Erscheinungen in Kallianpur (1996-1997)
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Die am Fluss Swarna gelegene Stadt Kallianpur («Land der Freude») in Südkanara liegt 5 km entfernt vom Arabischen Meer an der Südwestküste Indiens zwischen Goa und dem 70 km entfernten Mangalore. In Kallianpur hatten vor wenigen Jahren drei kleine Mädchen insgesamt 70 Visionen, die von Sybil Bai aufgezeichnet wurden. Die geistliche Begleitung der Mädchen lag in der Hand von Pater Robert Lewis MA, einem ehemaligen Exorzisten. In den Visionen wird an die Botschaft von Fatima angeknüpft.
Am 25. August sah Bhagya, wie die riesige, weiße Sonne vom Himmel herabkam und sich dem Fenster näherte. Entsetzt betete sie drei Mal die Anrufung: «Jesus, Maria, Josef», und daraufhin kehrte die Sonne dahin zurück, von wo sie gekommen ist.
Etwas später am selben Tag erschien ein Licht am Himmel, in dessen Mitte eine große, bedrohliche Sonne erschien. Sie begann, sich zu drehen und kam der Erde gefährlich nahe. Die Mädchen flohen zu der Dame, die bei Sybil arbeitete und gerade im Garten war. Sie knieten auf dem Gras nieder und flehten zu Jesus, dass Er sie und das Volk vor der Katastrophe bewahren möge. Da hörten sie die Stimme Jesu:
«Wenn ihr den Botschaften keine Beachtung schenkt und den Menschen nicht berichtet, was ich euch gesagt habe, werde ich die Sonne nicht zurückhalten, sondern sie auf die Erde fallen lassen, und viele werden sterben.» Die Mädchen waren sehr verängstigt, weinten und flehten, damit Jesus und Maria dieses entsetzliche Unheil abwenden und die Menschheit retten. Sie baten Unsere Liebe Frau, uns diese große Drangsal zu ersparen. Dann eilten sie ins Haus und traten in das vordere Zimmer ein. Sie legten sich auf das Bett und sagten: «Wir werden dem Priester, Sybil Bai und allen Menschen von der Botschaft erzählen, die Unsere Liebe Frau uns übermittelt hat. Wir werden ihnen sagen, dass sie bereuen und beten müssen, vor allem den Rosenkranz.» Das Tonband hat den verzweifelten Ton ihres naiven Gebetes aufgezeichnet und so die Dringlichkeit der Botschaft festgehalten, die sie erhalten haben. Während dieser langen Vision wurden mehrere Fotos gemacht. Dann gingen die Mädchen in Ekstase in den Raum, in dem sich der Hausaltar befindet. Sie knieten nieder und begannen zu beten und Jesus und Maria anzuflehen, Erbarmen mit der Welt zu haben. Sie nahmen das Bildnis Jesu Christi, des Königs der Barmherzigkeit, das auf dem Tisch stand, und fühlten die Wärme und die Schläge seines Herzens. Dasselbe gilt für die Statue der Pietà, das Kruzifix und das Foto Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel, bei denen sie ebenso die Wärme und die Schläge des Herzens fühlten. Als sie wieder in ihren Normalzustand zurückgekehrt waren, fragten sie überrascht: «Warum seid ihr hier? Warum habt ihr das Tonband mitgenommen?». Diese Vision hatte eine halbe Stunde gedauert.
Da sie versprochen hatten, dem Priester schnell die Botschaft über das Gebet, die Reue und die Bekehrung zu bringen, machten sie sich auf die Suche nach ihm. Drei Mal gingen sie in die Kirche, ohne ihn zu finden. Schließlich übergaben sie ihm die Botschaft und kehrten voller Freude nach Hause zurück, weil sie endlich die Bitte Unserer Lieben Frau erfüllt hatten. Sie sagten: «Satan hat verloren! Unsere Liebe Frau hat gewonnen!»
Am 26. August erzählte Bhagya, dass, als sie gerade draußen beim Geschirrabwaschen den Rosenkranz betete, drei Krähen ganz nah zu ihr kamen. Sie hörten ihr zu, flogen dann davon und kamen mit mehreren anderen Krähen wieder zurück, die auch schweigend zuhörten. Es waren auch fünf Hähne, Hühner und fünf Hunde dort, die auf ihren Hinterpfoten sitzend schweigend zuhörten. «Niemand hört mir zu, wenn ich bete, und niemand glaubt, dass Mama Maria uns erscheint», sagte sie zu ihnen, «aber wenigstens ihr hört mir zu!»
Am 27. August waren die Mädchen unter meinem Fenster in Ekstase. Ich hörte sie sprechen: «Was ist das für ein Land? Es ist voller Dornen, dicker Schlangen und Häusern von Muslimen.» Satan stand ihnen gegenüber, sagten sie, er war schwarz und abscheulich. Er schrie: «Ha, ha, ha!» Die Kinder wurden wütend auf ihn und begannen, Steine nach ihm zu werfen und sich über ihn lustig zu machen. Sie hatten keine Angst. (Sie sagten später, dass sie das aus der Macht Gottes heraus getan hatten.) Am Himmel sahen sie, wie die Sonne sich fortbewegt; alles stand in Flammen. Mama Maria erschien. Die Mädchen drehten sich um und sahen erneut den Horizont in Flammen. Wieder sahen sie Satan. Sie begannen erneut, Steine nach ihm zu werfen und schrien: «Töten wir ihn!» Sie sagten immer noch, dass dort Häuser von Muslimen seien und warfen wieder Steine auf Luzifer, da sie merkten, dass er nicht ganz tot war! Schließlich sahen sie, wie er mitten in den Flammen verschwand. Nachdem die Mädchen wieder in ihren Normalzustand zurückgekehrt waren, erzählten sie uns, dass sie in ein fernes Land gebracht wurden ohne zu wissen wie, dass sie jedoch froh sind, nach dieser anstrengenden Reise zurückgekehrt zu sein.
30. August: Die Mädchen gingen zur Vorabendmesse am Samstag in die Kirche. Sie sahen, wie die Statue Unserer Lieben Frau von den Wundern bittere Tränen vergoss. Voller Mitleid begannen sie zu beten, damit sie nicht länger weine. Der Kopf der Statue, der geneigt war, hob sich auch tatsächlich wieder und nahm seine gewohnte Haltung ein. Während der Messe sah Bhagya zwei Mal Lichtstrahlen vom Tabernakel ausgehen und in ihre Richtung kommen. Sie fragte sich, was das zu bedeuten habe.
Während wir am Abend den Rosenkranz beteten sah Bhagya in Ekstase das Unbefleckte Herz Mariens weinen, dessen Bildnis über unserem Altar angebracht ist. Ihr Herz wurde von einem Schwert durchbohrt und Flammen traten aus ihm hervor. Das Heiligste Herz, dessen Bildnis ebenfalls über dem Altar ist, wurde auch von einer Lanze durchbohrt und blutete. Flammen traten daraus hervor. Da erschien Unsere Liebe Frau in Weiß gekleidet. Sie nahm Bhagya bei der Hand und führte sie an einen Ort voller Menschen und Engel. Bhagya hatte den Eindruck, auf so etwas wie einem Schwamm zu schweben. Sie sah, wie sie auf Wolken sass und spielte. Maria schaute sie lächelnd an. Sie war so voller Freude und Glückseligkeit, dass sie diesen Ort der Seligkeit nicht mehr verlassen wollte. Später sagte sie, dass sie für immer hätte dort bleiben wollen. Als ihre Ekstase beendet war, fehlten ihr die Worte, um diese wunderbare Vision genauer zu beschreiben.
3. September 1997 Bhagya und Reshma nahmen im Osten ein starkes Licht am Himmel wahr. Unsere Liebe Frau erschien ihnen in einem weißen Kleid, das von einem blauen Gürtel zusammengehalten wurde. Sie war sehr schön, auch wenn sie traurig schien und bittere Tränen vergoss. Ihr Schmerzhaftes Herz wurde von einem Schwert durchbohrt und blutete.
«Schaut mein Herz an und seht, wie traurig es ist! Es gibt so viele Sünde in der Welt, und das ist der Grund, warum mein Herz von einem Schwert durchbohrt wird. Ihr müsst eure Sünden bereuen. Übermittelt den anderen meine Botschaft vom Gebet und meiner Betrübtheit wegen ihrer Sünden. Gebt mir eure Rosenkränze und anderen Andachtsgegenstände, damit ich sie küssen kann.» Die Mädchen kehrten ins Haus zurück, um Rosenkränze, Skapuliere und Medaillen zu holen. Doch als sie wieder hinauskamen, war Unsere Liebe Frau nicht mehr da. Da beteten die Mädchen und baten sie wiederzukommen, um die Gegenstände zu segnen. Plötzlich war Unsere Liebe Frau wieder da und stand weißgekleidet am selben Ort. Sie hielt einen Rosenkranz in ihren gefalteten Händen. Sie küsste alle Gegenstände, die ihr entgegengestreckt wurden. Eona, eine Nachbarin, hatte Bhagya gebeten, Unsere Liebe Frau zu fragen, was sie tun solle. Unsere Liebe Frau antwortete, dass Eona viel beten und die anderen zum Gebet anhalten solle. Sie bat sie, die Botschaft über das Gebet zu verbreiten, besonders über das Rosenkranzgebet und ihre Botschaft über die Versöhnung mit Gott. Dann lächelte Unsere Liebe Frau sie liebevoll an und verschwand.
In einer anderen Vision sahen sie Luzifer hinter ihrem Haus unter einen Kokosbaum. Er machte sich über sie lustig. Von neuem brachten sie ihm dieselbe Strafe bei, die er Jesus durch die Juden zugefügt hatte. Sie nagelten ihn mit drei Nägeln fest, die sie auf dem Boden gefunden hatten, und durchbohrten ihn mit einem Schraubenzieher, den sie in der Asche gefunden hatten. Sie fesselten ihn mit Seilen, gaben ihm eine Palme in die Hand und machten sich über ihn lustig: «Ah, großer Rajah! Rajah der Hölle!» Dann schrieben sie mit Holzkohle auf ein Papier «Satan» statt «I.N.R.I.» und machten sich über ihn lustig. Sie bereiteten eine Mischung aus Schlamm und Wasser und gaben ihm dies anstelle des Essigtrankes. Sie flochten eine Dornenkrone mit den Zweigen eines Busches, setzten sie ihm auf den Kopf und lachten.1 Unabhängig voneinander malten sie verschiedene Bilder von Luzifer, die einander ähnlich sind: zwei lange Hörner, nach innen gedrehte Augen, die Feuer speien, lange Zähne, lange Krallen an den Händen und Füßen und einen dicken Bauch.
Bhagya war in ihre Familie zurückgekehrt und arbeitete schwer in einer Ziegelfabrik. Nach dem Brauch wurde sie gezwungen zu heiraten, obwohl sie noch nicht volljährig war und dies gegen das Gesetz geht. Nach dem Vorbild der heiligen Theresia von Lisieux und der heiligen Maria Goretti, die sie sehr verehrte, wollte sie jedoch Jungfrau bleiben
Jetzt wird man Bhagya nicht mehr befragen können, denn sie ist inzwischen gestorben. Sie hatte unablässig um die Taufe gebeten, doch da sie minderjährig war, konnte sie nicht ohne elterliche Genehmigung getauft werden. Ihr Vater freute sich sehr, von den Erscheinungen zu hören. Er wollte oft die Fotos sehen und hören, was Unsere Liebe Frau sagte. Das gilt auch für ihre Schwestern. Doch die Leute in ihrem Dorf waren verwirrt, wenn sie über die Jungfrau Maria und den Rosenkranz sprach.
Reshma bereitet sich auf die Ehe vor, während Andrea noch in der Ausbildung ist.
Der Priester der Gemeinde hat diese Visionen weder untersucht noch irgendeine Prüfung der Ereignisse eingeleitet. Weder die Seherinnen noch die Zeugen sind befragt worden. Zum Glück gibt es noch zahlreiche Tonbandaufnahmen, auf denen jeder hören kann, was sie während der Visionen sagten, sei es in der Sprache von Konkan oder in der Sprache von Kanara (A.d.Ü.: Gebiete an der Westküste Indiens). Sybil hat alles Tag für Tag direkt auf Englisch aufgeschrieben.
Pater Robert Lewis schreibt: «Ich persönlich habe nicht den geringsten Zweifel, dass diese Visionen, die die Mädchen gesehen und gehört haben, echt sind, dass die Botschaften, die sie empfangen haben, wirklich von Unserer Lieben Frau und von Jesus kommen, seitdem ich mich davon überzeugt habe, dass sie mit der Lehre der Kirche und der Bibel übereinstimmen.»
Christian Parmantier
Anmerkung:
1) Man kann all diese Strafen auf den Fotos verfolgen, die Pater Lewis aufgenommen hat, ohne selbst Luzifer zu sehen.
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