Pater L. Rupcic
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Der am 25. Juni 2003 verstorbene Pater Rupcic hat beim Parvis-Verlag sein wichtigstes Buch Medjugorje, Himmelstür und Beginn einer besseren Welt herausgebracht. Nachstehend finden Sie einen kurzen Auszug daraus:
In Medjugorje geschehen nicht nur Wunder, sondern vielmehr ist auch Medjugorje selbst ein großes Wunder. Eine Fülle von bedeutenden und aufregenden Begebenheiten im Verein mit kleineren oder größeren Zeichen von Gottes aktiver Anwesenheit schufen aus Medjugorje ein wahres Wunder. Hier ist buchstäblich aus dem Nichts oder aus einer Hand voll menschlicher, kultureller und religiöser Elemente, allein durch die Allmacht Gottes das entstanden, was Medjugorje heute ist, und so gewissermaßen ein zweites Mal geschaffen worden. Medjugorje hatte nichts, was auch nur einen Besuch wert gewesen wäre, und auch die Dorfbewohner selbst trugen sich mit dem Gedanken wegzugehen, denn der karge Boden dieser wasserarmen Karstgegend konnte nur den wenigen Brot geben, die nirgendwo sonst etwas Besseres fanden. Mehr als die Hälfte der Einheimischen lebte in alle Himmelsrichtungen zerstreut, von Zagreb und Slawonien bis nach Nordamerika, Argentinien und Australien. Und die mehr als bescheidenen Lebensumstände der Daheimgebliebenen wurden durch das kommunistische Regime mit seiner Schreckensherrschaft und seiner schwachen Wirtschaft noch schlimmer. Jedes Jahr nahm die Klassenstärke in der Schule weiter ab, und in den alten Häusern lebten nur noch zwei oder drei Alte, denn die Jungen waren auf der Suche nach Arbeit weggezogen. Der Tabakanbau, traditionell die Hauptlebensgrundlage der Gegend, war nicht mehr rentabel und die Schaf- und Ziegenherden wurden immer kleiner. So waren in Medjugorje kurz vor der ersten Marienerscheinung alle Voraussetzungen dafür gegeben, ein weiteres der vielen entvölkerten Dörfer in der Herzegowina zu werden, noch unbedeutender und unattraktiver als je zuvor.
Und dann auf einmal kam die große Wende und Medjugorje wurde neu geboren. Nichts hatte die Menschen darauf vorbereitet und es gab auch keine Grundlage für diese Neugeburt nichts als die Stimmen von sechs kleinen Kindern, die behaupteten, ihnen sei die Muttergottes erschienen. Alles sprach davon, aus Medjugorje wegzuziehen und dann ganz unerwartet diese Botschaft, die mehr und mehr Menschen aus allen Teilen der Welt herbeirief und anzog, Menschen aus ferneren Ländern, als auch die Dorfbewohner auf ihrer Suche nach Brot und Arbeit jemals erreicht hatten.
Seit Jahren strömen jedes Jahr mehr als eine Million Menschen nach Medjugorje. Kaum ein Ort, wenn überhaupt, hat jeden Tag so viele Gäste, ein Vielfaches seiner Einwohnerschaft, und schwerlich nur lässt sich ein anderer Ort finden, wo jeden Tag Angehörige so vieler Nationen, Rassen, Kulturen, Zivilisationen und Gesellschaftsschichten und Menschen unterschiedlichster persönlicher Eigenart versammelt sind wie hier.
Was sucht und offensichtlich findet hier der Reiche, wenn die anderen da eher arm sind? Was der Satte, wenn die Einheimischen selbst kaum zu essen haben? Was ein häufiger Galerienbesucher, wenn es hier keinerlei Kunstschätze gibt? Was ein an die höchsten Genüsse Gewöhnter, wenn die Menschen hier nur davon träumen können? Warum wollen Besucher berühmter Kathedralen, der kostbarsten Kunstschätze Europas, lieber auf den kahlen Berg von Medjugorje? Und wenn jemand ein Anliegen hat und Gott in einer Kirche um sein Erbarmen anflehen oder ihm aus ganzem Herzen für seine Güte danken will, kann er dies nicht besser zu Hause in seiner Kirche tun, die eher leer ist, oder in einer anderen, die um einiges näher ist als die Kirche von Medjugorje, die doch hunderte oder tausende Kilometer entfernt und nur unter beträchtlicher Mühe und auch finanziellem Aufwand zu erreichen ist?
wo es nur eine Volksschule gibt, und was haben sie Kinder zu fragen, die kaum mehr als lesen und schreiben können? Welche Erkenntnisse suchen sie bei ihnen, zu denen sie bei all ihrer Bildung selbst nicht gekommen sind? Mit eigenen Augen sah ich einmal, wie ein hochrangiger europäischer Politiker, Vorsitzender der größten Partei seines Landes, sich mit der Seherin Marija über seine persönlichen Probleme und Schwierigkeiten beriet und ihr am Ende für das überaus fruchtbare Gespräch dankte.
Was treibt Millionen Menschen aller Gesellschaftsschichten und mehr oder weniger auch aller Konfessionen nach Medjugorje? Was bringen sie in ihren Herzen oder Seelen dorthin und was finden sie dort, das sie für die Anforderungen des Alltags mit nach Hause nehmen können? Wenn ich mir all ihre Aussagen und Geständnisse und vor allem ihre neuen, dort erworbenen Überzeugungen und Vorsätze vor Augen halte, dann scheinen sie dort «jemandem» begegnet zu sein, der zu ihnen persönlich gesprochen hat und sie davon überzeugt hat, dass er allein die Wahrheit über sie und die Welt ist und sich ihnen in seiner allmächtigen Liebe ganz und gar zuwendet. Deshalb können sie nicht nach Hause fahren, ohne sich geändert zu haben oder wenigstens den festen Vorsatz gefasst zu haben, zu versuchen ein neuer Mensch zu werden. Wenn nicht vorher schon, so aber gewiss bei der Abreise kann man in Medjugorje keine Menschen sehen, die frostig aneinander vorübergehen. Das ließe die innige geistige, gebetsintensive Atmosphäre, die sie dort erfasst, nicht zu
Im Gegensatz zu Jakov hat sich bis heute noch keiner der Gegner Medjugorjes zu solch einer heroischen Haltung aufschwingen können: bereit zu sein, für seine Überzeugung in den Tod zu gehen. Und einem Zeugen, der für seine Überzeugung sein Leben lässt, muss man glauben
Da die Behörden bei den Kindern nicht weiterkamen, gingen sie dazu über, in Medjugorje Einheimische und Pilger zu schikanieren. Die Polizei notierte sich am Ortseingang jede Autonummer, stellte, wenn es eine auswärtige war, den Fahrer zur Rede und drohte ihm mit Entlassung von der Arbeit und Gefängnisstrafen.
Währenddessen wurde nach den Schuldigen «gefahndet» und fleißig an einem Lügennetz gesponnen. Die ersten Opfer waren der Pfarrer, Pater Jozo Zovko, und zwei seiner Mitbrüder, die sich mit Pilgern in Medjugorje aufhielten. Sie wurden zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Pesko Vasilj, ein Gemeindemitglied, schilderte die Machenschaften der Kommunisten als derart schrecklich, dass, wie er sagte, sogar der Teufel von ihnen noch etwas lernen könne.
Je brutaler jedoch die kommunistischen Behörden vorgingen, desto stärker und heroischer wurde der Widerstand des Volkes. Der bereits zitierte Pesko Vasilj beispielsweise sagte den Kommunisten ins Gesicht, er sei bereit, die Hälfte der Strafe auf sich zu nehmen, zu der der Pfarrer verurteilt worden war. Der Ortsbischof wurde verhört und mit Freiheitsstrafen bedroht, sollte er sich in Zukunft für Medjugorje aussprechen. Mir selbst stellten sie zum vierten Mal Anklage und Gefängnis in Aussicht, als ich mein erstes Buch über die Erscheinungen von Medjugorje schrieb, und nahmen mir den Pass ab, um sicherzugehen, dass ich nicht außer Landes ging.
Weil aber all das den Zustrom der Pilger nicht aufhalten konnte, wurde schließlich mit dem Einsatz der Armee gedroht. So tauchte eines Tages am Ortseingang und im Ort selbst eine größere Einheit in voller Kampfausrüstung von Spürhunden bis zu Geschützen auf, um Einheimische und Pilger einzuschüchtern. Den Soldaten selbst war gesagt worden, der Einsatz sei gegen nationalkroatische Faschisten gerichtet, die das Regime für den schlimmsten Gegner bzw. Feind schlechthin hielt.
Auch das konnte die Menschen nicht davon abhalten, auch weiterhin zum Ort der Erscheinung zu strömen und zwar in stetig steigender Zahl. Und schon bald gesellten sich auch Pilger aus ganz Europa und aus Übersee hinzu. Die Behörden waren am Ende ihrer Weisheit, und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als ihren Misserfolg als Erfolg hinzustellen und ihre Niederlage und ihren ideologischen Schaden als Gewinn: Sie begannen in den ausländischen Pilgern, vor allem denen aus dem kapitalistischen Westen, «Glaubenstouristen» zu sehen, die genau wie die Touristen an der Adria dringend benötigte Devisen ins Land brachten. Wenn es schon nicht so gehen konnte, wie sie es wollten, dann waren sie eben mit dem zufrieden, was sie bekommen konnten, ganz nach dem Motto: «Dann gib eben, was du hast.»
Heute sind wir Zeugen davon, wie der Kommunismus als organisierte Macht und allgemeine Gefahr am Ende ist. Gefährlich ist nur noch seine Leiche, nicht aber seine Stärke. Das Ungeheuer ging zugrunde, es «war einmal und ist jetzt nicht» (Offb 17,8). Für viele steht fest, dass die Gottesmutter dabei die ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Unter den Kroaten gibt es kaum jemanden, der nicht davon überzeugt ist. Denn sie hat durch ihr Erscheinen den bleiernen kommunistisch atheistischen Horizont vor den Augen der Menschen aufgerissen und ihnen die geleugnete und verworfene Welt gezeigt, die von Grund auf anders ist als die kommunistisch atheistische. Mit ihrem Erscheinen und ihren Botschaften hat sie jedem die Augen dafür geöffnet. Und durch die Wohltaten, die sie als gute Mutter mit vollen Händen unter uns verteilte, sprengte sie die Ketten und rief alle Gefangenen zur Freiheit. Die mächtigsten Bollwerke des Kommunismus, Russland und Osteuropa, sind fast ohne einen Schuss gefallen. Das immense Atomwaffenpotential in ihren Händen blieb ungenutzt, denn die Bezwingerin des Kommunismus erlaubte nicht, dass es zu seiner Verteidigung eingesetzt wurde. Und statt sicheres Mittel zur Niederwerfung des Feindes ist es heute eine starke Bedrohung für sie selbst.
Wer nicht glauben kann, dass die Muttergottes den Kommunismus aus dem ehemaligen Jugoslawien vertrieben hat, wird aber doch wohl glauben können, dass es ihm nicht gelungen ist, sie aus Medjugorje zu vertreiben, obwohl er es ernsthaft versucht hat.
All diese Fakten und auch die Gesamtsituation in Medjugorje können nur damit erklärt werden, dass sie in Zusammenhang stehen mit anderen Fakten, die jenseits der menschlichen Macht und Kontrolle liegen. Die Bedeutung von Gottes Wirken und Walten in Medjugorje liegt in dessen Einfachheit sowie in der absoluten Unmöglichkeit, dass dies der Mensch hätte vollbringen können, vor allem nicht der heutige Mensch, der den Atheismus und zwar eher den praktischen als den theoretischen bereits mit der Muttermilch aufnimmt. Das wäre genauso unglaublich wie das Feuer dem Wasser zuzuschreiben, das Leben dem Tod oder die Heiligkeit der Sünde. Hier gehen Ursache und Wirkung himmelweit auseinander: Einfache und hilflose Kinder, die von Ungeheuern in Polizeiuniform umgeben sind, denen man mit den schlimmsten Konsequenzen droht und auf deren «Geschichten», Behauptungen, Überzeugungen und Forderungen man in fürchterlicher Art und Weise reagiert diese Kinder verhalten sich völlig unverständlich. Welcher vernünftige Mensch wäre im Stande, sich in dieser Lage so etwas auszudenken, und hätte den Mut, jemanden herauszufordern, der ihm in jeder Hinsicht Stärke, Intelligenz und auch zahlenmäßig derart überlegen ist? Und schließlich: Wie sind überhaupt die Aussichten, dass man damit etwas für sich Günstiges erreicht? Wenn die Kinder sich etwas ausgedacht hätten, dann wäre das sicherlich bald schon in sich zusammengebrochen bei den Polizeiverhören, im Krankenhaus und nach der Nacht in der Leichenhalle. Denn Kinder fürchten sich auch vor etwas, was es nicht gibt. Wie sollten sie sich da nicht vor einer wirklichen schrecklichen Sache fürchten. Da aber die Wirkung völlig anders war als bei gesunden und normalen Kindern, ließe sich annehmen, dass sie krank waren. Wenn auch dies durch internationale Untersuchungskommissionen ausgeschlossen wurde, dann gebietet es der gesunde Menschenverstand, nach anderen, d.h. außermenschlichen und außernatürlichen Ursachen für diese Phänomene zu suchen. Wer dazu nicht bereit ist, bei dem wäre sowohl der gesunde Menschenverstand als auch der gute Wille in Frage gestellt.
Das Phänomen Medjugorje steht völlig im Einklang mit der Art und Weise, wie Gott auch ansonsten vorgeht. Er bedient sich kleiner Dinge, um Großes zu wirken, nimmt Brot und Wein, um in ihnen das Höchste zu vollbringen; «das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.» (1 Kor 1, 27-29)
Jesus Christus begann seine Eroberung der Welt, indem er in der Gestalt eines Kindes auf die Welt kam. Und er kam nach Nazareth und Betlehem, nicht nach Rom oder Athen, die Metropolen von Wissen, Macht und Reichtum. Den Kampf gegen das Böse nimmt er nicht mit Waffen auf, sondern mit Frieden; die Welt gewinnt er nicht durch leere Verheißungen, sondern durch das Kreuz, nicht durch Gewalt, sondern durch seinen eigenen Tod. Seine Mitarbeiter sucht er nicht unter den Gelehrten, sondern unter den einfachen Leuten, damit man besser erkennt, dass Gottes Macht am Werke ist, und einem jeden klar wird, dass all dies Außergewöhnliche von Gott kommt, und nicht von den Menschen.
Daher braucht er auch keine Spektakel oder sensationelle Wunder. Denn er will auf den Menschen keinen Zwang ausüben und ihm nicht die Fähigkeit nehmen zu glauben, da der Glaube immer freiwillig sein muss. Und so ist Gottes Wirken nüchtern und gemessen; eher Anruf, Aufruf und Magnet, der die Menschen weckt, zu ihm hinzieht und ihnen hilft, aus freien Stücken an Gott zu glauben und nicht in Furcht vor ihm zu versinken, sondern mit Freiheit, Zuversicht und Liebe auf ihn zuzuschreiten.
Literatur:
«Medjugorje, Himmelstür und Beginn einer besseren Welt», 336 Seiten, E 18. CHF 27.
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