Papst Benedikt XVI.Bleibt in der Schule Mariens!
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Die Pastoralreise von Papst Benedikt XVI. vom 9. bis zum 14. Mai 2007, stand in enger Beziehung zum größten Marienheiligtum nicht nur Brasiliens, sondern ganz Südamerikas. An die 9 Millionen Pilger zieht es jedes Jahr nach Aparecida, nur noch übertroffen vom mexikanischen Guadalupe (Mittelamerika), wo das 1531 bei der Erscheinung der Muttergottes entstandene Gnadenbild noch mehr Menschen anzieht; man spricht von über 20 Millionen Wallfahrern jährlich dorthin.
«Maria, die reine und unbefleckte Jungfrau, ist für uns Schule des Glaubens», führte Papst Benedikt am 12. Mai 2007 beim Rosenkranzgebet in der Wallfahrtsbasilika Aparecida aus. «Der Papst ist mit großer Freude nach Aparecida gekommen, um euch vor allem zu sagen: Bleibt in der Schule Mariens! Inspiriert euch an ihren Lehren; versucht in eurem Herzen das Licht aufzunehmen und zu bewahren, das sie euch in göttlichem Auftrag von oben sendet!»
Dies aufmunternde Wort gilt zwar in erster Linie den Christen Lateinamerikas, wo die katholische Kirche durch Sekten, soziale Risse und hartnäckigen Materialismus gefährdet ist, es gilt aber auch uns.
«Das Herz Brasiliens», wie der Papst bei der Eröffnung der Generalversammlung der Bischofe Lateinamerikas und der Karibik am 13. Mai das Heiligtum von Aparecida nannte, begann im Oktober 1717 zu schlagen, als drei Fischer eine kleine, schlammverkrustete Tonstatue der Muttergottes aus dem Wasser zogen. Der Kopf fehlte. Am folgenden Tage barg man auch das Haupt der Statue. Ein überreicher Fischfang begleitete dies Geschehen.
Die 39 cm große Statue wurde zunächst in einen schlichten Raum eines Privathauses aufgestellt. Bald zu klein für den Andrang der Gläubigen, machte man sich an den Bau einer richtigen Kapelle, die am 26. Juli 1745 eingeweiht wurde. Noch immer zu klein, entstand eine richtige Kirche (die sog. «Alte Basilika), 1888 eingeweiht. Seit 1894 betreuen Redemptoristen das Heiligtum. 1904 wurde das Gnadenbild feierlich gekrönt. Beim Nationalen Marianischen Kongress 1929 richteten 25 Bischöfe an Papst Pius XI. die Bitte, die Gottesmutter von Aparecida zur «Königin und Hauptpatronin Brasiliens» zu erklären, was im folgenden Jahr auch geschah. Wiederum zu klein geworden, wurde am 10. September 1946 der Grundstein zu einer gigantischen Wallfahrtskirche gelegt. 1980 fertig gestellt, 170 m lang und 140 m breit, hat sie 45000 Sitzplätze, kann aber zur Not bis zu 70000 Menschen fassen. Eingeweiht wurde sie am 4. Juli 1980 durch Papst Johannes Paul II. Erst vor kurzem wurde an allen vier Seiten des Kirchturmes eine Uhr installiert, die als die größte Uhr der Welt gilt: Ein Bauwerk der Superlative!
Einer der Höhepunkte der diesjährigen Reise von Benedikt XVI. nach Südamerika war die erste Heiligsprechung eines Brasilianers, des Franziskaners Antonio de Sant‘Ana Galvão. Dieser war «ein kluger und weiser Führer der Seelen, die ihn aufsuchten, und ein großer Verehrer der Unbefleckten Empfängnis Mariens, als deren „Sohn und ständiger Sklave“ er sich betrachtete». In Anwesenheit von über 1 Million Pilgern bekannte sich der Papst zur Lehre von der universalen Gnadenmittlerschaft Mariens, als er ausführte: «Es gibt in der Heilsgeschichte keine Frucht der Gnade, die nicht als notwendiges Werkzeug die Vermittlung Unserer Lieben Frau hätte ...
Danken wir Gott dem Vater, Gott dem Sohne und Gott dem Heiligen Geist, von denen uns auf die Fürsprache der Jungfrau Maria aller Segen des Himmels kommt...»
War es mehr als nur ein Zufall, dass sich gleichzeitig und parallel zum Besuch des Papstes im portugiesisch sprechenden Brasilien etwa 500000 Gläubige im portugiesischen Fatima zum Gebet versammelt hatten, um das 90-jährige Jubiläum der Erscheinungen der Muttergottes von Mai bis Oktober 1917 zu gedenken? (genau 300
Jahre nach den Ereignissen von Aparecida).
Benedikt XVI. hatte beim Flug nach Brasilien den mit ihm im gleichen Flugzeug reisenden Reportern erklärt: «Für mich ist es wirklich ein Geschenk der Vorsehung, dass meine Messe im Aparecida, dem großen Marienheiligtum Brasiliens, mit dem 90. Jahrestag der Erscheinungen von Fatima zusammenfällt. So sehen wir, dass die selbe Mutter Gottes, die Mutter der Kirche, unsere Mutter, in verschiedenen Kontinenten, sich immer in der gleichen Weise als Mutter zeigt, indem sie eine besondere Nähe zu jedem Volk offenbart» (Nach: «Osservatore Romano», 25.5.2007, S. 15).
Maria, Mutter Jesu und der Kirche, Mutter des Hauptes und Mutter aller Glieder, erfüllt im Laufe der Jahrhunderte eine wahrhaft mütterliche Aufgabe im Gesamtwerk Jesu Christi: völkerverbindend, universell.
Das war die feste Überzeugung der vom Hl. Geiste erleuchteten Heiligen der Vergangenheit. Auch Benedikt XVI. ist von der «universalen Mittlerschaft Mariens», die ihre Quelle hat im Herzen des «einzigen Mittlers Jesus Christus», fest überzeugt. Maria, «voll der Gnaden» verfügt über den der Kirche anvertrauten Gnadenschatz. Sie teilt Gnaden aus, wem sie will, wieviel sie will, wann und wo sie will. Vorausgesetzt allerdings, dass man sie darum bittet.
P. Paul H. Schmidt
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