von Léopold Baijot

Soufanieh
Unsere Liebe Frau ist von Licht umgeben

=> MARIA HEUTE 363 INHALT

Die Ereignisse von Soufanieh/Damaskus begannen im Jahre 1982. Im Mittelpunkt dieser himmlischen Gunsterweise stand eine junge Frau, Mirna Nazzour, die damals 18 Jahre alt und seit 7 Monaten verheiratet war. Es handelt sich um wiederholtes Austreten von Öl bei Ikonen und bei Mirna selbst, von Erscheinungen, Botschaften, Ekstasen und Stigmata.
Was der Himmel dort unternahm hat diese Zeitschrift im Januar 1996 (Nummer 311) geschildert.
Nachstehend stellt uns jetzt der Kunstmaler Leopold Baijot aus Belgien ein für ihn unvergessbares Ereignis vor.
Im November 1998 war ich in Damaskus, um dort eine offizielle Ausstellung meiner orientalischen Bildwerke vorzubereiten.
Da ich um die Geschehnisse wußte, die sich in Soufanieh ereignen, habe ich mich schon am ersten Tag zu Mirna, der Seherin, begeben. Eine belgische Pilgerin, die dort zugegen war und mich kannte, sagte zu Mirna, daß ich ein Bild gemalt hätte, das Unsere Liebe Frau von Medjugorje darstellt.
Am nächsten Tag lud mich Mirna mit zwei oder drei Freunden ein, ihren geistlichen Begleiter, Pater Malouli, zu besuchen, der seit einigen Tagen im Krankenhaus war.
Sie stellte mich P. Malouli vor; er sagte:
«Da er Unsere Liebe Frau von Medjugorje gemalt hat, soll er auch Unsere Liebe Frau von Soufanieh malen; Mirna, kleide dich wie die Muttergottes und beschreibe Léopold, wie du sie siehst.»
Das tat Mirna am nächsten Tag, da sie die erforderlichen Kleidungsstücke bei sich zu Hause hatte.
Mirna: «Ich kann sie nicht beschreiben; es ist sehr schwer auszudrücken. Ich sehe sie immer durch Licht hindurch. Sie ist weiß gekleidet und hat dazu eine blaue Schärpe. Es ist eine orientalische Bekleidung.»
Der Maler Léopold Baijot: «Wenn du sagst, daß sie nach orientalischer Weise gekleidet ist, muß man dieses Bild wirklich malen, denn meines Wissens ist es das erste Mal, daß Unsere Liebe Frau in orientalischer Bekleidung erscheint, vielleicht ist es so, wie sie auf der Erde gekleidet war.»
Mirna: «Unsere Liebe Frau hatte keinen Schleier. Sie hat ein weißes Kleid mit einer Kapuze — sie gehört zum Kleid und bedeckt ihren Kopf. Der blaue Schal (Mirna benutzte dieses Wort) geht von der rechten Schulter aus, so als würde er von einer Nadel festgehalten. Dieser Schal verläuft in gefälligen Falten über den rechten Arm. Dann geht er über den Rücken, um auf der linken Seite wieder aufzutauchen. Er ist fast wie der Sari einer Inderin. Maria trägt einen Gürtel in derselben blauen Farbe wie der Schal; zwei Stoffbahnen hängen herab. In ihrer rechten Hand hat sie einen Rosenkranz. Der linke Arm liegt lose an ihrem Körper. Sie sieht sehr jung aus, zwischen achtzehn und zwanzig Jahren. Ihre Füße sehe ich nicht. Sie steht ein wenig über dem Boden. Ich sehe, daß sie sehr glücklich ist. Einmal habe ich sie weinen gesehen, als die Ikone mein Haus verließ (genauer gesagt: Ihr Haus), um endgültig in die orthodoxe Kirche zu kommen. Aber sie hat sogar in ihren Tränen ein leichtes Lächeln bewahrt.
Zuerst kommt sie auf den Baum; es ist ein Eukalyptus, der dort vor meinem Haus steht. Es ist, als sitze sie auf diesem Zweig da (Mirna zeigt ihn mir) in einer «Kugel» aus Licht. Dann verläßt sie diese Kugel aus Licht und kommt mit entgegen. Am Ende der Erscheinung geht sie zum Baum zurück; sie tritt weiter zurück und schaut mich noch immer an. Sie zeigt mir nie den Rücken. Wenn Unsere Liebe Frau wieder in die Kugel aus Licht zurückkehrt, verschwindet alles.»
Mirna fügte jedoch noch hinzu: «Ich würde so gerne mit ihr gehen. Eines Tages wollte ich sie wieder einmal unbedingt begleiten und habe es ihr gesagt. Sie antwortete mir:
“Deine Sehnsucht nach dem Himmel genügt mir; du mußt noch um deiner Sendung willen auf der Erde bleiben”.
Sie enthüllte mir ein Geheimnis, das ich auf meinem Totenbett verkünden werde.»
Kehren wir aber zu dem Gemälde zurück. Mirna hat sich also wie Unsere Liebe Frau gekleidet und hingestellt, damit ich einige Fotos machen konnte, um das Bild dann zu malen. Es bestehen einige Unterschiede zu den ersten Angaben. In der Tat: weiter oben wurde gesagt, daß der linke Arm der Muttergottes lose an ihrem Körper war, während ich auf dem Bild die linke Hand auf Marias Herz gelegt habe, da diese Geste für ein Bildwerk kunstgerechter ist.
Dieses Gemälde stellt die Vision dar, die Mirna bei einer außergewöhnlichen Erscheinung hatte: es ist jene Vision, wo sich Unsere Liebe Frau neigte, damit das Kreuz ihres Rosenkranzes Mirnas Finger berührt. In dem Augenblick, in dem das Kreuz ihre Finger berührte, ging aus Mirnas Händen ein Strahl von Öl hervor, der bis auf den Fußboden überströmte. Das geschah bei der fünften Erscheinung der Muttergottes am Abend des 24. März 1983 (Vigil von der Verkündigung des Herrn).
An jenem Abend wiederholte Mirna in ihrer Ekstase mit lauter Stimme, was die Muttergottes ihr diktierte:
«In dieser Nacht hat der Engel mir gesagt: Du bist gebenedeit unter den Frauen… Ich bin zufrieden: Wie schön sind meine Kinder, die kniend inständig beten.
Die Kirche, die Jesus gegründet hat, ist die EINE Kirche, weil Christus EINS ist. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seiner Gnade».
Mirna präzisiert: «Die Muttergottes stand hier. Sie öffnete die Hände. Ein Rosenkranz berührte meine Hand, das Öl floß vom Kreuz aus über meine Hand.»
Ein Zeuge der Szene: «Sie hätten die Menge an Öl sehen müssen, die von Mirnas Händen geflossen ist. Der Fußboden war davon bedeckt. Ich streckte die Hände aus und rieb mir das Öl über Gesicht und Hände.»
«Es ist, als würde ich sie wiedersehen.»
Mit Tränen in den Augen und voller Bewegung sagt sie:
«Aber warum kommt sie nicht mehr?»
Ihr Ehemann Nicolas (der das Öl mit Watte von der Erde aufgesaugt hatte) war sehr erfreut und sehr stolz, als er von der Idee des Gemäldes hörte. Er kam und ordnete die Haare auf den Schultern seiner Frau und auch die Falten ihres Kleides. «Du sollst schön sein», sagte er zu ihr.
Ein weiterer Unterschied hier auf dem Bild:
Für die Sitzung trug Mirna einen schwarzen Rock mit weißen Punkten und ein kurzärmeliges, weißes T-Shirt. Diese Kleidung paßte nicht für das Gemälde; deshalb habe ich sie mit einem braunroten Kleid gemalt.
Mirna fuhr fort: Die Perlen des Rosenkranzes Unserer Lieben Frau glitzern wie Diamanten.»
Dann, als sie die Muttergottes mimte, sagte Mirna: «Dieser Rosenkranz wird mit den letzten beiden Fingern der Hand gehalten, während Unsere Liebe Frau die drei anderen Finger erhoben hält, so wie es der segnende Christus Pantokrator tut. Es ist, als würde mir Unsere Liebe Frau sagen: „Durch meine geöffnete Hand schenke ich dir dieses Öl“.»
Ohne es beabsichtigt zu haben, wurde der Rosenkranz auf dem Bild am 13. Oktober gemalt, dem Jahrestag der Erscheinungen Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in Fatima. Zufall, oder ein Augenzwinkern Marias?
Durch das starke Licht sieht Mirna nicht die Füße der Muttergottes. Trotzdem habe ich diskret einen Fuß der Jungfrau Maria gemalt, um der folgenden Tatsache Rechnung zu tragen, die Mirna erzählte:
«Als ich die Jungfrau Maria zum erstenmal gesehen habe, sah ich, wie sie den Eukalyptusbaum verließ, zu mir ging — so als wäre sie in der Luft aufgehängt — und dabei die Balustrade meiner Terrasse überschritt. Ich war angesichts dieses Phänomens so überrascht (Mirna hatte überhaupt keine Vorstellung von einem vergeistigten Leib, wie es beispielsweise der Leib Christi nach der Auferstehung war), daß ich meinen Schwager rief und «dieser Dame» entgegeneilte. In meiner Furcht packte ich den Knöchel und den Fuß. Und ich hatte sehr wohl einen menschlichen Fuß in den Händen. Maria lächelte. Ich bezeuge also, daß ich den Fuß der Muttergottes leiblich in meinen Händen hatte.»
Man kann daraus schließen, daß die Erscheinung wirklich real ist — und nicht suggestiv oder virtuell — mit der körperlichen Gegenwart eines dreidimensionalen Leibes.
Mirna: Unsere Liebe Frau ist von Licht umgeben; sie ist selber Licht; alles ist Licht: ihre Kleidung, ihr Gesicht, ihr Blick, ihre Hände, ihr Kopf, alles ist Licht; und um ihren Kopf ist ein noch strahlenderes Licht.»
Das Kreuz von Marias Rosenkranz berührt Mirnas Finger und ein Strahl von Öl geht von ihren Händen aus. Anwesende, die Zeugen dieser Szene sind, fangen dieses Öl eiligst auf, um sich damit zu bekreuzigen und sich das Gesicht oder einen erkrankten Körperteil damit einzureiben.
Welche Bedeutung soll man diesem Zeichen geben?
Das Öl ist durch das Kreuz gegeben worden; durch das willig angenommene Leid kommt die Gnade.
Am 18. Dezember 1982 verkündete Maria: «Ich gebe euch mehr Öl als ihr von mir erbeten habt und ich werde euch noch etwas viel machtvolleres geben als dieses Öl… Versagt niemandem, der um Hilfe bittet, euren Beistand.»
Für den Leib schenkt uns Maria das Öl, aber für die Seele schenkt sie uns Jesus durch das Kreuz.
Um das Böse in uns und in der Welt zu besiegen, haben wir eine der machtvollsten Waffen in Händen: den Rosenkranz. In nahezu allen Erscheinungen hat Maria einen Rosenkranz. Beim Rosenkranz geht es zu wie in Kana: unser Gebet geht zu Maria, Maria geht zu Jesus, Jesus wirkt das Wunder.
Das Kreuz berührt die Finger von Mirna, das Kreuz wirkt das Wunder.
Wenn ich die rechte Hand von Maria und die Stellung ihrer Finger betrachte, sehe ich eine weitere Szene vor mir. Während einer Ekstase, die mit einer Stigmatisierung einherging, hielt Mirna ihre rechte Hand erhoben und hatte dabei ihre Finger in derselben Position wie Maria oder der Christus Pantokrator. Alle anwesenden Personen haben diese Geste bemerkt.
Was das Gemälde betrifft, so spielt sich die Szene auf der Terrasse von Mirnas Haus ab. Da sich alles im Orient (Damaskus) abspielt, habe ich auf die Balustrade der Terrasse einen Orientteppich gemalt. Ich habe ebenfalls eine untergehende Sonne und einen Mond am Abendhimmel gemalt. Die Szene ereignet sich im Dämmerlicht; Christus ist die lebendige Sonne in unserem Leben, das Licht unseres Leben; Maria ist der Mond zu seinen Füßen. Ich habe auch einige Zweige vom Eukalyptusbaum gemalt.
Maria ist ganz im Licht, während sich hinter Mirna der Schatten ausbreitet, so als würde Mirna aus dem Schatten hervorkommen, um ins Licht zu gehen, das heißt, von der Erde zum Himmel.
Etwas anderes ist auch zu sehen: Mirna trägt ein Armband, sie ist ganz ein Kind dieser Erde.
Am 15. August 1987 sagte Jesus von seiner Mutter:
«Wer sie um etwas bittet, empfängt es, weil sie meine Mutter ist.»
Erbitten wir durch Maria vom gekreuzigten Jesus Öl für unser Leben. Wenn sich Maria Mirna «zuneigt», heißt das, daß sie sich jedem ihrer Kinder, jedem von uns zuneigt.
Schließen wir ab mit folgendem Auszug der Botschaft, die Maria am 15. August 1990 überbrachte:
«Was das Öl betrifft, so wird es sich weiter an deinen Händen zeigen — zur Verherrlichung meines Sohnes Jesus.»
Léopold Baijot, Belgien

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