Von Bernard BALAYN

Aus Seinem Leben leben

Die Synode über die Eucharistie

=> MARIA HEUTE 426 INHALT

Die 11. Generalversammlung der Bischofssynode, die im vergangenen Herbst zum Thema: «Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche» einberufen worden war, ist zur selben Zeit wie das Eucharistische Jahr (das am 17. Oktober 2004 verkündet worden war) zu Ende gegangen. Beides war von Papst Johannes Paul II. geplant worden, aber es fiel seinem Nachfolger Papst Benedikt XVI. zu, das Eucharistische Jahr zu Ende zu führen und die Synode zu leiten.

In Erwartung der Veröffentlichung des entsprechenden post-synodalen Schreibens — was noch einige Monate dauern wird — ist es gut, die Bilanz dieses bedeutenden Treffens zu ziehen, das sich um die Wahrheit der Eucharistie drehte, einem mystischen und theologischen Thema, das in Zusammenhang mit der Wirklichkeit des Lebens der Kirche steht und damit auch ein Seelsorgethema ist. Diese Synthese, die sehr gelegen kommt und notwendig war, ergibt sich direkt aus dem Geist des Konzils, bei dem Kardinal Ratzinger die Rolle eines brillanten Protagonisten spielte, worin Karol Wojtyla ihm fast gleichkam.
Die Materie dieses Themas ist so reichhaltig, dass ein einziger Artikel sie nicht ausschöpfen kann. Und zudem gilt: Wie könnten wir die Entscheidungen der Synode verstehen, wenn wir nicht wissen, um welche Institution im Schoß der Kirche es sich dabei handelt, wozu sie dient, welcher Geist sie über die reinen Vorschriften hinaus beseelt, welchen Platz sie mitten zwischen den beiden Pontifikaten einnimmt, vor allem im Licht des von Johannes Paul II. vorbildlich gelebten eucharistischen Hirtendienstes? Wir werden diesen Monat also über die Durchführung der Synode sprechen und im nächsten Monat über die Beiträge der Synodenväter, um zu sehen, was „der Geist den Kirchen eingibt“ (Hl. Paulus). Die erste Feststellung, die ins Auge sticht, ist, dass diese Synode eine wunderbare Krönung des Eucharistischen Jahres darstellt.
Diese beiden Artikel möchten zudem die Reihe vervollständigen — aber nicht vollenden —, die wir ihr seit Beginn des Sommers 2004 gewidmet haben.

Vorbereitung und Eröffnung der Synode

«Aus seinem Leben leben», aus dem Leben Christi, so hätte das Thema der Synode lauten können, die genauer hieß: «Die Eucharistie: Quelle und Gipfel des Lebens und der Sendung der Kirche». Denn ihre Verantwortlichen wollten ganz natürlich die Sendung und die Institution zusammenbringen. Das Wort «Leben» ist entscheidend für Den, der gesagt hat: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.» Es ist sehr wichtig, dass wir uns daran gewöhnen zu denken und uns klar zu machen, dass Jesus Geist und Leben ist, dass er uns durch seinen Tod, das heißt durch sein eucharistisches Opfer1 sein Leben schenkt, dass die Eucharistie uns das Leben schenkt und das Leben der Kirche ist, um mit den Worten des II. Vatikanischen Konzils zu sprechen. Die Eucharistie gibt auch der Welt, das heißt jedem von uns das Leben: «Ohne Mich könnte ihr nichts tun.» Christus selbst hat unsere Berufung an die seine gebunden, er hat jede Berufung an das Leben gebunden, das aus seiner Schöpfung und der Erlösung ersteht, die beim Letzten Abendmahl vorweggenommen wurde.

Die synodale Institution: «Johannes Paul II., der Synodenpapst» (Msgr. Eterovic)

Worin besteht die synodale Institution?

Die Synoden haben ihren Ursprung im weitesten Sinn in dem Kollegium der Apostel, das von Christus im Hinblick auf Seine Kirche gegründet worden war und durch den Heiligen Geist geheiligt wurde, der die Kirche begründet. Nach dem Bild der zukünftigen (aber ständigen) Kurie ist dieses Kollegium ein Werkzeug zur Regierung der Kirche, das aus der ursprünglichen Hierarchie der Kirche hervorgeht, die auf Petrus gegründet ist. Es hat genauer gesagt seinen Ursprung in den römischen Synoden, die von den Päpsten der ersten Jahrhunderte zur Beratung (also bei bestimmten Gelegenheiten) einberufen wurden. Viel später hat Paul VI. aufgrund der Zentralisierung der Kurie, der Wiederentdeckung der Kollegialität durch das Konzil sowie des Wunsches zahlreicher Bischöfe beschlossen, die synodale Institution wiederzubeleben. Dies geschah durch das Motu proprio «Apostolica Sollicitudo» vom 15. September 1965. Es handelt sich um einen Rat, der dazu bestimmt ist, dem Papst nunmehr auf verschiedene und breitgefächerte Weise zu helfen, die Kirche im Hinblick auf die Bedürfnisse der Gegenwart zu leiten. Man darf die Synode nicht mit der Kurie verwechseln, welche ein rein römisches Organ ist, noch mit den Bischofskonferenzen, die die Kirche jedes Landes von einem nach innen gerichteten Blickwinkel aus vertreten.
Die Struktur und die Tätigkeit der Synoden wurden 1983 in Verbindung mit dem Kirchenrecht dank des Organisationstalentes von Johannes Paul II. neu definiert, den der derzeitige Generalsekretär zu Recht den «Synodenpapst» genannt hat. Der Rechtsvorsitzende der Synode ist der Heilige Vater. Vor seinem Tod hat Johannes Paul II. drei ständige Vertreter als Vorsitzende ernannt, den allgemeinen Berichterstatter, den besonderen Sekretär (ein Franzose, Erzbischof Minnerath von Dijon) und den Generalsekretär Msgr. Eterovic (der vierte seit 1967), dessen Rolle die wichtigste ist: er sichert die Verbindung von einer Synode zur nächsten, also ihre Fortdauer, mit Hilfe des «ordentlichen Sekretariatsrates», der kürzlich erst gegründet wurde und der ihn unterstützt. (Er besteht aus etwa hundert Bischöfen.)
Es gibt drei Arten von Synoden: die ordentlichen Synoden (11 seit 1967), für die durch die aktuelle Situation bedingten Fragen; die außerordentlichen Synoden (2) und die Spezialversammlungen (für die Kirche eines Landes oder eines Kontinentes) (8). Insgesamt gab es 22 synodale Versammlungen, 6 unter Paul VI., 15 unter Johannes Paul II. und eine unter der Leitung von Benedikt XVI. mit der ordentlichen Synode im Oktober letzten Jahres. Die Einberufung der Synoden geschieht periodisch, im Durchschnitt alle vier Jahre.

Die eucharistische Synode kam näher

Jede ordentliche Synode wird sorgfältig vorbereitet. Ihr Thema ergibt sich aus den Bedürfnissen der Kirche. Nach einer breit angelegten Befragung intra muros, wählt der Papst das Thema, das ihm das wichtigste zu sein scheint. Im Jahr 2003 war dies die Eucharistie: «Eucharistia: fons et culmen vitae et missionis Ecclesiae». Damit beginnt auch sogleich die Vorbereitung, die einem ziemlich komplizierten Verfahren folgt, das die ganze Kirche mit ins Spiel bringt. Der Sekretariatsrat des Generalsekretariats arbeitet die «Lineamenta» oder die Rohfassung der zu behandelnden Frage aus. Sie wurde mit den erwarteten Antworten ausgearbeitet und Anfang 2004 in acht Sprachen veröffentlicht. Dann begann der Rat mit der eingehenden Prüfung der geplanten Fragen: das «Instrumentum laboris», das den Bischofskonferenzen in Erwartung ihrer Antworten (Ende 2004) unterbreitet wurde. Mit Hilfe dieser Antworten wurde das endgültige Dokument im Juli 2005 (in acht Sprachen) veröffentlicht.
Die Synodenväter arbeiten mit diesem «Instrumentum Laboris», bevor sie nach Rom kommen. Noch nie waren sie so zahlreich gewesen wie damals: 256. Die meisten (177) werden von den Bischofskonferenzen aller Kontinente gewählt und vertreten die Gesamtkirche; 40 werden vom Papst ernannt, dazu kommen 10 Generalobere. Es gehören auch 8 Patriarchen aus dem Osten dazu. Angeschlossen sind brüderliche Delegierte, die 12 Kirchen vertreten, Zuhörer (Ordensleute oder Laien), Assistenten, Übersetzer usw.
Papst Benedikt XVI. hat die Dauer der Synode verkürzt und ist von 4 zu 3 Wochen übergegangen. Sie versammelte sich jeden Tag außer am Sonntag und fast immer in Gegenwart des Papstes im Synodensaal auf der Etage des Saales Paul VI. Die Synodenväter verlasen (oder übermittelten schriftlich) ihre zeitlich begrenzten (maximal 6 min.) Beiträge. Bei ihrer Arbeit folgen sie einem Leitfaden, der ihnen zu Beginn der Synode übergeben wurde (eine Art innere Verfassung), sowie der «Ordo synodi» (Plan für den Ablauf der Synode). Es wurden Zeiträume eingerichtet, in denen sich die Synodenväter außerhalb der offiziellen Sitzungen austauschen können: eine Stunde freie Diskussion jeden Abend. Sie versammeln sich auch in den Arbeitsgruppen (13), um ihre Gedanken zusammenzufassen.
Die ordentliche Versammlung der Bischofssynode ist also ein sorgfältig ausgearbeitetes und gut eingespieltes System. Die Vorschläge der Synodenväter entwickeln sich aus den Beiträgen und Diskussionen. Der Heilige Vater behält sich das Recht vor, sie sorgfältig zu prüfen und das Ergebnis zu gegebener Zeit in Form eines postsynodalen Schreibens zum Wohl der ganzen Kirche zu veröffentlichen.2

Johannes Paul II, der Papst der Eucharistie

Ein Hirte, der durch und durch von der Eucharistie beseelt war

Diese Synode verdankt ihrem Urheber, dem geschätzten Papst Johannes Paul II. sehr viel. Er hat ohne Unterlass für die Eucharistie gewirkt, vom ersten Augenblick seines Daseins als Priester bis zu seinem letzten Atemzug. Das Kreuz auf seinem Bischofswappen sagt viel über sein Seelsorgeprogramm aus. Als Papst veröffentlichte er bedeutende Texte, die direkt oder indirekt das «Sakrament der Sakramente» betreffen: Enzykliken (Redemptor hominis, Dives in misericordia, Dominum et vivificantem, Redemptoris Mater, Evangelium vitae und vor allem Ecclesia de Eucharistia (17.04.2003)); apostolische Schreiben (Reconciliatio et Paenitentia; Pastores dabo vobis, Vita consecrata; Pastores gregis); apostolische Briefe (Geheimnis und Verehrung der heiligen Eucharistie; Ordinatio sacerdotalis (24.02.1980)), begleitet von den Hirtenbriefen Inaestabile donum (93.04.1980), Ordinatio sacerdotalis, Dies Domini und am Ende seines Pontifikates den Brief Mane nobiscum Domine (07.10.2004)…
Muss man daran erinnern, was seine tägliche Messe war? Sein Leben, das von der Messe her ganz und gar ins Gebet getaucht war? Wie er sprichwörtlich zur Anbetung hingezogen wurde? Jedes Jahr war die Karwoche für ihn das große Treffen mit dem Erlöser und seinem Volk. Dem verlieh er durch drei Höhepunkte Ausdruck: Zunächst am Gründonnerstag, an dem er jedes Jahr seinen eucharistischen Brief an alle Priester veröffentlichte und mit ihnen die Chrisam-Messe konzelebrierte, bei der er es nicht versäumte, einigen von ihnen die Füße zu waschen. Dann am Karfreitag, an dem er ins Kolosseum ging und so lange er es noch konnte, die Stationen des Kreuzwegs abschritt. Wer wird seinen letzten Kreuzweg vergessen, den er von seiner Privatkapelle aus mitverfolgte und dabei noch das Kreuz des Heils in seinen Armen hielt? In demselben Geist feierte er auch den «Corpus Domini», das Fest des Leibes und des Blutes Christi (Fronleichnam) im Juni, bei dem er mit der Monstranz in den Händen tief gesammelt wie der Pfarrer von Ars (den er so sehr bewunderte) durch die Straßen von Rom ging. Und der dritte Höhepunkt war seine Unterstützung und seine aktive Gegenwart bei den internationalen Eucharistischen Kongressen. Schon als Kardinal hatte er zwei davon am äußersten Ende der Welt mitverfolgt. Er hatte den Prozessionszug 1965 in Paray-le-Monial und 1973 am Fest des Heiligen Blutes in Brügge geleitet.
Da er in allem seinem göttlichen Meister gleichen wollte, führte sein an die Eucharistie gebundener Weg immer höher und wurde immer intensiver, sowohl in seinen Taten als auch in seiner Lehre: sein aufgeopfertes Leiden vom Attentat bis hin zu seiner quälenden Krankheit, die letzten Veröffentlichungen der Enzyklika und des Schreibens über die Eucharistie, die Einführung des Eucharistischen Jahres in Guadalajara, und zur Krönung des Ganzen die Aussicht auf die eucharistische Synode im Jahr 2005, die er nicht mehr hat leiten können.

Die Beschleunigung des eucharistischen Prozesses

Was hat den Papst also bewegt, als er die Synode plante und in welchem Zusammenhang hat er das getan?
Alles war nämlich der Wunsch von Johannes Paul II. gewesen, welcher sich aus der Feststellung ergeben hatte, dass die Liebe zur Eucharistie auf der Welt etwas nachlässt, sowie aus einer notwendigen Hoffnung: die Welt kann nur in der Eucharistie erneuert werden. Das ist in Wahrheit das eigentliche Problem. Der Papst hat intuitiv verstanden, dass die Kirche, wenn sie nicht an ihrer grundlegenden Kraft, der Eucharistie auftankt, nicht nur schwach wird, sondern auch die Neuevangelisierung nicht bewerkstelligen kann, welche die Hauptherausforderung des Konzils und seines prophetischen Pontifikates darstellt. Monsignore Eterovic hat die leidenschaftlichen Empfindungen des Papstes gut ausgedrückt: «Die Wiederentdeckung der Eucharistie (…) scheint auch der Inhalt des geistlichen Testamentes von Papst Johannes Paul II. zu sein. Als er fühlte, dass seine Stunde nahte, versuchte er mit dem Geist des Herrn seine Energie auf das Wesentliche zu konzentrieren, das heißt auf das allerheiligste Sakrament. Die bewundernswürdige Gegenwart des verherrlichten Herrn in den Gestalten von Brot und Wein war die Stütze seines lebendigen Glaubens, die Quelle seiner großen Hoffnung und der Grund seiner eindrücklichen Nächstenliebe. (…) Seine Erfahrung mit dem eucharistischen Glauben — so fährt der Prälat fort —, die er uns als geistliches Erbe hinterlassen hat, wird sicher einen positiven Einfluss auf die Synode haben.»
Und was den Zusammenhang anlangt, so erklärte Msgr. Eterovic vor seinen Kollegen: «Bei der Wahl des Themas für die XI. Versammlung kann man auch eine prophetische Intuition von Papst Johannes Paul II. erkennen. Er wollte auf der Ebene der katholischen Kirche das Nachdenken über die eucharistische Praxis anregen, indem er untersuchte, wie die Einzelkirchen die großen Texte des Lehramtes über die Eucharistie umsetzen. (…) Er wollte prüfen, wie das Sakrament der Eucharistie wahrgenommen und gelebt wird, und welchen Einfluss es auf das Leben des ganzen Volkes Gottes hat. Seine Hauptabsicht bestand darin, für die Eucharistie einen neuen Impuls zu geben, und zwar durch eine entsprechende Glaubensvermittlung auf allen Ebenen, durch die Erneuerung der Liturgie, durch einen verstärken Dienst in der Nächstenliebe, die ihre ständige Quelle in der Eucharistie hat, die uns zu unserem Heil gegeben ist.» Kurzum, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, er wollte gegen die Kultur des Todes kämpfen, indem er die Kultur des Lebens hervorbrachte, die unvermeidlich über die Eucharistie, «die Quelle und den Gipfel des Lebens der Kirche» (Vatikan II) und der Welt führt.“

Die Eröffnung der Synode

Von «seinem Fenster im Himmel» aus (Benedikt XVI.) und noch höher, von seiner innigen Einheit mit Christus, in der er nun lebt, hat der eucharistische Papst die Vorboten der Frucht seines prophetischen eucharistischen Werkes betrachten können.
Nach dem außerordentlichen Treffen von Köln, wo der neue Papst die Jugend der Welt eingeladen hat, ihr Leben auf das unfassbare Geschenk der Eucharistie auszurichten3, hat er die Synode wie vorgesehen am Tag des Herrn, dem 2. Oktober 2005 im Petersdom eröffnet.
In Gegenwart der 256 Synodenväter hat er das Tagesevangelium vom Weinberg des Herrn betrachtet. Er hat gezeigt, wie dieser Weinstock, der die Kirche darstellt, die in der Welt eingepflanzt ist, von guten Winzern gepflegt werden muss, die sich bemühen, mit Liebe dem Willen seines Eigentümers zu gehorchen. Der «sanfte Christus auf Erden» hat kein Blatt vor den Mund genommen: «Wir wollen die Besitzer der Schöpfung sein, dabei ist uns nur die Verwaltung anvertraut worden. (…) Gott ist für uns ein Hindernis. Entweder wird er auf einen einfachen frommen Satz reduziert, oder er wird völlig geleugnet und aus dem öffentlichen Leben verbannt. (…) Die Toleranz, die Ihn aus dem Bereich des öffentlichen Lebens ausschließt, die Wirklichkeit der Welt und unsers Lebens, ist keine Toleranz, sondern Heuchelei. Da (…) kann keine Gerechtigkeit existieren. (…)» Und er warnt: «Wenn man den Sohn aus dem Weinberg verjagt, verwandelt sich dieser recht schnell in einen unbebaubaren Weinberg, der von den Wildschweinen verwüstet wird. (…)» Genau das wollte Johannes Paul II. verhindern als er sah, wie die Kultur des Todes die Erde überschwemmt. Aber der Papst beruhigt uns auch: «Die Bedrohung ist nicht das letzte Wort des Evangeliums. Das Johannesevangelium sagt uns: “Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reiche Frucht.” Das ist eine Verheißung des Sieges, des Sieges der Liebe über den Tod: “Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.” Und nun befinden wir uns mitten in der Synode und dem Bösen der derzeitigen Welt: “Aus dem Tod des Sohnes entspringt das Leben, es entsteht ein neues Gebilde, ein neuer Weinberg, (…) der einer neuen Welt, die durch das Erlöserblut Christi erneuert ist. „In der Eucharistie zieht er vom Kreuz aus alle zu sich (…). Wenn wir vereint mit ihm bleiben, werden auch wir Früchte bringen. So entsteht aus uns auch kein Essig der eigenen Ungenügsamkeit mehr, der Unzufriedenheit mit Gott und seiner Schöpfung, sondern guter Wein der Freude in Gott und in der Liebe zum Nächsten.»
Am nächsten Tag, bei der eigentlichen Eröffnung der Arbeitsphase der Synode, hat der Heilige Vater mit den Synodenvätern gebetet und die Terz betrachtet, indem er sich auf die «fünf Imperative und ein Versprechen» aus der Tageslesung des Paulusbriefes bezog: Wir sollen uns freuen («gaudete»), weil der Herr gegenwärtig ist. Wir sollen nach der Vollkommenheit streben («perfecti estote»): Dieses Wort lädt uns ein, das zu sein, was wir sind: Abbilder Gottes und Geschöpfe, die erschaffen sind in Bezug zu Gott; «Spiegel», in dem sich das Licht des Herrn widerspiegelt. Wir sollen einander gegenseitig korrigieren, damit wir unsere Mängel erkennen («exortamini invicem»), indem wir den großen Tröster, den Heiligen Geist herbeirufen. Wir sollen den «Geschmack» Gottes kosten («idem sapite»), Ihn selbst schätzen, indem wir uns auf seine Gedanken einlassen und sie an die anderen weitergeben. Und schließlich — das ist zugleich eine Notwendigkeit und eine Verheißung — sollen wir den Frieden suchen («pacem habete»), den Gott uns tatsächlich verspricht: «Pacem dabo vobis», wenn wir in Vereinigung mit Ihm leben. Und diese Vereinigung geschieht durch die Eucharistie. In ihr ist alles enthalten.
Damit war die Synode über die Eucharistie eröffnet. Das nächste Mal werden wir betrachten, wie unermesslich Gott seine Barmherzigkeit durch die Beiträge der Synodenväter walten lässt.
Bernard BALAYN

Anmerkungen:
1. Wie Benedikt XVI. unablässig wiederholt.
2. Um mehr über die Synode zu erfahren lesen Sie mein Buch «Johannes Paul II. der Große», wo diese Frage im Anhang VII behandelt wird: Die Bischofssynoden… (S. 783)
3. Siehe unseren Artikel zu diesem Thema in Maria heute Nr. 421: Der Weltjugendtag in Köln.


Literatur:
«Johannes Paul II., der Große - Prophet des dritten Jahrtausends», Vorwort von Kardinal F. Etsou, 864 S. + 80 S. Farbbilder, 15,5x23,5 cm E 35.– CHF 54.–

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