Eine Frau, mit der Sonne bekleidet (Offb 12,1)

=> MARIA HEUTE 377 INHALT

Durch sein Wort der Wahrheit geleitet Gott uns zum Himmel, wo die Engel und die Heiligen in unbeschreiblicher Glückseligkeit und unvorstellbarer Herrlichkeit leben. Wir sollen zu unserem gegenwärtigen und zu unserem ewigen Wohl auf die göttliche Lehre, die uns viele Mysterien enthüllt, achten. Die Epiphanien1 von Maria, die von Gott verherrlicht wurde, erfüllen eines dieser Mysterien.

«Die Königin der Herrlichkeit»

Das Kapitel 12 der Geheimen Offenbarung beschreibt uns eine der Visionen, die der Apostel Johannes, der Autor dieses Buches2, hatte. Wie wir wissen und mit Überzeugung glauben, ist die mit der Sonne bekleidete Frau die Jungfrau Maria, die Mutter des Erlösers3. In dieser glorreichen Vision schaut Johannes die göttliche Mutterschaft Mariens, die Jesus, den Herrn, und die Kirche (vgl. Offb 12, 5.6.17) gebiert. Andererseits beschreibt die Vision des Apostels auf prophetische Weise die Erscheinungen Mariens im Laufe der Zeiten. Wir können auch von Epiphanien der Muttergottes sprechen, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts vervielfacht haben. Die Manifestationen, die Interventionen der Königin der Apostel sind weitaus bedeutender als es den Anschein hat. Zu Unrecht relativieren viele Menschen diese Ereignisse, die in den Plan Gottes gehören. Die Wichtigkeit und die Wirkung der marianischen Interventionen herunterzuspielen, läuft darauf hinaus, dasselbe mit dem Wort und der Sendung der biblischen Propheten zu tun und im Grunde die inständigen Appelle, die Gott durch seine Boten an uns richtet, nicht hören zu wollen. Die Erscheinungen von Maria sind Teil einer apokalyptischen Verkündigung, einer Verkündigung, die mit der Offenbarung verbunden ist, nämlich mit der Offenbarung Jesu (vgl. Offb 1, 1f) und deren Auswirkungen, die für das Leben der Gläubigen, für die Kirche und für die Welt beträchtlich sind. Wenn man wirklich aufmerksam ist, bemerkt man, daß überall dort, wo sich in der Kirche ein neuer Eifer ausbreitet, Maria ist; dort wird sie geliebt und an dem ihr zustehenden Platz anerkannt. Maria ist nicht Gott, der allein anbetungswürdig ist. Sie wird daher nicht angebetet, sondern verehrt, wie es sich für eine so erhabene Heilige gebührt, für eine Heilige, deren grandiose und unvergleichliche Berufung darin besteht, der Welt den Erlöser zu schenken. Diese Berufung erfüllt sie mit Demut und Weisheit.
Wenn die Mutter Jesu nicht wirklich geliebt und aufgenommen wird, wie es der Apostel Johannes auf die Bitte des Erlösers tat (vgl. Joh 19, 25-27), kann es keinen spirituellen Fortschritt, keine Fruchtbarkeit geben. Die Allreine, die Erwählte Gottes, ist unabdingbar für das Heil. Sie ist im Leben aller Gläubigen unentbehrlich und ihre göttliche Mutterschaft bezieht sich auf alle Menschen, da sich das von Jesus angebotene Heil auf die gesamte Menschheit und auf die ganze Geschichte ausdehnt. Mehrere wichtige Gründe zeigen die Notwendigkeit auf, seinen Glauben mit Maria im Herzen zu leben, damit die Gegenwart Gottes in uns von Dauer ist und damit wir nach dem Beispiel Mariens wirklich zu Tempeln des Heiligen Geistes werden (vgl. 1Kor 3, 17; 6, 19; 2Kor 6, 16).
1. Gottes Gebot zufolge (vgl. Mt 22, 37-39) sollen wir alle Menschen lieben. Um wieviel mehr gilt das für die Mutter des Erlösers.
2. Maria hat eine Berufung der Offenbarung. Durch sie werden die innersten Gedanken vieler Herzen enthüllt werden (vgl. Lk 2, 35). Diese prophetische Ankündigung Simeons kommt vom Heiligen Geist.
3. Maria ist die Mutter Jesu Christi, unseres Erlösers. Wir müssen ihm also die ihm gebührende Ehre erweisen, indem wir die Worte des Magnifikat Wirklichkeit werden lassen (Lk 1, 48.49).
4. Maria ist die ganz Reine, die auf einzigartige Weise von Gott geliebte; er hat sie auserwählt (vgl. Lk 1, 30-45). Sie ist voll der Gnade (vgl. Lk 1, 28).
5. In der Gemeinschaft der Heiligen des Himmels und der Erde tritt sie auf unvergleichliche Weise bei Gott für uns ein. Wir bitten unsere Brüder und Schwestern für uns zu beten; also ist es nur natürlich, zuerst Maria zu bitten, für uns einzutreten. Alle Christen sollten das «Gegrüßet seist du, Maria» beten (vgl. Lk 1, 28.42).
6. Wer Maria ehrt, ehrt auch Gott, der sie unter allen anderen Frauen auserwählt hat. Man anerkennt in ihr das Werk Gottes.
7. Die heilige Jungfrau ist mit der Kirche. Sie hat sie als Mutter des Hauptes und der Glieder auf die Welt gebracht. Die Kirche, der mystische Leib Christi, ist unablässig mit ihr vereint. Maria begleitet die Schritte der Kirche wie sie die Schritte ihres Sohnes begleitet hat.
8. Maria geht neben uns, sie ist unsere Mutter. Wenn wir wirklich an Jesus glauben, ist es unmöglich, sie beiseite stehen zu lassen, denn sie ist mit ihrem Sohn Jesus in einer unaussprechlichen und unvergleichlichen Innigkeit vereint.
9. Das Buch der Offenbarung verkündet die Mutterschaft der Mutter Gottes und der Mutter der Kirche. Sie kündet auch die Erscheinungen, die Interventionen Mariens an, die in den Geburtswehen schreit (vg. Offb 12, 1.2f). Die Vision des Johannes lädt uns also ein, das Zeichen Gottes anzuerkennen indem wir die Botschaften von Maria annehmen.
10. Als neue Eva, ja noch mehr: weil sie die Mutter des göttlichen Erlösers ist, stellt sie durch eine heilige Nachkommenschaft — Christus und die Kirche — die ursprüngliche Harmonie wieder her und öffnet die Pforten des Himmels, die Pforte des ewigen Heils.
11. Durch ihre Mutterschaft wirkt Maria im höchsten Ausmaß am Heil und an der Erlösung der Menschen mit.
12. Als Mutter des Wortes Gottes liebt sie uns zärtlich und schenkt uns eine heilbringende Lehre von bewundernswerter himmlischer Klarheit. Sie verweist uns immer auf Gott, auf ihren Sohn Jesus Christus.
Alle diese Punkte könnten noch unendlich weiter entwikkelt werden. Es ist immer aktuell, die Heilige Schrift anzuführen, aber man muß mit dem Herzen eines Kindes glauben. Die Kirche und alle, die Maria lieben, seien es nun «Gelehrte» oder nicht, haben sich zu Aposteln Gottes gemacht, indem sie durch die Heilige Schrift oder durch Vernunftgründe den wichtigen und einzigartigen Platz aufzeigen, den Maria im Plan Gottes, in seinem ewigen Plan hat. (vgl. Eph 1, 3-14).
Aufgrund ihrer beispielhaften Demut und Heiligkeit wurde die Magd des Herrn im Himmel mit einer, unter den Geschöpfen Gottes unvergleichlich strahlenden Herrlichkeit gekrönt (vgl. Lk 1, 48.49; Jak 4, 10). Reiner und schöner als Diamanten erstrahlt Maria von Tausenden Feuern des göttlichen Lichts, das sie umkleidet, wie es in der Vision des Johannes heißt: Offb 12, 1.2: «Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.»
Auf Ikonen wird uns Maria manchmal als die Muttergottes vom Zeichen vor Augen gestellt. In der Tat ist sie dieses Zeichen, wie es schon die Schrift ankündet (vgl. Jes 7, 14 // Mt 1, 23). Da gibt es keine Zweifel. Gewiß, die Frau der Offenbarung kann als Analogie auch die Kirche bezeichnen. Aber bei Johannes wird die Kirche mehrmals klar und deutlich genannt4.
Der Text spricht auch von der Braut des Lammes (vgl. Offb 19, 7-8), um die Kirche zu bezeichnen. Wie kommt es eigentlich, daß die heilige Jungfrau Maria in vielen Erscheinungen mit einer Krone aus zwölf Sternen erscheint? Wenn Maria auf diese Weise erscheint, so deshalb, weil sie unsere Aufmerksamkeit auf den Text der Offenbarung ziehen will und damit bestätigen möchte, daß dieser Text von ihr spricht (vgl. Offb 12). Es wäre vergeblich, andere Erklärungen zu suchen; all dies läßt sich übrigens auch leicht durch die Heilige Schrift nachweisen, für denjenigen, der seine Ohren, seine Intelligenz und sein Herz öffnet. Das ist für die Kirche, für die Einheit und für einen jeden von uns von beträchtlicher Bedeutung. Hier ist ein großes Mysterium, das sich heutzutage ein wenig mehr enthüllt und wir müssen die heilige Kühnheit haben, um es korrekt und deutlich zu verkünden. Wir befinden uns in einem neuen Advent. Als Botin des Friedens trägt und bereitet Maria diese neue Geburt vor; diese Geburt ist eine spirituelle und betrifft die Kirche, die einem neuen Pfingsten mit wundervollen Konsequenzen entgegengeht. Dieses Pfingsten hat bereits begonnen. Der Heilige Geist ist am Werk und die Früchte seiner Gegenwart sind dort sichtbar, wo es um den neuen Eifer und um die Erneuerung der Kirche geht. Diese Erneuerung bezieht sich vor allem auf das Gebet, die Liturgie, das Wort Gottes, die Sakramente, die einen sehr wichtigen Platz im Leben der Christen einnehmen und bewirken, daß sie Frucht bringen. Das ist das Werk von Gott und Maria. Die Erscheinungen Mariens haben überall ihre Auswirkungen. Ohne diese Erscheinungen, die zum Plan der göttlichen Vorsehung gehören, wäre die Kirche in einem traurigeren Zustand und die Erneuerung, der neue Schwung des Eifers wäre nicht vorhanden. Überall, wo in der Kirche wirklich etwas Fruchtbares geschieht, sind der Heilige Geist und Maria, die ihren Sohn bringt, zugegen.
Natürlich ist Jesus überall in der Kirche anwesend. Wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, ist er anwesend (vgl. Mt 18, 20). Jesus ist mit der Kirche bis zum Ende der Zeiten (vgl. Mt 28, 20). Mit dem Heiligen Geist und mit dem Vater ist Jesus in uns, in allen, die glauben (vgl. Joh 14, 17.23). Das Werk des Herrn trägt dort Früchte, wo Liebe herrscht. Und wo in Wahrheit Liebe ist, ist auch Maria. Wer Jesus liebt, liebt auch die Mutter Jesu zärtlich und nimmt ihre Aufrufe ernst. Jeder sollte daher den Grad der Liebe, die er für Gott empfindet nach dem Grad der Liebe bemessen, die er zu Maria und zu seinem Nächsten hat.
Wir sollen viel über die Macht, über die Herrlichkeit Mariens und über die Bedeutung ihrer Interventionen meditieren. Maria ist das Geschöpf, das Gott am nächsten steht; sie ist diejenige, die seine Geheimnisse, seine Liebe, seine Pläne am besten kennt. Die Königin des Himmels zeigt sich vom höchsten Himmel her den Menschen. Um die Echtheit ihrer, von der Kirche noch nicht anerkannten Erscheinungen zu erkennen, müssen wir auf die dauerhaften Früchte schauen, die sich unter verschiedenen Aspekten zeigen.
Was Maria sagt, stimmt immer mit der Lehre der Bibel und der Lehre der Kirche überein. Die von Gott oder von Maria auserwählten Werkzeuge bleiben demütig und halten sich bei der ihnen anvertrauten Sendung ganz im Hintergrund. Das ist eine biblische und hagiographische Konstante. Bei der Unterscheidung der Geister muß man darauf achten, daß der «Seher» keinerlei persönliche Glorifizierung aus dem, was er sieht, erreicht, und daß er im geistlichen Leben wirklich Fortschritte macht. Zu den Kriterien der Unterscheidung der Geister gehören der Geist des Friedens, der Einheit, der Liebe, der Wahrheit, der Freude und der Demut. Sache eines jeden von uns ist es, sich in seinem Herzen eine genaue und richtige Vorstellung davon zu machen. Da, wo Gottes Geist ist, bleibt auch die Seele im Frieden. Wenn dieser Seelenfriede da ist, bewegt er uns zu einer tieferen Bekehrung und führt uns immer in der Wahrheit zum Wort Gottes, zum Gebet und zu den Sakramenten. Wir wollen daher bei allem einen kritischen Geist und die unentbehrliche Vorsicht bewahren, aber zugleich ein weit geöffnetes Herz haben… Was sagt uns Maria? Um was bittet sie uns? Warum all diese Erscheinungen? Das, was die Königin des Friedens von uns fordert, ist nicht neu; es steht ganz in der Linie dessen, was Gott in der Bibel, durch die Kirche und bei verschiedensten Erscheinungen im Laufe der Zeiten von uns fordert. Um aus den Botschaften, die Maria bei ihren vielen Erscheinungen gegeben hat, eine Synthese zu bilden, können wir beispielsweise auf das schauen, was sie uns in Medjugorje sagt: «Betet, betet, betet». Die Menschheit hat sich von Gott abgewandt und vergessen, daß ihr Glück und ihr Friede von Gott kommen, ohne den nichts Gutes entstehen kann. Die Menschen und die Kirche, die schal geworden ist, sollen demütig zu Gott zurückkehren. Der Mensch wurde geschaffen, um das ewige Leben bei Gott im Himmel zu erben. Das ist die Hoffnung der Gläubigen. Betet, betet, betet. Darin liegt die Grundlage für die Authentizität von geistlichem Leben. In unserem Leben hängt alles vom Gebet ab: unsere Entscheidungen, unser Friede und der unserer Mitmenschen, unsere Liebe zu Gott und zu den Nächsten. Ein Gläubiger ist ein Mensch des Gebetes, das die Quelle aller Fruchtbarkeit ist. Durch das Gebet und durch unsere Opfer (Fasten) vereinigen wir uns inniger mit Gott, der sieht, daß wir ihn lieben. Das persönliche Gebet ist grundlegend. Es ist das treue Unterpfand unserer Hingabe, unseres Vertrauens zu Gott, der das Leben derer, die ihn lieben, leitet. Wer ein ausdauerndes, persönliches Gebetsleben führt, das vom Wort Gottes genährt wird und wer mit dem Herzen betet, macht voller Freude Fortschritte auf dem Weg zu Gott und diese Freude verbreitet er auch in seiner Umgebung. Der Rosenkranz ist eines der machtvollsten und fruchtbarsten Gebete. Er ist wie eine Leiter, die uns hilft, in den Himmel zu steigen, indem wir uns in den Geheimnissen Gottes erheben. Was machen da schon die Zerstreuungen im Gebet! Die Kirchenväter, die Wüstenväter und alle Heiligen sagen: das Gebet ist eine sanfte Arbeit der Liebe. Und man kann auch arbeiten, wenn man zerstreut ist… Wenn man es nicht ist — umso besser, denn dann ist unsere Vereinigung mit dem Herrn noch tiefer, noch inniger. Verlieren wir niemals den Mut, halten wir uns nicht bei unserer eigenen Armseligkeit auf, sondern bemühen wir uns nach besten Kräften auf Marias Anrufe zu antworten, die uns in ihren Geburtswehen mit besonderer Eindringlichkeit bittet, zu Gott zu beten, mit ihm und in ihm zu leben.
Dieses Jahr ist eine Gnadenzeit; die Bedeutung, die diese Gnadenzeit für uns und für die Welt hat, sollen wir erkennen. Marias Interventionen haben auch einen prophetischen und eschatologischen Charakter.
Das Gebet ermöglicht uns, unsere inneren Lampen mit der göttlichen Gnade aufzufüllen, während wir geduldig auf den Herrn warten (vgl. Mt 25, 1-13). Nicht zu beten bedeutet, sich wie die törichten Jungfrauen des Gleichnisses zu verhalten. Beten heißt, seine Lampe erleuchtet zu halten (vgl. Lk 12, 35); es heißt, die Gnade zu schöpfen, die Gott uns schenkt, damit wir die Kraft haben, allem zu entgehen, was auf uns zukommt und aufrecht vor den Menschensohn zu treten, wie es im Wort des Herrn heißt (vgl. Lk 21, 36). Auch aus diesem Grund mahnt uns die Muttergottes zu beten. Unsere aktuelle Welt zeigt es uns jeden Tag ein wenig mehr. Die Welt hat sich wirklich von Gott entfernt und weigert sich, die Aufrufe zur Bekehrung, die Gott durch Maria und die Kirche an sie richtet, zu hören. Europa wird leider ohne Gott aufgebaut; es hat seine christlichen Wurzeln vergessen (man braucht nur die verschiedenen Abhandlungen, Chartas und andere Texte zu lesen, um das festzustellen). Zu diesem Thema sollte man die Botschaft von Papst Johannes Paul II. anläßlich des 1200. Jahrestages der Krönung von Karl dem Großen lesen. Wenn Europa nicht zum Herrn zurückkehrt, wird über es, wie über andere Nationen, große Katastrophen, die bereits eingesetzt haben, niedergehen… Jeder von uns sieht, wohin sich die Welt ausrichtet, was gut ist und was nicht gut ist. In Gott bleiben wir klarsichtig, gelassen und fest im Glauben. Die Erscheinungen von Maria sind sehr ernste Ereignisse. Wir sollen wirklich auf die Anrufe der Königin der Herrlichkeit hören; sie lädt uns mit ihrer mütterlichen Zärtlichkeit ein, viel zu beten und in der Freude der Kinder Gottes zum Herrn zurückzukehren.
Je größer unsere Vereinigung mit Gott sein wird, umso glücklicher werden wir im wahren Frieden sein. Daher sollen wir sehr sorgfältig mit unserem geistlichen Leben umgehen. Die Bekehrung unseres Lebens soll uns dahin führen, eine Umkehr, eine tiefe Liebesbeziehung mit dem Herrn und mit unseren Nächsten zu leben, so wie es Gottes Gebot entspricht. Wenn wir von ganzem Herzen auf Gottes Wort, auf die Lehre der Kirche, die Botschaften Mariens hören, die uns mit unermüdlicher, mütterlicher Schlichtheit an die wesentlichen Grundlagen erinnert, damit wir unser Leben in Gott verankern und voll Freude dem ewigen Heil entgegengehen, werden wir wirklich die von Gott geliebten Christen.
Gepriesen seist du, Herr, für Maria, die Königin des Lichts, die du mit deiner Herrlichkeit umhüllt und die du uns gesandt hast, um uns näher zu dir zurückzuführen, um uns zum ewigen Leben zu geleiten, das dein Evangelium auf göttliche Weise offenbart. Ja, Herr Jesus, du bist das ewige Leben, unser Leben. Komm uns zu Hilfe. Sende uns vom Vater her den Heiligen Geist.
Jacques Magnan

Anmerkungen:
1) Epiphanie kommt vom griechischen Wort «epiphaneia» (Erscheinung, Manifestation) und setzt sich aus «epi» (über) und «phaino, phaneroo» (Manifestation) zusammen. Die Epiphanie ist die Manifestation Jesu an alle Menschen, die ihn suchen (die drei Weisen, usw…)
Der Ausdruck «Epiphanie» Mariens ist zutreffender als der manchmal verwendete, neu geschaffene Ausdruck «Marienerscheinungen». Man spricht auch von «Theophanien», die Manifestationen Gottes bezeichnen (Göttliche Erscheinungen, Zeichen, usw…). Die Theophanien umfassen ein weites Feld göttlicher Manifestationen. Maria ist nicht Gott, aber ihre Erscheinungen gehören in einen göttlichen Plan, wo Gott anwesend ist und sich durch Vermittlung oder unmittelbar zeigt (Erscheinungen von Jesus mit Maria, Gabe des Heiligen Geistes…). Zum biblischen Wort «epiphaneia» siehe 2Thess 2, 8; 1Tim 6, 14; 2Tim 1, 19; 4, 1.8; Tit 2, 13; vgl. Joh 21, 1.
2) Der Apostel Johannes ist sehr wohl der Autor der Geheimen Offenbarung wie es die Tradition der Kirche sagt und wie es eine vergleichende, seriöse Studie jener Schriften, die Johannes zugeschrieben werden, zeigt (Joh, 1.2.3; Offb 1, 1., 2.4.9.10; 22, 8).
3) Das schließt andere Interpretationen, die sich diesem Verständnis nicht widersetzen, keineswegs aus; sie verdeutlichen diese vielmehr.
4) Zum Wort «Kirche» vgl. Offb 1, 4.11; 2, 7-8. 12.18; 3, 1.7.14.22; 22, 16.

HOCH


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