Mirella PizzioliÜber die letzten Dinge: vom Todeskampf ins Jenseits (3)
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Vor einigen Monaten sind wir mit Mirella Pizzioli zusammengetroffen, um ihr Zeugnis über die letzen Dinge aufzuzeichnen, das heißt über die verschiedenen Etappen der Seele bei ihrem letzen Weg, der sie von der Erde zum Himmel führt. Nachdem wir Mirella Pizzioli und ihr Charisma vorgestellt haben (vgl. MH Nr. 388 und 389), bieten wir diesen Monat einen kleinen Einblick in diese unbekannten und geheimnisvollen Augenblicke an sowie einige Gedanken zu diesen letzen Momenten des irdischen Lebens, insbesondere zum Moment des Todeskampfes und des «Übergangs» ins Jenseits.
Mirella, manche Menschen machen einen Todeskampf durch, bevor sie diese Erde verlassen. Was können Sie uns dazu sagen?
Im Verlauf einer Krankheit gibt es eine akute Phase, in der der Mensch mit Medizin bombardiert wird. In diese Phase kann man nicht eindringen, weil es die schwierigste Phase ist, in der die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht. Darauf folgt dann eine Phase, in der es dieser Person bereits besser geht, so dass sie sich wie erhoben fühlt. Der Todeskampf ist schon eine Begegnung mit allem Übernatürlichen.
Todeskampf heißt Kämpfen?
Ich weiß nicht, aber ich will folgendes sagen: Ich habe Personen gesehen, die im Todeskampf entsetzlich erregt waren. Eine davon war meine Schwiegermutter. Sie betete viel und hatte einen tiefen Glauben. Sie hat 9 Kinder gehabt und war eine gute Mutter. Ich war zusammen mit ihren Kindern bei ihrem Todeskampf an ihrem Bett zugegen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sah ich (durch das Charisma) den Kampf dieser Seele gegen die Mächte des Bösen. Satan führte sie auf alle möglichen Weisen in Versuchung. Sie sagte nichts, es war ein geistiger Kampf. Wenn Sie die unruhigen Bewegungen des Leibes gesehen hätten! Den Gesichtsausdruck! Da bat ich ihre Kinder, ob sie bereit seien, sie in ihrem Todeskampf zu unterstützen
Ich habe die Krankenschwester um eine Trennwand gebeten und wir haben begonnen, unsere Rosenkränze für sie zu beten. Es war sofort erkennbar, wie meine Schwiegermutter sich beruhigte. Wir haben andächtig gebetet. Durch die Gnade Gottes haben meine Schwager mir geglaubt
In der Nacht ist sie dann gestorben. Meine Mutter dagegen war im Koma während ihrer letzten Augenblicke wie ein schlafendes Kind. Sie zeigte nichts, keine Regung
Ich habe noch eine andere alte Frau aus der Familie meines Mannes begleitet. Man musste an ihrem Bett Gitter anbringen, weil sie im Todeskampf aus dem Bett fiel. Als sie die Erde verlassen hatte, sagten mir die Geschöpfe im Himmel, dass diese Person im Fegefeuer ist und dass ihr Fehler ihr großer Egoismus und ihre Bindung an das Geld war. Ich habe ihren Familienangehörigen ein paar Worte gesagt, aber sie waren beleidigt und sagten, es sei doch nicht möglich, dass diese 80jährige Frau im Fegefeuer sei, weil sie ihr Fegefeuer schon auf Erden abgeleistet habe.
Was sagen die Geschöpfe über ihren eigenen Todeskampf?
Manche sagen, dass sie große Angst hatten, weil sie die Dämonen sahen und diese ihnen Furcht einjagten. Das ist ein geistiger Kampf, der sich außerhalb der Person zwischen den Mächten des Bösen und denen des Guten abspielt. Die Person begreift, dass sie Gegenstand dieses Kampfes ist. Wenn sie ihre Angst überwindet, betet und Gott anruft, hört der Kampf auf.
Andere Geschöpfe sagen, dass sie wie in den Armen ihrer Mama gewiegt wurden.
Was soll die Familie tun, wenn der Todeskampf beginnt?
Sie soll beten, beten und den Herrn für diese Person um Vergebung bitten. Wenn der Sterbende katholisch ist, soll man einen Priester kommen lassen, der das Sakrament der Krankensalbung spendet und sie sanft auffordert zu beichten. Wenn das nicht gelingt, beten wir für den Sterbenden. Wenn er auch das nicht akzeptiert, beten wir leise für ihn. Es genügt, in den Gang zu gehen und zu sagen: «Herr, hab Erbarmen mit dieser Person!» Denn das Erbarmen, das der Herr für diese Person hat, wird Er eines Tages auch für uns haben, die wir für die anderen gebetet haben.
Das Gebet der Verwandten ist für einen Sterbenden also sehr wichtig. Befreit es ihn schneller?
Ich denke ja. Aber der Herr erbarmt sich auf jeden Fall dieser Person, auch wenn niemand für sie betet. Aber wenn wir unseren Glauben einsetzen, haben wir mehr Erfolg, und das wirkt sich auch auf den Sterbenden aus.
Wenn ich für Sie bete, aber ohne Überzeugung und ohne Liebe, was für ein Gebet ist das dann? Wenn ich bete, tue ich das, weil ich Ihnen Liebe entgegenbringe. Das ist für mich ein Gewinn und diesen Gewinn gebe ich auch weiter. Geben und Empfangen ist eins. Der Herr ist Geben und Empfangen.
Der Übergang: ein Augenblick der Gnade
Mirella, was haben Sie über diesen besonderen Moment erfahren, in dem die Seele den Leib verlässt und ins Jenseits eintritt?
In den Botschaften, die ich empfange, sagen die Geschöpfe, dass der Übergang ein Moment ohne Schmerzen ist. Sehr oft sagen sie, dass sie sich im Moment des Übergangs wie in ihrer Kindheit fühlen, als sie in den Armen ihrer Mama ruhten.
Wenn sie im Augenblick «des Todes» angekommen sind sie sagen nie «Tod»; der Tod hat für sie eine andere Bedeutung, nicht diese hier nach dem Leiden, nach der unermesslichen Müdigkeit, der körperlichen Erschöpfung, die sie an den Rand gebracht hat, haben sie das Gefühl zu träumen. Ja, das sagen sie so oft! Sie fühlen sich so wohl, dass sie überzeugt sind zu träumen. Und in diesem bewussten Traum sagen sie sich: «Ich will die Augen nicht öffnen», denn sie haben sich lange schon nicht mehr so wohl gefühlt. Sie kosten den Frieden in sich. Sie fühlen die Schmerzen nicht mehr, sie hören keinen Lärm mehr. Und sie haben Angst die Augen zu öffnen, weil sie nach dieser Zeit des Leidens ein so angenehmes Gefühl haben, dass sie Angst haben, wieder im Krankenhaus zu sein, wenn sie die Augen öffnen.
Dann geschieht unerwartet immer irgendetwas. Entweder hören sie, wie sie gerufen werden, oder sie können nicht anders, als die Augen zu öffnen. In dem Moment, in dem sie die Augen öffnen, merken sie, dass etwas gschehen ist. Manche sagen, dass sie das Gefühl hatten, wie eine Feder in der Luft zu schweben oder zu schwingen. Es ist jedoch immer sehr angenehm.
Der Tod, wie wir ihn hier nennen, beinhaltet kein Leiden. Es ist ein Augenblick der Gnade, ein Augenblick der Liebe.
Und dann?
Und dann begegnet man der anderen Wirklichkeit. Sobald die Geschöpfe die Augen öffnen, merken sie sofort, dass sie «tot», das heißt auf der anderen Seite sind
dass es eine andere Situation ist, in der sie nichts mehr mit der Erde zu tun haben. Die Erde ist für sie abgetan! Und da kommt bei manchen Entsetzen, bei anderen Freude auf. Wenn die Seele sich vom Leib trennt, erlangt sie sofort die Erkenntnis. Sie schaut auf ihr Leben zurück und überdenkt es in der Tiefe. Sie ist heiter und hat Frieden und das Gefühl, angekommen zu sein: «Es gibt keine Probleme mehr.» Sie will mutig die Läuterung angehen, die noch nötig ist.
Wenn die Geschöpfe auf der Schwelle stehen, gibt Gott jenen, die ihm gegenüber gleichgültig gelebt oder ihn nicht gekannt haben, oder die nicht nachgedacht und sich noch nicht entschieden haben, die Gelegenheit zu erkennen, zu sehen, zu hören. Dann entscheiden sie sich, ja oder nein zu Gott zu sagen. Die meisten bekehren sich im Augenblick der Trennung von ihrem Leib, bitten um Vergebung und sind gerettet. Doch es gibt Personen, die trotz allem nicht wollen.
Wenn ich Ihnen alle Botschaften berichten könnte, die ich hier unten empfange, entstünde ein Berg von Papier! Auch wenn es sich um dasselbe handelt, hat jeder ein anderes Empfinden. Jede Person unterscheidet sich durch ihr Leben auf Erden und ihre Vorbereitung usw. von den anderen.
Es ist wunderbar, dass jeder diesen Augenblick auf die ihm eigene Weise erlebt. Aber im Grunde findet in diesem Moment immer ein Erwachen statt. Das Geschöpf erkennt sofort vollkommen klar seine Situation. Niemand sagt: «Was tue ich denn hier, wo bin ich denn?» Nein, jeder weiß, was mit ihm geschehen ist.
Bei manchen habe ich den Eindruck, dass sie sich umwenden, wie wenn sie umkehren und diesem Ort entkommen wollten. Doch das ist unmöglich. Das gilt für diejenigen, die unter Gewalteinwirkung sterben, die sich das Leben nehmen oder bei einem Unfall ums Leben kommen
sie werden fast zornig. Diejenigen, die sich das Leben genommen haben, werden fast verrückt. Sie wollen umkehren, weil sie sich sagen: «Was habe ich bloß getan? Ich habe ja nicht verstanden!» Sie nehmen sofort wahr, was sie getan haben.
Was geschieht mit den Personen, die sich umbringen?
Sie bereuen es sofort, und manche verzweifeln. Wissen Sie, sie erzählen mir ihren letzen Kampf mit Satan. Denn Satan treibt sie zum Selbstmord. Ihr Geist ist wirklich verfinstert, sie sind wie von einer Macht besessen, die sie treibt, sich selbst Böses anzutun: «Auf, tus, denn hinterher geht es dir gut.» Sie sind innerlich wirklich ganz verwirrt.
Bei Autounfällen bleiben viele tagelang am selben Ort. Ich sehe dann, wie sie auf dem Gehweg sitzen. Und an Orten, an denen ein Unfall passiert ist, gibt es oft noch weitere
Es gibt Priester, die hier vernünftig reagieren! Ich sage die Dinge, wie sie sind, tragen Sie dem also Rechnung: Es gibt Orte, die unheilbringend sind. Sie gehören dem Unseligen, und dort lässt er ständig unglaubliche Dinge passieren: Wenn Sie eine ganz gerade, übersichtliche Straße sehen, auf der viele tödliche Unfälle passieren, fragen Sie sich: «Wie ist denn das möglich? Dort ist doch nichts.» Oder es steht nur ein Baum in 200 Metern Entfernung, und immer gibt es dort Unfälle. Das erklären die Geschöpfe genau
Die Priester müssten sich das bewusst machen und diese Orte segnen. Ich kenne Priester, die auf diese Botschaften gehört haben und keine Angst hatten, diese verwünschten Orte im Glauben zu segnen.
Sie begreifen also, welche Empfindungen die Geschöpfe bei ihrem Übergang haben. Dann kommt die Begegnung, manchmal mit einer geliebten Person.
Die Begegnung
Ist das der Augenblick, wo von Licht und einem Tunnel die Rede ist?
Sie sprechen vom Licht, aber nicht von Tunnels. Sie erzählen nur, dass sie sich vollkommen klar sind und begreifen, wo sie sind.
Wenn es sich um einen Sohn handelt, schickt Gott sehr oft seine Mama zu ihm: sie nähert sich ihm und tröstet ihn. Wenn man eine Mama sieht, hat man keine Angst. Wenn es sich um eine Person handelt, die bereits in Gott gelebt hat, spiegelt sich die Heiligkeit wider und es kommt zur eigentlichen Begegnung. Ich glaube jedoch, dass beides unmittelbar geschieht, weil es keine Zeit mehr gibt. (Da es keine Materie mehr gibt, gibt es auch keinen Raum und keine Zeit mehr).
Wenn junge Männer bei einem Autounfall ums Leben kommen, kommen andere junge Männer, die schon im Himmel sind, und sprechen mit diesem Geschöpf. Und wenn sie diese jungen Männer sehen, beruhigen sie sich gegenseitig. Sie machen Späße miteinander. Ich sehe sie mit ihren Jeans, ihren offenen Turnschuhen, sie lachen. Wenn die Person, die in diesem Moment gestorben ist, noch jung ist, gibt sie dem Auto sehr oft Fußtritte! Es ist als wäre sie auf das Auto wütend. Dann sagt sie sich: «Es ist meine Schuld, denn ich bin zu schnell gefahren. Ich wusste, dass ich nicht so schnell fahren sollte, es ist meine Schuld.»
Kann man der Stunde Gottes zuvorkommen?
Auch da gibt es viele besondere Dinge, denn es ist nie einfach «Schicksal».
Vielleicht wird der Herr
Doch ich glaube nach allem, was ich in den Botschaften empfange, dass sehr oft eher wir selbst Schuld sind. Weil wir wissen, dass wir bei 150km/h auf dem Motorrad in Gefahr sind, einen tödlichen Unfall zu haben. Da sagen sich manche: Wir werden ja sehen! Und wenn ich beschließe, so zu fahren, dann ist es meine Entscheidung. Sie haben sozusagen den Eindruck, dass sie vielleicht länger hätten leben können, wenn sie das nicht getan hätten.
Doch hier handelt es sich um eine sehr schwierige Frage, über die ich sehr behutsam mit den Menschen rede, weil sie das nicht verstehen. Die Menschen sagen mir: «Aber Mirella, das Schicksal
» Das ist sehr kompliziert. Ich bin nicht in der Lage, das zu erklären. Und um Verwirrung zu vermeiden, schweige ich. Aber ich spüre, dass diese Geschöpfe es bereuen, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich kann einer Mutter nicht sagen, dass ihr Sohn zu schnell gefahren ist
Kürzlich hat ein Junge seiner Mama gesagt, dass er im Morgengrauen eingeschlafen ist; er hat ihr alles erzählt.
Es kommt auch oft vor, dass die jungen Leute Angst davor haben, nach Hause zurückzukehren. Sie haben Angst vor der Begegnung mit ihrem Papa und ihrer Mama. Und wenn ich sehe, wie viel Angst die Eltern um sie haben, dann ist das schrecklich. Wenn der Herr diesen jungen Männern erlaubt zu ihnen kommen und «sich zu unterhalten» das ist der Ausdruck, den sie benützen dann bitten sie ihre Eltern als erstes um Verzeihung für das, was sie getan haben. Es wird verziehen, und dann kommt der Frieden. Die Familie findet wieder Frieden.
Wo geht man hin, wenn man seinen Leib verlassen hat?
Man geht nicht irgendwo hin, an den einen oder anderen Ort
Die Geschöpfe sehen ihren Leib und gefallen sich nie! Wenn sie sich von außerhalb ihres Leibes betrachten, ist es, als hätten sie ein schmutziges, zerrissenes Kleid abgelegt
Sie haben keinerlei Sehnsucht nach ihrem Leib. Es ist sogar angenehm, sich von dem Leib zu trennen, der ihnen Leiden verursacht hat. «Der Leib war so beschwerlich», sagen sie. Die Seele ist voller Freude, sie kennt die Verheißung der Auferstehung des Fleisches.
Wie betrachten die Seelen das Leben auf Erden vom Jenseits aus?
Sie vergessen nichts von dem, was sie auf Erden erlebt haben, sie erinnern sich an alles. Auf jeden Fall lehren sie uns, nicht dieselben Irrtümer zu begehen wie sie: «Wenn ich dies oder das nicht getan hätte
» Sie bitten um Verzeihung, wenn sie nicht lieben konnten, sie bereuen, dass sie ihre Kinder nicht gelehrt haben zu lieben, wenn sie ihnen nicht beigebracht haben zu umarmen, einander zu umarmen.
Sie sagen alle dasselbe: «Nie mehr auf die Erde zurück! Wenn der Herr mich um ein solches Opfer bitten würde, würde ich es Ihm zuliebe tun. Aber aus eigenem Antrieb würde ich nie mehr auf die Erde zurückkehren!» Doch der Herr bittet sie nicht darum.
Wie betrachten die Seelen den Tod vom Jenseits aus?
In ihrer Erinnerung ist der Tod ein überaus angenehmer, ganz entscheidender Augenblick. Sie nennen ihn eine neue Geburt. Deshalb feiern sie nicht ihren Geburtstag, sondern den Tag, an dem sie die Erde verlassen haben.
Wie es die Kirche bei den Heiligen tut.
Literatur:
Weit offen steht der Himmel
13x20 cm, 176 Seiten, E 12. CHF 18.
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