Fatima - 90 Jahre danach

Die Weihe der Kirche zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit

Von Bernard Balayn

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Am 13. Oktober 2007 hat Kardinal Bertone, der Sonderbeauftragte des Papstes, die große Kirche zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht. Wir freuen uns, dass wir all denen darüber berichten können, die bei diesem Ereignis nicht anwesend sein konnten.

«Heiligste Dreifaltigkeit...»

Wir haben es viele Male gesagt und geschrieben: In Fatima steht weniger die vielfältige Mutterschaft Mariens sowie die Erinnerung an die machtvolle Fürsprache ihres Unbefleckten Herzens im Mittelpunkt, als vielmehr die Verherrlichung der heiligsten und glorreichen Dreifaltigkeit. Und zwar aus mindestens zwei offenkundigen Gründen:
Die Herrlichkeit des Schöpfers ist größer als die des Geschöpfes, wie großartig sie in Maria auch sein mag. Und weil es in beiden Fällen darum geht, den Triumph anzukündigen und vorzubereiten: den Triumph der Dreifaltigkeit auf der Ebene des menschlichen Wesens, der durch den Sieg der geistlichen Mutterschaft der Unbefleckten Jungfrau eintritt. Doch im Mittelpunkt dieses doppelten Triumphes – oder dieses Triumphes mit zwei Gesichtern – steht die große Niederlage der Sünde. In Fatima wie in Lourdes geht es im Wesentlichen darum, das Böse zu überwinden, das ein Hindernis für Gott darstellt. Um das Böse zu vernichten hat Gott Vater eine vorbildhafte Mutter geschaffen, die von der Erbsünde frei ist, so dass er ihr ein Herz ohne Makel, ein unbeflecktes Herz geben kann. Er hat durch das Wirken des Heiligen Geistes und das Geheimnis der Fleischwerdung Christus, den Erlöser aus ihr hervorgehen lassen. Maria ist das Werkzeug des großen Triumphes, Christus ist der Wirkende, die Dreifaltigkeit der absolute Urheber. Wenn Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz am 13. Juli 1917 sagt: «Mein Unbeflecktes Herz wird siegen», bedeutet das, dass dieses mütterliche Herz dies im Schoß der Dreifaltigkeit, durch sie und in ihrem Dienst tun wird. Die wahre Siegerin ist die Dreifaltigkeit. Fatima ist ein Hymnus1 auf die Dreifaltigkeit. Dieser Hymnus beginnt mit den Erscheinungen des Engels, der in der dritten Person von der «Heiligsten Dreifaltigkeit» spricht... Und um uns zu überzeugen, dass es wirklich darum geht, uns auf dieses Geheimnis einzulassen, sagt er: «Vater, Sohn und Heiliger Geist, ich bete euch zutiefst an – da wir jedoch Gott allein anbeten heißt das, dass wir jede der drei göttlichen Personen anbeten, die gleich und voneinander unterschieden sind – und ich opfere euch den kostbaren Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit Jesu Christi auf... zur Sühne für die Beleidigungen und Gotteslästerungen... und durch die unendlichen Verdienste seines Heiligsten Herzens und des Unbefleckten Herzens Marias bitte ich euch um die Bekehrung der armen Sünder.» Die Unendlichkeit bezieht sich auch auf Gott allein. Und das Gebet schließt mit dem, was für die Botschaft entscheidend ist: Wenn die Sünder sich bekehren, siegt die Mutterschaft des Unbefleckten Herzens und das Böse wird zum Ruhm Gottes niedergeschmettert.
Die letzte Erscheinung der Dreifaltigkeit mit Maria, die Lucie in Tuy im Jahr 1929 sah, nahm den angekündigten Triumph voraus.


Eine Prophezeiung, die auf dem Weg ist...

Die Erwartung dieses zur gleichen Zeit eintretenden Triumphes, der von der «Königin der Propheten» angekündigt wurde, hat die Meinung unserer Zeitgenossen stark beeinflusst. Während die Welt unaufhörlich tiefer in der Gleichgültigkeit, der Sünde, dem Glaubensabfall und deren tragischen Folgen versinkt, ersteht mitten in dieser scheinbaren Niederlage des Heils das Geheimnis der Barmherzigkeit. Denn der Heilige Vater Benedikt XVI. hat in einer bemerkenswerten Predigt2 über die Prophetie von Zefanja über den «kleinen Rest» gesagt: «Maria ist der „heilige Rest“ Israels, auf den sich im Lauf aller Zeiten der Schmerzen und der Finsternis die Propheten bezogen haben. In ihr ist das wahre Zion gegenwärtig... In der Einfachheit des Hauses von Nazareth lebt das heilige Israel, der reine Rest, der lebendige Tempel Gottes. Aus dem gefällten Stamm erstand von neuem die Geschichte des Gottesvolk, eine lebendige Kraft, die der Welt die Richtung weist und sie erfüllt...» Das ist die heutige Auslegung der Prophezeiung Unserer Lieben Frau von Fatima. Wenn alles verloren scheint, lässt der Meister des Unmöglichen die Hoffnung aufbrechen, die aus der Demut, aus einem Rest, aus einem Nichts, aus der Leere, aber aus einer «erfüllten Leere» (Msgr Théas) hervorgeht: Die Gratia plena, die Frau voll der Gnade, der von der königlichen Dreifaltigkeit die Macht verliehen wurde, Ihren Sieg einzuleiten. Durch die Eucharistie, die Weihe, das Gebet, die Aufopferung des Leidens der Welt kann Maria die Heilige Dreifaltigkeit beeinflussen und so Ihren Sieg vorbereiten, der sich auf jedes menschliche Herz stützt, das sie erobert hat. Doch was kann Maria ohne den guten Willen und die in die richtige Richtung ausgerichtete Freiheit3 ihrer Kinder tun? Deshalb kann man keine Vermutungen über das Datum anstellen. Der Triumph ist das Geheimnis Gottes. Ein Grund mehr zu handeln und die große Heilsbotschaft von Fatima in die Tat umzusetzen, indem wir uns von dem leiten lassen, der gesagt hat: «Ich bin der Weg.»


Fatima, 12. Oktober 2007: Die Weihe der Kirche

Der 12. und 13. Oktober werden gewiss zu den glücklichsten Tagen Fatimas zählen, da sie den Abschluss des 90. Jubiläums der Erscheinungen und so etwas wie eine Krönung darstellen mit der Weihe einer neuen Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit.
Der Wallfahrtsort Fatima hatte in der Tat seit mehreren Jahren etwas vorbereitet, das erlaubt hat, die Hoffnung der Gläubigen auf diesen Triumph, den die katholische Welt erwartet, wenn nicht zu beschleunigen, so doch wenigstens zu festigen.
Wenn wir das große Geheimnis Fatimas ergründen, begreifen wir schließlich die Wahrheit, über die wir weiter oben gesprochen haben, nämlich die Prophezeiung des Triumphes der Dreifaltigkeit, des Guten über das Böse, der Wahrheit über die Lüge, des Lebens über den Tod, des Lichtes über die Finsternis, des Friedens über die Gewalt – alles Themen, aus denen die Botschaft besteht (vom wörtlichen bis zum bildhaften Sinn). So kam der Gedanke auf, etwas Größeres zu bauen als die Kapelle, um die am Anfang gebeten worden war. Und zwar ein Gotteshaus, das bei schlechtem Wetter – wie in Lourdes – die vielen Menschen aufnehmen könnte, die am 13. jedes Monats, insbesondere im Mai und im Oktober herkommen. Denn die ursprüngliche Basilika (in der sich die Gräber der drei Seher befinden) kann die vielen Pilger nicht aufnehmen. Ein Gotteshaus, das dem Ruhm der ungeteilten Dreifaltigkeit dient und das zugleich eine flehentliche Bitte um die Nachsicht des dreimal heiligen Gottes für die Menschheit ist, die am Verlust der geistlichen Dimension erstickt.
Im Jahr 2003 wurde also der Bau einer riesigen Kirche begonnen, die als Rundbau gedacht war und an das große Geheimnis der Eucharistie erinnert, da Fatima aus guten Grund «der Altar der Welt» genannt wird. Und diese Wallfahrtsstätte wurde von Kardinal und Staatssekretär Tarcisio Bertone4, dem Sonderbeauftragten von Papst Benedikt XVI. geweiht, wie damals Kardinal Roncalli (der zukünftige Papst Johannes XXIII.) – einer der großen Päpste der Eucharistie – in Lourdes die unterirdische Basilika Pius X. geweiht hatte. Die Wallfahrtsstätte befindet sich hinten auf der riesigen Esplanade, so dass sie die vielen Menschen unter freiem Himmel nicht behindert.
Um 16.00 Uhr begannen unter einer strahlenden, warmen Sonne die Feierlichkeiten in der Capelinha, wo der päpstliche Gesandte vom Bischof von Fatima empfangen wurde. Um 16.15 Uhr machte sich der beeindruckende liturgische Zug (Kardinäle, Bischöfe, orthodoxe Prälaten, Priester usw.) auf den Weg zu der neuen Kirche. Die Statue wurde von Feuerwehrleuten getragen und zog um 16.30 Uhr in das sehr geräumige Innere der Kirche5 ein, das von der Sonne hell erleuchtet war und in dem ein breiter Altar mit einem großen Kreuz darüber steht, sowie eine neue, schneeweiße Statue der Heiligen Jungfrau mit dem Unbefleckten Herzen auf dem Hintergrund eines riesigen Freskos, das die triumphierende Kirche darstellt. Monsignore Luciano Guerra, der Rektor der Wallfahrtsstätte, stellte zunächst den Bau vor, und dann begann die Messe. Der Epheserbrief berichtete über den Bau der Kirche, die auf dem lebendigen Stein Christus beruht, während das Johannesevangelium von der Samariterin sprach, der Jesus prophezeit hatte, dass eines Tages Gott überall im Geist und in der Wahrheit angebetet wird. Nachdem der Kardinal die anwesenden, hochgestellten Persönlichkeiten (wie den Staatschef usw.) begrüßt und den Gruß von Papst Benedikt XVI. verlesen hatte, nahm er in der Predigt das Wort Christi an die Samariterin wieder auf, als er sagte, dass die Dreifaltigkeit in denen Wohnung nimmt, die ihn aufnehmen. Er zeigte, dass dieselbe Dreifaltigkeit in der Botschaft von Fatima am Werk ist, indem er die Worte des Engels und die Marias auslegte, als sie die Hirtenkinder bei der letzten Erscheinung in Tuy in das Licht der Dreifaltigkeit tauchte, als Schwester Lucia in der Klosterkapelle die drei Personen der Dreifaltigkeit sah und weitere Erleuchtungen über sie empfing. Zum Ende seiner Ansprache zitierte er die letzten, flehentlichen Bitten von Johannes Paul II. bei der großen Weihe in Rom vom März 1984. Dieser Abschluss stand im Zusammenhang mit dem, was folgen sollte. Denn der Dreh- und Angelpunkt des Weiheaktes war eine unerwartete Spende: Bevor Johannes Paul II. starb, hatte er seine Gabe für die neue Kirche vorbereitet: Ein Stein vom Grab des heiligen Petrus sollte als Eckstein für dieses Gebäude dienen. Indem er die Verbindung zwischen Rom und Fatima aufzeigte, machte er deutlich, dass er wirklich der «Papst von Rom und Fatima6» ist. Die Weihe wurde mit dem Siegel von Johannes Paul II. vor dem Altar niedergelegt. Nach der gesungenen Heiligenlitanei begann der Weiheritus des Altars: An fünf genau bestimmten Stellen wurde er mit heiligem Öl gesalbt und dabei Weihrauch verbrannt. Das Ganze in einer Atmosphäre intensiver Heiterkeit und Freude. Wir hatten den Eindruck, ein Werk der Gerechtigkeit und der Fülle zu tun, als wir diesen Weiheakt zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit vollzogen, die in sich selbst Weihe ist, wie der Heilige Geist «aufbrechende Empfängnis» ist. (Pater M. Kolbe) Am Ende der Messe wurde das großartige Magnifikat gesungen und Monsignore Antonio dos Santos Marto dankte dem Kardinal, den anwesenden Persönlichkeiten und allen, die zum Bau dieses so schönen Gotteshauses beigetragen haben. Dann wurde die Statue bei einbrechender Nacht zur Capelinha zurückgebracht, die für die kommende Nacht hell erleuchtet war.
Am Abend begann der traditionelle große Gebetsabend mit dem Rosenkranzgebet an der Capelinha, dann der Prozession mit der Statue mitten unter dem christlichen Volk und seinen Liedern voller Liebe. Das ist einmalig auf der Welt, es ist entzückend im wahrsten Sinn des Wortes, denn der Besuch Marias mit gefalteten Händen, die ohne Unterlass die Heilige Dreifaltigkeit anbetet, mit der sie als Tochter, Braut und Mutter zutiefst vereint ist, erfüllt die Herzen mit Jubel und trägt sie in ihr mütterliches Herz. Wenn man zum Altar auf dem Vorplatz der Kirche kommt, steht sie ihren Kindern gegenüber und nimmt alle Gebete auf, die zu ihr aufsteigen. Man kann nicht umhin, in diesen feierlichen Momenten an die drei Reisen von Johannes Paul II. in den Jahren 1982, 1991 und 2000 zu denken, die ich glücklicherweise miterleben konnte! Im Jahr 2007 hat die erste Wallfahrt stattgefunden, an der er und Schwester Lucia nicht persönlich teilnahmen. In seiner Predigt sprach der Kardinal und Patriarch von Lissabon – der die Messe leitete – (ohne Notizen) über den Tempel von Jerusalem, über das Haus von Nazareth, über die Kirche, über den Tempel des Heiligen Geistes, der jeder Mensch ist, über die Capelinha, über die Basilika, die 1953 geweiht worden war... über alle Häuser Gottes. Gott ist der «Immanuel», der lebt; er tritt in unsere Geschichte ein, ist unser vertrauter Freund, ein liebender Gott voller Güte, ein Gott für uns, und unser Herz muss mit Ihm leben und sein Vertrauter werden: Er ist ein Gott der Gemeinschaft. Und die Dreifaltigkeit geht – wie in Tuy – über das Kreuz, über Jesus...“ Nach der Messe begann die Gebets- und Anbetungsnacht, die bis um 7.00 Uhr morgens dauern sollte, um die Bitte des Engels zu erfüllen: Gebet zur Sühne und Wiedergutmachung für die «Beleidigungen und Gotteslästerungen und Gleichgültigkeit» dem Göttlichen Sakrament gegenüber.


Der 13: Die gemeinsame Feier des Hauptamtes

Nach den Ereignissen und der tiefen Ergriffenheit vom Vortag kommt stets der Lohn des nächsten Tages, das heißt die Abschlussfeier mit ihren drei Höhepunkten: der Ankunft der Statue der Heiligen Jungfrau vom Rosenkranz, die Messe, die Rückführung der Statue Unserer Lieben Frau.
Jedes Mal ist es beeindruckend, die zarte Gestalt Marias zu sehen, die sich von einem Ende der Esplanade bis zum anderen langsam einen Weg unter der Sonne bahnt, als deren Gebieterin sie sich am 13. Oktober 1917 erwiesen hatte. Wie bei Jesus auf dem entfesselten Meer kann man über seine Mutter sagen: «Wer ist sie, der die Gestirne gehorchen?» Sie ist die Frau aus dem Buch Genesis, die Frau aus der Geheimen Offenbarung, von der verheißen wird, dass sie «den Kopf der Schlange zertreten» und über die Sklaverei der Sünde siegen wird: die vollkommen freie Frau (Johannes Paul II.), weil sie unbefleckt, demütig und gehorsam ist.
Es war ein strahlend schöner Vormittag. Unter einem ganz heiteren Himmel wurde die Statue mit den weißen Nelken und den rosafarbenen Flamingoblumen langsam an den vielen Menschen (mindestens 300.000 Pilger) vorbei getragen, die dort dicht gedrängt standen. Am Mittelgang entlang warfen die Kinder ihr Blumen zu. Sie wurde von drei Kindern begleitet, die die drei Hirtenkinder darstellten. Nach den Tages­lesungen (Buch Ester... Evangelium der Heimsuchung) erhob sich von neuem die Stimme des Kardinals und Legaten und sprach über das Tagesevangelium. Er sprach über die göttliche Barmherzigkeit, die immer am Werk ist, sowie über die Barmherzigkeit Marias, die über ihren geistlichen Nachkommen für immer ausgegossen wird. Wie die Heilige Jungfrau von Nazareth Magd ist, so ruft er uns auch die Weihe von Johannes Paul II. in Erinnerung, die er hier am 12. Mai 1982 vollzogen hat: «Totus tuus, oh Maria!» Er erinnerte daran, dass entsprechend der Worte des Engels: «Opfert ständig Opfer auf... Nehmt alle Leiden an, die Gott euch schickt, und ertragt sie...» die Hauptpflicht des Christen darin besteht, den Willen Gottes zu erfüllen, was immer es ihn kosten mag. Das gilt für die Bischöfe wie für die Laien, wie er sagte. «Wir müssen alle das Kreuz tragen. Die einen sind berufen, die Barmherzigkeit Gottes zu verbreiten, die anderen, sich zu heiligen und die Welt zu heiligen, wie die kleinen Hirten es getan haben». Er hat uns veranschaulicht, wie nötig wir die Bekehrung haben, indem er über eine Begebenheit vom 13. Oktober 1917 berichtete, die die anwesenden Menschen beeindruckt hatte: Man hatte den berühmten Pater Cruz7 als Zeugen befragt, ob er das Sonnenwunder gesehen habe. Er antwortete, dass er seine Zeit damit verbracht hatte, seine Reuetränen abzuwischen, ohne sicher zu sein, das Sonnenwunder gesehen zu haben. Und der Kardinal ging noch weiter und sagte: «Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als... Genauso ist es leichter, die Sonne tanzen zu sehen, als für einen Sünder, sich zu bekehren.»
Nach der Messe kommt der Augenblick tiefer innerer Sammlung bei der Anbetung des Allerheiligsten auf dem Altar, in dem man besonders für die Kranken betet. Die Ergriffenheit wurde noch größer, als das «Magnifikat» vor dem Allerheiligsten angestimmt wurde. Man konnte fühlen, dass der Kardinal im Lauf der Feierlichkeiten immer tiefer bewegt wurde.
Es war 12.45 Uhr. Das Ende ist stets der sehnlich erwartete Moment, in dem die Herzen einen fröhlichen Jubel aufbrechen lassen, wenn die Madonna ein letztes Mal vorbeizieht. Dieser Jubel nahm mit dem «Abschiedslied» die Form eines Abschiedsgrußes an, einer Art Begegnung von Herz zu Herz mit Maria. Man muss dabei sein, um es zu sehen und es zu erleben – das ist mehr als es zu verstehen. Die Pilger waren tief bewegt, ich sah Männer – nicht nur Frauen – still weinen. Das macht deutlich, wie tief die Herzen von der Gnade berührt waren. Das schönste Geheimnis von Fatima verwirklicht sich, wenn das Herz Marias sich ihren Kindern schenkt und in ihnen die Gaben der Dreifaltigkeit ausgießt. Denn es ist der ureigene Auftrag der Heiligen Jungfrau, den Vater in einem ganz von der Sünde freien, erneuerten menschlichen Wesen aufleuchten zu lassen, Jesus der Welt neu zu schenken, um sie zu heiligen und den Geist der Liebe und der Wahrheit in ihr zu verbreiten. Darin besteht der gemeinsame Sieg, auf den wir warten.
Niemand kann sich von dieser heiligen Stätte trennen, ohne einen Trost und eine Verheißung mitzunehmen: das Versprechen der liebenden Nähe der Mutter, die durch das vertrauensvolle Gebet alles vom Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist für ihre vielen Kinder in der Prüfung erlangen kann, wie Johannes Paul II. auf Knien vor der Statue von Fatima am 13. Mai 1982 und in Rom am 25. März 19848 ausrief.
«Komm, Heiliger Geist, komm auf die mächtige Fürsprache des Unbefleckten Herzens Marias und erneuere durch den Vater und den Sohn das Antlitz der Erde.»
Bernard Balayn

Anmerkung:
1. Ein Hymnus und ein Lied zu Ehren der Gottheit.
2. Am 8. Dezember 2005
3. «Seitdem Gott selbst ein menschliches Herz hat und so die Freiheit des Menschen auf das Gute, auf Gott ausgerichtet hat, hat die Freiheit zum Bösen nicht das letzte Wort. Das wird durch die Botschaft von Fatima noch weiter bestätigt». (Benedikt XVI. 22.02.2007)
4. Ihn hatte Johannes Paul II. (im Jahr 2000) wegen des Geheimnisses zu Schwester Lucia gesandt Er hat gerade ein Buch über Fatima veröffentlicht: «Die letzte Seherin von Fatima. Meine Gespräche mit Schwester Lucia.» (2007)
5. Die Kirche bietet 8600 Plätze, während die alte Kirche nur 800 Plätze hatte.
6. Er erinnerte sich dabei an Paul VI., der ihm ein Mondgestein ­geschenkt hatte, um ihn zum Bau seiner Kirche in Nova Huta zu ermutigen.
7. Bekannter Historiker von Fatima.
8. Es braucht nicht extra gesagt zu werden, wie sehr Johannes Paul II. in Fatima noch immer gegenwärtig ist. Er wurde ständig zitiert. Sogar seine Statue wurde auf der Esplanade aufgestellt.

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