Das Einladende Herz Jesu in China
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Als ich das Einladende Herz Jesu zum ersten Mal in der Zeitschrift Stella Maris1 sah, war ich von diesem Bild sehr angezogen. Es ist das erste Mal, dass sich der himmlische Vater auf diese Weise mit so unendlicher Sanftmut enthüllt. Ich habe mir gesagt, dass es für unsere Zeit wichtig sein muss, dass er in solcher Weise kommt und uns Menschen seine Existenz, seine ewige Liebe in Erinnerung ruft.
Ich wollte Ihn daher durch dieses allmächtige Mittel bekannt machen. Aber das war nicht leicht: Ich klopfte an die Tür verschlossener oder zu verwöhnter Herzen.
Als ich im Oktober 2002 zu Schweigeexerzitien in Kanada war, bemühte ich mich um eine Begegnung mit Micheline Boisvert. Es wurde mir versagt. Ich weiß nicht, warum mir gesagt wurde, dass Micheline niemanden empfängt und dass ihre Sendung nur darin besteht, für die Welt zu beten. Als ich wieder daheim war, verbreitete ich die Bilder und die Botschaften auch weiterhin. Wenn sich die Menschen nicht dafür interessierten, ließ ich sie in Ruhe und gab mich in Gottes Hand. Ich sagte mir, wenn sein Bild echt sei, würde Er wissen, was Er zu tun habe.
Eines Tages stieß ich auf eine Chinesin. Wir durch-lebten gemeinsam eine Prüfung, die uns einander so nahe brachte, dass sie meine Freundin wurde. Als ich ihr das Bild vom Einladenden Herzen Jesu gab, übersetzte sie es sofort auf chinesisch. Damals hatte ich gerade meinen Mann verloren. Als meine chinesische Freundin im Februar 2004 aufbrach, um nach China zurückzukehren, hatte ich jede Orientierung verloren und das Einladende Herz Jesu vergessen. Im Laufe des Jahres 2004 erhielt ich zu meiner Überraschung die vollständige Übersetzung der Gebete und der Botschaft der Muttergottes. Sofort verspürte ich das Bedürfnis, sie in die Tat umzusetzen. Seit langem hatte ich in meinem Inneren die Sehnsucht, etwas für China zu tun, aus Dank-barkeit gegenüber meinen Groß-eltern, die mir durch ihre Auswanderung ermöglicht hatten, etwas von Gott zu erfahren. Aber bis dahin wusste ich noch nicht, worin mein Dienst bestehen würde.
Nun, Gott bediente sich meiner; er machte mich kleines Geschöpf durch seine Allmacht nützlich: In einem Brief der “Aktion Rosen-regen2” wurde uns gesagt, dass Marthe Robin einer Ordensfrau enthüllt hatte, dass die Bekehrung Chinas eines der allerletzten Zeichen der Zeit sein wird, bevor Christus wiederkehrt. Ich sagte mir daher, dass ich als Chinesin in der Diaspora die Pflicht habe, dies zu beschleunigen, indem ich das Einladende Herz Jesu nach China bringe. Deshalb habe ich, als meine Freundin mir zu verstehen gab, dass sie nicht mehr tun könne, zum Herrn gesagt: «Wenn du willst, dass ich das tue, lege ich meine Fähigkeiten und alle Mittel, die du mir gegeben hast, in deine Hände, aber schenke mir dafür Zeichen, damit ich verstehe, dass Du es bist, denn China ist so weit entfernt und ich fühle mich zu schwach, um allein dorthin zu gehen.3»
Und so hat Er mir geholfen: Ich wandte mich an den Parvis-Verlag in der Überzeugung, dass dort Bildchen mit chinesischem Text erhältlich seien. Aber das war leider nicht der Fall! Deshalb wandte ich mich dann an die Vereinigung vom Einladenden Herzen in Quebec. Zu meiner großen Überraschung erhielt ich von Micheline Boisvert persönlich eine Antwort (Okt. 2004). Von da an ging alles sehr schnell. Im März 2005 flog ich nach China und hatte über 4000 Bildchen in meinem Koffer, davon 2000 auf chinesisch, die ich in meiner Heimat (Französisch-Polynesien) hatte drucken lassen, und weitere 2000 auf englisch, die mir Micheline geschenkt hatte. Ich wusste sogar nicht einmal, was ich mit all diesen Bildchen machen sollte. Aber Jesus war mein Kapitän und ich sein kleiner Matrose. Nach und nach wurde mir die Gefahr bewusst, in der ich mich in diesem Land befand und betete: «Herr, wenn Du dorthin willst, musst Du Dich darum kümmern, dass ich keine Schwierigkeiten bekomme». Und es war wie in einem Traum; es war das Wunder der «Aktion Rosenregen der hl. Theresia in China», an die ich mich schon seit 8 Jahren gewandt hatte. Meine Freundin war nämlich plötzlich erkrankt und bettlägerig, so dass meine Pläne durchkreuzt waren. Die hl. Theresia hat sich daraufhin durch Mittelspersonen gezeigt! Es war für mich sehr bewegend zu erfahren, dass sie China nicht verlassen hatte. Drei Wochen lang bis zum Ende meines Aufenthaltes erlebte ich dank der Hilfe dieser Freundin und anderer Menschen, die Jesus auf meinen Weg stellte und ohne die ich diese Rundreise ins Unbekannte nicht hätte unternehmen können, auf außergewöhnliche Weise die Einwurzelung des Einladenden Herzen Jesu.
In diesem Jahr, 2006, habe ich Micheline Boisvert eingeladen, um die Gruppe zu ermutigen, die die Verbindung von Hong Kong nach Zentralchina aufrecht erhält. Ich habe unseren Aufenthalt und unsere Etappen mit Hilfe von drei Kontakten, die ich letztes Jahr knüpfte, organisiert. Neben Gott war ich der einzige «Kapitän»; Micheline und P. Guy, der Priester, der uns begleitete, vertrauten mir. Ich wagte nicht, ihnen zu sagen, dass ich sie in ein Abenteuer führte, dessen Ausgang Gott allein kennen würde. Meine einzige Zuflucht war, Gott alles anzuvertrauen und in erwartungsvoller Stille zu verharren!
Die Jugendlichen, die von dem Verantwortlichen für Hong Kong angeleitet wurden, machten durch Micheline am Gründonnerstag gemeinsam mit uns eine sehr intensive Erfahrung der Gegenwart Jesu. Dieser Verantwortliche leistete bereits seit einem Jahr hervorragende Arbeit. Die Jugendlichen bilden die junge Kirche Chinas, die sich mit derselben Geschwindigkeit aus den Ruinen erhebt wie sich China wirtschaftlich erhebt4. Anschließend fuhren wir als Touristen nach Schanghai und wurden wie Brüder aufgenommen, die aus 3 verschiedenen Ländern gekommen waren, um ihnen einen Hauch der Erneuerung zu bringen. Den Rest der Karwoche verbrachten wir voll innerer Bewegung in der authentischen Kirche Chinas, inmitten einer Schar glühender Christen, in der Kathedrale von Schanghai, die von 3 Bischöfen5 geleitet wird. Dann besuchten wir die umliegenden Kirchen im ländlichen Gebiet, wo Gesänge, deren Klang an das alte China erinnerten, ertönten. Die Landbevölkerung war von tiefem Eifer und einem fest verwurzeltem Glauben beseelt. Die Ostermesse feierten wir mit Bischof Josef Xing, der als erster Bischof Chinas sowohl mit der Erlaubnis der Regierung als auch mit der des Vatikans geweiht worden war. Sein älterer Mitbruder, Bischof Jin, der «gelbe Papst», feierte die Messe ebenfalls mit. Als hätten sie unsere Sendung erahnt, richtete sich ihr Blick nach der Ostermesse auf uns und jeder der beiden segnete Micheline und mich. P. Guy hatte die Freude, mit ihnen zu konzelebrieren.
Am Abend bevor Micheline Boisvert abreiste, ließ sich das Einladende Herz Jesu wirklich in Schanghai nieder, als ich es nicht mehr erwartete. Das war unser schönster Lohn!
Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist für all seine Werke und für alles, was in Peking, in Xian oder in der Inneren Mongolei noch zu tun bleibt.
J.L.
Anmerkungen:
1. Nr. 379 vom März 2002
2. «Die Kinder von Medjugorje» (1996)
3. 65 Jahre, 1,49 m groß, 36 kg, angeschlagene Gesundheit.
4. Wer sich näher für die Geschichte dieses Erwachens interessiert, sei auf «Pape jaune», den streitbaren Bischof von Schanghai,
hingewiesen, über den Dorian
Malovic, Journalist bei der Tageszeitung La Croix geschrieben hat.
5. Zwei offiziell anerkannte Bischöfe und ein «unsichtbarer».
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