dr. Alexis Carrel gelesen, der die Medizin des zwanzigsten Jahrhunderts geprägt hatte: «Reflexion über das Leben und Gebete». Ich wusste, dass Alexis Carrel vor seiner Bekehrung ein überzeugter Atheist in seiner Wissenschaft gewesen war. Er sagt, dass eines der großen Probleme der modernen Wissenschaft darin besteht, dass sie den Menschen auf die Ebene seines Intellekts begrenzt und dass der Mensch seine wahre Dimension nur dann erreicht, wenn er sich auf die Ebene seines Geistes erhebt. Für ihn ist die Intelligenz eine der geistigen Fähigkeiten. Und ich sagte mir: Da ich nicht das Glück hatte, meine Intelligenz so zu entfalten, wie ich es gerne getan hätte, und da der Geist über der Intelligenz steht, täte ich vielleicht besser daran, meinen Geist zu entwickeln. Und da mir die christlichen Werte immer sehr wichtig waren und für mich eine Rolle spielten, litt ich damals auch darunter als ich sah, wie es mit der Kirche bergab ging. Wir kamen in diese große Periode des Glaubensabfalls, die wir alle erlebten. Und da ich spürte, dass es sehr schwierig war, den Glauben an die Kinder weiterzugeben – ich hatte große Angst davor, es nicht zu können – beschloss ich, mir Zeit zu nehmen.
Anfangs nahm ich mir einen ganzen Tag und verbrachte ihn ihm Rahmen der aufkeimenden Charismatischen Erneuerungsbewegung bei Zisterzienserpatres. Später waren es Wochenenden mit P. Jean-Paul Réginval, dem Begründer der Charismatischen Erneuerungsbewegung in Quebec; er wurde von Schwester Jeanne Bisier, der Gründerin der Gemeinschaft Myriam Bethlehem, begleitet. Diese kleine Schwester Bisier hatte mich eingeladen, eine Woche Ferien zu machen (eigentlich eine Woche Exerzitien!) und ich war einverstanden. Ich sagte mir: Ich hätte bei den Patres etwas komfortablere Ferien machen können, um zu studieren und tieferen Frieden zu finden. Und das war der Beginn eines Glaubensweges.
Diese Exerzitien haben mich für die ruhmreiche Wiederkunft Jesu sensibilisiert. Der Pater hatte seine Vorträge auf die Parusie konzentriert und darauf, wie er sich diese Wiederkunft vorstellte. Ein Satz von ihm traf mich besonders: «Die Wiederkunft Jesu steht unmittelbar bevor, sie ist ganz nahe. Ich weiß nicht, ob wir alle im Augenblick seiner Wiederkunft noch leben werden, aber eines ist sicher: Es gibt schon Menschen, die heute auf der Erde leben und die jene ruhmreiche Wiederkunft Jesu erleben werden.»
Dieser Satz hat mich geprägt und er hat mir geholfen, mich auf Seine Wiederkunft vorzubereiten. Und dann habe ich mich so verhalten wie die meisten Menschen, die ich kenne und die an die Wiederkunft Jesu glauben. Ich wollte über die neuesten Nachrichten auf dem Laufenden sein! Ich wollte wissen, woran wir sind, wenn er kommen wird, ob die Läuterung schmerzlich ist und auf welche Weise das geschehen würde... Dann schien mir, dass ich mir nicht die richtigen Fragen stellte.
Da ich in der Geschäftswelt eine Leitungs- und Entwicklungsaufgabe hatte, musste ich viele Entscheidungen treffen. Wenn man viele Entscheidungen trifft, macht man viele Fehler und ich bemerkte, dass ich immer dann Fehler machte, wenn ich mir vor meiner Entscheidung nicht die richtigen Fragen gestellt hatte. Daraufhin sagte ich mir: «Welche Frage muss ich mir stellen, wenn ich an die ruhmreiche Wiederkunft Jesu glaube?».
Wie alt waren Sie damals?
Ich bin 1934 geboren..., ich würde sagen, ich war ungefähr 50 Jahre alt.
Meine Frage lautete: «Ist mein Herz bereit, Jesus aufzunehmen, wenn er heute kommt?» Und das musste ich leider verneinen. Vor Gott kann man nicht lügen. Und ich habe noch mehr gesagt: «Ich bin nicht fähig, mich auf diese Wiederkunft Jesu vorzubereiten. Wenn du, Jesus, diese Wiederkunft nicht in mir vorbereitest, gelingt es mir nicht und ich weiß, dass du niemandem Gewalt antust, sondern du wartest, bis wir zustimmen, dass du handelst. Ich stimme zu, dass du kommst und mich vorbereitest und ich stimme nicht nur zu, sondern ich bitte dich inständig, mich vorzubereiten. Und das kannst du mir nicht verweigern. Du bist auf die Erde gekommen, du bist gestorben, um die Herzen vorzubereiten, damit sie dich aufnehmen. Ich bitte dich inständig, du kannst mir das nicht verweigern. Ich bin sicher, dass du es tun wirst.»
Das war der Anfang meines «Ja» zu einem Weg der Bekehrung.
Verschiedene Ereignisse traten ein und der Herr hat immer sehr gute Priester, sehr engagierte Menschen auf meinen Weg gestellt, die mich geleitet haben. Ich bemerkte, dass es auf diesem ganzen Weg immer der Herr war, der es tat. Ich war bereit, mir Zeit zu nehmen.
Als ich anfangs bei der Charismatischen Erneuerungsbewegung war, sagte mir jemand: «Du wirst es nicht schaffen, denn du bist von den Geschäften zu sehr in Anspruch genommen. Du müsstest jemanden einsetzen, der dein Unternehmen leitet, während du ein Sabbatjahr nimmst, um aus diesem ganzen Milieu heraus zu kommen und fähig zu werden, Gott zu entdecken.» Er hat mich mehrmals in diesem Sinn angesprochen.
Das war meine Sehnsucht und ich dachte, wenn ich schon nicht ein ganzes Jahr frei nehmen kann, kann ich aber sicher drei Tage frei nehmen, um über diese Aufforderung nachzudenken.
Aber ein Zisterzienser, ein heiligmäßiger Mönch, dem ich begegnete, stellte eine nachhaltige Überlegung an: «Nein! Deine Familie und dein Unternehmen brauchen dich. Ich werde dich einen kleinen Weg lehren, der viel unkomplizierter ist und dich viel weiter bringen wird.
Du sollst dir jeden Tag wenigstens eine Viertelstunde nehmen, um dich vor deinen Gott zu setzen und über die vergangenen vierundzwanzig Stunden und die kommenden vierundzwanzig Stunden nachzudenken, um zu überprüfen, ob du in Übereinstimmung mit deinem Gott lebst.
An einem Tag in der Woche sollst du nicht arbeiten, sondern das Geschäftsmilieu komplett verlassen, um diesen Tag Gott und deiner Familie zu widmen und über deine vergangene Woche und deine kommende Woche nachzudenken.
Ein Wochenende im Monat hältst du dir frei, um dasselbe zu tun, sowie einmal jährlich eine Woche, um Bilanz über dein vergangenes Jahr zu ziehen und es zu betrachten.»
Ich habe es nicht vollkommen befolgt, aber die fünfzehn Minuten täglich und den wöchentlichen Tag habe ich eingehalten. Denn aus diesen fünfzehn Minuten sind eine Stunde, zwei Stunden und momentan im Durchschnitt drei Stunden täglich geworden. Seitdem habe ich die Lektüre über Versicherungsgeschäfte oder berufliche Angelegenheiten eingestellt und lese jetzt nur noch geistliche Schriften.
Läuft dieser Tag darauf hinaus, den Tag des Herrn zu heiligen?
Genau.
Der Herr hat viele Menschen auf meinen Weg gestellt, um mich in dem Maß als ich es nötig hatte, zu leiten.
Sie hatten ein gutes Ohr und haben hingehört.
Ich wollte dem Wirken Gottes gegenüber folgsam sein.
Immer ausgehend von dieser Sehnsucht nach inniger Vertrautheit...
Ja, von dieser inneren Sehnsucht, und dann wusste ich auch, dass ich sehr verletzlich war und weder eine intellektuelle, noch eine theologische Ausbildung hatte, um gut zu folgen. Es war für mich nötig, dass ich mich führen ließ.
War jener Priester Ihr geistlicher Vater?
Ja. Von dem Augenblick an, als die Bücher erschienen, hatte ich einen eigens beauftragten geistlichen Berater. Vorher hatte ich verschiedene Berater, zu denen ich ging, wenn ich eine Frage hatte, aber das war sporadisch. Wenn ich vor einem Problem stehe, bete ich zum Herrn und frage ihn, wer mich in dieser Angelegenheit leiten kann. Der Herr stellt mir die Person, die ich brauche, auf meinen Weg und als die Bücher erschienen, hat er einen Priester aus Zaire geholt, einen Schwarzen, der gegen Privatoffenbarungen eingestellt war. Die Wege des Herrn!
Um wieder auf meinen Glaubensweg zurück zu kommen: Die Etappe, die für mein Leben sehr wichtig war, war jene Zeit, als wir uns mit einer Gruppe auf den Weg machten. Meine Gattin und ich hatten beschlossen, alle Aktivitäten, so gut diese auch waren, einzustellen. Dazu gehörte auch unser Engagement in verschiedenen Bewegungen. Ich denke an die christliche Erneuerungsbewegung, deren Ziel die Evangelisierung ist, die aber für unser Empfinden nicht genug auf eine innige Vertrautheit mit Jesus ausgerichtet war. Also haben wir alles aufgegeben, um uns noch mehr dem Gebet, der Anbetung, der Kontemplation zu widmen, denn wir waren überzeugt, dass der Herr durch unsere Gebete mehr tun könnte als wir durch unsere guten Aktionen versuchen konnten.
Das ist ein wunderbarer Akt des Glaubens!
Und eines Tages beschloss ein Mitglied der Gruppe, mit dem wir uns auf den Weg gemacht hatten, jeden Mittwoch dem Gebet zu widmen. Ein Priester hatte ihn dazu inspiriert und er wollte es als Sühne für die Entweihung des Sonntags tun. Hochherzige Leute sagten mir: «Wir halten uns den Mittwoch frei, um anzubeten, um die Eucharistie zu feiern, um unsere Mahlzeit mit anderen zu teilen». Ich traf einen Pensionisten aus der Gruppe. Er sprach über das Wohltuende dieser wöchentlichen Gebetstage. Ich hörte ihm sehr aufmerksam zu und schließlich sagte er zu mir: «Willst du nicht auch kommen?» Ich erwiderte: «Nein! Ich arbeite mittwochs! Du bist Rentner, das ist wunderbar, aber für mich ist das nichts.» Später stellte mir ein anderer Freund, der im Vorruhestand war, dieselbe Frage. Ich erwiderte: «Nein, ich arbeite, das ist nichts für mich. Du bist schon halb in Rente und du tust besser daran, zu beten als Golf zu spielen.» Und ein Dritter fragte mich: «Du kommst nicht?» Ich sagte ihm: «Ich arbeite.» Aber ich sagte es nicht mehr so überzeugt, denn ich betrachtete ihn und wusste, dass er zwei Fabriken leitet und etwas jünger ist als ich.
Als ich allein war, betete ich: «Herr, kann es sein, dass du mich dreimal gebeten hast, den Mittwoch dem Gebet zu widmen und dass ich dir “Nein” sage, während ich dir schon jahrelang sage: “Ja, ja, ja, Herr, bitte mich, um was du willst”. Du weißt, dass meine Antwort ein großes “Ja” wäre. Und hier bittest du mich vielleicht darum und ich sage “Nein”. Du bittest mich hier wirklich um viel. Und ich brauche eine echte Bestätigung. Ich will kein kleines “Bestätigungchen”.»
Auf meinem Glaubensweg war es nämlich manchmal so gewesen, dass ich den Eindruck hatte, etwas kommt vom Herrn und nachher habe ich ihm gesagt: «Nein, ich habe mich getäuscht...» Und in diesem Fall wollte ich mich nicht täuschen. Ich habe mir gesagt: «Um was kann ich ihn bitten, damit ich eine wirkliche Bestätigung bekomme und mich nicht täusche?». Auf meinem Weg hatte ich auch entdeckt, dass das, was von Gott kam, schlicht und einfach war. Was kompliziert ist, kommt von den Menschen. Wenn es also von Gott kommt, wird es einfach sein. Wie sollte es für mich einfach sein, jeden Mittwoch für das Gebet freizuhalten?
Zuerst soll Er meinen Terminkalender freihalten. Am Mittwoch soll mich niemand um einen Termin bitten. Ich legte die Latte ziemlich hoch, denn in dem Unternehmen, das ich leitete, gab es ungefähr hundert Angestellte, etwa zwanzig Versicherungsagenturen und wir hatten Geschäftsverbindungen mit zwanzig Versicherungsgesellschaften. Hinzu kam noch das Personal, die Buchhaltung... die Termine waren schnell vergeben.
Dann sagte ich: «Herr, die zweite Bestätigung ist, dass am Dienstagabend keine Akte mehr in meinem Büro ist, die noch durchgearbeitet werden muss! Ich könnte dir den Mittwoch nämlich nicht für das Gebet schenken, wenn noch drei oder vier unbearbeitete Akten in meinem Büro liegen würden. Wirklich nicht!.» Nachdem ich diese beiden Bedingungen gestellt hatte, dachte ich, dass ich nichts mehr vom “Gebetsmittwoch” hören würde. (lacht)
Monsieur stellt seine Bedingungen und verhandelt als Geschäftsmann mit seinem Herrn, nicht wahr?
In der folgenden Woche öffne ich am Dienstagabend gegen viertel vor sechs meinen Terminkalender, um wie gewöhnlich zu überprüfen, ob ich am nächsten Tag gleich in der Frühe einen Termin habe. Im Terminkalender steht nichts. Ah, es ist Mittwoch. Ich schaue auf meinen Arbeitstisch, er ist leer. Keine einzige Akte, die noch durchgesehen werden muss! Da lief mir ein kleiner Schauer den Rücken herunter und ich habe verstanden, dass ich in die Falle getappt war. (lacht)
Da ich das Glück hatte, gemeinsam mit meiner Frau nach Hause zu gehen und da sie schon immer mehr zum Beten und zur Kontemplation neigte, während ich mehr auf das Tun ausgerichtet war, sagte ich mir: «Ich werde einen Ferientag mit meiner Frau verbringen und wir werden zu der Gruppe fahren, die eineinhalb Autostunden von uns entfernt ist. Und am Abend werden wir uns ein gutes Essen gönnen, um diesen Ferientag abzurunden.» Aber der Herr wartete in meiner Frau auf mich, denn als ich ihr diesen Vorschlag machte, erwiderte sie sofort: «Nein, ich muss nicht eineinhalb Stunden mit dem Auto fahren, um zu beten, sondern ich kann bei mir zu Hause beten». Später hat sie sich dazugesellt, aber an jenem Tag wartete der Herr darauf, dass ich den «Kopfsprung» wagen würde. Ich insistierte: «Hör mal, ich habe keine Wahl; stell dir vor, was mir passiert ist...» Und sie antwortete: «Fahr‘ nur, du hattest den Anruf, fahr‘ nur!»
Also habe ich mich eines schönen mittwochs im August 1988 auf den Weg gemacht. Ich bin eineinhalb Stunden gefahren, um beten zu gehen. Ich hatte mir angewöhnt, abends zu beten. Ich hatte mir angewöhnt, ein Wochenende dem Gebet zu widmen. Und jetzt das, mitten in der Woche... Im Auto begann ich an all das zu denken, was ich in meinem Unternehmen hätte tun können und jetzt würde ich nicht die Zeit haben, es zu tun! Ich fragte mich, ob ich noch ganz bei Trost sei. Aber es wurde ein schöner Tag und er wiederholte sich ... dreimal hintereinander, jeweils am Mittwoch!
Das heißt, an drei aufeinander folgenden Dienstagabenden hatten Sie weder Termine noch Akten im Büro?
Dreimal hintereinander war der Mittwoch frei! Da habe ich gesagt: «Herr, ich habe verstanden; du hast mich dreimal gefragt und du bestätigst es mir dreimal. Ja, ich gebe dir den Mittwoch.» Und ich war dem «Gebetsmittwoch» ungefähr zwölf Jahre lang treu, bis um das Jahr 2000 herum, als sich mit Beginn der Sendung der Lauf der Dinge verändert hat.
(Fortsetzung folgt)

> Literatur von Léandre Lachance

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