Das ist die Veronika

=> MARIA HEUTE 427 INHALT

Im Heiligen Jahr 1950 entdeckte der Restaurator unter dem Hauptaltarbild Von S.Maria Nova die älteste Marienikone Roms. Nur wenige Pilger schauen in der Sakristei der Maria Nova in der Nähe des Kolosseums nach dieser Ikone. Auffallend an diesem Bild sind die großen Augen Marias und die lange Nase. Es war für den Restaurator ein tiefes Erlebnis, als er nach sorgfältiger Kleinarbeit die grossen Augen Mariens freilegte. Augen, die Jahrhunderte verborgen blieben, schauen uns an. Das Bild stammt aus dem 5.Jahrhundert und ist eine Kopie des ebenfalls überlebensgroßen Marienbildes auf dem Monte Vergine in Süditalien.
Hatte Maria wirklich so große, schöne Augen? Eines blickt in die Ferne, das andere auf den Betrachter.
Ähnlich große Augen schauen uns an beim Betrachten des Volto Santo in Manoppello. Es sind dieselben großen Augen wie auf der ältesten Marienikone. Die Mutter Jesu und ihr Kind Jesus müssen sich ganz ähnlich gewesen sein.
Mit diesen liebenden Augen hat Jesus einmal auf die Sünderin Maria von Magdala geschaut. Aus diesem Mund Jesu hatte sie seine Worte gehört: „Geh und sündige nicht mehr!“ Mit diesen Augen schaute Jesus am Ostermorgen auf Maria, als sie Ihm begegnete beim leeren Grab. „Halte mich nicht fest. Denn ich bin noch nicht zu meinem Vater hinaufgestiegen. Geh aber zu den Brüdern.“
Der Engel sagt bei Lukas zur selben Szene: „Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“
Petrus und Johannes sahen die Binden im leeren Grab liegen und das Schweißtuch, das auf seinem Kopf gelegen hatte. Es war zusammengefaltet und lag an einer besonderen Stelle. Dieses Tüchlein hat der Auferstandene nicht nur für Maria von Magdala so zusammengefaltet im leeren Grab zurückgelassen, sondern für uns alle.
Maria von Magdala hat es beim Begräbnis Jesu über das Haupt, das unter den Leinentüchern sich befand, gelegt als Zeichen ihres Dankes und ihrer Liebe zu Jesus.
Dieses Tüchlein war für Maria von Magdala das Kostbarste, was sie Jesus ins Grab mitgegeben hatte. Wir wissen nicht, wann die Apostel und Maria von Magdala entdeckt hatten, dass Jesus wunderbarer Weise das Abbild Seines Antlitzes in diesem Byssustüchlein zurückgelassen hatte.
Wenn dieses kostbare Tüchlein, das im Heiligtum der Kapuzinerpatres in Manoppello verehrt wird, tatsächlich die Veronika der alten Petersbasilika in Rom ist, dann kann dieses kostbare Tüchlein in Manoppello nur „Die Vera Ikona Christi“ (Das Wahre Antlitz Christi) sein, das in Rom bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts in der Petersbasilika verehrt wurde.
Als wir 60 Pilger aus der Schweiz am Nachmittag des 17.3.2006 unter Führung des lieben Prof. Dr. Heinrich Pfeiffer, Professor für Kunstgeschichte an der Gregoriana, dieses Heiligtum, das nicht beleuchtet war, betraten, war die über dem Hochaltar in einer grossen Monstranz aufbewahrte „Veronika“ wie eine große weiße, durchsichtige und viereckige Hostie anzuschauen.
Erst beim Nähertreten und bei eingeschalteter Beleuchtung zeigt sich das Wahre Antlitz Jesu, wenn man es vom Kirchenschiff aus betrachtet, oder als wir beim Hochgehen auf der Rückseite des Altares standen: das ockerfarbige, liebevolle Angesicht Jesu mit seinen großen Augen, dem leicht offenen Mund, der schönen Nase und den Narben des geschundenen Antlitzes. Jesus blickt uns dauernd liebend an.
„Ich bin immer bei Euch bis ans Ende der Tage“. Ich bin immer bei Dir, sagt er jedem, der Ihn anschaut.
Dann erinnerte ich mich wieder an den ersten Eindruck der weißen Hostie. Das Tüchlein ist wie ein ganz durchsichtiger Schleier, hinter dem sich das wahre Antlitz Jesu verbirgt.
Es ist derselbe Glaube, der uns vor jeder Hostie in die Knie fallen lässt. Jedes eucharistische Brot ist wie ein Schleier, unter dem wirklich Christus mit Leib und Seele gegenwärtig bleibt.
Eine Wallfahrt zum „Volto Santo“ von Manopello kann uns helfen, unseren Glauben und unsere Liebe zum eucharistischen Heiland zu erneuern und zu vertiefen.
Es ist in diesem Tuchbild derselbe Blick Jesu, mit dem er den reichen Jüngling mitleidsvoll anschaute, der wegen seines Reichtums sich nicht zur Nachfolge Jesu entschließen konnte.
Es ist derselbe Blick Jesu, als er vor seinem Tode liebevoll auf seine Mutter und den Lieblingsjünger unter dem Kreuz schaute und jeden Menschen der Sorge Marias anvertraute und jedem Menschen in Johannes sagte, wir sollten Maria bei uns aufnehmen, damit auch sie immer bei uns bleibe bis ans Ende der Zeiten.
Ich erinnere mich vor diesem Volto Santo gerne an das Kreuz der Einheit. Unter diesem Kreuz der Einheit hatte ich am Vormittag im Schönstattheiligtum auf dem Belmonte in Rom die Heilige Messe zum goldenen Priesterjubiläum feiern dürfen. Auf diesem Kreuz der Einheit steht Maria mit dem leeren Kelch unter dem Kreuze Jesu. Das Herz des Heilandes ist geöffnet, aber auch seine Augen sind offen. Es sind dieselben österlichen Augen, die wie im Volto Santo auf Maria schauen. Der gekreuzigte Heiland ist für uns gläubige Christen immer gleichzeitig der österliche Heiland. Es sind lebendige Augen, die uns anblicken aus dem Volto Santo in Manoppello. Sollte darum die erneuerte Liebe zum eucharistischen Heiland dazu führen, neben dem Kreuz in unseren Heimen und Stuben das wahre Antlitz Jesu in einem schönen Abbild zu hüten und zu verehren.
Es ist uns heute leicht gemacht, dieses Volto Santo im Abbild zu erhalten. Über Internet kann jeder unter den Stichwort „Volto Santo“ oder „Manoppello“ dieses Bild in seine Stube hineinholen.
Kath.Net lädt zu Pfingsten 2006 zum großen Treffen in Rom mit Papst Benedikt XVI. ein zusammen mit einer Fahrt nach Manoppello, wo sich das berühmte göttliche Bild Christi befindet.
25 Jahre sind wir aus der Schweiz mit „Rom im Rollstuhl“ nach Rom gepilgert. Wäre es nicht wünschenswert, wenn unsere Pilgerbüros in der Schweiz regelmässig einladen zur Wallfahrt nach „Rom und dem Volto Santo in Manoppello“.
Ich bin bereit, als Geistlicher Begleiter zum Start dieser Pilgerfahrt mitzuhelfen.
Pater Joseph Grass
CH-3934 Zeneggen VS

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