Kasachstan — Karaganda

Unsere Liebe Frau von Fatima
Mutter aller Nationen

=> MARIA HEUTE 421 INHALT

In unserem Heft vom Februar 2005 haben wir Ihnen mitgeteilt, dass sich die Bestimmung der Kirche aller Nationen geändert hat. Wir haben Sie informiert, dass sich das Land Kasachstan, insbesondere die Erzdiözese Karaganda gastfreundlicher erwiesen hatte als das benachbarte Altai. Seither hat sich die Situation gewaltig weiterentwickelt. Sie erinnern sich, dass die Baustelle für die zukünftige Wallfahrtsstätte Anfang September 2004 begonnen hat. Der ungewöhnlich milde Winter erlaubte den Bauleuten, praktisch ununterbrochen zu arbeiten (mit nur drei Wochen Unterbrechung), so dass im April dieses Jahres die Bodenplatte unter der Krypta gegossen werden konnte und langsam die Stahlkonstruktion der zukünftigen Pfeiler sichtbar wurde.
Zwei Monate später, Ende Juli, stellten wir in Begleitung von Agnes Ritter fest, dass die Wände des Baus bereits zu drei Vierteln fertiggestellt waren (siehe Foto). Wir waren ganz erstaunt zu sehen, wie weit die Bauarbeiten fortgeschritten waren. Und zugleich lernten wir ein wirklich sympathisches und motiviertes Bauarbeiterteam kennen: Einen begeisterten Architekten, der im übrigen orthodox ist und für den dieses Vorhaben DAS PROJEKT seiner Karriere darstellt, einen erfahrenen und dynamischen Bauleiter (der einzige Katholik in diesem Team), die Steinmetze (Muslime), die mit ihren Steinen aus dem fernen Daghestan (einer Kaukasus-Republik) gekommen waren und ein erstaunliches Können an den Tag legten. Das Team wird von etwa fünfzehn Maurern ergänzt, die vor Ort angeworben wurden.
Insgesamt sind es also etwa 25 Arbeiter, und die Baustelle schläft nicht. Derzeit sind sie mit dem Bau der Kuppel fertig, sodass die Bauarbeiter im Winter vor Wind und Wetter geschützt sind und weiterarbeiten können. Es scheint fast unglaublich, doch der Architekt und der Bauleiter haben sich als so überzeugend und sich ihrer Sache so sicher erwiesen, dass man ihren guten Willen nur schwer bezweifeln kann. Auf jeden Fall ist eines sicher: alle sind stolz und glücklich und empfinden es als eine Ehre, sich an einem solchen Projekt zu beteiligen.
Auf jeden Fall kann man sagen, dass alles bestens klappt und dass die Gegenwart des Heiligen Geistes spürbar ist. Agnes Ritter wird endlich für alle ihre Mühen entlohnt, die sie in diesen zehn Jahren auf sich genommen hat, seitdem sie für den Bau dieser Kirche kämpft. Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass die Weihe der Kirche „Unsere Liebe Frau von Fatima – Mutter aller Nationen“ auch tatsächlich an dem vom Erzbischof Jan Pawel Lenga festgelegten Termin (am 15. August 2007) vorgenommen werden kann. Neben der Kathedrale wird das Bischofshaus gebaut werden sowie eine Reihe von Gebäuden für die Priester und die Pilger auf der Durchreise. Hier sei daran erinnert, dass der Bau gleichermaßen als Marienwallfahrtsstätte und als Kathedrale dienen soll. Das Ganze wird einen äußerst wirkungsvollen architektonischen Komplex bilden.
Es gibt also allen Grund, sich zu freuen und dem Himmel zu danken für die Lösung dieser verfahrenen Situation sowie für die wirkungsvolle Unterstützung der Göttlichen Vorsehung. Zweifeln wir nicht an dem, was die Jungfrau Maria Agnes Ritter versprochen hat (und was an die Verheißung aus Fatima erinnert): „Wenn diese Kirche gebaut ist, werde ich Russland bekehren.“ Es steht also viel auf dem Spiel. Was dort entsteht, ist nicht irgendein Bau, es ist die Kirche aller Nationen, die Kirche der Versöhnung unter den Völkern und mit Gott. Wenn Gott der Heiligen Jungfrau erlaubt hat, dieses Versprechen zu geben, so heißt das, dass er in Seinem Heilsplan für die Menschheit Großes vorbereitet.

A. Charton

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