Seligsprechung der Mystikerin
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Am 3. Oktober dieses Jahres wird diese bekannte deutsche Mystikerin in Rom seliggesprochen.
Sie kam am 8. September 1774 in dem Dorf Flamschen in Westfalen zur Welt, das eine halbe Wegstunde von Coesfeld und drei Wegstunden von Dülmen entfernt ist. Sie war das fünfte von neun Kindern.
Schon im Alter von vier Jahren begann sie, in der Nacht zu beten. Sie wurde von ihrem Schutzengel ermutigt, auf ein Feld in der Nähe ihres Hauses zu gehen, wo eine kleine Anhöhe ihr half, Gott näher zu sein, wie sie sagte.
«Ich betete oft, dass Gott diese oder jene Person retten solle, die ich in Gefahr sah. Seit frühester Kindheit betete ich weniger für mich selbst als für andere, damit keine Seele verloren gehe.
Bevor ich wusste, was das Wort “Prophet” bedeutete, hatte ich bereits Visionen über einen wunderbaren Wagen mit den vier Tieren der Geheimen Offenbarung an den Rädern. Ich weiß nicht warum.
Bereits sehr früh hatte ich Visionen über den Alten und den Neuen Bund. Mein Vater setzte mich auf seinen Schoß und sagte mir: “Erzähle mir etwas!” So erzählte ich ihm sehr lebendig und genau alle möglichen Geschichten der Bibel, und da er so etwas noch nie gesehen oder gehört hatte, fragte er mich: “Kind, woher hast du das alles?” Und ich antwortete ihm: “Vater, so ist es. So sehe ich es.” Daraufhin schwieg er und sagte nichts mehr.
Ich hatte nicht nur bei Nacht Visionen, sondern auch mitten am Tag, auf dem Feld, zu Hause, unterwegs, bei der Arbeit und allen möglichen Tätigkeiten. Als ich einmal in der Schule ganz naiv etwas anderes sagte als das, was man uns über die Auferstehung lehrte, und zwar sehr selbstsicher, weil ich glaubte, dass alle dasselbe wüssten wie ich, machten sich die anderen Kinder über mich lustig und beklagten sich beim Lehrer, der mir streng verbot, mich solchen Phantasien hinzugeben.
Mein Vater arbeitete schwer, und seit meiner frühesten Kindheit wachte er streng darüber, denn ich war auf allen Gebieten recht geschickt. Im Sommer wie im Winter weckte er mich vor Sonnenaufgang und stellte mich barfuß auf den Boden. Ich rieb mir die Augen, dann musste ich das Pferd aus dem Stall holen. Es war ein böses Tier! Es schlug aus, biss und floh vor meinem Vater, aber von mir ließ es sich problemlos führen, und manchmal kam es mir sogar im Laufschritt entgegen. Ich stieg mit Hilfe einer kleinen Anhöhe auf dem Feld auf seinen Rücken und kam so nach Hause zurück.»
Am 9. Februar 1824 verließ Anna-Katharina Emmerich diese Welt. Clemens Brentano hat ihre Visionen aus den Jahren 1818 bis 1824 aufgeschrieben.
1892 wurde ihr Seligsprechungsprozess in Rom eingeleitet.
1975 wurden ihre Gebeine in die Kirche vom Heiligen Kreuz in Dülmen überführt.
2004 wird sie nun feierlich seliggesprochen.
André Castella
Litteratur:
Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus
384 Seiten, 14x21 cm E 21.80 CHF 31.
Das Leben der heiligen Jungfrau Maria
490 Seiten, 14x21 cm E 21.80 CHF 31.
Geheimnisse des Alten und des Neuen Bundes
374 Seiten, 14x21 cm E 21.80 CHF 31.
Das erste Lehrjahr Jesu
578 Seiten, 14x21 cm E 23. CHF 33.
Das zweite Lehrjahr Jesu
546 Seiten, 14x21 cm E 23. CHF 33.
Das dritte Lehrjahr Jesu
722 Seiten, 14x21 cm E 27.50 CHF 39.
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