von Dr. Marino Parodi und André Castella

Balestrino (1)
«Wenn niemand es erwartet, werde ich ein Wunder wirken»

=> MARIA HEUTE 373 INHALT

Im November berichtete Ihnen Maria heute, daß der Bischof von Albenga-Imperia, Mario Olivieri, am 18. Februar dieses Jahres seine Berater und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden zusammengerufen hat, um ihnen das Projekt zu unterbreiten, das die Architekten Berio und Pontarello für die Errichtung eines Marienheiligtums auf dem oberhalb von Balestrino gelegenen Monte Croce ausgearbeitet hatten. Das Bistum Albenga-Imperia liegt an der ligurischen Küste, zwischen Genua und der französischen Côte d’Azur.
Dieses Ereignis war für uns eine Anregung, um Ihnen die Geschehnisse, die sich an diesem Ort seit dem 5. Oktober 1949 ereignen, ausführlicher zu schildern

Maria erschien der damals neunjährigen Caterina Richero zum ersten Mal am 5. Oktober 1949. Unsere Liebe Frau vom Heiligen Kreuz ließ sich bis zum 5. Oktober 1971, also 22 Jahre lang, immer am 5. eines Monates — jedoch nicht jeden Monat — gegen 18.00 Uhr sehen. Eine letzte, für Caterina persönlich bestimmte Erscheinung fand am 5. November 1986 statt. Insgesamt waren es 136 himmlische Besuche.
Caterina Richero, die heute 60 Jahre alt ist, war von Beruf Krankenschwester und ist nun in Rente. Sie ist seit 1970 verheiratet und Familienmutter.
Balestrino ist ein kleines Dorf im ligurischen Hinterland, ein Dutzend Kilometer (nördlich) von Loano entfernt. Nur fünfzig Kilometer trennt es von der französischen Grenze. Die enge, abschüssige Straße bietet bei jeder Kurve einen wundervollen Blick über die Landschaft und die weiter unten stehenden Olivenhaine. Balestrino ist von Bergen umgeben, auf denen sich kleine Baumgruppen befinden. Das Dorf besteht aus einer Ansammlung kleiner, alter Häuser, die rings um ein Schloß stehen, das noch vor einigen Jahren den Nachkommen einer österreichischen Adelsfamilie gehörte: den Del Carreto. Ein wenig oberhalb, aber nicht weit vom Schloß entfernt, entdeckt man einige jüngere Bauten, darunter auch die Pfarrkirche, sowie ein Nonnenkloster. Noch weiter oben liegt der Weiler Bergella mit einer weiteren kleinen Kirche. In diesem Weiler steht das schlichte Haus der Eltern von Caterina Richero, der Seherin. Dort lebte eine große Bauernfamilie; es waren einfache, gläubige Menschen.
Anfang Oktober 1949 ging Caterina eines Abends in Begleitung ihrer Schwester Maria und eines taubstummen Jungen auf einem Weg in Bergella, nicht weit von ihrem Elternhaus entfernt, als alle drei auf einmal vom Anblick einer geheimnisvollen Silhouette überrascht wurden: ein goldfarben gekleideter Engel. Der Engel flog über die Häuser und wurde von einem Schwalbenschwarm begleitet.
Der Junge bekam Angst und lief, um seine Mutter zu holen. Caterina und ihre Schwester Maria eilten nach Hause und riefen: «Habt ihr einen Engel gesehen, der aussieht wie der Herr?» Am folgenden Tag hütet Caterina gegen 18.00 Uhr die Schafe in der Nähe eines kleinen Waldes, diesmal in Begleitung einer anderen ihrer Schwestern: Georgia und einer kleinen Freundin, Maria Coscia, der Schwester des taubstummen Jungen. «Die Feigen waren reif», erzählte Caterina später, «und da die beiden behender waren als ich, kletterten sie auf den Baum. Sie warfen mir die Früchte zu, die ich in meiner Schürze auffing, als auf einmal diese große Silhouette wieder auftauchte.»
Lassen wir Caterina das Wort: «Vor allen anderen Dingen blendete mich ein starker Lichtschein und zwang mich, niederzuknien. Dann sah ich von einer Sekunde zur anderen die Madonna. Sie ist groß, sehr jung (keine 20 Jahre), bekleidet mit einem langen, rosafarbenen Gewand, über dem sie einen blauen Mantel trägt. An ihren Füßen hat sie Sandalen, die den Sandalen von Ordensschwestern gleichen. Um ihren Kopf ist eine Krone von Sternen und auch ein Heiligenschein. Ihre Augen sind blau; ihr Blick ist ganz milde. Als sich die Madonna mir zuwendet, sagt sie mir: “Du sollst viele Rosenkränze für die Kranken beten. In fünf Monaten werde ich wiederkommen.”»
Jede Erscheinung dauert ungefähr zwanzig Minuten. Während dieser Zeit sieht und hört Caterina die Madonna, die sich mit ihr unterhält. Caterina erklärt, daß sie eine gewisse Anzahl persönlicher Botschaften von der Madonna empfangen hat, sowie verschiedene Geheimnisse, die die Zukunft der Kirche und der Menschheit betreffen. Manche dieser Prophezeiungen haben sich erfüllt, andere noch nicht. Sie sollen später veröffentlicht werden, wie die Madonna Caterina angekündigt hat.
Genau fünf Monate nach dieser ersten Begegnung hütet Caterina gemeinsam mit ihrer Cousine Maria wieder die Schafe und zwar auf einem Feld im sogenannten Bereich von «Boggia» als sie plötzlich ihre Cousine ruft und zu ihr sagt:
«Schau, da oben ist die Madonna!»
Aber die Cousine sieht nichts und fragt:
«Wo?»
«Dort, auf dem Marmorfelsen, schau genau hin!» Später sagte Caterina, daß die Madonna bei dieser Gelegenheit sehr zufrieden war, «weil ich die Herz-Jesu-Freitage gehalten hatte».
«Sie sagte mir, daß sie in einem Monat wiederkommen werde. Dann drehte sie sich um und entfernte sich; ich sah, wie sie auf einen leuchtenden Strahl wies, bevor sie in einer rosa Wolke verschwand.»
Am 5. April 1950 mähte und rechte Caterina zusammen mit ihren Eltern und ihrer Cousine Gras, als sie plötzlich auf die Knie fiel und ausrief: «Da oben ist die Madonna!» Als sie wieder aufsteht, sagt sie, daß die Madonna sie aufgefordert hat, mehr zu beten.
Am 5. Mai 1950 geht die kleine Seherin in die Kirche St. Apollonia, um den Rosenkranz zu beten. Um 18.30 Uhr erscheint ihr die Madonna und sagt: «Ihr sollt euch bessern. Sag deinen Gefährten, daß ihr besser werden sollt.»
Einen Monat später fragt Caterina, als sie um 18.15 Uhr die Madonna sieht:
«Maria, sag mir, wer du bist!»
«Ich bin die unbefleckte Empfängnis.»
«So viele Kranke warten auf deine Gnaden», fleht die Seherin.
«Ich werde die Gnade all denen gewähren, die sie verdienen.»
Am 5. Juli sagt Caterina während der Erscheinung: «O, Maria, ein kleines Kind bittet dich um deine Gnade. Heile es!» Die Muttergottes küßt Caterinas Stirn. Dem jungen Taubstummen wird die Gnade zuteil. Er kniet nieder und ruft dreimal aus: «Es lebe Maria!»
Am 5. Oktober 1950 erhält sie eine bedeutungsschwere Mahnung: «Die Guten werden belohnt, wenn ihr aber weiterhin schlecht seid, wird ein eindrucksvolles Strafgericht über die Erde kommen. Ihr müßt besser werden und mehr beten.»
Am 5. Januar 1951 verkündet die Madonna lächelnd und zufrieden: «Diejenigen, die an dem Bau meiner Kapelle arbeiten und diejenigen, die für die Errichtung Spenden geben, werden gesegnet werden… Wenn niemand es erwartet, werde ich ein Wunder wirken.»
Am 5. Juli 1956: «Mein Herz ist nicht zufrieden und noch weniger ist es das Herz meines Jesus (man hatte gerade zuvor die bischöfliche Verlautbarung gegen die Erscheinungen veröffentlicht). Ich will immer nur Gutes für euch. Betet viel, um mich zu trösten und bald werde ich euch zufriedenstellen. Meine Kinder, mein Wunsch ist es, daß ihr alle näher an mein Herz kommt. Ihr, meine Kinder, die ihr mir am nächsten steht, betet, betet, damit auch die am weitesten Entfernten näherkommen.»
Am 5. Februar 1957: «Ich bin sehr zufrieden, weil viele von euch während dieses Monates das getan haben, was ich wollte. In diesem Monat werde ich euch etwas sagen, was euch Freude machen wird: bald werde ich ein Wunder wirken und bald wird auch die kleine Kapelle geweiht; man wird dort die Messe feiern. Betet noch viel, damit eure Mutter bei ihrem Sohn Jesus für alles eintreten kann, was ihr benötigt.»
Am 5. August 1957: «Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der heiligen Hoffnung. Wer mich sucht, findet Frieden, Fruchtbarkeit und das wahre Gnadenleben.»
Am 5. Dezember 1957: «Ich liebe die Gerechten, aber ich liebe auch all jene, die sich im Unglück und in Schuld befinden. Liebe Kinder, flüchtet euch unter meinen Mantel. Ich werde euch an mein Herz drücken und zu Jesus führen.»
Am 5. Juni 1958: «Wißt, liebe Kinder, daß ich auf diese Erde komme, um euch zu retten und euch alle eines Tages mit mir in das Paradies zu nehmen… Bittet die göttliche Gerechtigkeit um Erbarmen und ich werde euch in euren Anliegen erhören.»
Am 5. August 1959: «Ihr sollt wissen, daß das Leiden eine Leiter ist, die die Seelen, welche das Leid mit Ergebenheit ertragen, zum Himmel führt.»
Am 5. März 1960: «Betet in dieser Zeit, denn ich will Rußland bekehren und zu Jesus bringen.»
Am 5. Mai 1960: «Liebe Kinder, habt ihr jemals gehört, daß einer, der um meine Hilfe gebeten hat, im Stich gelassen wurde? Betet, betet, denn die Menschheit wird nicht eher Frieden finden, als bis sie sich der Barmherzigkeit meines Sohnes Jesus Christus anvertraut.»
Am 5. Juni 1961: «Meine Kinder, nährt in euch eine große Liebe für das Herz meines Jesus, indem ihr an den Herz-Jesu-Freitagen Sühnekommunionen empfangt… Seid beruhigt. Jesus bereitet einen großen Trost für euch vor.»
Am 5. Februar 1962: «Wißt, daß die Allmacht meines Sohnes Jesus durch das Maß eures Vertrauens begrenzt wird und wer weiß wie oft ihr mehr Gnaden empfangen hättet, wenn ihr mit mehr Vertrauen gebetet hättet…»
Am 5. Dezember 1963: «Mein unbeflecktes Herz muß triumphieren; erst dann kann die Welt in Frieden leben. Liebe Kinder, ich spüre all eure Sehnsüchte und all eure Ängste und ich lege alles in das Herz meines Jesus. Seid beruhigt; den Seelen, die mit wahrem Glauben um etwas gebeten haben, wird nichts versagt werden.»
Am 5. Januar 1970: «Wißt, liebe Kinder, daß ihr euch alle heiligen sollt und daß ihr alle in gegenseitiger Verantwortung am Aufbau des Reiches Gottes in jedem von euch und in eurem Nächsten mitwirken sollt. Das wird auf dieser Erde ein beständiger Kampf sein, aber jedem, der meinen Wünschen entsprochen hat, verspreche ich eine große Freude im Himmel.»
Am 5. Oktober 1971: «Liebe Kinder, es ist das letzte Mal, daß mir mein Jesus erlaubt, in eure Mitte zu kommen. Ich werde noch einmal zu dir kommen, aber zu einem Zeitpunkt, den du nicht kennst. Liebe Kinder, schon sehr bald werdet ihr die Wahrheit über meine Erscheinungen erkennen, denn ich werde sie ins Licht stellen. Euer Glaube war nicht vergeblich. Auf dem Monte Croce werdet ihr Licht und Kraft finden können und ich werde an diesem Ort viele Gnaden gewähren. Liebe Kinder, ich hinterlasse euch das Gebot der Nächstenliebe: liebt einander wie mein Jesus und wie eure [himmlische] Mutter euch lieben; dann werdet ihr besitzen, was euer Herz begehrt. Mein Segen breitet sich über einen jeden von euch aus.»
(Fortsetzung folgt.)

HOCH

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