Vassula

Versöhnung und Einheit

=> MARIA HEUTE 404 INHALT

Vassula lädt alle Kirchen, aber auch jeden Einzelnen ein, dem eigenen Ego zu sterben, um nach der Einheit zu streben. Das göttliche Licht wird durch die Demut wieder zu uns kommen und der Wohlgeruch des Heiligen Geistes wird wieder auf die Menschen herabkommen.
Die Reue ist die Tür, die die Seele aus der Finsternis zum Licht führt. Deshalb können wir heute noch nicht sagen, dass wir alle im Licht wandeln, denn wir sind noch gespalten und zersplittert. Vor Gott sind wir alle gleich, weil wir Seine Kinder sind. Es genügt nicht, einer Kirche anzugehören, um gerettet zu sein, sondern wir müssen Gottes Gebote halten. Wie sagte doch Christus zu einer Frau: «Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen» (Lk 11, 28). Wer nicht Christ ist, ist deshalb doch nicht weniger ein Geschöpf, das als Abbild Gottes gebildet wurde und letztlich dazu bestimmt ist, im Haus Gottes zu leben. Es steht geschrieben: «Denn Gott richtet ohne Ansehen der Person» (Röm 2, 11). Jesus Christus hat alle Menschen auf der Erde gerettet, deshalb wird auch jedem, der im Lichte Gottes lebt, das Heil geschenkt. Jene aber, die Gott und Sein Gesetz der Liebe bewusst zurückweisen, werden durch ihre eigene Entscheidung verdammt.
Wie können wir, wenn wir noch nicht im Licht leben, Gottes Willen erkennen, um auf dem Weg der Versöhnung und der Einheit Fortschritte zu machen? Wie können wir erkennen, wie er sich die geistliche Einheit wünscht?
Wie sollen wir unseren Weg finden und erkennen, wohin wir gehen sollen, wenn wir noch immer in der Finsternis sind? Die Finsternis befindet sich im Krieg mit dem Licht, und wenn wir nicht schleunigst bereuen, wird diese kleine, schwache Flamme, die noch in uns verblieben ist, erlöschen. Wir sollen unsere Vorurteile unverzüglich bei Seite legen und statt dessen Öl aus den Vorräten der Demut und der Liebe schöpfen, damit diese schwache Flamme wieder zu einer starken Fackel wird.
Jede Kirche sollte sich danach sehnen, ihrem «Ego» und ihrer Starrheit zu sterben. Durch einen solchen stillen Tod wird die Gegenwart Christi in ihr leben. Jede Kirche sollte in einer beständigen Haltung der Reue leben und sich so mit der göttlichen Liebe Christi zur Menschheit verbinden; einer Liebe die ihre früheren und gegenwärtigen Niederlagen auslöscht. Durch einen solchen Akt der Demut wird die Einheit gewirkt. Die Heilige Schrift sagt: «Demütigt euch vor dem Herrn und Er wird euch erhöhen».
Wenn die Kirchen in der Lage sind, die negativen, trennenden Hindernisse zu überwinden, die Hindernisse, die gegen die Einheit im Glauben, in der Liebe und in der gegenseitigen Wertschätzung gehen, dann wird Christus, getreu Seiner Verheißung, der ganzen Welt eine Zeit des Friedens schenken und alle Geschöpfe in Seinen mystischen Leib eingliedern, damit sich dadurch Seine Worte, die Er uns in Seinem Gebet an den Vater hinterlassen hat, erfüllen: «Alle sollen eins sein, wie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast» (Joh 17, 21). In diesem inständigen Gebet unseres Herrn wird sehr deutlich, dass die Einheit, die Er möchte, eine Einheit ist, von der die ganze Welt erfasst werden soll. Aber eine solche Einheit, von der die ganze Welt erfasst wird, kommt nicht ohne den Beistand des Heiligen Geistes zustande, der die Menschheit mit Seiner Macht beschenkt, damit sich die Apostel auf den Weg machen, um die Welt zu evangelisieren und die ganze Welt zum Glauben an Christus führen. Wenn ich auf die noch bestehende Trennung schaue, würde ich sagen, dass die Kirche noch nicht ihre Vollendung erreicht hat, sondern in diesem Bereich ihre Schwäche zeigt.
Die Kirche ist schwach; es ist für sie eine Notwendigkeit, durch die Einheit konsolidiert zu werden. Derzeit verliert die Kirche in ihrer Schwäche allmählich immer mehr von ihrem Licht, so dass sie sich nicht mehr aufmachen kann, um am Brunnen des Lebens das Öl der Heilung — nämlich den Heiligen Geist — zu schöpfen. In einer Botschaft sagt Christus zur Kirche: «… dein Duft hat dich verlassen». Es hat den Anschein, dass vor allem die orthodoxe Kirche aus Furcht vor einem Verlust ihrer Identität und ihrer Werte nicht nur ihre Fenster verschlossen hat, sondern auch ihre Türen zu Barrikaden umfunktioniert hat, so dass kein Licht eindringen kann, und sie bemerkt nicht, dass sich in ihrem Inneren immer mehr Schimmel bildet. Aus dieser unvernünftigen Angst heraus verbietet sie der Gnade, in ihrem Innern zu strömen; sie behindert den Hauch des Heiligen Geistes, der sie erfrischen kann. Wer aus Angst handelt und sich vergewissert, ob seine Fenster und Türen verschlossen sind, hat normalerweise Angst, dass ihm seine Schätze abhanden kommen. Aber nicht nur die orthodoxe Kirche verhält sich so, andere Kirchen machen es genauso wie sie.
Die Schönheit, die Herrlichkeit und die Früchte, die die Kirche in ihrer Anfangszeit hervorbrachte, sind nun wie verdorbene Früchte heruntergefallen. Wenn das falsch ist, wo ist dann diese apostolische Kirche mit ihrem Eifer, für Christus Zeugnis abzulegen, sich unter die Märtyrer zu reihen, sich in der Arena der Beschämung und des Leidens zu verdemütigen? Verleugnet sie nicht eher den Herrn? Wo ist dieser Glaubenseifer der Jünger und dieses brennende Verlangen nach weltweiter Evangelisierung? O Christus, wie oft muss Dein kostbarer Leib noch durchbohrt und zerbrochen werden, bevor uns bewusst wird, dass wir Deinen Leib zerteilt haben wie die Werkzeuge des «Entzweiers» (Satan) persönlich? Wir taten es nicht mit Absicht. Hilf uns, diesen heiligen Rest, der Deine Kirche genannt wird, zu finden und zu bewahren. Hilf uns, ihn wieder einzusammeln, damit die Einheit der Kirche entsteht; die Einheit einer Kirche, die entschlossen ist, Deine zweite Ankunft auf der ganzen Welt wie eine Offenbarung herbeizuführen. Der Heilige Geist wird nicht durch menschlichen Ehrgeiz und unsere Unfähigkeit zur Versöhnung aufgehalten. Er ist da und macht sich lautstark bemerkbar, damit Ihn schließlich auch die Tauben, die sich verbarrikadiert haben, hören und endlich die Tore ihres Herzens öffnen und damit alle, die tot waren, wieder lebendig werden. Sie, die nicht mehr waren, werden wieder sein.

Literatur:
«Das wahre Leben in Gott»,von Vassula, 10 Bände sind auf Deutsch vorhanden,14,5x21cm.
Preis pro Band: E 12.70 CHF 20.–

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