Heute Abend wirst du sterben!=> MARIA HEUTE 443 INHALT> Literatur von Medjugorje |
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Es ist sehr nützlich für die Seele, wenn man sich wenigstens einen Tag pro Jahr nimmt, um in gewisser Weise «seinen Tod nachzuahmen». Auf diesen Gedanken hat mich Pater Jacques aus meiner Gemeinschaft gebracht.
Eines Tages war er nämlich mit der Gewissheit erwacht, dass er noch am selben Abend sterben würde. Dieser Gedanke war so stark in ihm, dass er ganz erschüttert war und sich ernsthaft daran machte, seine Sachen zu ordnen. Zunächst machte er im Gebet eine gründliche Gewissenserforschung und sagte sich: «Das ist meine letzte, also tue ich gut daran, sie richtig zu machen!» Voll aufrichtiger Reue über seine Sünden beichtete er, vertraute seine Seele der unendlichen Barmherzigkeit Gottes an und bemühte sich vor allem um das Vertrauen zu dieser Barmherzigkeit und um seine Hingabe an sie.
Dann sagte er sich: «Im Augenblick des Todes zählt nur die Liebe, die wir in unserem Herzen haben.» Also machte er sich daran, alle Glieder seiner Gemeinschaft aufzusuchen, die er erreichen konnte, und bat sie um Verzeihung für alle Fehler, Verletzungen oder Sünden, die er der betreffenden Person gegenüber möglicherweise begangen hatte. Das tat er aufrichtig, mit Freude, Frieden und Zuneigung. Bei seinem Dienst in der Gemeinschaft tat er an jenem Tag alles mit großer Liebe, vergaß sich selbst, um nur die Herrlichkeit Gottes und den Dienst an den Brüdern zu suchen. Er sagte sich:
«Da dies mein letzter Tag ist, sollten sie mich doch in positiver Erinnerung behalten!»
Wie üblich hielt er eine Stunde Anbetung in der Kapelle vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, und die ganze Stunde über bemühte er sich wie nie zuvor, seine Seele mit Jesus zu vereinen.
Er feierte die heilige Messe mit ganzem Herzen, langsamer als sonst, denn er bemühte sich, jedes Wort, jedes Gebet so zu sprechen, als sähe er Jesus vor sich und würde vor Liebe zu Ihm überströmen. Er wusste, dass dies seine letzte Messe war. Er dankte dem Herrn von ganzem Herzen für das unermessliche Geschenk des Priestertums und begriff die Tiefe dieser Berufung besser.
Da der Abend nahte, wollte er jede Minute, die ihm noch blieb, Hand in Hand mit Jesus und auch mit Maria verbringen, der er seinen Dienst als Priester anvertraut hatte. Er musste mehrmals gegen Angstanfälle kämpfen, weil er sich sagte, er sei nicht würdig, er sei schlecht vorbereitet, er habe viele Gnaden versäumt, er habe diese oder jene Pflicht vernachlässigt usw. Doch je stärker seine Armseligkeit ihm vor Augen kam, umso entschiedener warf er sie in den Abgrund der unendlichen Barmherzigkeit, dieser Feuersglut, von der die kleine Therese sagte:
«Auch wenn ich alle nur möglichen Verbrechen begangen hätte, würde ich doch mein Vertrauen behalten, denn ich weiß genau, dass diese vielen Sünden nur ein Tropfen Wasser in diesem glühenden Feuer sind.»
Dann wurde es Nacht. Er ging wie gewohnt zu Bett und schlief ein. Am nächsten Morgen stellte er ganz überrascht fest, dass er noch auf der Erde war. Hatte der Herr vergessen, ihn zu sich zu nehmen? Nein, nein, der Herr vergisst niemals nichts und niemanden.
Da wurde Jacques klar, dass der Herr einen anderen Plan für ihn hatte. Indem er ihn fühlen ließ, dass der Tod nahte, wollte er ihm eine großartige Lehre geben:
Schau, mit wie viel Eifer du an jenem Tag gebetet hast.
Schau, wie du jede Minute dieses Tages mit der ganzen Liebe erfüllt hast, deren dein Herz fähig ist.
Schau, wie du mich in jedem deiner Brüder erkannt und ihm von ganzem Herzen gedient hast.
Schau, mit welcher Tiefe du das heilige Messopfer gefeiert hast.
Schau, mit wie viel Reue du mir deine Sünden übergeben hast und mit welchem Vertrauen du dich ganz meiner Barmherzigkeit überlassen hast.
Schau, mit wie viel Großherzigkeit und Freude du deine Sachen weggegeben hast und darauf geachtet hast, dass die Ärmsten das Beste bekamen.
Schau, mit wie viel Dankbarkeit im Herzen du an die Gaben und Gnaden gedacht hast, die ich dir im Lauf deines Lebens geschenkt habe, vor allem die Gnade, in inniger Vertrautheit mit mir zu leben und mein Priester zu werden.
Schau, mit wie viel Ernst und Gründlichkeit du deine laufenden Angelegenheiten geregelt hast, vor allem die, die schon zu lange liegen geblieben waren und deren Vernachlässigung für die Leute in deiner Umgebung ein Anlass sein könnte, zu Fall zu kommen.
Und schau auch, wie schnell die materiellen und menschlichen und sogar emotionalen Dinge in deinen eigenen Augen ihre Bedeutung verloren haben angesichts der Todesstunde, wie arm und nackt du dich empfunden hast und keine andere Stütze in dieser letzten Stunde hattest als mich selbst, deinen Schöpfer und deinen Gott.
Der Herr bat Jacques, jeden Tag auf diese Weise zu leben, das war für ihn der Weg der Heiligkeit.
Auszug aus dem Buch «Das verborgene Kind von Medjugorje» von Sr. Emmanuel Maillard, Seite 175-177
Erhältlich im Parvis-Verlag Euro 22. CHF 36.
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