Bruder Elia von den Aposteln GottesWorin besteht denn diese «Krankheit»?
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Bruder Elia Cataldo ist ein Mann von kleiner Gestalt, der oft einen kaum merklichen Bart in seinem runden Gesicht trägt, aus dem zwei lebhafte, forschende Augen schauen. Im März 2004 empfing er uns in seinem Konvent, der noch renoviert wird. Er war bereit, auf meine Fragen zu antworten..
Bruder Elia, was sind Ihre Wurzeln?
Meine Eltern Cataldo hatten bereits fünf Töchter und zwei Söhne, als ich am 20. Februar 1972 in Francavilla Fontana geboren wurde. Sie dachten nicht im Entferntesten daran, dass Gott besondere Pläne mit mir haben könnte, und sie brauchten lange, bevor sie verstanden, warum ich in jeder Fastenzeit so «krank» war, dass ich nicht mehr essen konnte.
In dieser schönen apulischen Landschaft, inmitten meiner großen, christlichen Familie, die arme, aber sehr liebevolle Bauern waren, hatte ich eine glückliche Kindheit. Mein Vater zeigte mir von frühester Kindheit an alle landwirtschaftlichen Arbeiten. In der dritten Klasse der Volksschule begleitete ich nachmittags meinen Bruder, und wir jäteten im Weinberg das Unkraut.
Ihre christliche Familie hat also schon sehr früh den Glauben in Ihnen geweckt?
Ich ging jeden Sonntag in die Kirche und war Messdiener. Ich bin dem Herrn sehr früh begegnet; ich hatte Ihn im Herzen.
Dreimal wöchentlich trafen wir eine Gruppe junger Burschen uns im Oratorium der Pfarrre. Wir waren immer ungefähr zehn und spielten Fußball oder Blindekuh... Später ging jeder seinen eigenen Weg..., manche nahmen Drogen... Ich konnte damals nicht wissen, was der Herr mit mir vorhatte.
Erinnern Sie sich an Ihre erste prägende geistliche Erfahrung?
Im Alter von sieben Jahren spielte ich mit meinen Vettern und Neffen. Ich versteckte mich im Zimmer meiner Eltern, als ich wie geblendet war: Ich sah Engel, die sich in einem intensiven Licht drehten; ich sah, wie sie sich unablässig drehten. Daraufhin lief ich, um meine Mutter zu rufen, damit sie es auch sehen sollte. Sie buk gerade Brot. Sie gab mir jedoch einen leichte Ohrfeige und sagte: «Mein Armer, was siehst du denn da!».
Während der Fastenzeit war ich immer im Bett. Ich war immer krank, wie auch jetzt. Meine Eltern brachten mich ins Krankenhaus und man gab mir vierzig Tage lang Infusionen. Sie sagten, ich sei schlecht ernährt. Aber weder meine Mutter noch ich selbst konnten wissen, was es eigentlich war. Später, als ich dreizehn war, wäre ich sogar fast gestorben.
War diese «Krankheit» ständig da?
Nein, am Abend des Karsamstags ging es mir nach dem Besuch des Engels schon wieder gut. Und am Sonntag war ich ganz geheilt.
Bis zum nächsten Jahr?
Zu Beginn der Fastenzeit wurde ich wieder krank. Ich hatte an den Händen und Füßen Schmerzen und zudem Fieber. Weder meine Mutter noch andere Personen verstanden, was mir widerfuhr. Niemand hatte die geringste Ahnung davon. Auch die Ärzte konnten nicht begreifen, was ich hatte. Ich sprach nicht, mir war nicht gut, ich aß nicht und verbrachte 40 Tage mit Infusionen. Als Jugendlicher dachte ich, dass ich irgendeine Grippe hätte.
Das ist geheimnisvoll!
Geheimnisvoll, aber wahr. Meine Mutter, die noch lebt, bezeugt es. Jetzt sagt sie: «Deshalb sagten also die Ärzte, wenn man dich hierhin und dorthin brachte, dass dieser Junge gesund und nicht krank ist. Aber niemand begriff die Ursache dieser "Krankheit"».
Gottes Vorgangsweise ist erstaunlich!
Ja, und als ich entdeckte, was es war, war ich im Noviziat.
Mit 12 Jahren wollte ich ins Kloster eintreten und sagte es den Kapuzinern. Die Brüder besuchten meine Familie, aber meine Mutter wollte nicht, dass ich gehe. Mit 15 Jahren habe ich die Schule beendet und dann mit meiner Familie auf den Feldern gearbeitet. Anschließend habe ich eine Anstellung bei der Post gesucht. Ich bewarb mich und nach einer Probezeit stellten sie mich in Mailand ein, wo ich meinen Onkel hatte, so dass ich nicht allein war. Später habe ich mir eine eigene Wohnung gesucht. Ich ging jeden Tag um 5.00 Uhr in die Kirche, um den Rosenkranz zu beten und die Messe mitzufeiern.
Bei der Post fehlte ein Kassierer. Ich bewarb mich für die Stelle und sie setzten mich an den Schalter für Zahlungen und Außenstände... Ich erinnere mich, dass ich einmal wegen eines Irrtums 100.000 Lire aus meiner eigenen Tasche zahlen musste!
Während dieser drei Jahre bei der Post war ich während der Fastenzeit krank, ich fiel zu Boden, man fuhr mich in die Notaufnahme. Einmal sagte mir der Arzt, ich hätte eine cerebrale Verletzung, aber mittags war die Verletzung verschwunden! Ich konnte nicht mehr arbeiten. «Aber was ist mit dir?», fragte man mich. Ich erinnere mich, dass mein Kopf eines Tages, als ich gerade fuhr, ganz schwindelig war... und ich verbrachte die 40 Tage der Fastenzeit mit Infusionen im Krankenhaus.
1985 sagte mir der Direktor eines Tages: «Die Briefträgerin ist krank, bring ein Paket nach Mailand ins Kloster der Kapuziner». Ich machte mich auf den Weg und ging zu den Brüdern. Es war für mich eine große Freude, als sie mir ihre Tür öffneten; und ich fühlte mich wie zuhause. Es gab nämlich in mir eine Erwartung, die ich nicht kannte. Das Schweigen, die Aufnahme..., zwei Stunden vergingen schnell. Gegen 17.00 Uhr kehrte ich zurück. Der Direktor war furchtbar wütend! Aber ich war glücklich, weil ich gefunden hatte, was ich als Kind nicht haben konnte. Allerdings fühlte ich mich noch nicht bereit, einzutreten, aber ich betete.
Zuerst trat ich als Oblate ein; sechs Monate dachte ich nach und merkte, dass ich einen inneren Anruf hatte. Daraufhin machte ich das zweijährige Postulat, und dann lebte ich zwölf Jahre mit zeitlichen Gelübden, die ich jedes Jahr erneuern musste, im Konvent.
Während des Noviziates verstand ich noch immer nicht. Aber mein Körper war von großen blauen Flecken übersät, so als würde man mich schlagen. Ich fragte mich, ob ich meine Hände nicht genug beherrschen würde. Aber bereits als Kind hatte ich, sobald der Aschermittwoch gekommen war, Schmerzen an den Händen und den Fußrücken. Es war wie Feuer. Schauen Sie: Wenn ich so mache (der Bruder stützt sich auf seine Handfläche), ist es gleich schwarz. Der Schnitt geht von hier aus.
Jeden Donnerstag öffnen sich die Wunden und am Freitag sind sie ganz offen. Am Sonntag sind sie wieder ganz zu.
Nach dem Noviziat ging es mir nicht gut, es tat weh, es brannte. Und der Krankenbruder sagte zu mir: «Was für eine sonderbare Sache hast du da!»
Sie hatten noch immer nicht begriffen?
Ich dachte, dass es das Feuer des hl. Antonius sei.
Das heißt?
Das sind Wunden mit Wasserblasen, die mich brannten. Es tat zum Verrücktwerden weh und ich weinte, weil es so weh tat.
Schließlich rief man eine Frau, eine Freundin des Hauses, Mamma Anna. Als sie kam, rief sie aus: «Aber was hast du? Du machst mich kopflos!»
Ich schob meinen Habit zurück und sagte: «Schau, was ich habe, hier und hier... ich verstehe es einfach nicht». Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft, eine Flasche in die Hand zu nehmen und die Hand zu drehen, um etwas auszugießen, weil es so weh tat... Sie riet mir, zu einem Arzt zu gehen, während mein Freund, der Krankenbruder, murmelte: «Hoffen wir, dass es nicht das ist, was ich denke!».
Ich fragte ihn: «An was denkst du denn? Werde ich nicht damit fertig werden?».
Er antwortete: «Nein, nein, hoffen wir».
Drei Tage später begegnete ich ihm auf dem Flur; ich blieb stehen und sagte ihm: «Also, Philipp, sag mir die Wahrheit, was habe ich? Was meinst du?». Ich selber dachte an eine Krankheit, an einen Tumor oder an dieses Feuer des hl. Antonius. Und er erwiderte mir: «Das sind Stigmata!».
Als er mir das sagte, verwirrte er mich: «Was?! Das sollen Stigmata sein, das hier, was ich schon seit immer habe?!»
«Das sind Stigmata!»
Ich sagte mir: «Das ist einfach verrückt!»
Und er sagte: «Geh zu deinem geistlichen Vater und sprich mit ihm».
Das wollte ich nicht, ich glaubte ihm nicht, ich kämpfte.
Zum geistlichen Vater gehen? Aber was sollte ich ihm sagen?
Ich musste mich öffnen und mit ihm sprechen. Ich wollte das Gespräch beginnen, aber ich konnte doch nicht ankommen und sagen: «Schau, was ich hier habe!» Ich wandte mich um und versuchte mit ihm darüber zu sprechen. Dann fragte ich ihn: «Pater Natale, glauben Sie an Erscheinungen?» Und er antwortete: «Was suchst du! Du sollst nicht an solche Dinge glauben!» Als ich das hörte, brach eine Welt für mich zusammen. Ich fühlte mich nicht verstanden.
Bruder Serge, ein Mitbruder, der inzwischen Diözesanpriester in Genua ist..., hat mir in jeder Hinsicht geholfen. Er sagte mir, ich solle ruhig bleiben und beten...
Ich habe es nicht sofort angenommen. Fast ein Jahr lang habe ich gekämpft, bis ich schließlich sagen konnte: «Wenn es das ist, was der Herr will, nehme ich es an».
Wenn ich im Kloster ohnmächtig wurde und zu Boden fiel, nahmen sie mich, zogen mich in mein Zimmer und ließen mich dort auf dem Boden liegen. So blieb ich bis zu drei Tagen liegen, weil mir die Kraft fehlte, wieder aufzustehen.
Hat der Krankenbruder, der die Stigmata diagnostiziert hatte, nichts gesagt?
Nein, er kehrte nach Genua zurück, denn er war nicht aus unserer Provinz. Ich war in der lombardischen Provinz, die aus verschiedenen Provinzen Brüder zur Ausbildung aufnahm. Aber dann gab dieser Bruder sein Zeugnis... Letztlich waren es die anderen, die mich verstehen ließen, dass es Stigmata waren.
Der Herr hat es Ihnen also nicht gesagt, wie z.B. Marthe Robin, als die hl. Theresia vom Kinde Jesus in ihr Zimmer kam, um es ihr mitzuteilen?
Ich sah die Madonna.
In diesem Augenblick?
Nein, auch als ich klein war und mit meinen Freunden und Vettern spielte, sah ich die Madonna und sagte es ihnen. Aber meine Vettern hielten das immer für einen Witz, für ein Spiel. Aber ich nahm sie mit in die Kirche, um zu beten.
Sie hatten also schon immer diese Besuche?
Ja.
Und glaubten Ihre Eltern Ihnen?
Nein, sie sagten: «Er geht immer in die Kirche, das ist sein Spleen...»
Aber Sie sahen die Madonna?
Ja, wenn ich sie sah, lächelte sie mich an und brachte mich zum Beten. Sie sagte: «Beten wir» und ich
betete. Danach sagte sie mir: «Beten wir für deine Freunde. Es ist gut, dass du sie trägst.».
Meine Vettern kamen mit mir und ich sagte ihnen: «Ich komme mit euch, aber ihr müsst zuerst mit mir in die Kirche gehen und beten».
Erinnern Sie sich an das erste Mal, als Sie die Madonna sahen?
Ja, natürlich!. Ich erinnere mich, dass wir Verstecken spielten; ich fiel vom Dach, und sie gab mir die Hand und sagte: «Pass auf!». Dann sagte sie noch: «Kommt wieder zu mir, wir müssen beten».
Und was haben Sie von dieser ungewöhnlichen Begegnung gedacht?
Weil mir meine Freunde nicht glaubten, habe ich niemandem mehr etwas gesagt und mich versteckt, um zu beten.
Und ihre persönliche Meditation?
Es ging von Tag zu Tag, sie ließ mich voranschreiten.
Weil sie oft kam?
Ja, ja, ich sah sie jeden Donnerstag.
Als ein Kind?
Ich sah sie wie ... (Wo ist meine Tasche?) Ich habe ein Foto von der Madonna, das mir gehört. Nach dem Interview werde ich es dir zeigen. (Aber danach haben wir es vergessen!)
Wie ist sie?
Sehr schön, sie war sehr glücklich und lächelte immer.
Die Madonna hat Sie also begleitet...
Sie lehrte mich zu beten, einen Reueakt zu erwecken, für die anderen zu beten, für alle, die nicht beten können, zu beten, mich abzusondern und allein in die Stille zurück zu ziehen. Sie lehrte mich nachzudenken, sie lehrte mich, jemanden, der leidet, anzulächeln, ihn zu berühren, um ihm zu verstehen zu geben, dass er nicht allein ist.
Gab sie Ihnen auch praktische Ratschläge: «Mach dies oder das...»?
Nein. Nur Ratschläge zum Gebet.
Und wenn Sie etwas Böses taten?
Dann zog sie mich an den Ohren und sagte mir oft, dass ich so etwas nicht tun soll und dass ich nicht Lügen erzählen darf.
Ich sagte ihr, dass meine Mutter mir überhaupt nicht glauben würde.
«Das macht nichts! Auch wenn deine Mama dir nicht glaubt, weiß sie nicht alles. Sag ihr nichts. Aber bete, denn eines Tages wird deine Mama verstehen.»
Also habe ich nichts mehr gesagt. Ich bin nämlich verschwiegen. Wenn ich nichts sagen soll, sage ich absolut nichts.
Sie lebten also seit Ihrer Kindheit in einer regelmäßigen Vertrautheit mit der Madonna?
Ja.
Sie führt sie immer?
Immer!
Auf welche Weise sehen Sie sie? In welcher Art ist es eine Vision...?
Und Sie? Wie sehen Sie eine Person, wenn Sie sie an die Hand nehmen?
Ich sehe sie so wie ich Sie sehe!
Genau. So wie ich Sie sehe.
Haben Sie auch innere Einsprechungen?
Ja.
Nur von der Madonna, oder auch von Jesus...
Manchmal kommt mein Schutzengel, dann wieder ist es der Herr, dann wieder die Madonna...
(Fortsetzung folgt)
Von Christian Parmantier
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