Erscheinungen in Kallianpur
(1996-1997)

von Christian Parmantier

=> MARIA HEUTE 392 INHALT

Die am Fluss Swarna gelegene Stadt Kallianpur («Land der Freude») in Südkanara liegt 5 km weg vom Arabischen Meer an der Südwestküste Indiens zwischen Goa und dem 70 km entfernten Mangalore. In Kallianpur hatten vor wenigen Jahren drei kleine Mädchen insgesamt 70 Visionen, die von Sybil Bai aufgezeichnet wurden. Die geistliche Begleitung der Mädchen lag in der Hand von Pater Robert Lewis MA, einem ehemaligen Exorzisten. In den Visionen wird an die Botschaft von Fatima angeknüpft.

Wir setzen unseren Bericht fort

Das Sonnenwunder…

Am 14. August 1997 vormittags sahen Reshma und Bhagya, wie die Sonne sich schnell um sich selbst drehte, immer größer wurde und die Farbe wechselte. Sie war zunächst grün, dann blau, dann weiß und schließlich rot. Sie schien sich in ihre Richtung zu bewegen und fast auf sie zu stürzen. Sie waren entsetzt und begannen zu beten. Eine Stimme hatte sie vorgewarnt und gesagt:
«Ihr werdet die Sonne sehen, doch habt kein Angst, ich bin da.» Dasselbe Phänomen ereignete sich nochmals, und die Mädchen begannen zu weinen und beteten laut: «Jesus, Maria, Josef, habt Erbarmen mit uns.». Dann erschien Unsere Liebe Frau mit dem Jesuskind auf den Armen. Beide trugen eine Krone.
«Ich werde wiederkommen», sagte Unsere Liebe Frau, «und ich werde ein Wunder wirken. Ihr werdet Angst haben, doch fürchtet euch nicht. Sagt den anderen weiter, was ich euch hier sage.» Dann bringt sie den Mädchen bei, den Rosenkranz zu beten. Sie waren so glücklich, dass sie später sagten, sie hätten geglaubt, im Himmel zu sein. Unsere Liebe Frau hat sie auch gebeten, ihren Rosenkranz hochzuheben, damit sie ihn küssen könne. Dann ermahnte sie die Mädchen, viel zu beten und ihre Botschaft den anderen und der ganzen Welt mitzuteilen. Sie lehrte sie, wie sie sich in der Kirche verhalten sollten, dass sie nicht zornig werden und einander helfen sollten. Sie hat sie eindringlich aufgefordert, mit ihr zu sprechen und bat Reshma, sich um Bhagya zu kümmern und für ihre Familie zu beten. Dann begann die Sonne wieder, sich in großer Geschwindigkeit zu drehen und die Kinder begannen, laut zu beten und Jesus zu bitten, mit ihnen und der ganzen Welt Erbarmen zu haben.
Manche Menschen haben einen Teil des Sonnenwunders gesehen. Celine antwortete auf den Ruf Unserer Lieben Frau und kam auch zu den Mädchen. Da sah sie die Sonne wie eine große Hostie.
Während der Ekstase merkten die Kinder nichts von dem, was in ihrer Umgebung vor sich ging. Nirmala1 schüttelte sie, zog sie an den Haaren, klopfte sie auf die Schulter und schlug sie in den Rücken. Sie waren steif und in die Vision versunken und fühlten nichts.
Am Nachmittag ereignete sich das Sonnenwunder noch einmal auf genauso beeindruckende Weise, und genauso am nächsten Tag, dem 15. August.

… eine schwarze Scheibe hinter der Sonne

Am Samstag, dem 16. August 1997 sah Reshma ein strahlendes Licht am Himmel und rief Bhagya herbei. Ein schöner junger Mann erschien ihr mit einer Krone auf dem Kopf. Dann sah sie eine schwarze Scheibe, die sich um sich selbst drehte und sich zum Boden hin bewegte, so dass sie vor Angst zitterte. Sie begann, laut ihren Rosenkranz zu beten, worauf die schwarze Scheibe umkehrte. Dann erschien Unsere Liebe Frau und sagte:
«Was ich euch an jenem Tag2 gesagt habe, müsst ihr den Menschen weitersagen. An jenem Tag habt ihr die Scheibe nicht gesehen, sie war hinter des Sonne versteckt. Heute zeige ich sie euch.» Die Mädchen sagten gemeinsam: «Mach, dass sie umkehrt!» Da sahen sie Jesus, Maria und die Engel auf Knien beten. «Lasst uns auch hinknien und beten», sagten sie. Das taten sie auch beide. Da erschien die Sonne, und die Mädchen sahen ein Kreuz und einen Stern. Reshma sagte: «Tante, schau mal, das Kreuz in der Sonne. Irgendetwas fällt gerade vom Himmel. Das Kreuz ist schöner denn je.» Beide riefen aus: «Mach, dass die Sonne weggeht!» Da sahen sie ein Herz, das von einer Dornenkrone umgeben war. Blutstropfen fielen von ihm herab, und die Mädchen streckten die Hände aus, um sie aufzufangen. Bhagya sagte: «Ich werde die Botschaft heute weitergeben, oder morgen. Komm ein anderes Mal wieder.» Da begann die Sonne wieder zu tanzen. «Wir werden es bald weitersagen.» Dann erschien das Kreuz. Die Mädchen weinten und schluchzten. Als Bhagya wieder zu Hause war, zeigte sie ihre Hände: «Das sind die Wunden. Seht ihr sie?» Wir verneinten. «Ich sehe sie aber, das Blut fließt», wiederholte sie.
Am 17. August sahen Reshma und Bhagya eine schwarze Scheibe, die hinter der Sonne hervorkam. Sie liefen zu Celine und erzählten ihr alles. Die Mädchen beteten ihren Rosenkranz und das beunruhigende Objekt kehrte dahin zurück, von wo es gekommen war. Sybil sagte ihnen, dass sie weiter beten sollten. Vor ihren entsetzten Augen ereignete sich dieselbe Szene noch einmal. Sie kamen aufgeregt zurück und sagten: «Sie fällt auf uns herab.» Sie nahmen wieder ihren Rosenkranz in die Hand, und das beunruhigende Objekt nahm wieder seinen Platz am Himmel ein. Sie hörten, dass jemand sie von draußen beim Namen rief und sie bat, den Himmel draußen anzuschauen. Sie gingen hinaus und hoben die Augen. Da sahen sie eine sehr schöne Dame, in der sie schließlich Unsere Liebe Frau erkannten. Sie war weiß gekleidet, trug das Jesuskind auf den Armen und hielt ein Szepter in der Hand. Die Mädchen sahen auch eine riesige Kugel, von der Licht ausging und in deren Mitte «ein riesiges, überaus schönes Kreuz zu sehen ist, wie sie es noch nie gesehen haben», sagten sie später. Dann erschien Unsere Liebe Frau und der Herr Jesus. Auf die Bitte der Heiligen Jungfrau und des Herrn hin hoben die Kinder ihre Rosenkränze, um sie küssen zu lassen. Daraufhin breitete Unsere Liebe Frau die Arme aus, und von ihren Händen fiel ein Regen wie von Blütenblättern herab. Es waren aber keine Blütenblätter, sagten die Mädchen, denn sie schmolzen in ihren offenen Händen, als sie sie ausstreckten, um sie aufzufangen. Bhagya fragte Unsere Liebe Frau und den Herrn, warum sie erscheinen.

Sagt es… der ganzen Welt

«Um den Menschen zu sagen, dass sie viel beten und ihre Sünden bereuen sollen» wurde ihnen geantwortet. «Sagt es den Leuten von Kallianpur, den anderen Menschen und der ganzen Welt», sagte Unsere Liebe Frau, «sonst wird diese Erde von einer schweren Katastrophe heimgesucht. Sagt es ihnen unverzüglich und sagt dem Priester, dass er meine Botschaft an das Volk weitergeben soll.»
Da sahen die Mädchen, wie die Heilige Jungfrau und Jesus niederknieten. Sie beteten mit zum Himmel ausgestreckten Armen in einer Geste des Flehens. Da fragte Bhagya:
«Wer schickt Euch hierher und woher kommt ihr?»
Sie antworteten, dass sie vom Himmel kommen und Gott Vater sie geschickt hat.
«Wer ist im Himmel?» fragte Bhagya weiter.
«Alle Heiligen und Engel sind im Himmel.»
«Und wo ist Gott Sohn?» fragte Bhagya noch.
«Er ist hier», lautete die Antwort. Dieses so einfache und so direkte Zwiegespräch bezeugt ihren kindlichen Glauben und ihre mädchenhafte Unschuld.
Als sich die beiden Kinder umdrehten, sahen sie das Heiligste Herz Jesu am Himmel erscheinen. Seine Seite blutete, und so streckten sie ihre Hände aus, um die Blutstropfen aufzufangen, die von dem Herzen herabfielen. Unsere Liebe Frau belehrte sie daraufhin gründlich über die Art und Weise, wie sie beten sollten. Sie lehrte sie, wie sie sich in der Kirche benehmen sollten, dass sie den Älteren gehorchen sollten, dass sie nicht zornig werden sollten, wie sie es oft tun, und ihre tägliche Arbeit sorgfältig und mit Liebe erfüllen sollten. Als die Vision beendet war, drückten ihre Gesichter, die bis dahin ganz in Ekstase waren, ihr Bedauern aus. «Ihr geht? Ihr geht wirklich? Wann kommt ihr wieder?»
Am Nachmittag erlitt Bhagya die Passion mit den Schmerzen der Dornenkrone auf dem Kopf und den Nägeln in den Händen und Füßen. Sie lag auf einem Bett und sah, dass sie von vielen Kruzifixen an der Wand umgeben war von deren Wunden das Blut herabfloss.

Vision der gesamten Passion Christi

Am 18. August hatten die Mädchen zahlreiche Visionen: Das Sonnenwunder mit demselben Entsetzen und eine schweigende Erscheinung Unserer Lieben Frau. Eine Vision Unserer Lieben Frau, die Blütenblätter mit wunderbarem Duft herabfallen ließ. Eine Vision des gekreuzigten Christus, der sich auf einem riesigen Kreuz im Todeskampf befand. Eine Vision der ganzen Passion Christi vom Verrat durch Judas bis zur Grablegung. Satan stand am Fuß des Kreuzes und leitete die Juden und die Soldaten an, die Jesus kreuzigten. Sie weinten bitterlich, als sie das Leiden Jesu und Mariens im Einzelnen sahen. (Ein anderes Mal sahen sie Satan am Fuß eines Kokosbaumes vor ihrem Haus, wie er sich über sie lustig machte. Als sie das sahen, straften sie ihn, indem sie auf ihn spuckten und Steine und Staub nach ihm warfen, weil er Jesus gequält hat.)
Am Nachmittag gerieten die Mädchen erneut in Ekstase. Auf dem Kruzifix des Hausaltars sahen sie alle Wunden des Heiligen Leibes Jesu bluten. Voller Erbarmen und Mitleid baten sie um Watte und wischten das Blut ab, das von den Wunden Jesu herabfloss. Dann taten sie dasselbe bei den anderen Bildern, die sie bluten sahen und übergaben die Watte Sybil, damit sie sie aufbewahre.
Am 19. August erlebte Bhagya erneut das Sonnenwunder: Die Sonne drehte sich und bewegte sich in ihre Richtung. Später erschien Unsere Liebe Frau in einem strahlenden Licht. Sie war weiß gekleidet und trug eine goldene Krone. Sie lächelte ihr liebevoll zu.
Am 20. August sahen sie Unsere Liebe Frau mit auf der Brust gekreuzten Händen knien; Jesus krönte ihr geneigtes Haupt. Über ihm schwebten drei Engel mit den Buchstaben J.M.J. in den Händen. Man konnte ein Kreuz sehen, an dessen Spitze die Buchstaben I.N.R.I. standen. Die Mädchen lasen sie laut vor, zeigten mit dem Finger darauf und fragten, was diese Buchstaben bedeuten. Nach einer gewissen Zeit verschwand das Kreuz. Maria war von 31 Engeln umgeben. Sie lächelte die Kinder mütterlich an.
«Fragt Unsere Liebe Frau, ob ich ein Foto machen darf», sagte Pater Robert. Unsere Liebe Frau war einverstanden, aber auf den Film ist nichts zu sehen. Dann gingen Jesus und Maria wieder. Die Kinder konnten gerade noch fragen: «Ihr geht wieder?» «Ja», antwortete Maria und fügte hinzu: «Nach eurem Tod werden wir zusammen im Himmel sein.» Die Kinder atmeten den Duft der Blumen ein, den die Engel aus dem Himmel brachten und der den Ort erfüllt, an dem sie sich im Haus befinden. Dann liefen die Kinder in die Kirche, um dem Kaplan von ihrer schönen Vision zu berichten.

Christian Parmantier

(Fortsetzung folgt.)

Annmerkung:
1) Andreas Mutter
2) «That Day», das heißt der 15. August, bezieht sich ausdrücklich auf den 13. Oktober 1917, als die Heilige Jungfrau in Fatima das Sonnenwunder wirkte. Die Kinder haben 17 Mal gesehen, wie die Sonne sich drehte.

HOCH


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