Medjugorje
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Wir haben Schwester Elvira und die Cönakel-Gemeinschaften bereits in den Nummern 379 und 380 von Maria heute vorgestellt.
EIm Frühling 2001 wurde in Medjugorje eine neue Gemeinschaft für drogenabhängige Mädchen eröffnet. Vielen jungen Mädchen, die von Drogen oder anderen Süchten gezeichnet sind, wieder neue Freude und Hoffnung zu schenken, ist das Ziel, das sich eine neue Initiative in Medjugorje gesetzt hat. Nachdem zwei Jahre am ersten Haus für Frauen außerhalb der Cönakel-Gemeinschaft gebaut worden war, öffnete es am 1. November 2000 seine Pforten (neben der Gemeinschaft «Kraljice Mira
») Dieses Projekt, das einer Eingebung Sr. Elviras entsprang und von ihr hartnäckig verfolgt wurde, ist gewissermaßen von dem bereits bekannten Haus für Männer, dem «Feld des Lebens» geboren. «Geboren» im eigentlichen Sinn des Wortes, denn es war wirklich eine Geburt. Hier haben viele junge Menschen gelitten und gebetet und hier wurde in ihnen ein neues Leben geboren: sie gaben ihr Bestes, um die Zufahrtswege, die Mauern, die Dächer zu bauen und haben ihre Erfahrung von Auferstehung und neuer Geburt mit hinein gewoben.
Zu den Jugendlichen, die sich auf den Weg machten, um das «Feld der Freude» zu eröffnen, sagte Sr. Elvira: «Die Sendung besteht darin, überall wo wir sind, zu dienen. Nur so verwirklicht sich das gläubige, das christliche Leben, indem wir einander dienen. Das missionarische Wirken besteht darin, daß du mit Freude von einer Begegnung kündest: nämlich daß du in deiner Einsamkeit, in deiner Verzweiflung dem auferstandenen Herrn begegnet bist und daß du verkündest, was du bereits von Ihm empfangen hast. Gottes Kraft ist eine lebendige Kraft, es ist nicht eine Kraft, die von deinen eigenen Fähigkeiten kommt. Wir wollen lieben und die Liebe ist dein Leben, das sich mit einem Blick, einer Geste, mit einem Schmerz entwickelt. Das gilt in besonderer Weise für die Frau, die das Feuer der Liebe in sich trägt, ein verzehrendes Feuer. Die Frau wurde erschaffen, um Gattin und damit Mutter zu sein.»
Wir haben einige Jugendliche interviewt, die sich auf diese Erfahrung eingelassen haben, und so können wir Ihnen ein lebendigeres Zeugnis von dem geben, was die Muttergottes auf dem «Feld der Freude» in Medjugorje wirkt.
Marco und Cinzia sind gemeinsam mit ihrem fünfmonatigen Baby Daniela eine junge Familie. Sie machen eine einzigartige Erfahrung: sie sind eines der ersten Ehepaare, die in der Gemeinschaft mitleben.
D.: Marco, du hast die Arbeiten koordiniert; kannst du uns sagen, wie dieses Haus entstanden ist?
M.: Vor Jahren gelang es uns dank P. Slavko dieses 5000 m2 große Grundstück zu erwerben. Es war mehr oder weniger eben und ursprünglich war vorgesehen, die männliche Gemeinschaft zu vergrößern. Daher stellten wir ein Schild mit der Aufschrift «Cönakel-Gemeinschaft» auf. Bei all den anderen Projekten geriet es fast in Vergessenheit, bis uns Elvira eines Tages fragte, ob wir damit begonnen hätten
An jenem Tag ging es mit der Baustelle los. Es ging Schritt für Schritt vorwärts und dann bemerkten wir, daß es das Werk der Muttergottes war und daß unser Kommen an diesen Ort ihr Wunsch war. Wir haben hier auch gelitten, denn es war harte Arbeit, aber wenn wir heute die glücklichen jungen Menschen hier sehen, ist es eine Freude.
D.: Welche Funktion erfüllt das Haus heute?
M.: Wir können hier keine Gruppe aufnehmen, sondern nur junge Mädchen, die es brauchen. Wir stellten uns in Medjugorje schon vor mehreren Jahren diese Frage, denn wir waren uns bewußt, daß wir diese Menschen, die wirklich kommen wollten, verlieren könnten. Daher wurden die Arbeiten beschleunigt.
D.: Wie viele junge Frauen sind hier, um den Empfang zu organisieren?
M.: Das Haus wird von zwölf jungen Frauen geführt, darunter ist auch Cinzia, meine Ehefrau. Sie kommen aus verschiedenen Gemeinschaften in Italien und gehören verschiedenen Nationalitäten an: Deutsche, Kroatinnen, Italienerinnen, Französinnen, um die verschiedensten Ankömmlinge empfangen zu können. Kürzlich kamen viele junge Mädchen aus dem Kosovo, aus Mazedonien und aus Serbien zu Vorgesprächen
Nach den Begegnungen sprechen wir untereinander darüber und dann beten wir für alle diese Situationen. Die Muttergottes ist uns bei dieser Aufgabe eine sehr große Hilfe.
D.: Beabsichtigt ihr hier auch Pilgergruppen aufzunehmen?
M.: Ja, aber wir wissen noch nicht, wann. Aber Sr. Elvira will, daß die Kapelle, die wir gerade bauen, wenigstens für 200 Menschen, die kommen, um die Zeugnisse zu hören, Platz bietet.
D.: Flavio, du hast von Anfang an auf dem «Feld» mitgearbeitet. Welche Erfahrungen hast du gemacht?
F.: Als wir mit den Arbeiten begannen, war ich erst kurz zuvor in die Gemeinschaft gekommen; jetzt bin ich 16 Jahre alt; meine neue Geburt ist also mit diesem Feld der Freude verbunden. Es macht mir wirklich Freude zu sehen, daß das Haus jetzt fertig ist und die Jugendlichen anreisen und zu wissen, daß man hier das Leben von so vielen Menschen retten kann, wie auch mein eigenes Leben gerettet wurde! Ich bin mit diesem Haus verbunden, denn es ist die Frucht von Leiden, die viele von uns auf sich nahmen: wir stehen um 5.00 Uhr morgens auf und ich habe mich oft gefragt, warum ich da war. Abends war ich körperlich wie erschlagen, aber jetzt sehe ich die Schönheit, die aus diesen Leiden hervorgegangen ist
D.: Giorgia, du bist eines der zwölf Mädchen aus dem Empfangsbereich. Was hat sich aus der Tatsache, daß du hier im «Feld der Freude» in Medjugorje bist, in deinem Leben verändert?
G.: Ursprünglich spürte ich in der Gemeinschaft nicht wirklich die Anwesenheit Unserer Lieben Frau, aber nach und nach fühlte ich mich im Gebet von Medjugorje angezogen. Als ich erfuhr, daß ich hierher kommen sollte, war ich sehr froh. Anfangs kannten wir uns untereinander nicht: wir mußten mit den verschiedenen Kulturen und den verschiedenen Charakteren zurechtkommen
Ich litt, aber zugleich war ich in einem Frieden, den ich noch nie erfahren hatte. Wie oft habe ich mich zum Podbrdo gewandt und gespürt, daß die Gospa mit mir war! Das gab mir die Kraft, weiterzugehen.
Ich war immer ein skeptischer Mensch; meine Mutter erzählte mir von Medjugorje und betete auch für mich. Jetzt werde ich mir bewußt, daß es bestimmt ihre Gebete sind, die mich hierher kommen ließen.
D.: Junge, verzweifelte Menschen aus allen Ländern kommen nun hierher: Welche Auswirkung hat es für dich, zur Empfangsgruppe zu gehören?
G.: Es ist ganz eigen und manchmal erschütternd, aber es hilft mir auch, Dank zu sagen; ich werde mir bewußt, wie ich jetzt lebe und daß es ein Anruf ist. Als ich noch in der Welt war dachte ich, daß es nur Menschen gibt wie mich, daß es nur das Böse gibt, daß es nichts Schönes gibt, oder Menschen, die wirklich glauben. Hier aber sehe ich so viele junge Menschen, es ist ein Reichtum, der sich täglich erneuert. Ich denke, es ist wirklich ein Ort der Bekehrung. Selbst in der Gemeinschaft spürt man eine andere Atmosphäre als in der italienischen Gemeinschaft. Ich muß jeden Tag, jede Minute dankbar sein und daran denken, wer ich war, wer ich jetzt bin und wie ich jetzt lebe.
Nicola Bertani, Echo de Marie, Nr 156, März-April 2001, S. 7
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