Manduria

Die Jungfrau Maria, eine echte Frau!

=> MARIA HEUTE 362 INHALT

P. Raimondo Valleti S.J. hat Debora über den besonderen Moment befragt, in dem ihr die Muttergottes von der Eucharistie erscheint. Dieses Interview läßt uns verstehen, wie sehr uns unsere Himmelsmutter in jedem Augenblick unseres Lebens wirklich nahe ist.
Hier ist ihr Gespräch:
Pater Raimondo: Gelobt sei Jesus Christus!
Debora: Im Himmel, auf der Erde und an jedem Ort!
PR: Debora, ich würde gerne wissen, was im Augenblick der Erscheinung als stärkste Empfindung in deinem Herzen vorherrscht?
D: Es ist nicht leicht zu sagen, was das dominierende Gefühl ist, das man hat, wenn es einem gegeben ist, die Madonna als Gefährtin und als Führerin zu haben! Ich würde sagen, daß sich alles in uns zusammenzieht, um dieser guten und bewundernswerten Mutter Dankbarkeit zu zeigen und zu bezeugen.
PR: Ja, aber entschuldige uns, wir würden gerne mehr darüber wissen. Was empfindest du, wenn wir dich so oft haben lächeln sehen, oder wenn du von einer Freude absorbiert wurdest, die dich ganz offensichtlich überschüttet und sättigt?
D: Ich fühle, daß mein Herz platzt; ich fühle mich so, als wäre ich schon im Paradies, ich fühle unbeschreibliche Sicherheit und Frieden.
Ich erinnere mich, daß die Madonna einmal zu spät kam. Trotz heftigen Regens und großer Kälte sind wir dageblieben und haben gebetet, in der Erwartung ihres Kommens, aber diese freudige Erwartung war etwas durch die Furcht gedämpft, daß wir vielleicht verlassen wurden. Es war also nicht dieselbe Freude, die ich in meiner Seele spüre, wenn sich Unsere Liebe Frau mit mir unterhält. Das sage ich, um zu verdeutlichen, daß die Tatsache, die Jungfrau Maria als so geduldige Zuhörerin oder als Meisterin für das innere Leben zu haben, dir das Gefühl gibt, bereits im sicheren Hafen angekommen zu sein, und daß alles ganz leicht und mit mehr Freude, mehr Sicherheit, mehr Gewißheit zu überwinden ist.
PR: Du willst sagen, daß die Anwesenheit der Madonna für unser Leben wichtig ist?
D: Absolut! Wir können uns in unserem Glauben nicht sicher fühlen, wenn wir unterwegs dieses ganz reale Bedürfnis ersticken, unserer Mutter alles zu erzählen: das, was uns am meisten beeindruckt hat, die Sorgen, die wir im Herzen tragen und sogar die Arbeit, die noch vor uns liegt, denn im Gegensatz zu unseren Vorstellungen sehnt sich Maria danach, an den schlichtesten Dingen, die wir tun, Anteil zu haben. Ohne den mütterlichen Beistand von Maria zu leben, die der «sichere Hafen unseres ewigen Heils» ist, hieße, sich der Fürsprache unserer Mutter zu berauben, die sich nach der Fürsprache Jesu als mächtigste zum Vater erhebt.
PR: Wie schön ist ihre Statue!
D: Die Madonna ist keine Statue, Pater. Die Madonna ist eine echte Frau, mit einem echten Leib!
PR: Ja, weißt du,… die Gewohnheit!
D: Das ist eine schlechte Gewohnheit, die uns manchmal die konkrete Arbeit und die Aufnahmebereitschaft, die uns Maria in der Stille vorschlägt, aus dem Blickfeld verlieren läßt.
PR: Du hast gesagt, daß die Erscheinung nach dem Auftauchen von drei Lichtkugeln kommt, aber wann beginnt die Unterredung wirklich?
D: Unsere Liebe Frau beginnt immer mit mir zu sprechen, nachdem ich langsam das Kreuzzeichen, zu dem sie mich aus Achtung vor dem Leiden Christi auffordert, gemacht habe.
PR: Beginnt sie auch heute noch mit einem Lobpreis an Jesus?
D: Natürlich! Der Gruß ist immer derselbe; es ist der Gruß, den alle kennen: «Gelobt sei Jesus Christus».
PR: Hast du, während du die Botschaft empfängst, die Möglichkeit, eine Frage zu stellen oder ein Gebetsintention zu empfehlen?
D: Wenn ihr die Botschaften lest, könnt ihr feststellen, daß ich höchstens eine Frage stelle. Ich stelle die Frage, die mir von den gestellten Fragen am wichtigsten erscheint, aber ich war immer frei, auch mehrere zu stellen.
PR: Sag uns, warum manche Teile aus den veröffentlichten Botschaften ausgelassen wurden — falls du uns darauf antworten kannst?
D: Es sind keine Auslassungen, sondern es sind ganz persönliche Dinge, oder etwas, was nur eine einzige Person betrifft. Ich bin nicht befugt, mehr zu enthüllen, als das, was aufbauend ist.
PR: Warum?
D: Gott weiß alles und folglich antizipiert die Madonna immer schon das, was wir fragen wollen, oder das, was uns guttut.
PR: Hat die Tatsache, daß du die Muttergottes als spürbare Gesprächspartnerin hast, nicht auch zu Schwierigkeiten geführt? Was hat sie dir in den bedeutungsvollsten und traurigsten Augenblicken gesagt?
D: Das ist eine gute Frage! Sie hat mich aufgefordert zu beten und die momentane Demütigung aufzuopfern — zur Besserung meines Charakters, und um immer transparenter sein zu können. Wie ihr wißt, Pater, wurde ich nach einer Periode innerer Auflehnung, nach einer Menge falscher Ideologien mit der «himmlischen Wirklichkeit» betraut und daher leugne ich nicht, wie es gewesen ist, und daß es immer ein harter Aufstieg ist. Zuerst muß man gegen den Feind in sich selbst kämpfen!
PR: Durchlebst du nie geistliche Krisen?
D: Mehr als einmal im Monat und ich danke dem lieben Gott, denn in diesem Kampf um Selbstverleugnung triumphiert der Geist siegreich über das Fleisch und die Verführungen. Wenn ich diese Momente, in denen ich meine Armseligkeit ganz unmittelbar gespürt und mich daher auch in Frage gestellt habe, nicht gehabt hätte, wäre ich heute nicht auf diesem Weg…
PR: Gut, setzen wir unser Gespräch über die Beschreibung der Madonna fort. Wie spricht sie? Spricht sie besser als wir?
D: (Debora verkneift sich ganz offensichtlich ein Lächeln).
PR: Du findest meine Frage sonderbar?
D: Nein, denn sie wird mir häufig gestellt. Wie kann ich euch ihre Stimme beschreiben, wenn ich niemals auf der Welt eine solch harmonische Melodie gehört habe, und auch nichts, was ihr nur vage ähnlich ist?
PR: Dann singt und spricht sie also in einem?
D: Warum nicht? Das könnte eine zufriedenstellende Antwort sein.
PR: Das ist gut; du willst also ernsthaft sagen, daß ihre Stimme wie ein Gesang ist?
D: Es ist, als würde die Ewigkeit der Weisheit Gottes, die Musik ist, in ihr widerhallen. Man fühlt sich schnell klein, angesichts einer solchen Großartigkeit. Im Grunde ist alles an ihr vollkommen: ihre tiefen und leuchtenden Augen strahlen Frieden aus; ihr rosiger Mund wird durch das vertrauensvolle Fürbittgebet, das aus ihm hervorgeht, noch verschönert; ihre Hände sind offen, um die Barmherzigkeit auszuteilen; ihr Leib lädt zu Nüchternheit ein; ihre Gesten der Liebe sind angereichert von einer königlichen Eleganz, die dich gut verstehen läßt, auf welchem Gebiet sie ihre Wurzeln hat. Maria ist der Himmel Gottes und du lernst sie zu lieben. Wenn du ihr begegnest, hast du das Verlangen, sie in dein Haus einzuladen, ihr zu danken und zugleich erwacht spontan ein Gedanke: wenn die Botschafterin Gottes schon so ist, wie mild, wie wunderbar und wie väterlich ist dann erst derjenige, der sie gesandt hat? Das gilt natürlich für alle drei Personen der Heiligen Dreifaltigkeit.
PR: Es ist also die Dreifaltigkeit, die ihr aufgetragen hat, zu kommen?
D: Aber sicher! Sie tut nie etwas aus sich heraus!
PR: Wie stellst du dir die Dreifaltigkeit vor?
D: Pater, ich stelle sie mir nicht vor, aber ich kann euch folgenden Vergleich sagen: Wenn in einer Familie, die aus Vater, Mutter und einem Sohn besteht, die gegenseitige Liebe und Wertschätzung das tägliche Brot sind, ist es fast unvorstellbar, daß Entscheidungen getroffen werden, bei denen nicht jeder einzelne der drei zustimmt. Daher dürfen wir uns nicht auf das beschränken, was einer von ihnen beschlossen hat, denn in jedem von ihnen drückt sich ein wirklich gemeinsamer Wille aus, da das, was gesagt wird, von allen beschlossen wurde.
PR: Das ist ein origineller und heller Blitz! In welcher Sprache spricht die Muttergottes zu dir?
D: In der meinen!
PR: Das heißt?
D: Auf italienisch!
PR: Wie lange dauert dein Gespräch mit ihr normalerweise?
D: In den öffentlichen Erscheinungen dauert es zwischen fünf und zehn Minuten; privat kann es aber Stunden dauern.
PR: Auf was legt die Muttergottes besonderen Nachdruck?
D: Sie lehrt uns, worauf wir unseren Glauben gründen sollen, wie wir Gott finden und wie wir die Freundschaft mit ihm aufrecht erhalten können.
PR: Interessant! Die Freundschaft mit dem Herrn: wir wissen, daß wir sie durch die Sünde verlieren. Was kannst du dazu sagen?
D: Das stimmt, aber es genügt nicht, nur das zu wissen. Man muß weitergehen und dieses Unglück unter den Aspekten betrachten, die zur Verwirklichung der Sünde führen.
PR: Wenn du uns etwas darüber sagen kannst, würden wir gerne wissen, was diese Aspekte sind.
D: Ein Aspekt, der dabei eine entscheidende Rolle spielt, ist das Mitwirken bei einer Versuchung, indem man in Gedanken tut, was man in der Realität noch nicht in die Tat umgesetzt hat. Zu diesem Thema möchte ich sagen, daß es wichtig ist, in Vereinigung mit Maria zu beten, so daß die schlechten Gedanken nicht mehr die Möglichkeit haben, sich in uns einzuwurzeln. Wenn ich in einer schwierigen Phase bin und nicht mehr die Kraft habe, mit den Lippen zu ihr zu beten, kann ich wenigsten mein Herz und meinen Geist mit ihrem Gebet vereinen und ihre mütterliche Anwesenheit wird mich sofort der Traurigkeit entreißen.
PR: Führt die Beziehung mit Maria nicht von deinem Glauben an Christus weg?
D: Das ist unmöglich, weil sie nichts anderes getan hat, als darüber zu sprechen, wie sehr Jesus für uns gelitten hat und noch leidet. Sie fügt noch hinzu, daß sie keine Gelegenheit ausläßt, uns ihren geliebten Sohn als Zentrum und Gipfel unseres Glaubens aufzuzeigen. Sie hat sich mir außerdem als die Muttergottes von der Eucharistie gezeigt. Das tut sie, damit wir den Wert des eucharistischen Opfers und somit auch das Erlösungswerk, das bei der hl. Messe gegenwärtig gesetzt wird, hochschätzen.
PR: Kann Maria, wenn sie hier, in diesem Olivenhain unter freiem Himmel erscheint, die Gläubigen von der Kirche entfernen?
D: Ich werde dir antworten, indem ich dir eine Frage stelle! Hat Jesus nicht Verwirrung bei jenen gestiftet, die ihn im Tempel feierten, als er sein Opfer auf dem Kalvarienberg vollbrachte? Ich glaube, der jeweils ausgewählte Ort zeigt — wie einst das Land Israel — am besten die Besonderheit der Botschaft, die Gott uns allen senden will.
PR: Jedesmal, wenn ich in diesen Olivenhain komme, habe ich den Eindruck, mich immer kleiner zu fühlen und ich verberge dir nicht das enorme Unbehagen, das ich anfangs hatte, als hier überall die Erde meine Schuhe schmutzig machte!
D: Das Gefühl hatten viele. Sei darüber nicht verwundert, und meine nicht, daß du deshalb schlecht angesehen würdest. Auch die Apostel hatten im ersten Jahr des öffentlichen Lebens ihres Meisters viel Mühe, die unsicheren Orte zu akzeptieren, an denen Jesus sich mit ihnen ausruhte oder manchmal seine Mahlzeiten einnahm. Es kommt vor, daß Jesus äußerst einfache Orte wählt.
Das Evangelium betont auch, daß Jesus gerne in der Nacht unter Ölbäumen betete, die unter dem hellen, orientalischen Mond leuchteten und stille Zeugen der Tränen waren, die er als Gott-Mensch weinte.
PR: Ich stelle regelmäßig fest, daß die Familie in den Botschaften vom 23. einen besonderen Platz einnimmt.
D: Der Mensch wird in einer Familie geboren und geprägt. Die Familie ist die erste Struktur in der Gesellschaft. Es ist daher nur natürlich, daß sich Gott um die erste Kirche, die die Familie ist, kümmert: sie ist das Bild der trinitarischen Liebe und kann sogar als Flamme dieser Liebe definiert werden, die es ermöglicht, daß das Leben kontinuierlich weitergegeben wird. Durch ihre Zuneigung und ihren Respekt vor den Werten festigt sie dieses Leben. Die Jungfrau Maria war Mutter und sie kennt die Schwierigkeiten, denen wir begegnen. Aus diesem Grund zeigt sie sich in unseren Häusern, um uns zu lehren, wie wir alles überwinden und im Willen Gottes leben können.
PR: Ist es der Wille Gottes, daß ich mich mit dir getroffen habe?
D: Wenn die Redensart stimmt, derzufolge sich kein Blatt bewegt, ohne daß Gott es will, kannst du dir die Antwort selber geben!
PR: Ich sehe, daß du erschöpft bist.
D: Der heutige Tag war sehr anstrengend.
PR: Du wirst mir verzeihen, wenn ich dich um einen letzten Gefallen bitte: beten wir gemeinsam ein Vaterunser, ein Ave Maria und ein Ehre sei für alle Menschen, die mich während meiner Reise nach Manduria gebeten haben, ihre Anliegen der Muttergottes zu Füßen zu legen.
D: Gerne! Die Madonna nimmt alles entgegen, was wir ihr im Herzen mit Liebe zuflüstern.
(Auszug aus dem Bulletin La Vergine dell’Eucaristia von März/April 2000, übersetzt vom Parvis-Verlag)

Literatur:
«Manduria, Einführung und Botschaften», 304 Seiten, SFR 28.– DM 34.– öS 250.–;
Video: «Manduria, Ich bin die Jungfrau von der Eucharistie», 60 Min., SFR 35.– DM 45.– öS 340.–

HOCH

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