Geistliche Nahrung und stilles Gebet
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Jesus ruft uns durch Françoise auf, der Liebe zu begegnen, die Er ist, damit auch wir Liebe werden. Wenn man Gott wählt, hat man die Liebe, die in unserem Herzen herrscht, und diese Liebe ist der größte Schatz, den man haben kann. Werdet „Liebe“, sagt uns Jesus, der Rest vergeht, nur die Liebe bleibt.
„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt.“ (Joh 6,27)
Jede Seele, die in Gott leben will (die Seele ist die Perle der Schöpfung, ein Wunderwerk, das für die Liebe geschaffen wurde), muss geistlich in ihrer Tiefe genährt werden. Die Nahrung Gottes geht über das hinaus, was man wahrnehmen kann, denn Er kommt und schenkt uns Sein Herz durch Seinen Heiligen Geist. Diese Begegnung mit dem Herrn geschieht durch die Sakramente, das Herzensgebet, das Lesen Seines Wortes in der Heiligen Schrift und insbesondere durch die Betrachtung Seines Göttlichen Herzens, dieses Wegs der Vollkommenheit, den das stille Gebet darstellt.
„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ (Joh 6,35)
Es ist nicht umsonst, wenn wir den Herrn jeden Tag im Sakrament der Eucharistie empfangen (wenn es möglich ist), denn dann lebt Jesus in uns und vereint uns mit Ihm. Er übermittelt sich unserem Herzen in Seiner unendlichen Liebe und gießt in unserer Seele Sein Leben und Seine Kraft aus, um sie zu erneuern.
„Mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.“ (Joh 6,55-56)
Doch um Jesus so in der Tiefe zu begegnen, um voll und ganz in Ihm zu leben, müssen wir von unseren Sünden im Sakrament der Versöhnung gereinigt werden (durch das Bereuen unserer Schuld). In diesem Sakrament schenkt uns Jesus nicht nur Seine Barmherzigkeit: Er schenkt uns die Gnade, den Willen zu haben, nicht mehr zu sündigen. Er gibt uns wieder ein reines Herz und lässt uns Fortschritte machen in der Liebe zu ihm.
Wir sind alle auf diese Begegnungen im Tiefsten unseres Wesens angewiesen, um zahlreiche Gnaden der Heilung zu erlangen, um unser inneres Gleichgewicht wiederzufinden und in Fülle wiederhergestellt zu werden.
„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.“ (1 Joh 1,9)
Doch damit die Sakramente in einer Seele „wirken“ können, muss sie sich vom Herzensgebet nähren: Von diesem Austausch zwischen Gott und dem Geschöpf, bei dem der Herr uns in der Tiefe unseres Wesens aufsucht.
Ohne das Herzensgebet kann es keine innige Vertrautheit mit Jesus geben. Wenn man mit dem Herzen betet, ist man sicher, dass Jesus da ist. Mein Herz muss den Wunsch haben, sich mit dem Seinen zu vereinen, sonst kann der Herr nicht in uns einziehen. Wenn man Jesus nicht mit Liebe anschaut, wenn man nicht schweigt, damit Er uns nährt, dringt das Leben nicht in unsere Herzen ein. Die Gegenwart Jesu wird uns geschenkt, wenn wir mit dem Herzen beten. Dann erfüllt Er unser Herz und stärkt uns.
„... bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ (Phil 4,6-7)
Doch um zu diesem innig vertrauten Gebet zu gelangen, muss man sich vom Wort Gottes durchdringen lassen und davon leben.
Das Wort Gottes in der Heiligen Schrift ist Nahring für uns. Sie ist Quelle des Lebens. Wenn wir nur einen Teil der Wahrheit aufnehmen, die im Evangelium offenbart wird, werden wir nicht vorankommen und nicht erleben, wie Jesus in unsere Herzen einzieht. Unser Herr bittet uns, als echte Liebende Seines Herzens zu leben und die Wahrheit des ganzen Evangeliums zu wählen, wie Johannes Paul II. uns gelehrt hat. Man kann nicht behaupten, dass man Jesus ehrt, wenn man Sein Gesetz der Liebe ablehnt.
Wir müssen das Wort Gottes auch im Alltag leben. Doch was hat Jesus gemacht, als er auf unsere Erde kam und unter uns gelebt hat? Er hat uns geliebt und hat uns gelehrt zu lieben, um uns von allen Ketten zu befreien. Aus dem Wort Gottes leben ist das Gleiche. Der Mensch ist für die Liebe geschaffen. Die Liebe Gottes führt uns zur Liebe der Brüder.
„Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“ (Joh 14,23)
Doch um noch tiefer vom Herrn erfüllt zu werden, muss man sich auf die Betrachtung Seines Göttlichen Herzens, auf die stille Anbetung einlassen.
„Das beschauliche Gebet ist der Höhepunkt des Betens. In ihm rüstet uns der Vater durch seinen Geist mit Kraft aus, damit in uns der „innere Mensch“ gestärkt werde, Christus durch den Glauben in unseren Herzen wohne und wir „in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet“ seien,“, sagt uns der Katechismus der Katholischen Kirche. Jesus lädt uns alle ein, ihm jeden Tag eine Zeit stiller Anbetung zu reservieren, um Seine Gegenwart zu kosten. Man kann nicht durch eigene Anstrengung dahin gelangen, von Seinem Feuer der Liebe entflammt zu werden, das ist eine Gabe, eine Gnade. Die Seele vermag nichts aus sich selbst. „Unser Wille willigt nur in die Gnaden ein, welche die Seele empfängt“, sagt uns die heilige Teresa von Avila. Jesus kommt und besucht uns, wenn unser Herz einladend, liebend, friedvoll und von allem Lärm frei ist. Er kommt ganz nahe zu uns und ist bereit, uns über unsere Hoffnungen hinaus zu erfüllen. Wir müssen unter seinem Blick ganz klein sein und jeden unnützen Gedanken vertreiben, damit Er unseren Durst stillen kann. Jesus bittet uns, Ihn zu betrachten, indem wir uns für Ihn vergessen. Sich vergessen heißt unseren Blick auf ihn zu richten und unseren Geist ruhen zu lassen, damit Sein Heiliger Geist in uns Raum findet, um sich niederzulassen.
Je mehr die Seele ihren Gott schaut, umso mehr dürstet sie danach, Ihn noch mehr kennen zu lernen. Dann offenbart sich der Herr ihr und zeigt ihr Sein Herz und die Schätze der Liebe, die es in sich birgt. Dann wird sie von Seiner glorreichen Gegenwart der Liebe durchdrungen und Jesus gießt durch den Heiligen Geist Sein Licht in ihr aus.
„Im beschaulichen Gebet verzehrt sich die Seele voll und ganz in dem Verlangen, tiefer in Mich einzudringen. Nicht mehr die Seele lebt, sondern Ich lebe in ihr“, sagt der Herr zur heiligen Teresa von Avila.
Frau M. Monnery
Jede Seele, die in Mir, in Meinem Heiligsten Herzen leben und Mich in Wahrheit anbeten will, muss geistlich in der Tiefe genährt werden.
Ich kann Mich in erster Linie durch die Sakramente und hauptsächlich durch sie mit einer Seele vereinen und sie so bis zur Vollkommenheit führen. Aber damit die Sakramente in einer Seele „wirken“ können, muss sie sich von der Begegnung mit Meinem Herzen durch das Gebet nähren.
Welches Gebet erlaubt euch, Mich kennen zu lernen und in Mir zu leben? Das Gebet des Herzens, das beschauliche Gebet.
Um zu diesem innigen Gebet zu gelangen, müsst Ihr Mein Wort in der Heiligen Schrift lesen, euch von ihm durchdringen lassen und es dann im Alltag heiligmäßig leben. Ihr müsst das Wort leben, das heißt in jedem Augenblick lieben und das Gebet mit euren Brüdern teilen.
Aber ihr würdet nicht in der Tiefe genährt, wenn ihr es dabei belassen würdet. Eure geistliche Nahrung empfangt ihr durch die Kontemplation Meines Göttlichen Herzens, durch die stille Anbetung. Das ist der einzige Moment, da ich euch in der Stille eurer Seele offenbaren kann, wer Ich Bin. Diese tägliche Begegnung in der Stille wird euch dazu bringen, die Schätze Meines Heiligsten Herzens zu entdecken: Diese bestehen weder aus Worten, noch aus Gedanken noch aus Visionen, sondern aus Meiner Gegenwart in euch.
In dieser Göttlichen Gegenwart werdet ihr erleuchtet, strahlt ihr und werdet lebendig. Dort erwarte ich jeden von euch.
Werdet nicht wie die Pharisäer, die die Gesetzestexte „auswendig“ konnten, wortgewandt waren, die „Verpflichtungen“ einhielten und doch Gott nicht kannten. Denn sie haben nicht geliebt, haben sich nicht erniedrigt und sind Gott nicht in der Stille ihres Herzens zutiefst und liebevoll begegnet.
Wenn ihr auf Mein Wort hört, wenn Ihr Mich in den Sakramenten empfangt, wenn ihr eine Wallfahrt unternehmt, wenn ihr mit euren Brüdern betet, aber Mich nicht in einer innig vertrauten, stillen und beschaulichen Beziehung kennen lernt, kommt ihr nicht voran. Dann kennt ihr die Vereinigung nicht, die verwandelt und lebendig macht und euch zur Heiligkeit führt.
Eure hauptsächliche Berufung und Sendung besteht darin, das erste Gebot zu achten: die Anbetung Gottes, Eures Schöpfers. Diese Anbetung sollt ihr in der vollkommenen Stille eurer Seele leben, die vollkommen aufnahmebereit und vollkommen offen ist für Gott, der Sich offenbart.
Auf diesem Weg der Vollkommenheit, den das stille Gebet darstellt, wird Mein Heiliger Geist dann tief in euch einziehen. Er wird euch gewähren, den ganzen Tag in Seinem Licht zu bleiben. Dann empfangt ihr die Sakramente in der Fülle, die das vorbehaltlose Ja schenkt, und gebt euch euren Brüdern in der Freude und in der Weisheit hin.
Nach dem Vorbild Meiner heiligen Mutter seid ihr dann Perlen für Mein Herz, denn ihr seid klein, still, voller Liebe und voller Licht. Die Stille der Weisheit wird in eurem Geist wohnen: Sie wird euch immer besser auf mein Herz hören lassen und euch mit Frieden erfüllen.
Diesen Frieden gebt ihr dann an jene weiter, denen ihr begegnet, denn Gott wird durch euch und mit euch handeln, um zu lieben...
Möge jeder Mir sein Ja zu dieser tiefen Vereinigung schenken, die Ich mit euch aufbauen will, indem ich euch dazu bewege, die Würde anzunehmen, Kind Gottes zu sein.
Ich segne euch, Kinder...
Jesus Christus
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