Von der Tragödie zum Wunder des Padre Pio=> MARIA HEUTE 403 INHALT
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Am 20. Dezember 2001, ungefährt zwei Jahre nach der Heilung des kleinen Matteo Colella, der von einer rasch fortschreitenden Hirnhautentzündung befallen war, wurde diese Heilung zu einem Wunder erklärt, das auf die Anrufung von Padre Pio hin geschehen war.
Maria Lucia Ippolito hat diese Tragödie mit ihrem Mutterherzen durchlitten und berichtete danach über diese außergewöhnliche Geschichte, die sie stark aufgewühlt hat, die sie die Tiefen der Angst und die glückliche «Auferstehung» zum Leben erfahren ließ.
Der Parvis-Verlag hat gerade «Das Wunder des Padre Pio»1 veröffentlicht. Dieses Buch wird ein sehr breites Publikum berühren, die Jüngsten genauso wie die Ältesten, die Gläubigsten wie die Ungläubigen. Der Mutter von Matteo bleibt der Glaube an das Gebet, umso mehr als Padre Pio, der in dieser Familie schon einen festen Platz hat, für seine wunderbare Fürsprache bekannt ist.
Jesus, du hast gesagt: «Man zündet nicht eine Lampe an und stellt sie unter einen Eimer, sondern auf einen Leuchter, damit sie allen leuchte im Haus» (Mt 5,15).
Auf den Rat des Padre Giacinto hin habe ich mich deswegen entschlossen, über das wunderbare Geschenk zu berichten, das du in diesem langen, unglaublichen Monat vom 20. Januar bis zum 26. Februar unserer Familie machen wolltest.
Ich blicke auf dein Bild, das mir in diesen Tagen Kraft und Hoffnung gab, und ich weiß, dass mein Leben das schon vorher von dir erfüllt war sich jetzt nicht mehr abwickeln kann, ohne gänzlich dem unglaublichen Mysterium deiner Passion, deines Todes und deiner Auferstehung geweiht zu sein. Obwohl das nicht leicht sein wird.
Du hast mir das überaus große Geschenk des Wunders gemacht, aber vor ihm die größte Gnade, den Glauben, geschenkt.
Du hast mir in deiner unendlichen Güte Matteo zurückgegeben.
Du hast uns großmütig erwählt und uns gesegnet, ohne irgendein Verdienst von unserer Seite.
Du hast, als du uns deine Liebe schenktest, nicht auf unsere Sünden geschaut, sondern es verhielt sich so, wie der Psalmist gesagt hat: «Ich rief zum Herrn in meiner Not, und er hat mich erhört» (Ps 120,1).
Und heute kann ich, vor dem heiligsten Sakrament kniend, nur wiederholen: danke, danke für dein unendliches Erbarmen! Dank sei dir und deiner liebreichen Mama, die Matteo in den Armen hielt, sich unser erbarmte und dich bitten wollte, meinen Mutterschmerz zu lindern. Dank sei dir, Herr, denn du stehst allen bei, die dich suchen, wie geschrieben steht: «Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet» (Ps 30,12):
Ich will mich an dich wenden, wie ich das in Briefen an dich gelesen habe.
«Wie viele Gnaden hat Jesus in diese Stürmen gewährt!», sagt Raffaelina Cerase, und ich wiederhole: in diesem so wirren Moment meines Lebens!
Lieber Padre, sanfter und liebevoller Schatten, du hast mich und meine Familie von jeher unter deinen Schutz gestellt du wirst ja den, der sich als schlichtes und hoffnungsvolles Kind an dich wendet, nie im Stich lassen. Du hast auf meinen Schmerz geblickt und meine armseligen Gebete zu Gott getragen.
Dank sei dir für deinen Schutz.
Ich blicke auf Matteo, der aufmerksam und interessiert in der Play-Station spielt und mit seiner keineswegs anders tönenden, sondern gleichgebliebenen Stimme mit mir von all dem spricht, was am schicksalhaften 20. Januar jäh abgebrochen wurde als ob dieser nicht enden wollende Monat nie gewesen wäre, als ob seine schreckliche Krankheit nie ausgebrochen wäre…
Das gewaltige Drama, das ich durchmachte, verliert sich in seinem sanften, geliebten Gesicht, das wieder voller Leben ist…
Vor ungefähr anderthalb Jahren hatte ich einen überaus schönen Traum.
Ich befand mich in der Krankenabteilung des Klosters, um zu beichten, und plötzlich hörte ich, wie mehrere Stimmen sagten: «Padre Pio kommt, Padre Pio kommt.»
Ich wurde von einem mir nicht bekannten innersten Schmerz erfasst und kniete heftig weinend nieder.
Einen Augenblick später war der Padre bei mir angekommen und fragte mich sanft: «Warum weinst du?» Und ich: «Ich weiß es nicht.»
Da streichelte Padre Pio mit der rechten Hand an deren Wärme wie die eines seidenen Handschuhs ich mich noch erinnere meine Wange und sagte: «Wovor hast du Angst? Ich bin bei dir; ich werde dir immer nahe sein.»
Vor sechs, sieben Monaten hatte ich einen andern Traum.
Ich befand mich auf einem mir unbekannten, beängstigenden Friedhof.
Während mich die Angst schüttelte, erschien der Padre von neuem und fragte mich: «Was machst du hier?», worauf ich bloß die Schultern hob und der Padre sich schreckensvoll umschaute.
Padre Pio lächelte mich an und sagte zu mir im Dialekt: «Laufe, bewege dich, geh von hier weg, das ist nichts für dich! Nur Mut! Du voraus und ich dir nach; gehen wir hier hinaus!»
Ich erwachte erschrocken und dachte, es werde etwas Gefährliches geschehen.
Später, einige Tage vor Ende August, trat ich nach einer banalen Auseinandersetzung mit meinem Mann, die uns in Zorn geraten und mich die Hilfe des Padre anrufen ließ, mit Tränen in den Augen in mein Schlafzimmer. Da roch ich gut zweimal einen überaus süßen und herrlichen unnatürlichen Duft von Rosen und Veilchen zusammen.
Ich ging erschrocken herum und stellte fest, dass nichts da war, das diesen Duft von sich geben könne.
Ich begab mich sogar auf den Balkon, da ich dachte, der Duft könnte von dort her kommen, aber das war nicht der Fall.
Ich rief sogleich meinen Mann, und als er ins Zimmer getreten war, fragte ich ihn, ob er einen seltsamen Duft rieche.
Antonio antwortete mir: «Ja, von Blumen, aber was soll das?» Dann ging er ruhig weg.
Unterdessen war dieser Duft verschwunden, und erst dann kam mir der Gedanke an Padre Pio. Ich wurde mir bewegt bewusst, dass das ein Zeichen von ihm sein könne und er mir sicherlich sagen wolle, dass er mir nahe sei.
Ich hätte nie geglaubt, dass uns all das erwartete, was mit der Krankheit Matteos auf uns zukommen sollte.
An diesem Tag beginnt das ungewöhnliche Abenteuer meiner Familie, der schreckliche Alptraum, der dann wie ein märchen endete.
Um 20.30 Uhr kehre ich von Foggia zurück, über das hohe Fieber Matteos besorgt, das seit dem frühen Nachmittag andauert und von dem mein Mann kurz vorher gesprochen hatte, als er mich auf dem Handy anrief.
Schon am Morgen hatte die Lehrerin Matteos mich in der Schule davon in Kenntnis gesetzt. Sie sagte mir, das Kind spreche von einem starken Kopfweh, und ich war, zur gleichen Zeit wie mein Mann, hingeeilt, um zu sehen, wie es ihm gehe.
Aber außer dem Fieber wies das Kind keine weiteren Symptome auf, so dass wir an eine leicht zu behandelnde banale Influenz dachten.
Das Fieber war aber während der ganzen Zeit hoch geblieben; das Kind hatte sich auch erbrochen, und darüber wollte mich mein Mann telefonisch informieren.
Im Kinderzimmer angekommen, finde ich Matteo mit ins Leere starrenden Augen, und als ich ihn anrede, erkennt er mich nicht.
Antonio sucht mich zu beruhigen: Das Kind sei außer von ihm vor kaum einer halben Stunde auch von einem befreundeten Kinderarzt untersucht worden, ohne dass irgendein besonderes Indiz auszumachen war (keine Flecken, keine Genickstarre). Dennoch werde ich von Panik gepackt; es ist mir, jemand sage, die Situation sei gefährlich.
Ich nähere mich Matteo, um ihm links auf den Hals einen Kuss zu geben, und als ich ihm den Kragen des Pyjamas herunterstreife, bemerke ich, dass er mehr oder weniger große violette Flecken aufweist.
Höchst erschrocken rufe ich Antonio und sage zu ihm: «Schnell, komm und sieh, das Kind hat Petechien, hat die CID.» Ich verwende spezifische Begriffe für ein seltenes, sehr schlimmes Syndrom (in den Blutgefäßen verbreitete Koagulation), an das zu denken ungewöhnlich ist, vor allem deshalb, weil ich ihm zwar vor schon so vielen Jahren in einem medizinischen Traktat über Krankheiten begegnet war, es aber in der Folge nicht mehr studiert hatte, obwohl zur Zeit des Doktoratskurses dieser so seltene und schreckliche Krankheitsfall in mir eine unerklärliche und übertriebene Angst hinterlassen hatte.
Diese meine aufgeregten Worte sind jedoch eine Alarmglocke.
Mein Mann kommt schleunigst zu Matteo und ruft sogleich den Doktor Pellegrino an, und wir beschließen, einige Sachen zusammenpackend, in Eile das Krankenhaus aufzusuchen, nachdem wir Alessandro auf der Straße bei einem Freund, Nicola, zurückgelassen haben.
Es vergehen ungefähr fünfzehn Minuten.
Wir kommen auf der Notfallstation an, legen das Kind auf die Bahre und bringen es schnell in die Kinderklinik, wo wir ein paar Minuten nach 21.00 Uhr ankommen.
Mein Herz krampft sich immer mehr zusammen und wohl auch das Antonios.
Ich habe das Gefühl, dass etwas Schreckliches geschieht, auch deshalb, weil die Flecken immer zahlreicher und größer werden in einer beängstigenden Schnelle, worin sich zeigt, wie schlimm sie sind. Ich ersehe das auch aus den schreckerfüllten Augen der Ärzte und des Personals, die sich Matteo nähern.
Als wir in die medizinische Abteilung der Kinderklinik kommen, ist das Kind schon im Schockzustand, und es gelingt nicht, bei ihm eine Vene zu finden, um die dringliche Therapie zu beginnen.
Trotzdem spricht Matteo weiter; er ist noch wach; nach der kurzen Periode der Bewusstseinsstörung hat er sich erholt und verlangt nach einer Pizza und nach Sprudelwasser, während er schreit, denn der schwierige Versuch, die Nadel in eine Vene einzuführen, schmerzt ihn. Ich bin bei ihm und höre, wie er ein weiteres Mal um Sprudelwasser bittet: «Wie sagt man, Papa: “Kellner, Kellner, ich will Sprudelwasser”?»
Er hat solchen Durst, wegen des Schocks, und ich werde mir immer mehr bewusst, dass die Tragödie, die vor sich geht, irreversibel ist.
Ich bin daran, meinen Sohn, mein Kind zu verlieren, und ich kann nichts machen, ich fühle die Kräfte schwinden, falle aber nicht um; ich bleibe da, unbeweglich, und bete schweigend, unter zahlreichen Tränen, die von selbst fallen: «Jesus, hilf mir, Jesus, hilf mir; Jesus, Maria, lasst mich nicht im Stich!»
Inzwischen sagt Matteo, dem Papa zugewandt, einen unglaublichen, wunderschönen Satz: «Papa, wenn ich einmal erwachsen bin, will ich reich werden, um alles den Armen zu geben.»
Dieser Satz ergreift mich, trotz der Gewissheit, dass Matteo am Sterben ist wie er merkwürdigerweise auch den Doktor Gorgoglione ergreift, und dieser selbst wird ihn, viele Tage später, vor mir erwähnen…
Mein Mann heißt mich in den Korridor hinausgehen, denn die Situation überstürzt sich, und dort habe ich nur die Kraft, unter Schluchzen meine Brüder zu informieren, dass das Kind am Sterben ist, und in meiner Brieftasche nach den Gebetszetteln zu suchen, die ich stets bei mir habe.
Ich finde zitternd das Bild Jesu das des göttlichen Erbarmens , wie er Schwester Faustina erschienen ist.
Ich beginne zu beten, das Rosenkränzlein der göttlichen Barmherzigkeit zu beten, die dem Evangelium entnommenen Worte zu wiederholen, die unten auf der Seite stehen: «Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch geben, in meinem Namen» (Joh 16,23), den Satz zu wiederholen, den Jesus in einer seiner Erscheinungen an Schwester Faustina Kowalska gelehrt hat: «Jesus, gegen alle Hoffnung vertraue ich auf dich.»
Ich beginne, anhaltend Padre Pio anzurufen, ihn um sein Gebet, seine Hilfe anzuflehen.
Anmerkung:
1. «Das Wunder des Padre Pio», «Er hat meinen Sohn gerettet!» Bericht einer Mutter, von Maria Lucia Ippolito, 272 Seiten + 8 Seiten Farbabb., 14,5x22 E 17.- CHF 26.-
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