Vassulas Vortrag in Borgentreich
am 11. Mai 2002 — 1. Teil

=> MARIA HEUTE 385 INHALT

Nun möchte ich auch sagen, dass mir Bischof Damian heute sein Kloster gezeigt hat, das noch im Aufbau begriffen ist, wie auch dieses Gelände. Aber ich glaube, es gibt sehr große Pläne mit diesem Ort für ökumenische Zusammentreffen, so wie dieses hier heute. Ich bin eine orthodoxe Griechin und wurde von der koptischen Kirche eingeladen, zusammen mit Katholiken, sicher auch Protestanten und Angehörigen anderer Glaubensrichtungen der Kirche. Wir sind heute hier zusammengekommen, um für Einheit und Versöhnung zu beten, für die Einheit des Herzens, um gemeinsam zu beten, denn das gefällt dem Herrn, und das ist die Botschaft des «Wahren Lebens in Gott». Was ich dort im Kloster feststellte, war, dass ein Flügel schon gebaut war, die anderen Teile noch nicht. Ich möchte sagen, dass die Mitarbeiter des «Wahren Lebens in Gott» die hier gesammelten Gelder gerne für den Wiederaufbau und die Reparatur dieses ökumenischen Zentrums spenden würden. Es wird nicht nur ein ökumenisches Zentrum sein, sondern ebenfalls ein kulturelles Zentrum, auch mit sozialen Zielen. Und wenn ich nächstes Mal wiederkomme, dann hoffe ich, dass ich dann diesen Ort wirklich lebendig sehe.
«Das wahre Leben in Gott» ist eine Spiritualität, die eine trinitarische Spiritualität ist, es ist eine kontemplative Spiritualität, die ganz auf die Einheit ausgerichtet ist. Die Bücher des «Wahren Lebens in Gott» sind jetzt in 40 Sprachen übersetzt; eigentlich sollte mich das ja nicht überraschen, denn am Anfang, als der Vater sprach, sagte Er das. Er sagte: «Diese Botschaft wird um die ganze Welt herumgehen.» Und Er tat es. Man hat mich in 60 Länder eingeladen. In diesem Jahr allein werde ich in Kuba sein, in Nicaragua, in Taiwan und in Kambodscha. Vier neue Länder in einem Jahr. Das wollte Gott so. Er wollte, dass diese Botschaft jede Nation erreicht. Er wollte, dass Sein Liebeslied jedes Volk erreicht. Die Christen, die Nicht-Christen, jeden Menschen. Jeder wird es hören. Und jeder hört es. Und jetzt hat man mich nach Bangladesh eingeladen, um dort zu sprechen. Aber es haben mich Moslems eingeladen. Und sie sind sehr glücklich darüber, eine christliche Botschaft von einer Christin zu hören. Ich wurde auch von buddhistischen Mönchen nach Hiroshima eingeladen, am Gedenktag des Ereignisses von Hiroshima. Es waren buddhistische Mönche, und sie haben mich eingeladen, in ihrem Tempel zu sprechen. Sie hörten eine christliche Botschaft, und sie haben sie angenommen. Gott geht also überall hin. Und ich möchte Ihnen sagen: das, was sich heute ereignet, geschieht durch den Heiligen Geist. Der Heilige Geist wird in unserer Zeit ausgegossen wie niemals zuvor in der Geschichte. Nun, Gott hat das alles zwar vorhergesehen, aber zu der Zeit, als Er zu mir davon sprach, konnte ich es mir nicht vorstellen, denn keiner kannte die Botschaft, nur meine Freunde, die Tennisspieler, die sie gesehen hatten. Gott Vater sagte, dass jede Nation die Botschaft des «Wahren Lebens in Gott» hören werde. Und es war erstaunlich, welche Schritte Gott unternahm, damit die Botschaft sich verbreitete. Es war auch deshalb erstaunlich, weil man dadurch die Kraft des Heiligen Geistes die Macht Gottes erkennt. Denn ohne die Kraft des Heiligen Geistes kann sich niemand bewegen.
Als Er kam, um zu mir zu sprechen, war ich ein Mensch, der nie betete, der nie in die Kirche ging und nichts vom Katechismus wusste, also wirklich eine Null auf geistiger Ebene. Mein ganzes Leben lang war ich so. Und das ist die Macht des Heiligen Geistes. Nach viel «Reinigungsfeuer», so würde ich es beschreiben, sagte Jesus ganz sanft: «Erlaube Mir, dich zu formen.» Er benützt Worte wie «erlaube Mir, gewähre Mir», denn Jesus verletzt nie Ihre Unabhängigkeit, Ihren Willen, Sie sind frei. Wenn also Jesus kommt und sagt: «erlaube Mir, dich zu formen; erlaube Mir, deine Zeit zu gebrauchen,» dann können Sie sich vorstellen, wie vorsichtig, wie sanftmütig Jesus ist. Und er sagte mir, «erlaube Mir, dich zu bilden.» Und als ich zu Ihm sagte: «Du wirst einen Stein formen», denn ich war so hart, da antwortete Er: «Selbst Steine kann ich formen.» Ich musste mich Ihm also nur öffnen. Und ganz langsam kam die Erziehung von oben. Das Eigenartige daran, wie Gott lehrt, zeige ich an folgendem Beispiel auf: Wenn man auf eine theologische Schule geht, sitzt man da und verbringt viel Zeit damit, ein Thema nach dem anderen zu lernen. Es dauert viele Stunden. Vieles muß man aufschreiben, an vieles wird man sich erinnern und anderes wird man dann vergessen. Es dauert eine Weile des Zuhörens, bis man dann sein Diplom erhalten hat, mit viel Müdigkeit, denn man muß ja zu Hause lernen, usw. Aber im Unterschied dazu ist die Methode, wie Gott lehrt, ganz anders, und ich werde versuchen, es Ihnen zu erklären. Wenn Gott mir ein Wort schenkt, liegt in diesem Wort eine ganze Fülle, die dann wieder in sich immer weitere Wahrheiten erschließt. Das Wort Gottes, das Er in den Verstand legt, hat so viel Licht, dass sich dieses Licht ganz weit ausbreitet, und vor dir wird ganz viel Weisheit in einem einzigen Augenblick verkleinert und erfahrbar. Außerdem ist dieses Wort, wenn es von Gott kommt, in den Verstand fest eingeschrieben, wie eingraviert. Es geht nie mehr weg. Es bleibt für immer dort. Man wird es nie mehr vergessen und kann sich dann mit anderen Dingen beschäftigen. Und jedes Wort, das Er mir gibt, ist ja nicht nur dieses einzige Wort, sondern eine Vervielfältigung von Worten. Schließlich, nach drei Jahren, sagte Gott in einer Botschaft, jetzt werde Er das Ganze veröffentlichen. Drei Jahre lang hatte ich Diktate niedergeschrieben. Bis heute nehme ich noch Diktate auf. Aber nach drei Jahren war die Botschaft als solche gut genug, um sie weiterzugeben.
Wenn Gott eine Gabe als solche schenkt, so ist das nicht nur zu meinem Nutzen, sondern es ist dann zum Nutzen der anderen Menschen und zum Wohle der Kirche. Jesus sagte: «Umsonst hast du empfangen, umsonst sollst du geben.» Er meinte natürlich nicht nur Geld, sondern Er wollte damit sagen: «Gib dich selber den Menschen ganz umsonst. Das, was du von mir gelernt hast, was du weißt, verleugne das nicht, gib es weiter.» Das verlangt natürlich Opfer, denn ich muss mein Haus verlassen und auch meine Bequemlichkeit aufgeben. Ich erinnere mich, dass ich auf einer Reise, allein nur im Flugzeug, 96 Stunden verbracht habe, 96 Stunden nur im Flugzeug! Das war eine Reise. Ich verließ die Schweiz, um nach London zu reisen, von dort nach Vancouver, Kanada, von Vancouver nach Los Angeles, von Los Angeles nach Taiwan, dort umsteigen nach Indonesien, von dort nach Süden, dann auf die Philippinen, und schließlich über Indien wieder zurück nach Hause. Jemand fragte mich einmal:

«Warum tust du das alles?»

Ich antwortete: «Weil ich zu Gott «ja» gesagt hatte. Er hat mich gefragt. Er hat mir das gegeben, und Er will, dass ich das alles weitergebe.» Und Er sagte: «Lass diejenigen, die Ohren haben, hören, und diejenigen, die keine Ohren haben, nicht hören.» Und deshalb tue ich es. Und viele Menschen, die durch diese Botschaften inspiriert wurden, haben heute Häuser der Nächstenliebe eröffnet. «Beth Miriam» nennen wir sie, und davon gibt es jetzt zehn. Dort wird jeden Tag den Armen zu Essen gegeben. In einem der Häuser leben bis zu 370 Personen, in anderen 20, 30 oder 50. Und wir geben ihnen außerdem Medizin, Kleidung und manchmal Unterkunft, bisweilen sogar Bildung. Das sind die Früchte der Menschen, die zuhören, die die Liebeshymne vom Himmel gehört haben, die von unserem Vater stammt. Gott sagt: «Jeder ist eingeladen, ein lebendiger Altar für Gott zu werden.» Jeder einzelne von uns. Die Botschaft ist nicht nur für mich. Eigentlich könnte man Vassulas Namen herausnehmen und seinen eigenen einsetzen, denn was Er zu mir sagt, das sagt Er auch zu Ihnen. Als der Vater zu mir sagte, «Du gehörst Mir, du kommst von Mir, du bist Mein, du stammst von Mir ab, du bist mein Same,» über all diese Worte können Sie den ganzen Tag lang meditieren, damit Sie verstehen, dass Sie von einem königlichen Samen abstammen. Ihr Vater, mein Vater, ist ein König. Wir kommen von der Herrschaft, von der Majestät, vom König selbst her. Und deshalb müssen wir immer darauf bedacht sein, dieses edle Abbild unseres Vaters im Himmel in uns zu erhalten. Wir sind nicht einfach irgend jemand. Unser Vater ist der König der Könige. Und wie Er einmal in einer Botschaft sagte: «Ihr seid von königlicher Abstammung.» Diese Tage, in denen wir leben, in unserer Generation, ist eine ganz besondere Zeit. In Seinen Botschaften sagt Jesus, dass dies ganz besondere Zeiten sind, erfüllt mit sehr viel Gnade, aus Seiner großen Barmherzigkeit heraus. Denn wenn Gott spricht, ist es die Barmherzigkeit, die spricht. Er spricht nicht einfach nur, weil Er sich unterhalten will. Er kommt nicht nur, um zu sagen: «Hallo, ihr alle.» Er kommt aus Barmherzigkeit, denn das haben wir wirklich nötig. Diese Tage sind nämlich vorhergesagt worden in der Hl. Schrift, durch den hl. Paulus und in anderen Schriftstellen. Es heißt, dass Satan ganz freigelassen werden würde und dass die Menschen in einen Glaubensabfall geraten würden. Und in diesem Glaubensabfall leben wir jetzt, es ist ein sehr großer Abfall. Nicht nur ein Teil des christlichen Volkes ist betroffen, sondern überall findet man diesen Glaubensabfall. Was tut also Gott, unser Vater? Wird Er sagen: «Ich habe ihnen die Hl. Schrift gegeben, Ich habe ihnen Prediger gegeben, es ist ihre Sache?» Doch das tut Er nicht. Er steht auf von Seinem Thron, nimmt Seine Krone ab und eilt uns entgegen, um uns aufzuheben, um uns aufzuwecken, damit wir zu Ihm zurückkehren. Deshalb spricht Gott, und das tut Er aus Seiner Barmherzigkeit heraus.

Wie rebelliert die Welt gegen Gott?

Was bedeutet Rebellion gegen Gott? Es bedeutet Krieg mit Gott. Die Kriege, die man draußen auf der Welt sieht, sind identisch mit dem Krieg, der sich in unseren Herzen abspielt. Gott sagt, dass die heutige Welt in ihrem Glaubensabfall so schlecht geworden ist, dass all diese Dinge, die in der Natur geschehen, wie Erdbeben und Überschwemmungen, die Naturkatastrophen, von der Schlechtigkeit der Erde herrühren. Die Bosheit der Erde kommt wieder auf die Erde zurück. Alles, was von der Erde kommt, kommt auch wieder auf sie zurück. Wenn sich die Erde ändern und gut werden würde, dann würde sich nur Gutes ereignen. Das Böse in der Natur ist also provoziert worden. Wenn Gott daher von Rebellion spricht, dann heißt das, dass jemand weit von Gott entfernt ist. Als am Anfang mein Schutzengel kam, sagte er: «Schließe Frieden mit Gott». Da antwortete ich: «Ich habe ja keinen Krieg mit Gott. Warum sagst Du mir, ich soll mit Gott Frieden schließen, wenn ich gar nicht Krieg führe gegen ihn?» Er hat nicht geantwortet. Aber später machte er mir klar: Wenn man sich nicht zu Gott bekehrt, in eine vertrauliche Beziehung mit Gott tritt, dann heißt das, dass man nicht im Frieden mit Gott ist. Es ist so, als ob man immer gegen Ihn rebellieren und Krieg führen würde. Aber wenn jemand nach einer Zeit der Entfremdung von Gott aufgrund seiner Sünden und Übertretungen wieder in die göttliche Gnade zurückkehrt, dann schließt er Frieden mit Gott. In dieser Zeit der Gnade also zeigt der Herr Seine Herrlichkeit und gießt viele Gnaden aus. In einer Botschaft sagt Er folgendes:
«In dieser Zeit der Gnade zeige Ich euch allen Meine Barmherzigkeit, und Ich überschütte euch mit so vielen dieser Gnaden, damit viele Menschen zu Mir umkehren können.»
Dies sind also die besonderen Zeiten, in denen wir leben. In einer anderen Botschaft sagt Er, dass diese Zeit ein Ende haben wird. Es ist also jetzt, da wir in dieser Zeit der Gnade leben.

Was bedeutet dieser Ruf Gottes?

Gott wird Sie während Ihres ganzen Lebens immer rufen, damit Sie an Seiner Glückseligkeit teilhaben mögen. Er lädt uns alle ein, diese wahre und einzigartige Erkenntnis Seiner Dreieinigen Gottheit zu finden, Ihn zu verstehen und Ihn zu kennen. Als Jesus kam und zu mir sprach, kam Er als das Heiligste Herz. Ich bin ja griechisch-orthodox, wir haben unsere eigene Tradition, wir haben unsere Heiligen, wir haben unsere Andachten, aber wir haben nicht die Andacht zum Heiligsten Herzen, die es in der katholischen Kirche gibt. Was ist das Heiligste Herz? Wer ist das Heiligste Herz? Also wir haben Jesus. Es ist somit eine Frage der Terminologie. Als Jesus kam und zu mir sprach, hat Er sich dieser orthodoxen Frau als das Heiligste Herz vorgestellt. Ich habe nie vom Heiligsten Herzen gehört, aber Er kam als das Heiligste Herz. Das Heiligste Herz hat viele Schätze im Herzen, und Jesus enthüllt diese Schätze einen nach dem anderen im «Wahren Leben in Gott». Eines Tages sagte Jesus, dass der größte und wertvollste Schatz, den Er hat, den Er uns schenkt, der Schatz der Gotteserkenntnis ist. Was bedeutet das, Gotteserkenntnis? Es heißt, Gott zu kennen, in einer vertrauten Beziehung mit Ihm zu stehen und Gott zu verstehen. Wenn man Gott nicht kennt und Ihn nicht versteht, wie soll man dann Seinen Willen tun? Um den Willen von jemandem zu kennen und ihn auszuführen, müssen wir ihn kennen und wissen, was er will. Wie kann man also Gott kennen und Ihn verstehen? Durch das Gebet und eine enge, vertrauliche Beziehung mit Gott, eine kindliche Beziehung. Am Anfang sagte der Vater: «Ich möchte, dass du Mich mehr liebst. Aber die einzige Art, wie du Mich mehr lieben kannst, ist die, Mir näher zu kommen. Solange du weit weg bleibst von Mir, wirst du Mich nie kennen lernen. Du musst kommen und dich Mir nähern. Und wenn du Mir näher kommst, dann wirst du Mich kennen lernen. Vergiß jedoch nie, dass Ich Heilig bin.»
Es kommen also zwei Punkte zusammen. Wir laufen auf Gott, unseren Vater zu wie ein Kind und sprechen zu Ihm mit einfachen Worten. Er freut sich an der Einfachheit des Herzens, denn die Einfachheit eines Herzens kommt aus einem reinen Herzen, einem wahrhaftigen Herzen.

Gott ist nicht kompliziert

Wir haben Ihn kompliziert gemacht. Gott ist so einfach, so demütig; es gibt eine Botschaft Jesu, in der Er den Vater beschreibt, und Er sagt: «Mein Vater ist König, doch so mütterlich. Er ist Richter, doch so zärtlich und liebevoll. Er ist das Alpha und das Omega, doch so sanft.» Das ist das Bild des Vaters. Deshalb sagt der Vater: «Warum bleibst du so weit weg von Mir? Komm zu Mir wie ein Kind! Sprich zu Mir mit einfachen Worten. Vergiß jedoch nie, dass Ich Heilig bin.» Das bedeutet, dass wir die Gottesfurcht üben sollen. Wir wissen, die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit, die Krone der Weisheit. Durch Weisheit, die uns geschenkt wird wie ein Licht in uns, werden Sie die Tiefen Gottes erforschen. Und je mehr Sie sich in Gott versenken, desto eher werden Sie ihn entdecken, und desto besser werden Sie Ihn verstehen. Und je mehr Sie Ihn verstehen, desto mehr werden Sie sich an Ihm freuen, und Er wird sich an Ihnen freuen. Und dann werden Sie Gott besitzen, genauso wie auch Er Sie besitzen wird. Und nur dann können Sie sagen: «Ich gehe mit meinem Vater.» Denn wenn Sie mit Gott gehen bedeutet dies, dass Sie Seinen Willen tun. Wie Jesus in der Schrift sagt: «Nicht jene, die immer sagen «Herr, Herr» werden in das Himmelreich eingehen» — das ist nicht das grüne Licht zum Himmel — «sondern diejenigen, die den Willen Meines Vaters tun.» Was ist der Wille des Vaters? Lieben. Am Tage des Gerichtes werden wir alle, so sagt Jesus, nach dem Maß der Liebe gerichtet, die wir hier auf Erden gezeigt haben. Wie sollen wir nun Gott und den Nächsten lieben?

Die Reinigung unserer Seele

Der erste Schritt, der von jedem von uns verlangt wird, ist die Reinigung unserer Seele. Ohne diese Reinigung können Sie auch nicht einen einzigen Schritt vorwärts tun. Es ist eine wirkliche Reinigung der Seele, die wir brauchen: durch Reue, Beichte, Reinheit der Seele. Einmal fragte ich meine Gruppen vom «Wahren Leben in Gott»: «Was ist der erste Schritt, den wir in Richtung auf Gott hin tun sollen?» Viele antworteten: «Wir rufen den Heiligen Geist an. Der Heilige Geist wird kommen und uns den Weg und das Licht zeigen. Er wird seine Gnade auf uns ausgießen und uns mit Seinem Licht und Seiner Liebe erfüllen – der Heilige Geist.» Aber nein. Der Heilige Geist wird nicht auf eine Seele herabkommen, die in der Sünde gefangen ist. Er kann nicht kommen. Er möchte kommen, aber Er kann nicht zu einer Seele kommen, die noch in die Sünde verstrickt ist. Je mehr Sie sich also leer machen und diesen Raum dem Heiligen Geist überlassen, desto mehr Raum findet der Heilige Geist und kommt hinein. Es hängt von Ihnen ab – wie weit kann ich mich loslösen, wie weit kann ich Leere in mir erzeugen? Je mehr Sie sich loslösen können, je mehr Sie gereinigt werden, je mehr Raum Sie in sich selbst machen können, je reiner Sie sind, desto mehr kann Sie der Heilige Geist erfüllen. Und er wird sich dann in Sie hinein ergießen und Ihnen das Licht schenken, so viel Licht, dass es so sein wird, als ob man von innen und außen leuchten würde. Und nur durch das göttliche Licht des Heiligen Geistes werden wir dann wissen, wohin wir gehen. Wir werden dann wissen, was zu tun ist, und wir werden den Willen Gottes erkennen. Und das ist er einzige Weg, auf Ihrer spirituellen Reise voranzukommen, denn wir bewegen uns im Heiligen Geist, wir atmen im Geist, wir erhalten unser Leben vom Geist. Nehmen wir das Beispiel eines Fisches. Ein Fisch atmet innerhalb des Wassers, bewegt sich dort. Sein Leben vollzieht sich innerhalb des Wassers. Wenn man den Fisch aus dem Wasser herausnimmt, wird er sterben und vertrocknen. Ebenso ist es mit uns und dem Heiligen Geist. Wenn Sie den Heiligen Geist nicht erflehen und Ihm nicht erlauben, sich in Sie zu ergießen, werden Sie auf längere Zeit geistig verkümmern und vertrocknen. Daran sollten wir immer denken. Erstens, wir müssen bereuen. Durch die Reue kommt der Heilige Geist. Als dritten Schritt wird Er uns dann das Licht schenken und uns den Willen Gottes zeigen. Nähern Sie sich Gott durch eine vertrauliche Beziehung, dann werden Sie mit Gott gehen. Aber am Anfang müssen wir uns auch selbst absterben, sozusagen. Als Jesus am Anfang versuchte, mich zu erziehen, sagte Er, und das sagt Er auch zu jedem von Ihnen: «Stirb dir selbst ab, vernichte dich vollständig. Ich will keine Rivalen neben Mir haben.» Dieses mysteriöse Wort «Rivale» konnte ich nicht verstehen. Aber der größte Rivale, den wir haben, ist unser eigener Wille. Deshalb müssen wir uns selbst absterben, damit eine Verwandlung in uns geschehen kann. Und diese Worte sind die Worte Jesu. Er sagte: «Erlaube Meinem Heiligen Geist, deine Seele von einer Wüste in einen Garten zu verwandeln, wo Ich in dir ausruhen kann. Erlaube Meinem Heiligen Geist, deine Seele in einen Palast zu verwandeln, in dem Ich König sein und über dich herrschen kann. Erlaube Meinem Heiligen Geist, deine Seele in ein Eden, ein Paradies, zu verwandeln, und in diesem Paradies wirst du Mich verherrlichen können.» Dies sind die Worte Jesu, und an einer anderen Stelle sagt Er: «Dämpft eure Stimme, damit ihr fähig werdet, Meine Stimme zu hören. Senkt euren Kopf, damit ihr fähig werdet, Meinen Kopf zu sehen. Demütigt euch, damit, wenn ihr euch selbst klein macht, Ich euch aufrichten kann.»

Die Vorsöhnung

Es wird auch über die Versöhnung gesprochen und über das Zweite Pfingsten, das die Hoffnung unserer Zeit ist. Ich würde aber gerne einige Zeit hier bleiben, denn es ist auch ein Gebet, wenn wir singen, und vielleicht können wir mitsingen. Wenn wir singen, seien wir wie die Brasilianer. Sie singen wirklich zu Jesus, sie tanzen, so wie David vor Gott tanzte. Zeigen Sie Ihre Freude, die Freude Gottes. Gott schenkt Freude. Wir wollen also für Ihn singen.
«Beten ohne Unterlaß» bedeutet, dass dein Herz in der Wahrheit schlägt. Und Gott hört das. «Wenn du Mich, Deinen Gott, den ganzen Tag lang ersehnst», sagte Er, «wenn Du nach Mir, deinem Gott, den ganzen Tag lang dürstest, so bedeutet das zu beten ohne Unterlaß.» Das unaufhörliche Gebet ist die höchste Gebetsform. Es ist ein stilles Gebet, das kontemplative Gebet. Dann, wenn deine Seele ununterbrochen in Gott weilt und Gott ununterbrochen in dir weilt, wenn man in dieser Weise verbunden ist, dann dürstet dein Herz nach Gott, sehnt sich nach Gott, deine Gedanken kreisen ständig um Gott. Gott sagt: «Obwohl du noch auf der Erde unter den Menschen weilst, wird deine Seele schon im Himmel sein, bei den Engeln und den Heiligen. Und so erlebst du das Reich Gottes, obwohl du noch hier auf der Erde lebst.» Das ist das unaufhörliche Gebet, denn deine Seele wird so ganz aufgehen in Gott, dass du alles andere um dich herum vergessen wirst. Denn du wirst die Gegenwart Gottes spüren, und dein Herz wird so entflammt sein, dass du am liebsten hinausrennen würdest, um gleich auch andere Seelen zu entflammen mit der Liebe Gottes. In diesen Augenblicken des stillen Gebetes wird dein Geist sich mit Gott verbinden und mit Ihm eins sein. Es wird in dieser Stille sein, die entsteht, wenn Gott deine Seele gefangen nimmt. Und gleichzeitig bedeutet das unaufhörliche Gebet, das größte aller Gebote Gottes zu befolgen: den Herrn, deinen Gott, aus ganzem Herzen zu lieben. Denn wenn dein Herz den ganzen Tag nach Gott dürstet, dann bedeutet das, dass du wirklich das größte aller Gebote befolgst. Und das ist die Wurzel, aus der alle anderen Gebote entsprossen. Anders ausgedrückt: wir leben dann den Himmel auf Erden, obwohl wir noch auf der Erde sind. Und Gott sagt, es ist sehr wichtig für jeden von uns, dass wir Gott erfahren können, während wir noch auf der Erde leben. Gott sagt, es ist wichtig für jeden, dass wir ihn schmecken können, obwohl wir noch auf Erden leben und auf diese Weise eine Art Vision von Gott haben, obwohl wir noch hier auf der Erde sind. In den Botschaften spricht manchmal auch die Muttergottes, und in einer Botschaft sagt sie:
«Eure Gebete können die Welt verändern. Eure Gebete können die Gnaden Gottes erlangen, um die Sünder zu bekehren. Und je mehr Bekehrungen entstehen, desto mehr Gebete können verrichtet und gehört werden für weitere Bekehrungen. Gebete sind machtvoll. Deshalb bestehe ich darauf, dass ihr eure Gebete und Opfer nicht aufgebt. Heute mehr denn je werden die Gläubigen gebraucht. Gott wird sich an jedes eurer Opfer erinnern, liebe Kinder.»
(Fortzetzung folgt)

HOCH


Copyright © 1999 - 2009 - Alle Rechte vorbehalten für Text und Fotos
PARVIS-VERLAG - MARIA HEUTE - CH-1648 HAUTEVILLE / SCHWEIZ.
TEL.: 0041 (0)26 915 93 93 // FAX: 0041 (0)26 915 93 99 // E-MAIL buchhandlung@parvis.ch
HOMEPAGE PARVIS // ZEITSCHRIFT MARIA HEUTE