16. Oktober 1964Vor vierzig Jahren ist Unsere Liebe Frau
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Rosa Quatrini, eine Familienmutter aus der Provinz Piacenza, 70 km südlich von Mailand, wurde am 29. September 1961, dem Fest des heiligen Erzengels Michael, auf wunderbare Weise geheilt.
Drei Jahre später, am 16. Oktober 1964, erschien ihr die Jungfrau Maria auf einem Obstbaum in der Nähe ihres Hauses.
Rosa Quatrini, eine Familienmutter aus der Provinz Piacenza, 70 km südlich von Mailand, wurde am 29. September 1961, dem Fest des heiligen Erzengels Michael, auf wunderbare Weise geheilt.
Drei Jahre später, am 16. Oktober 1964, erschien ihr die Jungfrau Maria auf einem Obstbaum in der Nähe ihres Hauses.
Diese beiden Ereignisse veränderten das Leben von Rosa vollkommen, die von da an im Mittelpunkt außergewöhnlicher Ereignisse stand, die auf der ganzen Welt bekannt wurden. Nicht nur in Europa, sondern auch in Japan, auf der Insel Reunion und in Neukaledonien, überall auf der Welt hörten Gläubige den Ruf Marias und kamen nach San Damiano, um die Wundertätige Madonna von den Rosen zu verehren und sich unter ihren Schutz zu stellen. Rosa strahlte die Freude aus, unsere himmlische Mutter und ihren göttlichen Sohn zu sehen, aber sie nahm auch ein Leben voller körperlicher und seelischer Leiden auf sich. (Um Jesus nachzufolgen, muss man sein Kreuz tragen.) Sie verließ diese Welt am 5. September 1981.
Ihr Heimgang ins Haus des Vaters hat den Pilgerstrom nicht zum Versiegen gebracht. Im Jahr 2004 kamen Zehntausende von Pilgern an diesen gesegneten Ort.
Es ist eher «traditionell» mit Gott Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, mit der Jungfrau Maria, den Aposteln und allen Heiligen, und ist ausgeschmückt mit den Lobliedern der Erwählten und von unvergesslichen Harmonien der Engel.
Für Rosa ist der Himmel jedoch nicht statisch, sondern ständig in Bewegung.
Eines Tages sagte sie mir, dass die Erscheinungsorte der Erde (San Damiano, Lourdes, Fatima usw.) im Himmel nachgebildet sind und die Erwählten sich weiterhin von dem einen oder anderen Ort angezogen fühlen, je nach ihrer Geistesverwandtschaft.
Freilich lobt man im Himmel Gott, man hält Fürbitte, um Gnaden für jene zu erlangen, die auf der Erde leben. Doch wenn die Erde ihr Ende erreicht, wenn alle Seelen im Fegefeuer geläutert sind, wenn die Seelen aus dem Limbus von Jesus selbst getauft sind, wie er es nach der Auferstehung mit den Gerechten aus dem Alten Testament getan hat, dann wird es nur noch den Himmel und die Hölle geben.
Leider wird Gott das tragische Los der Dämonen und der Verdammten nicht ändern können, denn die einen wie die anderen lehnen es in ihrem Hochmut ewig ab, Gott um Vergebung zu bitten. Im Himmel wird für alle Zeiten die Liebe herrschen, und in der Hölle der Hass.
Einmal sprach Rosa mit mir über das Fegefeuer, das sie als ein römisches Amphitheater mit mehreren Stufen darstellte. In der Mitte, also am tiefsten Punkt, ist ein loderndes Feuer, dessen Glut man in dem Maß weniger spürt, wie man die Stufen erklimmt.
Die Seele, die ihre Läuterung beendet hat, befindet sich dann im Vorzimmer des Paradieses, bis sie zusammen mit anderen Seelen feierlich ins Paradies einzieht. Das geschieht wenigstens jeden Samstag, dem Tag, an dem die Jungfrau sie abholt und mitnimmt.
Und was die Gebete und die Messen anlangt, die für die Seelen im Fegefeuer aufgeopfert werden, so kommen sie ihnen entsprechend der Stufe zugute, auf der sie sich befinden. Rosa verglich sie mit Wassertropfen, die man auf ein Feuer fallen lässt. Ein Teil der Tropfen verdunstet, bevor er die Feuersglut erreicht.
Was die Messen und die Gebete anlangt, die für bestimmte Seelen aufgeopfert werden, die nicht voll und ganz davon profitieren können oder die sie nicht mehr brauchen, weil sie in der Zwischenzeit in den Himmel gelangt sind, so werden diese Gnaden den verlassensten Seelen des Fegefeuers zugewandt.
Jeden Morgen zwischen 4.00 Uhr und 5.00 Uhr kam die Jungfrau Maria in Begleitung des heiligen Erzengels Michael und oft auch mit Padre Pio zu Rosa, um ihr Anweisungen für den Tag zu geben.
Vor der Zeit der Erscheinungen hatte Rosa am Rand der öffentlichen Straße, am Beginn des Weges, der zu ihrem Haus führt, eine kleine Dankeskapelle für den heiligen Michael errichtet, der eine bedeutende Schutzgnade gewährt hatte.
Padre Pio und Mamma Rosa haben ganz besonders dazu beigetragen, dass die Verehrung des Schutzengels einen neuen Aufschwung bekam.
Rosa hörte ständig auf ihren Schutzengel und sah oft, wie er besondere Aufträge ausführte.
Sie bat uns, ihr bei Bedarf unseren Schutzengel zu schicken, wenn wir nicht nach San Damiano kommen konnten.
Freilich ist unser heiliger Namenspatron wichtig, dessen Namen wir tragen, aber wir sind nicht die Einzigen, die sich an ihn wenden. Hunderte, ja Tausende von Personen auf der Welt tragen denselben Vornamen. Dagegen ist der Schutzengel für ein einziges Menschenwesen da. Leider lassen wir ihn zu oft unbeschäftigt und haben nicht genügend Vertrauen zu ihm!
Als ich in meinem Beruf als Verleger anfing, sagte mir Rosa: «Bete jeden Morgen zum Heiligen Geist und zu deinem Schutzengel, damit du weißt, was du an diesem Tag tun musst. Wenn du nicht genug Arbeit hast, so schicke deinen Engel, dir welche zu besorgen.
Eines Tages befand ich mich im Lagerraum unserer Bücher, und meine Aufmerksamkeit fiel auf einen Bestand von 5000 Broschüren mit dem Titel «Licht für die geweihten Seelen», den es uns nicht gelang zu verkaufen. Ich beauftragte meinen Schutzengel, sich darum zu kümmern. Zwei Wochen später bekam ich eine Anfrage eines kanadischen Priesters, der diese Broschüre in seinem Land verbreiten wollte und mich um die Erlaubnis bat, sie zu drucken. Ich sagte ihm, wenn er meinen Bestand an Broschüren zum Selbstkostenpreis abnähme, könne er anschließend verfahren, wie er wolle. In weniger als einem Monat waren die Broschüren verschickt und die Angelegenheit geregelt.
1975 übernahm ich einen religiösen Buchladen in Paris. Eines Tages befand ich mich mit meinem französischen Buchhalter in der Kanzlei meines Notars in Drancy. Der Notar war nicht da, eine junge Gehilfin empfing uns und unterrichtete uns von einer unerwarteten Schwierigkeit. Da sagte mein Buchhalter zu mir: «Lass uns unseren Schutzengel bitten, dieses Problem zu lösen.» Die junge Gehilfin hörte das. Zunächst sagte sie nichts, aber als wir gingen, konnte sie nicht umhin zuzugeben: «Sie haben wirklich Glück, glauben zu können. Selbst wenn es Gott nicht gibt, bringt Ihnen die einfache Tatsache, an seine Existenz und seine Hilfe zu glauben, eine beachtliche geistige Unterstützung. Ich bin ungläubig, ich muss meine Probleme allein lösen.»
Rosa hatte also Recht, uns die Verehrung der Engel, besonders unseres Schutzengels zu empfehlen.
Zwischen 1974 und 1976 kam ich eines Tages zu Mamma Rosa, um am 11-Uhr-Gebet teilzunehmen. Ein Priester, der mit Erlaubnis seines Kardinals aus Paris gekommen war, wunderte sich, dass Laien das Haus betraten (etwa dreißig Personen bildeten zusammen mit der Seherin eine Gebetsgruppe), während er als Priester das nicht konnte. Er war mit Don Pellacani, dem ehemaligen Pfarrer von San Damiano zusammengetroffen und wollte Mamma Rosa sehen, um seinem Kardinal Bericht zu erstatten. Ein Freund, der nicht zu dieser Gebetsgruppe gehörte und sah, dass ich in das Haus ging, teilte mir den Wunsch dieses Priesters mit. Ich antwortete, dass es Zeit für das Gebet sei, dass ich aber so bald wie möglich mit Mamma Rosa darüber sprechen würde. Rosa erinnerte mich zwar daran, dass es Zeit für das Gebet sei, bat mich aber, den Priester zu holen.
Da dieser Priester nicht Italienisch sprach, sollte ich ihm als Übersetzer dienen. Ich hatte den Eindruck, dass Rosa ihm einfache Dinge sagte, doch später erfuhr ich durch meinen Freund, dass dieser Priester aus Paris verblüfft und erbaut war von der Art, wie Rosa mit ihm über sein Amt in der Kirche gesprochen hatte.
F.X. B., ein Schweizer Priester, schrieb : «Es war mir immer eine wertvolle Lehre, wenn ich manches Mal das Glück hatte, als Übersetzer dienen zu können. Ich habe den tiefen Glauben der Leute bewundert, doch mehr noch die echte theologische und geistige Kenntnis von Mamma Rosa sowie ihre Fähigkeit, heikelste Probleme klar zu erkennen… Mamma Rosa spielte nicht den theologischen Doktor. Oh nein! Und noch weniger den Seelenführer. Ich habe sie mehr als einmal auf Fragen der geistlichen Führung antworten hören: «Tun Sie, was Ihr Beichtvater Ihnen sagt.»
Ich weiß nicht mehr, zu welchem Thema mir Rosa eines Tages sagte: «Ein Geheimnis muss unter zwei Personen bleiben. Sobald drei darüber Bescheid wissen, kann man nicht mehr wissen, wer etwas weitererzählt hat.»
Es ist nicht einfach, der Erscheinung zu gehorchen und zugleich in den Grenzen der echten Unterwerfung zu bleiben, die wir der Kirche schulden. Das Werkzeug kann einen Befehl oder ein Verbot nur dann außer Betracht lassen, wenn die kirchliche Autorität die Grenzen ihrer Kompetenz überschritten hat oder wenn sie ihre Entscheidungen nicht in der Form übermittelt hat, die vom Kirchenrecht erfordert und vorgeschrieben wird. Denn die rechtmäßige Autorität muss zwar geachtet werden, die berechtigte Eigenständigkeit der Gläubigen jedoch genauso.
Ich habe ziemlich viel Zeit darauf verwendet und mehrere Schritte unternommen, um diese heikle Frage zu klären. Und es war sehr lehrreich für mich zu sehen, wie Mamma Rosa es verstand, im strikten Rahmen dieses Gehorsams zu bleiben. Ich fragte sie, wie sie es mache, um so feinsinnigen Nuancen Rechnung zu tragen. Sie antwortete mir: «Das ist ganz einfach. Ich tue, was die Madonna mir sagt.» Und es ist ganz klar, dass Maria, die Tochter und Mutter der Kirche, von ihrem Werkzeug keine Tat oder Haltung des Ungehorsams verlangen kann…
Ich erklärte eines Tages, dass es nicht immer leicht sei, Entscheidungen zu treffen, da die Dinge kompliziert sind. «Nein», antwortete mir Rosa, «alles ist einfach. Man muss um das Licht und die Hilfe des Himmels bitten und dann unverzüglich handeln.»
Im Herbst 1980 war es mir vergönnt, Martha Robin zu begegnen, jener bekannten Stigmatisierten aus Châteauneuf-la-Galaure, die diese Welt im Frühjahr 1981, also sechs Monate vor Mamma Rosa verlassen sollte.
Ich fragte sie, ob sie Mamma Rosa etwas übermitteln wolle. Martha sagte mir: «Ihre Sendung ist das Gebet.»
Wir haben bereits erwähnt, dass sie von überallher kommen, um die Wundertätige Madonna von den Rosen zu ehren. Sie kommt vor allem, um Gnaden zu erflehen, denn die Welt, in der wir leben, ist voller Gefahren, Feindseligkeit und Übeln aller Art.
Wenn es dem Heil der Seele dient, wird die erbetene Gnade oft gewährt. In San Damiano gibt es so viele Gnaden: Die Zahl der Votivtafeln zeugt davon.
Diese Zeugnisse beziehen sich auf Visionen, auf Düfte, auf Bekehrungen, auf Berufungen zum Ordens- oder Priesterstand, auf Besserungen der Gesundheit, auf Heilungen, auf Lösungen familiärer Konflikte usw.
Was San Damiano ebenfalls kennzeichnet ist die Treue der Pilger, die immer wiederkommen. Manche machen Wallfahrtsnovenen, das heißt sie kommen in neun aufeinanderfolgenden Monaten jeweils an den ersten Freitagen, Samstagen oder Sonntagen dorthin.
Dieser Garten von 8 m2 wurde nach den Anweisungen gestaltet, die der Himmel Mamma Rosa gegeben hatte und ist von einem wunderschönen gusseisernen und vergoldeten Zaun eingefasst.
Darin befindet sich die Statue der Madonna, der Brunnen mit dem wundertätigen Wasser, der Baum, auf dem die Erscheinung sich zeigte und eine Fülle von Blumen, die die Liebe der Pilger zu ihrer himmlischen Mama bezeugen.
Was die Statue aus weißem Carraramarmor anlangt, so hatten die Pilger den Wunsch, dass sie auf einen Sockel gestellt wird, damit man sie besser sehen kann. Ich teilte dies Rosa mit, die mir erwiderte: «Im Moment möchte Maria eine Pilgerin unter den Pilgern, also mit ihnen auf einer Höhe sein.»
Begehen wir diesen vierzigsten Jahrestag also mit Würde, wenn möglich zu Füßen dieser schönen Statue Unserer Lieben Wundertätigen Frau von den Rosen!
André Castella
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