Der Barmherzigkeitssonntag
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Als Mirjana am 18. März 2001 in Medjugorje ihre jährliche Erscheinung hatte, vertraute ihr die Muttergottes eine wundervolle Botschaft über die Barmherzigkeit an:
«Liebe Kinder, heute lade ich euch zur Liebe und Barmherzigkeit ein. Schenkt einander Liebe wie euer Vater sie euch schenkt. Seid von Herzen barmherzig. Tut gute Werke. Laßt nicht zu, dass man allzu lange auf euch warten muß. Alle Barmherzigkeit, die von Herzen kommt, bringt euch meinem Sohn näher.»
Diese Botschaft kündigte uns das große Ereignis des «offiziellen» Barmherzigkeitssonntags in der Kirche an!
Am 30. April 2000 hatten sich zu Sr. Faustinas Kanonisierung Tausende auf dem Petersplatz in Rom versammelt, um an der Feier teilzunehmen. Es war beeindruckend. Dieses prachtvolle Ereignis wurde über Satellit in die ganze Welt ausgestrahlt. Der Heilige Vater gab ein herrliches Zeugnis von Sr. Faustinas Heiligkeit, denn er verkündete: «Von jetzt an wird dieser Tag in der ganzen Kirche Sonntag der Barmherzigkeit genannt werden». Es war überwältigend. Wir trauten unseren Ohren nicht: Setzte er gerade das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit ein? Ja!
Die ganze Kirche feiert bald wieder dieses «offizielle» Fest der Göttlichen Barmherzigkeit! Was können wir davon erhoffen? Große Gnaden! Es ist ein ganz besonderer Augenblick der Gnade! Jesus sagte zu Sr. Faustina: «Meine Tochter, künde der ganzen Welt von meiner unbegreiflichen Barmherzigkeit. Ich wünsche, dass dieses Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An diesem Tag ist das Innere Meiner Barmherzigkeit geöffnet; ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle meiner Barmherzigkeit nähern. Jede Seele, die beichtet (während der acht Tage vor oder nach dem Sonntag der Barmherzigkeit) und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommenen Nachlaß der Schuld und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen. Keine Seele soll Angst haben, sich mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären. [...] Das Fest der Barmherzigkeit ging aus Meinem Inneren hervor; ich wünsche, dass es am ersten Sonntag nach Ostern feierlich begangen wird. Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht zur Quelle meiner Barmherzigkeit hinwendet.» (Tagebuch Nr. 699) Jesus hätte nicht deutlicher sein können. Er will an diesem Tag seine Gnaden über uns ausgießen! Ermutigen wir daher alle, die wir lieben, aus diesem Fest der Göttlichen Barmherzigkeit Nutzen zu ziehen!
Als Vorbereitung auf dieses Fest sind wir eingeladen, eine Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit zu beten, die am Karfreitag beginnt. Jesus sagte zu Sr. Faustina: «Ich wünsche, dass du während der neun Tage Seelen zur Quelle meiner Barmherzigkeit hinführst, damit sie Kraft, Trost und allerlei Gnaden schöpfen, die sie für die Mühsal des Lebens benötigen, besonders aber in der Stunde des Todes. [...] Ich werde keiner Seele, die du zur Quelle meiner Barmherzigkeit führst, etwas versagen.» (Tagebuch, Nr. 1209)
Stellen Sie sich das Gute vor, das wir durch unsere Gebete in dieser Zeit bewirken können! Ja, in der Tat, wenn wir diese Novene von ganzem Herzen halten, antworten wir auf den Anruf der Muttergottes vom 25. März 2001: «Liebe Kinder, ihr lebt in einer Zeit, in der euch Gott große Gnaden schenkt, aber ihr wißt daraus keinen Nutzen zu ziehen.» Nutzen wir diese Gnaden für unsere eigene Bekehrung und für die Bekehrung vieler anderer Seelen!
Wir veröffentlichen ein beeindruckendes Zeugnis der Barmherzigkeit Christi:
Der Italiener Ugo Festa war seit seiner Kindheit an Multipler Sklerose, an Muskeldystrophie und Epilepsie erkrankt. Zu Beginn des Jahres 1990 begann sich seine Wirbelsäule zu deformieren und er hatte täglich Anfälle. Kein Arzt konnte ihm helfen. Am 28. April 1990 machte Ugo, eingezwängt in seinen Rollstuhl, eine Wallfahrt nach Rom. Er war eingeladen worden, an Exerzitien im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in Trient (Norditalien) teilzunehmen, fuhr aber nicht dorthin. Eine Ordensschwester gab ihm Bilder und eine Medaille vom barmherzigen Christus. Am nächsten Tag es war der 29. April trug Ugo die Medaille und hielt die Bilder im Arm, um sie vom Heiligen Vater während der Audienz im Vatikan segnen zu lassen. Während der Papst an den Stufen des Petersplatzes an ihm vorbeiging, bat Ugo ihn, seine Bilder zu segnen. Nachdem der Papst sie gesegnet hatte, fragte er Ugo, wie es ihm gehe. Ugo erwiderte ihm, dass er deprimiert sei und in einer existentiellen Krise stecke. Der Heilige Vater antwortete ihm: «Aber wie kannst du in einer Krise stecken, wenn du den barmherzigen Christus in deinem Arm hältst? Vertrau dich Ihm an und bitte meine Schwester Faustina, für dich einzutreten.» Auf diesen Rat hin beschloß Ugo schließlich, doch zum Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit nach Trient zu fahren. Neben dem Altar der Valla O’Santissima Villazzano in Trient befindet sich im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit eine lebensgroße Ikone vom barmherzigen Christus. Nachdem Ugo vier Tage vor dieser Ikone gebetet hatte, spürte er, dass sich ihm die Arme des Bildes entgegenstreckten und er fühlte eine starke Wärme, die sich in seinem ganzen Körper ausbreitete. Auf einmal stand er auf seinen Füßen, streckte die Arme dem Herrn entgegen und hörte, wie er den barmherzigen Jesus mit lauter Stimme pries. Er sah, wie Jesus bis zu ihm herabkam; sein weißes Gewand wehte wie in einer leichten Brise und er dachte: «Mein Gott, es ist der Mann von Galiläa, der zu mir kommt!» Ugo hörte, dass Jesus ihm mit deutlich vernehmbarer Stimme sagte: «Steh auf und geh!». Er begann zu gehen. Im selben Augenblick war er von allen Krankheiten geheilt und war gesünder als jemals zuvor in seinem ganzen Leben. Ugo kehrte ein Jahr später in den Vatikan zurück, um seine Freude mit dem Heiligen Vater zu teilen, und seitdem hat er sich in den Dienst der Kranken in den Spitälern gestellt, wo er die Botschaft von der Göttlichen Barmherzigkeit verbreitet (Quelle: Handbook of Devotion, Divine Mercy Publications, Irland).
Hören Sie nicht, wie der Heilige Vater zu jedem von uns sagt: «Wie kannst du in einer Krise stecken, wenn du den barmherzigen Christus in deinem Arm hältst?» (Und Jesus könnte uns in besonderer Weise fragen: Wie kannst du in einer Krise stecken, wenn meine Mutter täglich zu dir kommt!)
In dieser Gnadenzeit wollen wir alle Situationen unseres Lebens dem Herrn und seiner großen Barmherzigkeit anvertrauen!
Die Muttergottes sagt uns: «Seid von Herzen barmherzig. Tut gute Werke. Laßt nicht zu, dass man allzu lange auf euch warten muß.» In derselben Weise ermutigt uns auch Sr. Faustina, die Barmherzigkeit nicht nur zu erflehen, sondern auch aus der Barmherzigkeit zu leben.
Jesus sagte ihr: «Ich verlange von dir Taten der Barmherzigkeit, die aus deiner Liebe zu mir hervorgehen sollen. [...] Ich gebe dir drei Möglichkeiten, deinem Nächsten Barmherzigkeit zu erweisen: 1. Die Tat, 2. Das Wort, 3. Das Gebet. In diesen drei Stufen ist die Fülle der Barmherzigkeit enthalten [...].» (Tagebuch, Nr. 742)
Der kleine Adam geht in die zweite Klasse und ist einer der besten Schüler. Alles fällt ihm leicht. Eines Tages sagte die Lehrerin, dass jeder Schüler schon früher mit der Pause beginnen könne, wenn er mit seinen Rechenaufgaben fertig sei! Es herrschte großer Jubel in der ganzen Klasse und alle Schüler waren rasch mit ihren Aufgaben fertig. Die Lehrerin bemerkte, dass der kleine Freddie nicht weiter kam. Freddie mußte aufgrund von Anfällen starke Medikamente nehmen und arbeitete sehr langsam. Für ihn würde es heute keine Pause geben... Da sah sie, dass Adam, der gerade mit seinen Aufgaben fertig geworden war, zu Freddies Tisch ging und ihm bei seinen Aufgaben half. Adam wartete geduldig, bis Freddie fertig war und ermutigte ihn immer wieder. Die Lehrerin spürte, wie sich ein Kloß in ihrer Kehle bildete, während sie bei diesem achtjährigen Kind einen solchen Akt der Barmherzigkeit und des Mitgefühls erlebte. Sie war Zeuge der tätigen Barmherzigkeit.
So können die Kinder unsere Lehrer sein! Das läßt mich wieder an die letzte Botschaft der Gospa an Mirjana denken. Adam hat Freddie nicht zu lange warten lassen! Erfüllen wir die Aufgaben, die Jesus in unser Herz legt, unverzüglich. Dadurch wird zweifellos eine unermeßliche Freude in unser Leben und in das Leben unserer Mitmenschen strömen!
Geliebte Gospa, wir öffnen uns für die Gnade dieser Zeit. Hilf uns, damit wir durch unsere Akte der Barmherzigkeit Kanäle der Gnade sind!
Cathy Nolan
Enfants de Medjugorje, 01.04.03
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